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«M 6 ■ V f ^..... bevorstehende!: Wahlen zu bcii Portes bis zum November verschoben worden ist.

Mit Ver Mottenparade nahmen die französisch- englif^eii Festlichkeiten in Cowes und vor dem König gestern ihr Ende. Zur Parade waren die Geschwader auf mehreren Linien verankert. Die königliche Jacht fuhr durch eine Doppelreihe, die an Steuerbord von den französischen, an Backbord von den englischen Schlachtschiffen gebildet wurde, drehte dann nach Steuerbord bei und fuhr abermals an den französischen Schlachtschiffen und an Steuerbord an einer Linie vorbei, die zunächst von britischen, dann von französi­schen Kreuzern gebildet wurde. Die französischen Matrosen begrüßten den König mit Zurufen unb schwenkten ihre Mützen. Der König, der Prinz von Wales und der Herzog von Connaught nahmen bann das Frühstück mit dem Admiral Caillard an Bord des Flaggschiffs Massena ein. Hierauf lief die französische Flotte in den Hafer: von Portsmouth ein und ging unter großer Begeisterung der Menge, die sich trotz des strömenden Regens eingefunden hatte, vor Anker. Das weitere Programm lautet: Donnerstag Fahrt der Gäste von Portsmouth nach London, wo der Lordmayor in der Guild- hall zu ihren Ehren ein Frühstück gibt, danach Empfang in der französischen Botschaft und um 7 Uhr abends Rückfahrt nach Portsmouth; Freitag Fahrt des Admirals Caillard und eines Teils der französischen Offiziere nach Schloß Windsor, wo sie Gäste im Auftrag des Königs sein werden; zu gleicher Zeit werden 120 Deckoffiziere und Mannschaften von den französischen Schiffen in London hereingeführt und bewirtet; abends gibt der Premierminister A. I. Balfour den Spitzen des französischen Geschwaders ein Essen, und Samstag findet dann das große Frühstück des Parlaments in Westminster Hall statt. Die Redner sind dabei : der Lordkanzler, der Sprecher des Unterhauses, der Premierminister, Admiral Caillard, der französische Konteradmiral Puech, und Herr John Morley; die Reden werden fast alle in französischer Sprache gehalten werden, wenn nicht alle. Man erwartet, daß Herr John Morley dabei den Vogel abschießen wird.

Marokko. „Der Maghzen", schreibt der Tangerer Be­richterstatter der Times, „setzt seine europäerfeindliche Politik fort und schließt neuerdings die öffentlichen Straßen in der Nähe der Moscheen in Fez dem Verkehr von Europäern ab, also hauptsächlich den Häuptern und Mitgliedern frember Gesandtschaften, da es sonst nur einige wenige Europäer dort gibt. Mittlerweile tun die Wesiere alles Erdenkliche, um das zwischen dem französischen und dem deutschen Ge­sandten bestehende Mißtrauen zu mehren, indem sie deren Haltung und ihre Taten entstellen. Zum großen Teil kommt die in der französischen und der deutschen Presse in Sachen der Konzessionen kundgegebene üble Stimmung auf Rechnung der marokkanischen Umtriebe. Der Sultan behält mittler­weile seinen Notabelnrat in Fez und wirb ihm wahrschein­lich auftragen, dieselbe Erwiderung auf das Konferenz­programm zu erteilen, wie früher auf die französischen For­derungen. Je einiger Europa wird, desto mehr Hindernisse wird der Maghzen ihm in den Weg legen."

Heer und Flotte.

Die abgelöste Besatzung des Ostasiatischeu Ge­schwaders, 42 Offiziere, 61 Deckoffiziere ' und 1057 Mann­schaften, sind mit dem Lloyddampfer „Rhein" in Bremer­haven eingetroffen.

Die Uebungsfahrt der aktiven Schlachtflotte ist beendet. Die ersten Schiffe sind Mittwoch nachmittag in Mel eingelaufen. Die Schlachtschiffe folgten abends. Der Panzerkreuzer „Friedrich Karl" ist nach Wilhelmshaven zur Dockung detachiert.

Verleihung neuer Fahnen für das 8. Armeekorps. Sämtliche Fahnen des 8. Armeekorps, welche in den Feld­zügen gelitten haben, werden dem Zeughaus überwiesen werden. Gelegentlich der Kaiserparade bei Urmitz am 11. September erhalten diese Regimenter auf dem Paradeplatz in feierlichster Weise durch den Kaiser neue Fahnen.

