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Erstes Blatt

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Biertelfâhrkich 1,80 Mk., monallich 60 Pfg., für auB» wârüge Abonnenten mit dem betreffenden Postaufjchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Psg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei der verein, bl

General-Anzeiger

Anltliches Organ für Stadt- nnd Fgnâeis Kana».

EklrückungSgebLhr»

Die fünf gespartem PetitzeU« oder deren Ramm 15 Wg^ im Rctlameuteil die Zeile 35 Psg.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Derantworü. Redakteurr G. Schrecker « Hemm.

9?L 166 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Dienstag den 18. Juli

T«msprecha»schl«tz Nr. 605.

1905

Amtliches.

Handelsregister.

Firma @4rl Pesoldt in Hanau: Unter dieser Firma be­treibt der Hotelbesitzer Ullrich Carl Pesoldt in Hanau ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.

Hanau dm 14. Juli 1905.

Königliches Amtsgericht 5. 13822

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Korallenarmband, 1 Brille.

V erl oren: 1 Portemonnaie (Inhalt: 1,10 Mark, Schlüssel, goldner Ring mit rotem Stein), 1 Korallen­armband.

Zug elaufen: 1 brauner Dachshund.

Hanau den 18. Juli 1905.

Hus F)anau Stadt und Eand.

Hana«, 18. Juli.

* Verliehen. Dem Lokomotivführer August Freund von hier ist aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Staats­dienst das allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden; dem Stationskassenrendanten Voigt in Fulda beim Uebertritt in dm Ruhestand der Charakter als Rechnungsrat.

* Haftet der Justizfiskus für Unterschlagungen des Grundbuchführers. Der Grundbuchführer G. des Leipziger Amtsgerichts hatte sich seinerzeit mehrfach Unter­schlagungen von Vorschußgeldern zu schulden kommen lassen. Wegm einer solchen Unterschlagung in Höhe von 400 Mk. machte die Handelsgesellschaft I. & Sch. zu L. dm Reichs­justizfiskus haftbar. Der Inhaber T. der Firma wollte am 2. Januar 1902 unter Vorzeigung der Kaufurkunde ein Grundstück beim Amtsgericht eintragen lassen. Der Grund­buchführer G. eröffnete dem Gesellschafter hierauf, daß er vorerst 400 Mk. Vorschußgeld zahlen müßte. Nach der Ge­schäftsordnung der Justizbehörde muß dieser Vorschuß an die Gerichtskaste gezahlt werden, G. nahm jedoch di« 400 Mk. entgegen, ohne sie nachher an der Kaste abzuliefern. Die Klage der Gesellschaft stützte sich auf die Geschäftsordnung der Justizbehörde, welche dem Grundbuchführer verbietet, Gelder entgegenzrnehmm und ihm Aufklärung des Publikums über die Ablieferung derselbm zur Pflicht macht. Er hätte dem Gesellschafter T. also auch sagen müssen, wo dieser den Vorschuß für die Eintragung zu entrichten habe. Da G. dies nicht getan, hat er seine Amtspflicht verletzt und hafte hierfür der Fiskus. In diesem Sinne entschied auch das Landgericht Dresden. Eine Berufung des Fiskus beim Oberlandesgericht Dresden wurde zurückgewiesen. Auf die vom Fiskus gegen dieses Urteil eingelegte Revision kam der VI. Zivilsenat des Reichsgerichts aber zu einer Aufhebung des Vorurteils und wies die Sache nochmals nach Dresdm zurück. Das Urteil sei unklar und hafte der Fiskus auch nur, wenn ein zivilrechtlicher Anspruch der Klägerin gegen G. vorhanden ist. Das Oberlandesgericht Dresdm entschied unter Anziehung des sächsischen Gewohnheitsrechtes abermals auf eine Haftpflicht des Fiskus. Dieses Urteil wurde vom III. Zivilsenat des Reichsgerichts bestätigt.

