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StntüjLhrUch 1,80 ant, monatlich 60 Pfg., für au* Btotigt toonaemen mit dem betreffenden Postaufschlag, DU einzeln« Nummer tostet 10 Pfg.

EiurückungSgebührt

Stürmst und verlegt in der Buchdruckerei deS verein, «v. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünf gespaltene Petttzeil« oder der« Ramn 16 U-, im Râmenteü die Zeile 36 Pfg.

verantwort!. Redakteure V. Schrecker tu Hanau.

Ml. 192 Ner»kprccha»schl»sj Nr. 605.

Donnerstag den 17. August

Fernsprechanschlufi Nr. 605.

1905

T»

Amtliches.

Handelskammer Hanau, Bekanntmachung.

Freitag den 18. August, nachmittags 31/3 Uhr, wird der zum Handelssachverständigen beim Kaiserl. General­konsulat in Kalkutta ernannte Herr F. G ö s l i n g unsere Handelskammer besuchen, um persönlich eventuelle Wünsche der an dem Export nach Br. Indien und Ceylon interessierten Handelskreise entgegenzunehmen.

Wir bringen dies hiermit den an dem Export nach diesen Ländern interessierten Firmen zur Kenntnis und bitten die­selben, sich zu bezeichneter Stunde im Sitzungssaal der Handels­kammer einfinden zu wollen.

Hanau den 16. August 1905.

Die Handelskammer.

Ott. 15821

Hus F)anau Stadt und Cand.

Hanau, 17. August.

Beamten'Personalnachrichten.

Ernannt: der bisherige Oberförster Schmanck zum Regierungs- und Forstrat bei der Königlichen Regierung zu Cassel, die Referendare Harmony, Kleine und Dr. Lohrmann zu Gerichtsasfessoren, die Rechtskandidaten Kurt v. Baumbach, Moegenburg, Förster,Dolckmar, Appel, Kornemann und Waldhausen zu Referen- daren.

* ®e» Königl. Hoheit Landgraf Alexander Friedrich von Hessen wird Ende der Woche auf Schloß Adolfseck bei Fulda zum Besuch bei Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Landgräfin von Hessen erwartet.

* Landgraf Alexis von Hessen t» In Herles­hausen ist gestern nachmittag halb 6 Uhr der Landgraf Alexis von Hessen-Philippsthal-Barchfeld verstorben. Der Verstorbene stand im 75. Lebensjahre. Roch gestern morgen wurde an dem Verstorbenen, der an Wassersucht litt, eine Operation vorgenommen. Prinz und Prinzessin Chlodwig von Hessen haben sich sofort von Rotenburg nach Herles­hausen begeben. Landgraf Alexis Wilhelm Ernst von Hessen- Philippsthal-Barchfeld wurde am 13. September 1829 zu Burgsteinfurt als Sohn des 1854 verstorbenen Landgrafen Karl geboren; er vermählte sich am 27. Juni 1854 mit der Prinzessin Louise von Preußen; die Ehe wurde am 6. März 1861 geschieden. Landgraf Alexis war erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, General der Kavallerie a la suite der Armee und Ritter des Schwarzen Adlerordens.

Die Linie Hessen-Philippstal wurde von Philipp, dem dritten Sohne unseres Landgrafen Wilhelm IV., gegründet. Herlershausen verdankt der anfänglich neu apanagierte Prinz dem Landgrafen Carl, der ihm außerdem zur be­ständigen Residenz das Kloster Kreuzburg an der Werra einräumte, das in ein Schloß umgewandelt, den Namen Philippsthal erhielt, der dann auch auf das Dorf Kreuz­burg überging. Von seinen beiden Söhnen wurde der jüngere, Wilhelm, gestorben 1761, der Stifter der Linie Hessen-PhilippSthal-Barchfeld. Dessen Enkel war Prinz AlexiS, geb. 18. September 1829, der jedoch vom Kurfürsten erst 1857 als Landgraf anerkannt wurde. Da er kinderlos ist, beruht die Nachfolge auf der Nach­kommenschaft seines jüngeren Bruders Wilhelm (gest. 1890), der in erster Ehe mit der Prinzessin Matte von Hanau, der ältesten Tochter unseres letzten Kurfürsten vermählt war. Aus dieser 1872 geschiedenen Ehe entstammten zwei Söhne und zwei Töchter, die den Namen Prinzen und Pttnzessinnen von Ardeck führen. In zweiter Ehe war Landgraf Wilhelm mit einer Prinzessin von Bentheim- Steinfurt vermählt, aus welcher Ehe eine Prinzessin und Pttnz Chlodwig hervorgingen, so daß also Pttnz Chlod- 6er jetzige Erbe des verewigten Landgrafen Alexis ist.

