14. Jâ
vielen abhängigen Wegen wurden durch die Wucht der kolossal niedergegangenen Wasserinnssen tiefe Graben gerissen. Auch auf den Feldern haben die Unwetter bedeutenden Schaden verursacht.
Hus aller Mell.
Frau V. Hervay begnadigt. Der Kaiser von Oesterreich hat dem Gnadengesuch der Frau von Hervay, der Tochter Bellachinis, stattgegeben und ihr die viermonatige Kerkerstrafe ganz erlassen. Frau v. Hervay war bekanntlich wegen Bigamie verurteilt worden.
Plan del, Gewerbe und Verkehr.
Die Durchschnittspreise ver wichtigsten Lebens- und
• Futtermittel
betrugen im Monat Juni 1905 in Preußen nach der „Etat. Korr." für 1000 Kilog.: Weizen 172 (im Mai d.J. 171 und im Juni 1904 169) Mk., Roggen 150 (146 bezw. 131) Mk., Gerste 146 (147 bezw. 132) Mk., Hafer 146 (145 bezw. 130) Mk., gelbe Erbsen zum Kochen 232 (234 bezw. 227) Mk., weiße Speisebohnen 326 (325 bezw. 280) Mk., Linsen 381 (385 bezw. 366) Mk., Eßkartoffeln 63,5 (63,6 bezw. 52,9) Mk., Richtstroh 45,3 (45,5 b^w. 39,1) Mk., Heu 69,7 (76,1 bezw. 55,1) Mk., Rindfleisch im Großhandel 1165 (1144 bezw. 1134) Mk.; im Kleinhandel für 1 Kilog.: Rindfleisch von der Keule 1,48 (1,46 bezw. 1,42) Mk., vom Bauche 1,26 (1,24 bezw. 1,22) Mk., Schweinefleisch 1,55 (1,51 bezw. 1,30) Mk., Kalbfleisch 1,51 (1,47 bezw. 1.46) Mk., Hammelfleisch 1,68 (1,64 bezw. 1,50) Mk., inländischer geräucherter Speck 1,68 (1,64 bezw. 1,50) Mk., Eßbutter 2,32 (2,37 bezw. 2,20) Mk., inländisches Schweineschmalz 1,68 (1,65 bezw. 1,53) Mk., Weizenmehl zur Speisebereitung 30 (30 bezw. 30) Pfg. und Roggenmehl 25 (25 bezw. 25) Pfg.; für 1 Schock Eier 3,44 (3,30 bezw. 3,12) Mk.
Igen und Hafer, in Neuß beim Koblenz beim Weizen und Hafer,
Der üblichen Durchschnittsberechnung lag diesmal nicht zu Grunde: die geringe Sorte in Görlitz, Magdeburg und Aachen beim Weizen, Roggen und Hafer, Weizen und Roggen, in ;
in Kiel beim Weizen, in Hannover beim Roggen und bei der Gerste, in Stettin beim Hafer, die mittlere und geringe Ware in Paderborn bei allen vier Getreidearien, in Trier beim Weizen, Roggen und bei der Gerste, in Stettin beim Weizen und Roggen, in Danzig beim Roggen und bei der Gerste, in Koblenz beim Roggen, in Posen und Aachen bei der Gerste, in Neuß beim Hafer, die gute Sorte in Görlitz bei der Gerste.
Außerdem kamen im Juni 1905 an ausländischem Getreide zu den nachbezeichneten Durchschnittspreisen in den Handel: Weizen, Roggen und Hafer in Aachen, je gute und mittlere Ware. zu 190 bezw. 170 und 160 Mk., Weizen, Gerste und Hafer in Danzig, je alle drei Sorten (unverzollt), zu 134 bezw. 109 und 102 Mk., in Gleiwitz ebenfalls je alle drei Sorten, zu 168 bezw. 131 und 136 Mk., Roggen in Danzig, gute und mittlere Ware (unverzollt), zu 107 Mk., Gerste und Hafer in Osnabrück, je alle drei Sorten, zu 146 und 150 Mk., Gerste in Hannover, geringe Ware, zu 137 Mk., in Aachen, gute Sorte zu 190 Mk.'
Der Durchschnittspreis für Eierkartoffeln betrug im Berichtsmonat in Kiel 80 Mk. — Neues Heu wurde in Berlin zu 64,9 und in Koblenz zu 50 Mk. gehandelt. — Bei Hanau Und Cassel bedeuten die Preisangaben für Rindfleisch allgemein Preise für Ochsen- bezw. Kuhfleisch.