Sozialpolitik.

Zentralverband deutscher Ortskrankenkassen.

In Dresden fand unter überaus zahlreicher Beteiligung — es waren über 2^2 Millionen Versicherte durch 294 Dele- fernt, bis man schließlich aus dem Sichtbarkeitsgebiete der Finsternis ganz herauskommt und an Orte gelangt, an denen nichts von einer Verfinsterung zu sehen ist, obwohl sich die Sonne über dem Horizonte befindet. Man sieht von dort aus das Tagesgestirn an der unsichtbaren Mond­scheibe vorbei in unvermindertem Glanze. Eine Mond­finsternis tritt dagegen für alle Orte, über deren Horizont sich unser Trabant befindet, zur derselben Zeit und in der­selben Größe ein.

Am 15. August taucht unser Trabant nur mit dem dritten Teile seines Durchmessers in den Erdschatten ein. Er passiert die Ekliptik am 15. August um 9 Uhr abends, von Norden nach Süden gehend. Mithin steht er morgens um 4 Uhr 41 Minuten, wenn die Finsternis ihre Mitte er­reicht, noch nördlich von der Ekliptik, und zwar befindet sich der Mittelpunkt unseres Trabanten etwa dreiviertel Grad nördlich von der Ebene der Erdbahn. Der Halbmesser des Erdschattens ist aber in der Entfernung des Mondes nahe­zu 40 Bogenminuten groß, so daß unser Mond mit seinem südlichen Teile noch in den Schatten eintritt.

Bekanntlich kehren nach ungefähr 18 Jahren, dem baby­lonischen Zyklus, die Finsternisse wieder, weil Mond, Sonne und Erde dann nahezu dieselbe Stellung zueinander haben. Etwas verschieben sich die Stellungen doch, wie man aus der Zusammenstellung der Vorgänger der jetzigen Finsternis in dem babylonischen Zyklus sieht. Es tauchte nämlich bei der Finsternis am 13. Juli 1851 der Mond bis zu sieben Zehnteln, am 23. Juli 1869 bis zu fünf Zehnteln, am 3. August 1887 bis zu vier Zehnteln und jetzt am 15. August 1905 bis zu drei Zehnteln seines Durchmessers in den Erd­schatten ein. Die Reihe läßt erkennen, daß die Größe der Verfinsterung im Abnehmen begriffen ist, so daß sie schließ­lich ausfallen wird.

» Aus her Welt der Technik.

Die neuen amerikanischen Unterseeboote.

Die Bereinigten Staaten sind zuerst auf den: Gebiete des Unterseebootes energisch vorgegangen und haben insbesondere

KomterStag

gierte aus 143 Kassen und 24 Verbänden vertreten — die 12. Jahresversammlung des Zentralverbandes deutscher Orts­krankenkassen statt. Wider Erwarten beschäftigte man sich nicht mit der doch immer noch brennenden Aerztefrage; man gab vielmehr der Hoffnung Ausdruck, daß der Kampf nicht wieber von neuem entbrennen möge. Einstimmige Annahme fand eine Resolution, nach der die Einhebung der Beiträge für die Invalidenversicherung, die jetzt zuln Schaden der Versicherten vielfach nicht recht funktioniere, gegen eine Ent­schädigung von mindestens 6°/o der Beiträge den Orts­krankenkassen übertragen werden soll. Außerdem wurde noch hinsichtlich der Vereinheitlichung der Arbeiterversicherung eine Resolution angenommen, nach der allgemeine Versicherungs­anstalten gegründet werden sollen, die alle Versicherungszweige, darunter auch die künftige Witwen- und Waisenversicherung und die Arbeitslosenversorgung, in sich umfassen würden. Die Versicherung soll dann mit Ausnahme der staatlichen und städtischen Beamten alle Einkommen bis zu 3000 Mk., darunter auch die selbständigen Handwerker und Landwirte, umfassen. Durch die Vereinheitlichung würden dann die Verwaltungskosten zu Gunsten der Versicherten herabgesetzt. Die Verwaltungsbehörden dürften nur die Oberaufsicht, nicht aber Anteil an der Verwaltung haben. Ferner gab man der Forderung Ausdruck, daß bei einer künftigen Revision der Reichsarzneitaxe die Krankenkassen hinzugezogen werden sollten, die ja Millionenkunden der Apotheken seien. Ein Antrag der Ortskrankenkassen Hamburgs, eine Petition an Bundes­rat und Reichstag zu richten, es solle die Versicherungspflicht auch auf die Heimarbeiter und die Hausgewerbetreibenden ausgedehnt werden, wurde nur mit geringer Majorität an­genommen.