* Erledigte Pfarrstelle. Bewerber um die infolge Ablebens ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Densberg, Klasse Treysa, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistottum in Cassel einzu- teichen.

* Marktpreise. Im Monat Juli 1905 be- trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 17.25, Roggen Mk. 15.63, Gerste Mk. 16.88, Hafer Mk. 15.33, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19.22, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 29.50, Linsen Mk. 38, Eßkartoffeln Mk. 7.78, Richtstroh Mk. 4.97, Krummstroh Mk. 3.80, Heu Mk. 6.24, Rindfleisch im Großhandel Mk. 129.; im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.50, vom Bauche

Mk. 1.35, Schweinefleisch Mk. 1.75, Kalbfleisch Mk. 1.45, Hammelfleisch Mk. 1.45, Speck (geräuchert) Mk. 2.10, Eßbutter Mk. 2.47, Eier ein Schock 60 Stück Mk. 3.95.

* Ladenpreise. Im Monat Juli 1905 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mehl zur Speisebereitung aus Weizen 34 Pf., Roggen 27 Pf., Gersten- Graupe 44 Pf., -Grütze 39 Pf., Hafergrütze 43 Pf., Hirse 36 Pf., Reis, Java (mittlerer) 49 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen) 2 Mk. 80 Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk. 55 Pf.

* Zur Erhöhung der Milchpreise. Auf unsere gestrige Notiz betreffsErhöhung der Milchpreise" wird uns von unterttchteter Seite mitgeteilt, daß der Milchhändler­verein von Hanau und Umgegend zu dem Milchaufschlag der vereinigten Landwirte bereits Stellung genommen hat, und zwar hat der Verein beschlossen, den Milchpreis für sämt­liche Milch in der Stadt Hanau und Kesselstadt um 2 Pfg. zu erhöhen. Die Händler sind sodann in der Lage, den Landwirten 1 Pfg. mehr zu geben. Fest steht, daß nicht allein die Landwirte die Milch für diesen Preis nicht produ­zieren können, sondern auch den Händlern beim Verkauf der Milch heute gegen früher bedeutend höhere Betttebskosten erwachsen. Notgedrungen und um das Dasein der Milch­händler zu bessern, hat sich voriges Jahr derMilchhändler­verein" gegründet, dem sämtliche Händler und alle größeren Produzenten der Umgegend beigetreten sind, um Wandel in dem darniederliegenden Milchgeschäft zu schaffen. Und heute wird vom Verein ein Preis verlangt, den die Nachbarstädte Frankfurt und Darmstadt den Händlern schon feit Jahren bewilligt haben. Eine bereits zum nächsten Sonntag ein­berufene Versammlung wird endgültig darüber beschließen.

* Neue Tiere im Frankfurter Zoologischen Garten. Im Zoologischen Garten sind in den letzten Tagen interessante Sendungen eingetroffen. Nach manchen vergeblichen Versuchen ist es gelungen, im Jnsecktenhause lebende australische Tagschmetterlinge auszustellen, prachtvolle, samtschwarze Segelfalter mit weißlichgrün gezeichneten Hinterflügeln. Im Aquarium traf eine neue Krokodilart mit langem s malen Kopf ein, so daß jetzt im Krokodilbecken vier Arten von Panzerechsen beisammen sitzen. Ein wertvolles Geschenk wurde dem Garten von einem Freunde des Zoologischen Gartens zugewendet, nämlich ein junger Orang U t a n, der um so willkommener kam, als ein anderer Gönner für das Affenhaus einen eleganten, 3teiligen Käfig für Menschenaffen stiftete. Unter denjenigen Tieren, die zum ersten Male im Zoologischen Garten gezeigt werden, verdient die w est amerikanische Nasen­schlange besondere Beachtung, die sich so glatt an Felsen und Bäume anschmiegen kann, daß sie einem bunten Leder­lappen gleicht. Am 20. August findet im Zoologischen Gatten 50-Pfg.-Tag statt.