Die Preise für Weizen, Roggen und Hafer zeigen im Juni d. J. weitere Aufbesserungen, die wie im Bormonat beim Weizen und Hafer gering, beim Roggen dagegen erheblicher sind. Die Kleinhandelspreise der verschiedenen Fleischsorlen sind gleichfalls in der Aufwärtsbewegung verblieben. Die Nachfolgende Uebersicht der Preisbewegung im laufenden
Jahre zeigt,
daß im Durchschnitt der 23 Märkte 1 Kilogr.
im
Rindfleisch
Schweine
Kalb
Hammel
v. d. Keule
v. Bauche
fleisch
fleisch
fleisch
Januar .
142
121
135
143
138
Februar .
142
121
137
143
137
März . .
143
121
140
142
139
April . .
144
123
146
144
140
Mai . .
146
124
151
147
143
Juni . .
148
126
155
151
147
Pfennige kostete. Die Preise für inländischen geräucherten Speck und inländisches Schweineschmalz sind vom Januar bis Juni ds. Js. von 153 und 158 auf je 168 Pfennig gestiegen.
Schiffsberichte.
(WHtgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen M. Schuster, Fahrstraße Dir. 1).
Der Doppelschrauben-Postdampfer „Friedrich der Große", Kapt. H. Bluker, ist am 11. Juli, 12 Uhr mittags, wohlbe- balten in New-Aork angekommen.
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Sonntag den 16.Juli 1965, nachmittag- 37« Uhr, im Saale des
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geleitet von Herrn Prediger v. Kucco- Laccagua aus Mainz. Thema: Die Geschichte und Erfahrung als Schule der Moral.
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22.
Drahtnachrichten.
Die Vorgänge in Rußland.
Budapest, 14. Juli. Die Zahl der russischen Emigranten, die auf der Flucht über Rumänien hier durch- ronunen, um sich größtenteils in die Schweiz und nachEng- anb zu begeben, zählt nach Tausenden. Die meisten Flücht aus Odessa, das nach der Abfahrt des „Potemkrn 20 000 Juden aus Furcht vor Verfolgungen verließen. Unter den Flüchtlingen befinden sich zwei Mitglieder des revolutionären Komitees, die nach Zürich reisen, um Propaganda für die Fortsetzung der Revolution zu entfalten. 0
Französischer Senat.
Paris, 13. Juli. Der Senat nahm den Artikel 4 der direkten Steuern an. Rouvier verlas eine Verfügung, welche den Schluß der Parlamentssesston ankündigt.
Die Amnestiefrage.
Paris, 14. Juli. Das heutige Amtsblatt hat nicht, m.c erwartet wurde, das Begnadigungsgesetz veröffentlicht. Man hält es für möglich, daß dies die Folge der Telegramme Luffet's und Lur-Saluces' ist.
Dementi.
Paris, 14. Juli. Die von nationalistischer Seite verbreiteten Gerüchte, daß der Kriegsminister Berteaux gestern die Absicht gehabt habe, zu bemissionieren, wird als durchaus unzutreffend bezeichnet.
Revolverattentat.
Paris, 14. Juli. Heute nacht nach 11 Uhr feuerte die 22jährige Schriftstellerin d'E n t r e v i l l e auf dem Vendome- Platze auf den eben im Automobil heimkehrenden ehemaligen Deputierten Baron Ladoucet 1 e vier Revolverschüsse ab. Baron Laducette wurde durch eine Kugel am Arme erheblich verletzt. Das Motiv der Tat ist angeblich Eifersucht.
Oberschiedsrichter.
Berlin, 14. Juli. Die „Vosstsche Zeitung" meldet: Prinz Albrecht, Regent von Braunschweig, wird sich nach einer Besichtigungsreise durch die Provinz Westpreußen am 5. September nach Homburg zur Teilnahme an den Kaisermanövern als Oberschiedsrichter begeben.
Arbeitsniederlegung.
Erfurt, 14. Juli. Sämtliche 200 Arbeiter der Loko- motivfadrik Hagans legten die Arbeit wegen Maßregelung eines Kollegen und Akkordabzüge nieder.
In Seenot.
