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r. ««g«ft.__ fandet, Gewerbe und Verkehr.

Leipziger Michaelis-Messe. Wir machen darauf aufmerksam, daß am 27. er. in Leipzig die Michaelis-Messe, kurzweg auch Herbstmesse genannt, beginnt.

Die Heidelbeerernte hat in dem Flecken Wald­michelbach im hessischen Odenwald bis jetzt 18 000 Mk. er­geben. Das Geld ist in dem etwa 2000 Einwohner zählenden Flecken hauptsächlich Kindern und älteren Frauen in der sonst fast verdienstlosen Zeit zugute gekommen.

Aussichten der Weinernte in Rheinhessen. Ueber die diesjährigen Weinaussichten in Rheinhessen herrscht zur Zeit in vielen Bezirken eine gedrückte Stimmung. Durch die außerordentliche Hitze sind die Trauben ausgetrocknet, sodaß sie abfallen. Die Aussichten auf einen guten Herbst sind dadurch viel geringer geworden.

Der Verband der Vereine Kreditreform. Der Ver­band, der in den Tagen vom 22. bis 24. Juli in Bonn seinen 24. Verbandstag abhielt, hat beschlossen, mit Rücksicht darauf, daß der Verband im nächsten Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert, den nächsten Verbandslag am Sitze des Ver­bandes, in Leipzig, abzuhallen.

Verlosungen.

Serienziehung der Augsburger 7 Gulden-Lose.

Ziehung am 1. August. Gezogene Serien: Nr. 17 76 79 152 253 746 948 958 1338 1412 1610 1708 1800.

Serienziehung der Braunschweiger 2v-Taler- Lose. Ziehung am 1. August. Gezogene Serien: 402 452 479 697 1304 1480 1580 1833 1882 2367 2373 3173 3323 3880 3468 3605 3659 3990 4025 4051 4218 4317 4753 4806 4807 5073 5205 5323 5365 5504 5600 5922 6110 6876 6895 7181 7282 7420 7515 7599 7619

7970 8212 8274 8580 8591 8632 8817 8853 9478 9489.

Prämienztehung der Meininger 7 - Gulden- Lose. 10 000 Gulden fielen auf Serie 265 Nr. 11. 1000 Gulden auf Serie 8280 Nr. 34. Je 300 Gulden auf Serie 3776 Nr. 27, Serie 3900 Nr. 36, Serie 4620 Nr. 34, Serie 9454 Nr. 6.

Prämienziehung der Köln-Mindener Lose. Ziehung am 1. August. 40 000 Taler fielen auf Nr. 22312. 5000 Taler auf Nr. 32020. Je 3000 Taler auf Nr. 79912 79945 96269. Je 2000 Taler auf Nr. 32016. Je 1000 Taler auf Nr. 22307. Je 500 Taler auf 22339 79914. Je 200 Taler auf Nr. 22322 32033 32039 32046 79906 79917 79919 79929 96282 96286 96292. Die übrigen Nummern der am 2. Juni gezogenen Serien 447 641 1599 und 1926 mit je 110 Taler. Die Auszahlung findet ab 2. Oktober statt. (Ohne Gew.)

Schisssberichte.

(Mitgeteilt von Agent Ad. Treusch-Hanau.)

Hamburg, 1. August. Der DampferThessalia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Philadelphia und der DampferHohenfelde" vorgestern in Havana einge­troffen,

HMiBTjann

Bremen, 1. August. Der Dampfer des Norddeutschen LloydWürzburg" ist gestern in Oporto eingetroffen.

Heer und Flotte.