* Gartenfest. Am Sonntag den 20. August, nach­mittags 4 Uhr, hält der GesangvereinF r ö h l i ch k e i t" im Deutschen Hause" sein Gartenfest ab. Für Unterhaltung ist in reichem Maße Sorge getragen. Der hiesigeTurnverein" wie auch der Stemm- und RingklubEiche" werden durch einige Aufführungen das Fest verherrlichen helfen. Außer Konzert, Gesang und Tanz ist Preiskegeln, ein Glücksrad und Karuffel vorgesehen, um die werten Besucher in jeder Weise zufrieden stellen zu können. Auch unsere lieben Kleinen sollen auf ihre Rechnung kommen, bei einbrechender Dunkel­heit findet eine Kinderpolonaise statt, wozu die dazugehörigen Lampions gratis verteilt werden. Das Fest findet bei jeder Witterung statt. Da auch der rühttge Wirt Herr Ulsamer sein bestes Können in Aussicht gestellt hat, so ist zu wünschen, daß bei dem geringen Eintrittspreis von 10 Pfg der Garten bis auf den letzten Platz gefüllt wird.

* Bismarckeiche. Die auf dem Forsthaus stehende Bismarckeiche, welche s. Z. durch gütige Vermittelung des Herrn Forstmeister Fenner a. d. Wolfgang vom hochseligen Fürsten aus den Waldungen bei Friedrichsruhe gestiftet wurde, blickt in diesen Tagen auf die Wiederkehr ihrer 10jährigen Ver­pflanzung in unsere Bulau zurück. Der Baum, welcher sich gut und kräftig entwickelt hat, wurde gestern von feiten des Ursttampelklubs, der sich seiner Pflege besonders annimmt, mit einem Schutzgitter gegen Wild und böser Buben Hand versehen.

* Kreislehrerkonfererrz. Auch die diesjährige Sommer­konferenz der Lehrer des Kreises Hanau, die bei zahlreicher Be­teiligung aus den zugehörenden 4 Bezirken und unter Vorsitz des Herrn Lehrer Stoppel-Eichen gestern nachmittag in der Centralhalle" stattfand, galt da ja nicht allzulange nach der diesjähttgen Schillerfeier tagend dem Andenken unseres großen Dichters. Seiner gedachte darum auch in beredten Worten

der Vorsitzende nach der Begrüßung der Erschienenen in seiner eröffnenden Ansprache, während als Hauptthema Schiller als Erzieher des deutschen Volkes", Referent Herr Lehrer Bernhardt, auf der Tagesordnung stand. Man mag, so führte der Vortragende aus, Schiller als Dichter, Histottker und Aesthettker verschieden beurteilen, seine uner­meßliche Bedeutung als Erzieher kann nicht wegkritisiert werden. Und tritt zu Tage 1. in seinen Dichtungen, von den großen Dramen, die die Welt wiederspiegeln, bis zu den kleinen Balladen und Liedern, die die Töne menschlicher Empfindung erklingen lassen, 2. in seinen Prosaschriften, wo er in ästhettschen Untersuchungen (Briefe über ästhetische Er­ziehung der Menschen) über Wesen und Wert des Schönen klarlegt und dabei mit gründlichem Ernste allgemeine päda­gogische Fragen erörtert, und 8. in seinem Leben, welches das erhebende Bild eines Menschen vor Augen führt, der durch ungeheure Willenskraft und Begeisterung den von Gott in ihn gelegten Jdealmenschen in stetem Ringen und Kämpfen von allen Schlacken des Natürlichen befreit, so daßhinter ihm in wesenlosen Scheine lag, was uns alle bändigt, das Gemeine". Konnte aber das ganze Deutschland bei seinen Feiern ihn als den Seinen bezeichnen, mehr noch berechtigt find die Volks- und Jugenderzieher, die zu ihm darum in einem besonders engen Verhältnis stehen, freudig zu rufen: Er war unser!" denen aber besonders die Mahnung gilt, Leben und Werke dieses herrlichen Menschen auf sich wirken zu lassen, damit sein Glaube an das Ideal auch in ihnen immer wieder den Glauben an die Notwendigkeit und Mög­lichkeit einer neuen Menschwerdung befestige. Nach dem Vortrage erledigte die Versammlung noch einige interne An­gelegenheiten, worauf der Vorsitzende diese schloß.

