Erstes Blatt
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 162 Frrnsprechanschttist Nr. 605.
Donnerstag den 13. Juli
Ferusprechanschlusi Nr. 605
1905
W
Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Losungsschein auf den Namen Höpfner, 1 Erinnerungsmedaille (Kaiser Wilhem L), 1 schwarzer Mädchenstrohhut, 1 silberner Ring.
Zugelaufen: 1 gelbweißer geschorener Bernhardiner- Hund.
Hanau den 13. Juli 1905.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 13. Juli.
Beamten-Personalnachrichten.
Ernannt: der Kreisassistenzarzt Dr. Wagener zu Köslin zum Königlichen Kreisarzt unter Uebertragung der Kreisarzfftelle des Kreises Hofgeismar, der Spezialkommissar, Regierungs-Assessor Dr. Renner zu Arolsen zum Regierungsrat, die Spezialkommissions - Bureaudiätare T h o- masky bei der Spezialkommission II zu Marburg, Stein- b ach zu Carlshafen, Siegn er zu Treysa, Vaupel II bei der Spezialkommission I Cassel, Claus zu Rotenburg a'F. und Prinzler zu Schmalkalden zu Spezial- kommissions-Sekretären, die Hilfszeichner Störmer, E ck e l l, Küthe, Claudy l (Peter) und Kroll in Cassel, Trippstein in Limburg a/Lahn, Lammert in Rotenburg a/F. und Geldmacher in Carlshafen zu Zeichnen:, der bisherige Hilfspfarrer zu Fulda, August Ehring haus, zum 3. Pfarrer daselbst, die Referendare Hesse, Ludwig Olderog und Dr. Pieper zu Gerichtsassessoren, die Rechtskandidaten Baumgarten, Nielebock, von Verschner, Deußen und Wachsmuth zu Referendaren.
Beauftragt: die Katasterzeichner Otto mit der Verwaltung der Katasterzeichnerstelle bei dem Katasteramte Cassel Ji und Beckmann mit der Verwaltung der Kataster» zeichnerstelle des Katasteramtes Fulda.
B e st ä t i g t: der zum Bürgermeister der Stadt Witzenhausen auf die Dauer von 12 Jahren gewählte bisherige zweite Bürgermeister der Stadt Culm Oskar Wickfeldt.
Uebertragen: dein zum Köuigl. Kreistierarzte ernannten bisherigen kommissarischen Kreistierarzt Dr. Schmidt in Ziegenhain die Kreistierarztstelle für den Kreis Ziegenhain. ,
Versetzte der Forstmeister Storck zu Wetter (Ober- försterei Treisbach) nach Magdeburgerforth, Bezirk Magdeburg, der Telegraphensekretär Mühling von Cassel nach Hanau.
Verliehen: demRegierungs- und Forstrat Heiners- oorfs zu Cassel aus Anlaß seines Uebertritts in den Ruhestand der Rote Adlerorden 4. Klasse, den Aerzten Dr. Niemeyer in Rinteln, Marquardt in Großenlüder, Dr. Gesang in Fulda und Urhan in Jesberg der Charakter als Sanitätsrat, den Landmessern Kraft I und Ahrberg z^ Hanau, Schwalbe, Clement und Zielinski zu Limburg a/L., Kirsch und Rausch zu Niederwildungen, Im and und Fo r st ho ff zu Wiesbaden, Beermann z. Zt. in Südwestafrika, Böttcher, Riebeling, Brauer, Heinemann, Kraft II, Beyreiß, Sonnenberg und Ungemach zu Marburg, Schwerdtfeger und Krahl zu Carlshafen, Ochs zu Melsungen, Z e r n i ck o w und Jakob zu Hersfeld, Thomas I und Lei chsenring zu Rotenburg a./F., Tenius und Förster III zu Esch- wege, Schindling und Viering zu Homberg, Mitt- n a ch t zu Cassel, Schafft 311 Hünfeld und Babe zu Witzenhausen je eine etatsmäßige Vermessungsbeanttenstelle.
* Apotheke in Großauheim. . Dem Apotheker Ernst Dedolph in Hünfeld wurde die Konzession zur Führung der in Großauheim neuanzulegenden Apotheke erteilt.
* Bismarcksäule. Vorgestern wurde der letzte Stein zur Bismarcksäule gemauert. Somit ist der Turm jetzt fertiggestellt.