* Statistik ländlicher Genossenschaften z« Neu­wied. Dem Generalverband ländlicher Genossenschaften für Deutschland zu Neuwied sind im Monat April 1905 in den zwölf Verbandsbezirken insgesamt 18 Genossenschaften beige­treten : 14 Spar- und Darlehnskassen-Vereine und 4 Be­triebsgenossenschaften. Im Jahre 1905 sind bis Ende März beigetreten: 90 Spar- und Darlehnskassen-Vereine und 29 Betriebsgenossenschaften, zusammen also 119 Genossenschaften. Der Bestand betrug Ende April 1905; 4037 Spar- und Darlehnskassen-Vereine und 579 Betriebsgenossenschaften, zu­sammen 4616 Genossenschaften. Von den 4037 Spar- und Darlehnskassen-Vereinen sind 3943 der Landwirtschaftlichen Zentral-Darlehnskasse für Deutschland zu Neuwied als Aktionäre angeschlossen und haben sich bei ihr mit 8530 Aktien beteiligt, worauf 8 489 500 Mk. eingezahlt sind. Der Umsatz der Abteilung Geldverkehr der Zentral-Darlehnskasse betrug im Monat April 1905 bei der Zentrale 16 226 000 Mark, bei den zwölf Filialen 31 650 000 Mk., zusammen also 47 876 000 Mk. Der Jahresumschlag für die gleiche ^eit betrug bei der Zentrale 90 033 000 Mk., bei den Malen 139 585 000 Mk., zusammen also 229 618 000

Der Umsatz der Abteilung Warenverkehr war im Monat 1905 bei den Filialen 6 596 000 Mk., im laufenden Jahre bis Ende April 26 009 000 Mk. Die Umsätze der f$r bie Betriebsgenossenschaften in den zwölf Verbandsbezirken «pichenden Landes- und Provinzialgenossenschaften betrugen

im Monat April 1905 15 343 000 Mk., im laufenden Jahre bis dahin 59 180 000 Mk.

* FußballklubMelitta". Am vergangmen Sonn­tag fand bei schönem Wetter auf dem unparteiischen Sport­platz derViktoria 1894" das Wettspiel der 1. Mannschaft des Hanauer FußballklubsMelitta 1905" gegen die gleiche derFußballvereinigung Dietesheim 1903" statt. Bei Be­ginn des Spieles sah man bereits, daßMelitta" durch Ausdauer und schönes Zusammenspiel überlegen war. Trotz­dem das Spiel sich fortwährend vor dem Goal der Ver­einigung vollzog, stand das Spiel 0 :0 am Schluß der ersten Hälfte. Auch bei den nächsten 25 Minuten waren keine Erfolge zu sehen. Doch in den letzten 15 Minuten setzte Melitta" fest ein und endlich gelang esMelitta" Halb­linkem E., den Ball in das feindliche Goal zu treten, bald mußte der Dietesheimer Goalwatt zum zweitenmal den Ball, getreten von dem halbrechts M. L., aus seinem Heiligtum holen. Durch einen guten Schutt aus der Mitte, ge­lang es dem Mittelhalf E. L. einen Erfolg für seine Farben zu erringen. Am Schluffe wurde noch von dem Linksaußm M. ein Goal getreten.Melitta" hatte so innerhalb von 15 Minuten 4 Goal gemacht, jedenfalls eine schöne Leistung. Wir hoffen, daßMelitta" so fortfahre und sich so Sieg an Siege reihe.

P Die bayr. schweren Reiter. Bei ziemlich gutem Besuch fand gestern abend im ©artenzum deutschen Haus" das Konzert des Trompeter-Korps gen. Regiments, unter Leitung des Stabstrompeters Herrn H. Krümmel statt. Das gut gewählte Programm bot einen genußreichen Abend, auch wurden die Zuhörer durch verschiedene Einlagen erfreut.

* Neues Sommertheater Franz Merker. Dom Stadttheater in Essen hat Herr Merker den 1. Held und Liebhaber Herrn Geisthövel als Gast für die morgige Aufführung des reizenden LustspielsDer Herr Senator" gewonnen. Es eignen sich besonders derarttge harmlose Lustspitte, die, da sie frei von jeder Pikanterie rc., von alt und jung besucht werden können, zur Aufführung an einem vornehm geleiteten Sommertheater und ist Herr Merker ernstlich bestrebt, unser Sommertheater nach dieser Richtung hin zu führen. Gewiß wird auch am Mittwoch abend sich wieder ein zahlreiches Publikum einfinden, umsomehr, da der Abend ein besonderes Interesse erregen dürfte erstens durch den als Gast auftretenben 1. Helden und Liebhaber Herrn Geisthövel und zweitens dadurch, daß Herr Merker eine Rolle spielt, die er, als er noch jugendlicher Held und Lieb­haber war, häufig zur Darstellung gebracht hat. Vorverkauf ist bis 6 Uhr abends im Zigarrengeschäft des Herrn Koll­mann, Hammerstraße.

