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anauer G Anzeiger
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MertcksikhrNch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auâ» tvärtize toonnenien mit dem betreffend« Postausschtag.
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General-Anzeiger
Daismhau^eS in Hamm.
Amtliches Organ für Stadt- und Faadkreis Sanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiuräckuugSgebShr«
Die fünf gespaltene Petitzeu« oder der« Raum 19 Ps^ tat Srekiamemeü die Zeile Sb M.
kerautworü. Redakteur: G. Schrecker in Hana»,
Al. 178 F«ri,spr,chanschl«tz Nr. 605. " i—i
Dienstag den 1. Anglist
Fernrprechanschkntz Nr. 605.
1905
AmtlichrS.
Landkreis Ran an.
I f BckmtmchsMn des Köchlicht» LuldntSamtS.
Saatenstand
«MI du Mitte des Monats J«a 1905 im Kreise Hanau, Land, Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel, 4 = gering, 5 =. sehr gering.
Kmchtarten
Durch« schnittsnoten für bot
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Re-le- runaè. beglT? Safiei
Shtterodjen Sommenveiz« kökrterfpelz . Wnlerroggm Sommerrogq« Sommergerste Hafer. . .
Kartoffel« Klee . . . Luzerne . .
Bewässerung»« (Riesel-) Wieser Andere Wies«
25
2,6
2,2
2,6
2,8
2,4
3,0
2,5
2 8
2,7
2,8
2,9
2,4
3,2
2,8
8,1
2,4 3,0
2,7
2,4
2,9
Wird veröffentlicht.
Hanau den 27. Juli 1905.
Der Königliche Landrat.
V 4853 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von da Band 43 Blatt 2712 zur Zeit der (Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Schuhmachermeisters Heinrit») Hubert und dessen 2te Frau Luise geborene Scheerer in Hanau eingetragene Grundstück:
Kartenblatt P Nr. 71, Lothringerstraße Nr. 10, a) Wohnhaus mit Seitenbau links (A), Querbau (B) und Hofraum,
am 29. September 1905, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
DaS Grundstück ist bei einer Größe von 83 qm mit einem Nutzungswert von 675 Mk. zur Gebäudesteuer veranlagt.
Hanau den 12. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht 2. 14695
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Gras-Versteigerung.
Am Freitag den 4. August 1905, morgens 9 Uhr, soll das Gras auf der Abtriebsfläche im Distrikt 16 „Große Horst" an Ort und Stelle verkauft werden.
Königliche Obersörsterei Hanau. 14694
Städtische Sparkasse.
Gelder gegen erststellige Hypotheken zu 4*/o sind stets auszuleihen.
7271 Der Vorstand.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Schlüffe! m. d. Nummer 5, 1 Mülleimer, 2 Kindersonnenschirme.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 22 Mk. Inhalt, 1 Cigarrenetui, 1 Kinderspiellöffel m. Holzgriff.
Hanau den 1. August 1905.
Hus Ran au Stadt und £and.
Hanau, 1. August.
* Kunstverein. Nachdem wir einen Rundgang durch die zur Zeit in der Aula der König!. Zeichenakademie dahier stattfindenden „Sommerausstellung" des KunstvereinS ausgeführt haben, dürfen wir der Anschauung Raum geben, daß der Besuch für dm Kunstverständigen ein besonders lohnender ist. Diese Zeilm sollen deshalb in ihrer weiteren Ausführung Anlaß geben, den Besuch zu empfehlen. Der Verein
für historische Kunst hat zwei von ihm angekaufte Bilder, die später an seine Mitglieder verlost werden, ausgestellt. DaS eine, „der Würgengel", eine Allegorie, nimmt Bezug auf die Schrecken der Choleraepidemie in Hamburg und ist in dekorativer Oeltechnik gemalt von A. Zick, dem bekannten Illustrator. Das andere in kleinem Format bietet uns eins jener Kabinettstücke der „von Dietz", Prof, der Akademie der bildmdm Künste in Münch«, gemalten und sehr hoch geschätzten Landsknechts- und Marodeurszenen. Max Wesse in Berlin ist durch mehrere historische Gemälde vertreten, nämlich: „Theodor Körner schwer verwundet", das durch Vervielfälttgung schon vorteilhafter bekannt geworden ist, sodann „Friedrich der Große bei Leuthen"- und „Vor'm Feinde 1813". Die bethen letzteren sind nicht ganz frei von perspektivischen Schwächen, auch an die Werke bekannter Kriegsmaler, wie Rocholl, Camphausen, Werner Schuch, Röchling, nicht heranreichend. Nächst dies« genannten historischen Motiven fallen durch ihre moderne und schöne Darstellung sowie des impressionistischen Könnens vorteilhaft auf: „Hyade", eine