Der Kaiser in Gnesen.

Gnesen, 9. August. Nach der Gefechtsübung auf dem Truppenübungsplätze Gnesen nahm der Kaiser den Vorbei­marsch der beteiligten Regimenter ab und setzte sich an die Spitze der Brigade, um in Gnesen einzureiten. Eine Schwadron Leibhusaren ritt dem Kaiser, der deren Uniform trug, voraus. Der Kaiser war begleitet von dem komman­dierenden General des 2. Armeekorps und den Herren feiner Umgebung. Die spalierbildende, vieltausendköpfige Be­völkerung brachte dem Kaiser stürmische Huldigungen dar. Der Einzug geschah unter dem Geläute aller Glocken. Auf die Begrüßung dankte der Kaiser nach allen Seiten freund­lich grüßend. Auf den Tribünen hatten Damen und Ehren­gäste Platz genommen, vor welchen der Magistrat, an der Spitze der erste Bürgermeister Schoppen, mit sämtlichen Be­hörden stand. Als der Kaiser bis an die Tribünen heran­geritten war, hielt Bürgermeister Schoppen eine Ansprache, in der er bem Kaiser ehrfurchtsvolles Willkommen und seinen ehrerbietigsten Dank für seinen Besuch dar- brachte. Er erinnerte daran, daß zwar Friedrich Wil­helm IV. im Jahre 1842 Gnesen auf seiner Durchreise berührt habe, Kaiser Friedrich 111. als Kronprinz und Kommandeur des 2. Armeekorps wiederholt in Gnesen ge­wesen sei, daß aber seit dem Besuche des Kaisers Otto 111. im Jahre 1000 keiner der Kaiser Gnesens Boden betreten habe. Darum sei es den Gnesern ein besonderes Herzens­bedürfnis, dem Kaiser zu danken für bas, was er und seine Vorfahren für die Provinz Posen und Gnesen getan habe. „Wir sind allezeit bereit", fuhr der Redner fort, „mit Gut und Blut unserem Vaterlande zu dienen und werden stets bemüht bleiben, das beste zu leisten in Liebe und Treue zu Sr. Majestät. Mögen Se. Majestät noch ungezählte Jahre unser Kaiser, König und Herr sein zum Segen und Wohle und zur Ehre unseres geliebten Vaterlandes. Se. Majestät bitte ich alleruntertänigst, den Ehrentrunk der Stadt Gnesen in Gnaden entgegennehmen zu wollen." Der Kaiser er­widerte mit einer Rede und trank auf das Wohl der Stadt. Während er den Ehrentrunk entgegennahm, brachte der erste Bürgermeister ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Menge begeistert einstimmte. Der Kaiser sprach alsdann dem ersten Bürgermeister seinen innigsten Dank für den schönen und warmen Empfang, der ihm zuteil geworden sei, aus. — Um 7 Uhr 30 Minuten erfolgte die Abreise nach Wilhelmshöhe.

die Erfindung des Ingenieurs Holland bereits seit Jahren im Betriebe." Das Hollandboot war das erste Unterseeboot, mit dem man überhaupt fahren und Untermassenninen legen sowie Torpedoschüsse abgeben konnte. Dagegen war es wenig selbständig. Es wurde von Elektromotoren geb en, und diese wieder wurden von einer Batterie gespeist e ihrer­seits durch eine außerhalb des Schiffes befindliche elektrische Station nach kurzer Zeit geladen werden mußte. Tatsächlich hat sich daher ein Hollandboot kaum jemals ohne ein Be­gleitschiff auf das hohe Meer gewagt, und man ließ die Mannschaft des Bootes sogar dauernd auf diesem Begleit­schiff wohnen und setzte sie nur für die wenigen Stunden selbständiger Fahrt an Bord 'des Unterseebootes.