* Sommerfell. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, hält die Turngemeinde ihr diesjähriges Sommerfest am 13. August in dem für solche Festlichkeiten vor­züglich geeigneten Gartenz. Kaiserhof" ab. Genannter Verein hat es schon seit einer Reihe von Jahren verstanden, seinen Gästen bei dieser Gelegenheit recht vergnügte Stunden zu bereiten. Den getroffenen Vorbereitungen nach zu schließen, dürfte sich die diesjährige Veranstaltung in würdigster Weise ihren Vorgängern anschließen, indem wiederum für abwech­selnde Unterhaltung in bester Weise gesorgt ist. Es kommen außer den turnerischen Nummern verschiedener Art noch reich­haltige Volksbelustigungen, bestehend in Tanz, Preiskegeln, Glücksrad usw. zur Ausführung. Auch für Unterhaltung der lieben Kleinen ist durch verschiedene Kinderspiele auf das beste Sorge getragen. Nicht zum Mindesten zum Gelingen des Ganzen dürfte wohl die Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 166, in deren Händen der musikalische Teil des Festes liegt, bei- tragen. Mögen die Bemühungen des strebsamen Vereins auch diesmal durch recht zahlreiche Beteiligung der Bürger­schaft belohnt werden.

* Freiwillige Fe« erwehr. Die Mitglieder der 6. Komp, beabsichtigen am Sonntag den 23. Juli von nach­mittags 4 Uhr ab bei ihrem Kameraden Herrn H. Reiß zum großen Kurfürsten" ein Gartenfest abzuhalttn, wozu Freunde und Gönner willkommen sind. Außer Konzert und Gesangsvorträgen finden tnrnerische Uebungen durch Mit­glieder des Turnvereins statt. Ebenso sind für Kinder und Erwachsene mancherlei Ueberraschungen geplant. Es steht zu erwarten, daß sich die 6. Komp, bei günstigem Wetter eines starken Zuspruchs zu erfreuen haben wird.

* Konzertgarte« Bürgerbräu. Auf das heute abend im KonzertgartenBürgerbräu" stattfindende Konzert wollen wir nochmals besonders Hinweisen und betonen, daß dasselbe punkt 8 Uhr beginnt und es sich im eigenen In­teresse empfiehlt, sich ein Plätzchen zu sichern, da voraus­sichtlich bei dem geringen Entree der Besuch ein sehr starker wird.

Der Verschönerungsverein hat am Kohlbrunnen einige Annehmlichkeiten geschaffen, was von den vielen Familien, die diesen schonen Platz auffuchen, gewiß ange­nehm empfunden werden wird. Die Auffüllungsarbeiten beim Steg in der Bulau, der seit acht Tagen ferttggestellt ist, schreiten rüstig vorwärts und hofft der Verein auch hier­mit in ganz kurzer Zeit zum vorläufigen Abschluß zu gelangen.

* Schnakenftlage. Aengstliche Gemüter, die unsere herrlichen Wälder der Schnaken wegen glauben meiden zu müssen, seien darauf aufmerksam gemacht, daß in der Drogerie Schäfer, Ecke der Römer- und Steinheimerstraße, ein Mittel unter dem NamenPastorin" erhältlich ist, das gegen diese Plage schützt. Einsender dieses hat es erprobt, einige Tropfen davon vor dem Betteten des Waldes auf Gesicht, Nacken und Hände gebracht, hält einem dieses Un­geziefer fern.

* Frankfurter Arbeitspferdenrarkt. Der dies­jährige August-Arbeitspferdemarkt wird Mittwoch den 2. August auf den Reit- und Fahrplätzen des Landwirtschaft­lichen Vereins abgehalten. Durch die im Frühjahr erforder­lich gewesenen Neuerrichtung von Stallungen für 200 Pferde ist das Pferdemarktkomitee diesmal in der Lage, den meisten Anmeldungen zu entsprechen. Für die Landwirte und In­dustriellen, welche Gebrauchspferde für ihr Geschäft benötigen, bietet dieser Markt die beste Gelegenheit, ihre Fuhrwerke neu zu bespannen, da, wie bekannt, man auf den Frankfurter Pftrdemärkten reichliche Auswahl und gutes Material stets vorfindet.