Die deutsche Flagge in Ostasien. Seitdem im Jahre 1885 auf Anregung der deutschen Reichspegierung der Norddeutsche Lloyd seine ostasiatische Reichspostdampser-Linie eingerichtet hat, hat die deutsche Schiffahrt in Ostasten einen gewaltigen Aufschwung genommen, so daß sie jetzt in den indischen und ostasiatischen Haupthäfen an zweiter Stelle, unmittelbar hinter der englischen steht. Nach dem vom kaiser­lichen statistischen Amte herausgegebenen Ergänzungshefte zum zweiten Hefte des Jahrganges 1905 der Vierteljahrshefte zur Statistik des deutschen Reiches nimmt die deutsche Flagge unter den an der Schiffsbewegung Ceylons im Jahre 1902 meistbeteiligtcn die zweite Stelle mit 1295 382 Reg.-Tons oder 13 v. H. ein. Sie wurde nur von der Flazge Groß­britanniens übertroffen, deren Anteil 6 947 898 Reg.-Tons betrug. Im Verkehre von Penang hatte im Jahre 1902 die deutsche Flagge mit 948 056 Reg.-Tons oder 18,6 v. H. ebenfalls die zweite Stelle inne. Ihr voran ging die britische mit 3 343 812 Reg.-Tons. Auch unter den am Verkehre von Singapore im Jahre 1903 meistbeteiligten Flaggen be­hauptete die deutsche den zweiten Platz mit einem Anteil von 1856 805 Reg. - Tons oder 15,5 v. H., während auf die britische Flagge 6 686 380 Reg. - Tons entfallen. Auch im Schiffsverkehr von Honkong nahm im Jahre 1902 die deutsche Flagge die zweite Stelle ein mit einem Anteil von 2 704 228 Reg.-Tons oder 16,4 v. H. Die erste Stelle behauptete die britische Flagge mit 9571787 Reg.-Tons. Unter den im Jahre 1903 am Gesamtverkehr der chinesischen Vertragshäsen beteiligten Flaggen stand die deutsche an vierter Stelle, (mit 7 310427 Reg.-Tons oder 12,8 v. H.). Ihr voran standen die britische Flagge, die Landesflagge und die des benachbarten Japan. In Japan nahm im Jahre 1903 die deutsche Flagge die dritte Stelle ein mit 2 553 852 Reg.-Tons oder 9,4 v. H.; ihr voran standen die Landesflagge mit 10423 682 Reg.- Tons und die britische mit 9511550 Reg.-Tons.

Albumblâtter.

Die menschliche Natur ist in ihrem tiefen Grunde viel edler, als sie auf der Oberfläche erscheint.

W. v. Humboldt.

* * * Lern ohne Klagen, Herz, ein brennend Weh' ertragen, Der Kerze brennt der Kopf, doch hörst du sie nicht klagen. Soll rein die Mischung sein, still brennt sie, bis sie lischt; Rein ist nicht Wachs noch Docht, wenn es im Brennen zischt.

Fr. Rückert.

* * *

Eine ungeschickte Schmeichelei kann uns tiefer demütigen, als ein wohlbegründeter Tadel.

Mittwoch Drahtnachrichten.

Der russisch-japanische Krieg.

Die Japaner auf Sachalin.

Tokio, 1. August. Amtlich wird gemeldet: General­leutnant Haraguchi hat am 30. Juli die Militär­verwaltung für Sachalin proklamiert.

Weitere Kriegsdepeschen im 2. Blatt.

Kaiserreisen.

Berlin, 1. August. Der Kaiser wird für den 8. und 9. August auf dem Truppenübungsplätze Weißenburg bei Posen erwartet. Der Monarch kommt über Schneidemühl und wird auf dem Platze selbst in dazu hergerichteten vier Zellen Quartier nehmen. Für das kaiserliche Automobil werden Kolonnenwege hergerichtet. Vom Truppenübungs­platz soll bekanntlich die Fahrt nach Gnesen angetreten wer­den. Ein Besuch der Stadt Posen ist vorläufig nicht vor­gesehen. Dem Vernehmen nach wird der Kaiser gelegent­lich der diesjährigen Manöver bei Homburg v. d. H. im September auch der Stadt Wiesbaden einen kurzen Besuch abstatten. Da um die genannnte Zeit der Generalinten­dant von Hülsen dort eintreffen wird, nimmt man an, daß der Monarch das Hoftheater besuchen wird, und zwar in Begleitung seiner fürstlichen Gäste, die der Kaiserparade am 8. September beiwohnen werden.

Die Bewegung in Rusiland.