Ganz "im Gegenteil dazu ist das neue amerikanische Boot, der Protektor, die Erfindung des Amerikaners Lake, selbst­ständig. Es kann beliebig lange selbständige Kreuzerfahrten auf der Meeresoberfläche unternehmen, wobei das Schiff durch kräftige Benzinmotoren bewegt wird ; gleichzeitig können diese Motoren einen Elektromotor als 'Dynamitmaschine treiben und dabei den Strom zur Ladung einer Batterie liefern. Sobald dann das Boot untertaucht, werden die Benzinmotoren abgeftcllt, und die elektrische Maschinerie treibt das Schiff. Konstruktiv find alle Fehler unb Bedenk­lichkeiten vermieden worden. Beispielsiveise sind die mäch­tigen Benzinbehälter derart vorn eigentlichen Schiffskörper getrennt, gewissermaßen nur von außen an ihn angesetzt, daß ein Betäuben und Ersticken der Mannschaft durch Benzin­dämpfe, wie das vor kurzer Zeit in England stattfand, ^aus­geschlossen ist. Ferner ist das Lakeboot sehr stabil. Seine Mannschaft kann sich daher, auch wenn das Boot unier- getaucht ist, frei bewegen, ohne ein Kentern fürchten zu müssen, was beim Hollandboot bekanntlich nicht der Fall war. Dement sprechend hat die amerikanische Kommission die Beschaffung von fünf Lakebouten für die fünf Hanpthäfeu der amerikanischen Union vorgeschlagen, ein Antrag, bei voraussichtlich befolgt werden wird.

________________________________ 10. Aitgüft.

Gnesen, 9. August. Der Kaiser antwortete beim Empfang in Gnesen auf die Ansprache des Bürgermeisters folgendes:

Indem ich Ihnen für die namens der Stadt Gnesen so- eben ausgesprochenen Worte meinen Dank sage, drängt es niich, and) der Stadt hier auf offenem Markte meine tiefe Dankbarkeit auszusprechen für den schönen Empfang,. den sie mir bereitet hat, für den Schmuck der Häuser und vor allen Dingen für die frohen Gesichter. Nicht zum Geringsten hat es mich gefreut, daß auch die Ansiedler in hellen Scharen zusammengekommen sind, um mir ihren Gruß zu entbieten, und (sich zum Oberpräsidenten der Provinz Posen wendend) ich hoffe, daß Eure Excellenz Gelegenheit finden werden, den Ansiedlern meinen herzlichen Dank auszusprechen, daß sie sich in so großer Menge hierher verfügt haben. Ich freue mich zu sehen, daß die Ärbeit deutscher Kultur so brav und mutig, wenn auch schwer und langsam sich Bahn bricht. Ich freue mich zu sehen, daß die polnische StadtGnesen dem König von Preußen in dieser schönen Art zu huldigen weiß. Die vor wenigen Jahren gesprochenen Mahnungen und Er­mahnungen werden hoffentlich noch überall in Ihren Herzen bewahrt sein. Es hat aber den Anschein, als ob manche meiner polnischen Untertanen immer noch nicht im Klaren darüber sind, ob sie Schutz und Recht unter dem Hohen- zollernbanner finden, und eine reich angelegte Phantasie im Verein mit der Pflege geschichtlicher Erinnerungen manches begeisterte Gemüt zu falschen Schlüssen führen möchte. Wie damals so auch heute möchte ich wiederholen, daß ein jeder katholische Pole wisse, daß seine Religion ge­ehrt wird von mir, und daß er bei der Au 8 - Übung dieser in keiner Weise gestört werden wird, daß er aber Ehrfurcht und Achtung vor den anderen Konfessionen zu bewahren hat, ebenso wie wir vor der seinen. Es ist auch auf deutscher Seite nicht nachzulassen im Werke der Kultur. Wer als Deutscher ohne Grund seinen Besitz im Osten veräußert, der ver­sündigt sich an seinem Vaterlande; welch Standes und welch Alters er auch sei, er muß hier aushalten. Mich dünkt, es hat hier deutsches Gemüt einen kleinen Zweikampf zwischen Herz und Verstand ausge- gefochten. Wenn man in der Lage ist, sich einen guten Er­werb zu verschaffen, dann spricht das Herz: Nun setz' dich zur Reh', zieh' dich zurück und geh' in den fernen Westen, wo es schön ist. Da muß der Verstand dazu kommen und sagen: Hier gilt erst die Pflicht, dann das Vergnügen. Hier im Osten zu wirken, ist eine Verpflichtung gegen das Vater­land, gegen das Deutschtum unb, wie der Posten nicht von seiner Wache weichen darf, so dürfen die Deutschen nicht aus dem O st e n weichen; für jeden, sei er polnisch oder deutsch, der aber katholisch ist, möchte ich noch eins erwähnen: Als bei meinem letzten Besuch im Vatikan der greise Leo XIII. von mir Abschied nahm, da faßte er mich mit beiden Händen und, trotzdem ich Protestant bin, gab er mir seinen Segen mit folgendem Versprechen: Ich gelobe und verspreche Eurer Majestät im Namen aller Katholiken, dieJhreUntertanen sind, sämt- licherStämme und jedes Standes, daß sie stets treueUntertanen des beutfch enKaiserS und Königs von Preußen sein werden. An Ihnen, meine Herren vom Kapitel, wird es sein, das hohe Wort des großen priesterlichen Greises zur Wirklichkeit zu machen, auf daß derselbe nicht dereinst nach seinem Tooe wortbrüchig wird dem deutschen Kaiser gegenüber. Meiner Mithilfe sollen Sie stets gewärtig bleiben. Deutschtum heißt Kultur, Freiheit für jeden in der Religion sowohl, wie in Gesinnung und Betätigung. Auf die glückliche Zukunft von Gnesen setzc ich ben Pokal an.