Wilhelmshaven, 14. Juli. Die Segelyacht „Wille" mit dem Oberwerft-Direktor Kontreadmiral Wodrig und dessen Angehörigen auf einer Lustfahrt befindlich, wurde nach einer Meldung aus Wangerooge in sinkendem Zustande an* getroffen; sie ist anscheinend total verloren. Die Torpedoboote S 22 und S 30, sowie der Werftdampfer „Borevs" sind zur Hilfeleistung abgegangen. Sämtliche an Bord befindlichen Personen wurden durch die Lustyacht des Großherzogs von Oldenburg „Lehnsahn" gerettet.
Keine Cholera.
Tanger, 13. Juli. (Reuter.) Gestem hieß es hier, ein Eingeborener sei an C h o l e r a gestorben. Die Meldung erwies sich als unrichtig. Sämtliche von hier abgegangene Dampfer erhielten uneingeschränkte Gesundheitspässe.
Hebung des gesunkenen Unterseebootes.
Biserta, 14. Juli. Nach erheblichen Bemühungen ist es gelungen, das Unterseeboot „Farfadet" aus dem Schlamm freizumachen. Der Hintere Teil des Bootes befindet sich nur noch drei Meter unter der Wasseroberfläche.
Ministerkriffs.
Madrid, 14. Juli. In Regierungskrisen geht das Gerücht, daß eine Ministerkrisis unvermeidlich sei. Der Flnanzminister habe die Absicht zu demissionieren.
* ♦
*
Leipzig, 13. Juli. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Schriftstellers Fritz Truetschler von Falkenstein aus Lankwitz, der am 31. Mai von dem Landgericht I Berlin wegen Vergehens gegen § 2 des Gesetzes über den Verrat militärischer Geheimnisse zu 6 Monaten Festungshaft verurteilt worden war. Ebenso die Revision des Mechanikers Robert Meibuhr, der am 12. April vom Landgericht Weimar wegen versuchten Vergehens gegen denselben Paragraphen verurteilt wurde. Auf Revision des Staatsanwalts hob das
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Hanauer Fremdenliste.
Hanau den 13. Juli 1905.
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K. Meyer, Reisender
Wernigerode
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Göttingen.
Eyding, Kfm.
Wesell
-^ Seite 8
Reichsgericht das Urteil in der letzten Sache auf und wieS es an das Landgericht Weimar zurück, weil statt eines verachten Vergehens ein vollendetes anzunehmen sei. In beiden Fällen handelt es sich um Marineangelegenheiten.
Budapest, 14. Juli. Der Ministerpräsident Baron Fezervary richtete an sämtliche Städteverwaltungen einen Erlaß, in welchem er unter dem Hinweis darauf, daß die gegenwärtig« Regierung verfassnngsgemäß und gesetzlich sei und daß dir Regierungsgeschäfte in einem modernen Staate keinen Augen- blick einen Stillstand dulden, die Verwaltungen auffordert, jede Beftrebung zuruckzuweisen, welche auf die Hemmung der Staats- gefchatte und die Auflösung der gesetzlichen Ordnung hinziele. , er Ministerpräsident erklärt weiter, daß die Regierung zedeu Beschluß der Städteverwaltungen, der die Zurückweisung
^willig gezahlten Steuern oder der freiwillig sich neuenbcn Rekruten bezweckt, unbedingt für ungültig erklären werde.
Kopenhagen, 13. Juli. Gegen den Führer des eng- llschen Dampfers Ancona", Mitchell, der das dänische Prwatschulichiff „Georg Stage" am 27. Juni im Sund an= gerannt und zum Sinken gebracht hat, wurde die Eröffnung
Strafverfahrens wegen Verschuldens gegen die Vor- lchnften des Seefahrens durch schlechte Führung oder Pflicht- geordnet^ ^ ^gen Totschlags durch Unachtsamkeit av-
Belgrad, 13. Juli. Anläßlich des Geburtstages deS uomgâ versammelte sich vor dem Palais eine große Menschen- menge, um dem König Huldigungen darzubringen. Als ein Wagen der Straßenbahn die Fahrt trotz der großen Menschen- ansammlung vor dem Palais fortsetzen wollte, wandte sich eine Anzahl meist junger Leute gegen den Wagenführer und ^™9 Puter Johlen und Schreien die Wagenfenster ein. Die Polizei mußte den Platz gewaltsam räumen.
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