Regennymphe von Johanna Louise Groppe und „Auf dem Heimwege" von Heinrich Giebel, das erstere etwas an Albert Kellers, das letztere an Liebermann's Kunst erinnernd. Das in Tempcra-Gouache-Technik ausgeführte Bild „Koketterie" von Baraskudl in der Malweise der alten Holländer, z. B. Mieris, sowie der „Akt" von v. Schöwingen, auch des letzteren „Rotkäppchen", sind in virtuoser Oeltechnik gemalt und von besonderem Reiz. Von den Porträts und Genrebildern erwähnen wir als hervorragend „Demaskiert" von Beielstein, glatt in Manier, aber von gutem zeichnerischen und malerischem Können. Der Münchener Rudolph Epp bringt eine frische fröhliche Darstellung in „Sollst leben", wie er uns stets in seinen Bauerngenres an den so lieb gewordenen Defregger erinnert und als nicht unbedeutend neben letzterem einhergeht. Hübsch gezeichnet ist der Vorwurf „Heimgekehrt" von Hermann Pabst, der Anklänge an die Art der Holländer: Tenier, Gerard Dow, Brouwer u. a. nachweist. Vorteilhaft erscheint Hutschenreuther mit „Herrgottsbrunnerl in Tirol", „Mutterglück", den zwei geistlichen Herren „Raucher" und „Trinker", „Junges Mädchen", „Ein Vaterunser", letzteres mit seinem sicher vorder Natur fertig gemalten Kirchen-Jnnern. Dieser Künstler erhebt sich kräftig mit letztgenanntem Bild über seine sonst gar so konventionellen Darstellungen. Die als „Schiffskapitän" betitelte Kopfstudie von Elisabeth Schmidt ist etwas übergroß aufgefaßt, zeigt aber gute Schule in dieser Ausführung. „In der Küche" von Richard Lipps zeigt gutes Wollen in Bezug auf Farbenstimmung. Wir haben schon längere Zeit Mangel an guten Landschaften gehabt, um so erfreulicher ist diesmal die Beschickung der Sommerausstellung. Fritzel hat in seinen „Abend in der Heide", „Marine", „Tauwelter", „Novembermorgen" in dieser Mannigfalttgkeit, durch fein beobachtende Sttmmung und frische plainaristische Farbengebung hervorragend zu wirken verstanden. Gleich zu bewerten find die an Böcklin erinnernden „Dirken" von Schöwingen, „Zons am Rhein" von Albert Holz und die von Marie Loose gemalten „Torre dell Gallo", „Blick auf St. Minioto" und deren beiden Sttaßenbilder „Aus Berlin". Schon früher sind der genannten Künstlerin einzelne Bilder von Königl. Zeichen-Akademie abgekauft worden, da sie sich als besonders vorbildlich erwiesen haben. Einen neuen Weg betritt sie heute durch die zuletzt genannten beiden Sttaßenbilder. Der renommierte Landschaftsmaler Willroither zeigt in dem Bilde „Aus dem Altmühltal" die gediegene alte Münchener Schule. Ebenso Carl le Feubure der „Im Tölzer Moos" und „Herbst bei Tölz", gleich Gutes leistet. Heinrich Giebel zeigt mit seinem Bilde „Blick aus meinem Fenster", daß er auch ein guter Landschafter ist. Der farbenkecke Rüdisüli bringt in seinem „Waldweg" ein märchenhaftes Waldinneres aber auch im „Wiesenbächlein" trotz dem energischen Blau, ein keck von der Natur gemaltes Sttmmungsstück, welche Vorzüge auch die Bilder von Elise Palmros „Im Walde", Anna Mane Petersen „Im Februar", „Am Stadtgraben in Lübeck", Else Birnbaum „Früher Herbst" und Sophie Ley „Aus der Altmark" zeigen. Unter den obligaten blieben treten hervor die Friedrich Raupp'schcn Bilder durch ihren frischen Vortrag, ebenso die von Sophie Ley. Camillo Gobl, Clara und Hemschke's „Jagdstillebcn". Nicht auf fertige Bilder aber gute Studien machen Anspruch die größtenteils in Pastell ausgeführten Landschaften von Walter Besig, das in flotter Pastelltechnik ausgeführte Bild Karl ^Lckuckbard „Waldtal und die Aquarelle" von Mangold. Mit Wenigem aber mit gediegenen Werken ist die Plastik vertreten durch Beyerer „Madonna" auf Postament und eine weibliche Büste, die in modern italienischer Renaissance von feinem Empfinden
und Naturstudium zeugen. Von demselben Künstler legen auch zwei breit und sicher modellierte Hundestudien Zeugnis ab von vielseitiger Begabung. Die Bronzestatuette von Willibald Fritsch kann als Kabinettstück bezeichnet werden, was auch auf Guß und Patinierung Anwendung findet. Die Ausstellung wird am 12. August geschlossen und indem wir hierauf aufmerksam machen, schließen rotr unsere erläuternde Führung in der Hoffnung, daß die letztere zu regem Besuch Anlaß geben möge.