5. Verbandst« des Verbandes deutscher Znveliere, Kalb- und Silberschmiede.

München, 7. August

In den ersten Stunderr des Dienstag-Vormittags besich­tigten die Verbaridsmitglieder die k. Schatzkammer und die Reiche Kapelle; beide Sehenswürdigkeiten bilden so recht das „Bijou" für unsere Gäste und erregten daher allgemein das tiefste Interesse. In der Reichen Kapelle übernahm in ent­gegenkommendster Weise Stiftspropst v. Türk die Führung durch die herrlichen, auserlesenen Kostbarkeiten; besonders

Mqemtintr deutscher Sprachverein.

— Sprachcllc. —

tteberflüssigc Worthänfung.

Es ist merkwürdig, daß in der heutigen Zeit des Hastens und Hetzens doch so manches überflüssige Wort gesprochen und geschrieben wird, daß man so oft statt knapper Aus­drucksweise einer ganz unnötigen Häufung desselben Begriffes begegnet. Besonders häufig ist eine Art Zusammensetzungen, in denen der eine Bestandteil durchaus überflüssig ist, weil er gar nichts Neues hinzufügt. DaS einst viel gebrauchte „Rückantwort" freilich scheint sich etwas überlebt zu haben. Aber „Rückerinnerung", „Rückvergütung" u. a. treiben immer noch ihr Wesen, ebenso „Zwischenpause", „Selbstüberhebung", „Salzsole", „vorausprophezeien" u. a. Wie oft wird gesagt „m i t teilgenommen, m i t geholfen, mit beigetragen",, wo gar nicht ausgedrückt werden soll, daß man neben Anderen teilgenommen, geholfen unb beigetragen hat, wo also das „mit" völlig entbehrlich ist! Oft allerdings ist das Bestreben, sich ein Fremdwort näher zu bringen, daran schuld — auch das ein Fluch der Fremdwörterei und eine Mahnung zu deutscher Rede. Wie der Oesterrcicher sein „Waschlavor", sein „Giletwestel" und seinen „Zugstrain" hat, so ist in weiten Kreisen verbreitet „Grundprinzip, Stammbuchalbum, Salzsaline, Zahndentist, Hochplateau, Vogelvoliäre, Guerillakrieg" und manche andere. Man sollte noch einen Schritt weiter gehen und das Fremdwort nicht nur verdeutlichen, sondern ganz ersetzen: „Grundsatz, Hochebene, Vogelhaus, Kleinkrieg" u. s. w. Wem fällt hier nicht auch „das konträre Gegenteil" ein und „der reisende Voyageur"? Selbst gute Schriftsteller fehlen in dieser Weise, so wenn Gregorovius von einem „Vorkap" spricht. Also man prüfe den Wortinhalt etwas genauer und drücke knapp unb, wenn es irgend geht, rein deutsch aus, was man lagen nüUl