* In Aengsten versetzt wurde gestern nachmittag auf dem hiesigen Ostbahnhofe eine Frau des Münchener Schnellzuges. Auf der Fahrt nach Köln begriffen, verließ sie auf dem Ostbahnhofe ihr Kupee und ging in das Stattonsgebäude, um für ihren Säugling in einer Flasche warmes Wasser zu holen. Groß war ihr Schreck, als sie wieder den Perron betrat und der Zug samt chrem Liebling verschwunden war. Durch Benutzung des O-Zuges konnte sie nach kurzer Zett ihren kleinen Durchgänger auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt wieder in Empfang nehmen.

* Darf der Arbeitgeber den Lohn eines minderjährigen Arbeiters gegen dessen Willen an den Vater als Inhaber der elterlichen Gewalt auszahlen ? Das Gewerbegericht Stuttgart hat lautGewerbegericht 1905 S. 203 in einem am 4. April d. I. erlassenen Urteil diese Frage bejaht aus den Gründen: An dem, was ein unter elter­licher Gewalt stehendes Kind durch seine Arbeit erwirbt, steht dem Inhaber der elterlichen Gewalt zwar nicht das Nutznießungsrecht (§ 1651 Abs. 1 Z. 1 B. G.-B.), wohl aber das Verwaltungsrecht (§§ 1627 und 1630 B. G.-B.) zu. Auf Grund dieses letzteren Rechts war der Vater be- fugt, sich vom Arbeitgeber seines Sohnes einen Teil des Lohnes seines Sohnes ausbezahlen zu lassen. Diese Zahlung muß der Sohn gegen sich gelten lassen. Diese Entschei­dung kann man im wohlverstandenen Interesse der jungen Leute, die in ihrer Unerfahrenheit oft so unglaublich leicht­sinnig mit chrem Verdienst wirtschaften, nur begrüßen, denn gar mancher von ihnen wirb dadurch vor Zeiten äußerster Not, vor der Landstraße oder gar vor dem Gefängnis be­wahrt werden. Eine Ausnutzung der elterlichen Gewalt ist heute gegenüber verdienenden Kindern weit weniger zu be­fürchten, als ein Unverstand der jungen Leute.

Das L1. Berbauvsschietzen des badischen Landes­schützenvereins, des pfälzischen und mittelrheinischen Schützen­bundes, das volle acht Tage in Pforzheim bei günstigem Wetter abgehalten wurde, fand gestern seinen Abschluß. Die Beteiligung von allen Seiten war sehr groß.^ Die Preis­ergebnisse wurden vorgestern verkündet. Erster (Feldfestschewe Baden) Max Butz-Konstanz, 38 Ringe, Prunkpokal des Groß­herzogs, zweiter Karl Freund-Karlsruhe, 36 Ringe. Gruppen­schießen, zum ersten Male neu eingeftihrt, Feldscherbe 300 Meter. Erster Schützenverein Wiesbaden 333 Mnge, zweiter Schützenverein Heidelberg 318 Ringe, dritter Pforzheim 317 Ringe. Standscheibe 175 Meter: Schützenverein Frankfurt a. M. 381, Wiesbaden 373, Homburg v. d. H. 355 Ringe. Standfestscheibe Pforzheim: Erster Karl Freund-Karlsruhe^ 567 Teiler. Standfestscheibe Pfalz : Blend el-Augsburg, 39 Ringe, Prinzregenten-Pokal. Standsestscheibe Bingen: Katt Gurt-Karlsruhe, 370 Teller. Pistolenfestscheibe : Waldemar Kühnau-Frankfurt a. M., 533 Teiler. Wehrmannsfestscheibe: Otto Selig-Wiesbaden, 36 Ringe, Erbgroßherzogpokal. Jagd­festscheibe: Otto Selig-Wiesbaden.

* Mainwasserwârm e gestern abend 20 Grad. *

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H. G. Niederissigheim, 18. Juli. Am Samstag abend versammelte sich der Krieger- und Militärverein im Garten des Gastwitts H. Viehmann zu einer kleinen Nachfeier, wo­zu alle die am Festzuge beteiligten Personen eingelaben waren. Der Festwirt Herr ' infamer bewilligte dem Verein einige Glas Bier. Unser ehemaliger Feftprâfident Kamerad .^