* Kiltdermilch. In der jetzigen heißen Jahreszeit droht den Kindern, besonders den Kleinsten, schwere Gefahr durch bie nur zu oft zum Tode führenden Magen-Darm-Katarrhe und auch in diesem Jahre sind, wie wir hören, von Anfangs Juni bis Mitte Juli unter 23 im ersten Lebensjahre verstorbenen Kindern 13 Verdauungsstörungen erlegen. Besonders ist es die Milch, die durch ungenügende Beschaffew- beit in den meisten Fäll« die Ursache der Erkrankung darstellt. Um so mehr ist es mit Freude zu begrüßen, daß die Stadt auch für die Kinder der Armen tadellose Milch zur Verfügung stellt, aber bedauerlich ist die Erfahrung, daß bisher so wenig Gebrauch davon gemacht worden ist. Wir weisen deshalb nochmals darauf hin mit der dringend« Mahnung, den zarten Kleinen durch Verabreichung guter Kindermilch (Trockenfütterungsmilch), wie sie unter Aufsicht der städt. Gesundheitskommission vom Kinzigheimer Hof geliefert wird, Schutz vor der drohenden Gefahr zu gewähren. Die Milch wird gegen Milchmarken, die vom Vaterländisch« Frauenverein ausgegeben werden, frei ins Haus geliefert, Möchte von dieser segensreichen Einrichtung reichlich Gebrauch gemacht werden, damit auch bei uns, sc wie die Erfahrung in anderen Städten es als möglich gezeigt hat, btt Kindersterblichkeit verringert werde. Im übrigen wird auf die Annonce des Vaterländischen Frauenvereins in der heutigen Nummer dieses Blattes verwiesen.
* Silberkrrrs. Nach den Vereinbarung« des Verbandes der Silberwarenfabrikanten Deutschlands betragen für alle vom 1. bis 10. August einschließlich erteilten Aufträge der Silberpreis 71 Mark pro Kilo 0,800 Silver.
* Aus der Haft entlaffen. Der Uhrmacher Chr. Mehlmann wurde gegen Stellung einer Kaution von 15,000 Mark bis zur @ntfdjeibimg des Reichsgerichts über das landgerichtliche Urteil aus der Haft entlassen.
* Die Schlacht bei Kelsterbach. In der ver- ffoffenen Nacht scheint es bei Kelsterbach zu einem heftig« Gefecht gekommen zu sein. Wie fernes Donnergrollen klang das Geschützfeuer, das von 10 Uhr abends bis 3 Uhr morgens anhielt und hier ganz deutlich gehört wurde. (Siehe auch besonderen Artikel.)
T Rechtsstreit. Die Verunreinigung« des Main- stromes durch die Aktten-Gesellschaft für Maschinenpapierfabrikatton zu Stockstadt resp. Aschaffenburg gaben schon vor einer Reihe von Jahren Veranlassung zu Beschwerden seitens der in ihren Interessen empfindlich geschädigten Fischerkreise. Schon im Jahre 1900 beantragte die Fischerzunft Aschaffenburg gerichtliches Einschreiten. Gelegentlich des in dieser Angelegenheit am 17. November 1900 anberaumten Verhandlungstermins am Königl. Amtsgericht Aschaffenburg wurde die Verunreinigung des Mainstromes allerseits zugegeben und darum auch die beantragte Vornahme des Augenscheins für überflüssig erachtet. Die Fabrikdirektton erklärte sich auch bereit, zur Abwendung der Mißstände geeignete Maßnahmm zu ergreifen, womit sich die kl gende Fischerzunst einstweilen beruhigte. Die tatsächlich ergriffenen Maßregel« brachten indessen nicht die erwartete Abhilft, weshalb die Aschaffenburger Fischerzunft die Beschwerden erneuerte. Die Entscheidung steht noch aus, dürfte auch in nächster Zett nicht zu erwarten sein. Eine Sachverstândigen-Kommisston vollzog, kürzlich eingehende Untersuchungen des MainwafferS, bereu Ergebnis sich bislang unserer Kenntnis entzieht. Die Fischerzunft zu Seligenstadt, welcher seit 10. Juli 1789 die unbelastete Fischereigerechtigkeit von der bayerisch« Landetzgrenze bei der „Graßbrücke" unterhalb Stockstadt bis hinab nach Groß-Steinheim urkundlich zusteht, und die unter dm obwaltenden Mißständen empfindlich zu leiden bat, schloß sich vor 4 Jahren der klagenden Aschaffenburger Fischerzunft beschwerdeführend an und erwirkte von der Aktiengesellschaft die Zahlung einer jährlichen Entschädigungssumme von beträchtlicher Höhe. Der Entschädigungsbettag wurde aber nur von der Seligenstädter Fischerzunft acceptiert, von der Aschafferd- burger Zunft dagegen abgelehnt. Aus dem für die letztgenannte Zunft noch schwebenden Flußvernnreinigungsprozesse erwuchs inzwischen ein anderer Zivilprozeß, der gegenwärtig; am Amtsgerichte zu Seligenstadt anhängig ist. Bei der Verteilung der an die Seligenstädter Fischerzunft geleisteten Ertt- schädigungäbeträge der letzt« 3 Jahre — man spricht »M