E. Neues So mm ertheater. Nachdem gestern mittag als zweite Kinder-Vorstellungder verwunschene Prinz , jenes ewig junge humorvolle und doch lehrreiche Merkchen zum Ergötzen der zahlreich erschienenen lieben Jugend in tadelloser Weise über die Bretter gegangen war, bot Herr Merker am Abend mit drei ausgewählten Einaktern eine schöne Abwechselung und einen äußerst gelungenen Theaterabend. Die Auswahl der Stücke war eine sehr glück­liche, und auch die Darstellung ließ nichts zu wünschen übrig. Den Haupterfolg hatte wohl die bekannte niedliche Operette Guten Morgen Herr Fischer" zu verzeichnen. Dieselbe klappte auch mit den zum Teil ziemlich schwierigen Gesangs­einlagen vorzüglich und zeugte von fleißigem Studium. Die Klavierbegleitung lag in den bewährten Händen des Herrn Gramlich, sodaß das Zusammenspiel von vornherein gesichert war. Auch die beiden anderen zur Aufführung gelangten Stücke Paula's Geheimnis" undHans Taps" fanden bei guter flotter Darstellung reichen Beifall. Sämtliche bar- stellenden Mitglieder waren bestens auf ihrem Posten, einzelne besonders nennen, hieße die übrigen vernachlässigen. Die länger werdenden Abende mahnen schon an den bevorstehenden Abschied des Sommers und den damit verbundenen Schluß der Sommersaison; als weiteres Zeichen dafür beginnen aber auch schon die Benefize der Künstler, diese beredten Prüfsteine, ob dieselben es verstanden haben, sich die Gunst des Publikums in der verflossenen Künstlerepoche zu erringen. Den Anfang macht am Freitag Herr Merker mit dem schönen Skowronnek'schen SchauspielIm Forsthause", und wir wünschen ihm zu seinem Ehrenabend auch an dieser Stelle ein recht volles Haus, was ja wohl auch nicht ausbleiben wird, den dem Verdienste gebührt sein Lohn.

* Benefiz Franz Merker. In unserem Neuen Sommertheater hat morgen Freitag abend der beliebte erste Held und Liebhaber unseres Stadttheaters und Leiter unserer Sommerbühne Herr Merker seinen Benefiz- und Ehrenabend. Es wird sicher mit Freuden begrüßt, daß in unserem Sommer­theater auch einmal ein Stück ernsteren Inhalts zur Auf­führung kommt, und so wird sich gewiß morgen Freitag abend zu der VorstellungIm Forsthause" ein große- Publikum einfinden.

* Neues Sommertheater Franz Merker.

Zum Benefiz des rührigen Leiters unseres SommertheaterS Herrn Franz Merker geht morgen abend auf Beck's Felsen­keller das SchauspielIm Forsthause" in Szene. DieseS Stück mit seiner überaus spannenden, interessanten Handlung hatte sich überall eines großen Erfolges zu erfreuen uns wirb auch hier am Freitag abend ein ausverkauftes HauS zeigen. Bei der großen Beliebtheit des Benefizianten be­darf wohl der Besuch dieser Vorstellung keiner weiteren be­sonderen Empfehlung, nur wollen wir nicht unbemerkt lassen, daß das Stück in seinen zahlreichen Rollen vorzüglich besetzt und unter der bewährten Regie des Herrn Montz Geifthövel mit Fleiß vorbereitet ist.

" Mainwafserwärme gestern abend 18 (Brak