Reval, 1. August. Gestern traten die Arbeiter der Dwigatgelwerke in den Ausstand. Sie unter­breiteten dem Gouverneur die Bitte, sechs bei den letzten Un­ruhen verhaftete Rädelsführer freizulassen, erhielten aber ab­schlägigen Bescheid. Daraufhin veranstalteten die Arbeiter der Dwigatgelwerke und andere Fabriken einen großen Um­zug, der von der Polizei nicht verhindert werden konnte. Herbeigerufene Kosaken schlugen mit Nagaiken auf die Menge und zerstreuten sie. Heute ist die Ruhe wieder hergestellt.

Berlin, 1. August. Die Revolution in Polen und im baltischen Ostseegebiet geht ihren Gang weiter. In Warschau feuerten am Tore des Königlichen Schlosses Unbekannte heute vormittag mehrere Revolverschüsse ab und verwundeten den Schutzmannsposten. Die Täter ent­kamen. Das letzte unglückliche Opfer der lettischen Meuchel­mörder in Curland heißt natürlich Baron Bistram-Neschenee- ken, nicht Varon Listram, wie es in der Meldung derKönigs­berger Hart. Ztg." hieß.

Schaffung einer Volksvertretung.

Petersburg, 1. Aug. In Petershof begannen heute unter dem Vorsitz des Kaisers weitere Verhand­lungen über den Bulyginschen Entwurf für die Schaffung einer Volksvertretung. Der Entwurf soll von Grund aus in liberaler Weise umgearbeitet worden sein und mit dem ursprünglichen Entwurf wenig gemeinsam haben. Die Beratungen sollen nicht grundsätzliche Fratzen b "ühren, sondern hmrptfächlich die Einzelheiten, und es wird deshalb angenommen, daß die Beratungen nur einige Tage dauern werden, und daß auch das auf die Volksvertretung bezügliche Manifest am 12. August, dem Geburtstag des Thronfolgers, erscheinen wird.

Reutral-Moresnet.

Berlin, 1. August. Die Verhandlungen zwischen der belgischen und der preußischen Regierung über die Regelung der politischen Verhältnisse des Neutralgebietes Moresnet sind, wie derVolksfreund" aus zuverlässiger Quelle erfährt, mit begründeter Hoffnung aus eine befriedigende Lösung wieder ausgenommen worden. Das wäre, meint eine Aachener Zu­schrift derV. Ztg.", namentlich auch vom kriminalistischen Standpunkt freudig zu begrüßen, da die großen Strafen, die auch die hiesigen Gerichte wegen der im Neutralgebiet be­gangenen Vergehen auf Grund des Code pénal oft ver­hängen müssen, vielfach in keinem Verhältnis zu der Schwere der Tat stehen.

Die Lage in Ungarn.

Budapest, 1. August. In Karlsbad erfolgt Mitte August eine Zusammenkunft zwischen Baron Fejervary und Kossuth, bei welcher wahrscheinlich nochmals eine Aus­gleichung der bestehendenGegensätze versucht werden wird. (B.T.)

Standrecht auf Kreta.

Konstantinopel, 1. August. (Wiener Korr.-Bur.) Da die den kretensischen Aufständischen gewährte Frist zur Unterwerfung erfolglos abgelaufen ist, verkündigten die Generalkonsuln der vier Schutzmächte gestern das St and recht.

Berggesetznovelle.

Berlin, 2. August. DerNeuen Polittschen Korre­spondenz" zufolge steht die Veröffentlichung der Berggesetz­novelle unmittelbar bevor.

Aussperrung.

Breslau, 2. August. In vierzehn Fabriken erfolgte gestern die Aussperrung der Metall-, Eisen- und Revolver­dreher. Die Aussperrung sämtlicher Metallarbeiter und die Schließung der Betriebswerkstätten soll am 9. August er­folgen, wenn diese Maßnahme ohne Erfolg bleibt.

Beleidigungsklage.

Detmold, 2. August. Staatsminister Gevekot reichte gestern die Beleidigungsklage gegen den Lippeschen Landtags- Vizepräsidenten Hoffmann bei der fürstl. Staatsanwaltschaft Detmold ein.

Gekentert.

Stettin, 2. August. Auf dem Dammscheu See kenterte ein Segelboot mit sieben Personen; zwei von ihnen er­tranken.

Die marokkanische Angelegenheit.

In neuester Zeit ist man in Frankreich vielleicht im Zusammenhang mit der Entrevue in Björko r och t mißtrauisch gegenüber Deutsch land geworden. Das Mißtrauen äußert sich in allerhaild Meldungen über die angeblich veränderte Stellungnahme Deutschlands zu der marokkanischen Fraae. Die Bekmuvtuna. die Verhandlunaen

_____________ _________Seite 8 würden von Deutschland absichtlich in die Länge gezogen, ist bereits dementiert worden. Ein Dementi erhält auch die jüngste Behauptung französischer Blätter von der Preisgabe Tangers als Ort der Konferenz seitens Deutschlands. DieKöln. Zig." schreibt: Ein Vorschlag/ Madrid als Ort der Marokkokonferenz zu wählen, ist nach bester Infor­mation nicht von Deutschland gemacht worden. Deutschland hält vielmehr, wie auch eine Reihe anderer Mächte, an Tanger als dem natürlichsten und geeianetsten Platz für die Verhandlungen über die marokkanischen Angelegen- heiten fest.

Abgereift.

Nagasaki, 1. August. Alice Roosevelt und Kriegs sekretär Taft sind heute nach Manila abgereist. Zur Ver­abschiedung fanden sich die Behörden und die Bevölkerung in großer Zahl ein.

Englisches Unterhaus.

London, 2. August. In der gestrigen Sitzung erlangte die Regierung bei zwei Abstimmungen Mehrheiten von 104 bezw. 101 Stimmen. Anscheinend war die Opposition nur in geringer Zahl erschienen, um die Ministeriellen in Sicher­heit zu wiegen, denn heute war die Oppositionzahlreichver­treten. Die Abstimmung über den Unterrichtsetat sicherte der Regierung nur eine Mehrheit von 30 Stimmen, indem ein Antrag, der die Herabsetzung der Ausgaben für den Unterricht verlangte, mit nur 250 gegen 220 Stimmen zurück­gewiesen wurde.

Betriebseinstellung.

Leugwh, 2. August. Die Micheville-Gesellschast in Villerutt, welche fünf Hochöfen besitzt und 2100 Arbeiter be­schäftigt, mußte infolge des Ausstandes von 400 Arbeitern den Betrieb einstellen. Die Aufrechterhaltung der Ordnung wird dadurch erschwert, daß ein Teil der Fabriken auf deut­schem Gebiete sich befindet.

Reaktivierung.

Pris,a 2. August. Die seit langem angekünbigte Reak­tivierung des Generals Peigne, der wegen der Angeberei­angelegenheit zur Disposition gestellt worden war, ist nun­mehr erfolgt. Peigne wurde zum Mitglied des technischen Komitees der Artillerie ernannt, an dessen Spitze er am 1. Oktober treten wird. Die nationalistischen Blätter kriti­sieren seine Ernennung in scharfer Weise. Außerdem ließ der Kriegsminister Dekrete unterzeichnen, nach denen der bis­herige Generalstabschef Tendezer zum Mitglied des Ober- triegSrateS, der bisherige Kommandant der Kriegsschule, General Brun, zum Generalstabschef und der Kabinetts­direktor des Kriegsministeriums, General Valabregue, zum Kommandeur der Kriegsschule ernannt wird. Der General de Nonancourt, welcher infolge einer vor dem Kriegsgericht in Nancy vor einigen Monaten abgegebenen anttrepubli- kanischen Zeugenaussage zur Disposition gestellt worden war, erhielt die Kommandantur des Lagers von CHLlonS.

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Langenselbold. Im Wege der Zwangsvoll­streckung soll das in der Gemeinde Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langenselbold zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen deS Maurers Johannes Leißner und dessen Ehefrau, Katharina, geb. Eschenbronner, zu Langenselbold eingetragene Grund­stück am 25. September 1905, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Langenselbold versteigert werden.

Frau Dr. Schmidt mar ganz unglüdilidi, als ihr jüngst beim Souper die Buttersauce auf das kostbare Kleid geschüttet wurde. Mit dem neuen Fleckenwasser Benzinoform konnte sie glücklicherweise noch an demselben Abend diesen Schaden wieder gänzlich beseitigen, da Benzinoform nicht feuer­gefährlich und nicht explosiv ist. Ueberall erhältlich. 9862s

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