* Der Verbandstag des bad. ândesschühen- Vereins, Pfalz, und Mittelrhein. Lchühenbundes wurde gestern vormittag nach halb 11 Uhr in Pforzheim in Abwesenheit des Vorsitzenden, Herrn Karl Gräff I aus Bingen, der abgehalten ist, zu erscheinen, von Herrn Oberschützenmeister Kuppenheinl im Billardsaal des Museums eröffnet. Nach Feststellung der Präsenzliste, welche die Anwesenheit von 14 Delegierten und 1 Ersatzmann ergab, begrüßte Herr Kuppenheim noch die erschienenen beiden Straßburger Gäste. In die Tagesordnung eintretend, begründete hierauf Herr Kuppenheim den Antrag des Badischen Landes- schützenvereins: „Der Verband möge Mittel und Wege fin^ den, die jeweiligen Festorte durch Barznschüsse in der Aus
rüstung des Festes zu unterstützen." Es habe sich wiederholt gezeigt, daß die Festorte in den letzten Jahren mit einem großen Manko abgeschlossen haben, auch hier sei das im Laufe der Festvorbereitung hervorgetreten. Er mache deshalb den Vorschlag, es möchten alle Vereine Beiträge zu einem Fonds liefern, aus dem ein Teil der Kosten bestritten werde, während anderseits diejenigen Festorte, welche einen Ueber- schuß erzielen, einen Anteil davon wieder in diesen Fonds zurückgeben. Da der Antrag vom pfälzischen wie mittel- rheinischen Bund Widerspruch fand und auch der Badische Landesverein, wie Herr Kallenberger von Mannheim meinte, keine Kourage hatte, den Antrag zu Unterstufen, zog Herr Kuppenheim den Antrag mit bem Bemerken zurück, daß eine Feststadt, die Ueberschuß macht, auch moralisch verpflichtet gewesen wäre, von ihremUeberschuß entsprechend abzugeben. Der 2. Antrag des Bad. Landesvereins, „die Einlagen für das neu eingeführte Gruppenschießen sollten voll und ganz dem Festort zufallen und dies schon für Pforzheim zutreffen", begegnete ebenfalls dem Widerspruch des mittelrheinischen Bundes. Herr Tropf aus Frankenthal bemerkte dazu, daß seit Neustadt die Bewilligung des Verbandes von 500 auf 800 Mk. erhöht wurde. Herr Gebhard aus Ludwigshafen erinnerte daran, daß das Gruppenschießen eingeführt wurde, um das Schützenfest zu heben. Es haben sich 21 Vereine dazu gemeldet. Der Festort soll die Einlagen haben, er hat auch die Mühe. Auch Herr Heerdt-Mainz war dafür, Herr Hickler-Darmstadt nur dann, wenn der Festort keinen Ueberschuß erzielt. Herr Roeßler-Heidelberg stimmte gleichfalls zu, weil sonst das Gruppenschießen in Frage stehe. Da indessen die Kassenverhältnisse des Verbandes große Zuschüsse nicht vertragen könnten, kam man schließlich dazu, die Einlagen halb der Feststadt, halb dem Verband zu überlassen. Ein weiterer Antrag, die Statuten einer gründlichen Revision zu unterziehen und dazu eine Kommission zu wählen, wurde schließlich in der Weise angenommen, daß die Kommission, in welche die Herren Kallenberger, Kuppenheim, Heerdt, Meister, Gebhardt und Tropf als Mitglieder und die Herren Roeßler, Peter, Hickler, Heiser, Back und Straßer als Ersatzmänner gewählt wurden, unter dem Vorsitz von Herrn Kuppenheim noch in diesem Spätjahr in Frankenthal zu- sammentreten soll. Eine längere Debatte knüpfte sich an den Antrag des Pfälz. Schützenbundes, den Par. 4 der Verbandssatzungen so zu fassen, daß an den Verbandsschießen nur deutsche Schützen sich beteiligen können, welche auch ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben und Mitglieder des Deutschen Schützenbundes sind. Solche deutsche in Deutschland ansässige Schützen, welche nicht dem Verband angehören, erhalten Zutritt gegen Lösung einer Zulassungskarte von 10 Mark, von denen die Hälfte der Verbandskasse, die andere Hälfte der festgebenden Gesellschaft zufließt. Wie sehr diese Bestimmung im Interesse des Verbandes liegt, muß erst an drastischen Beispielen dargetan werden, ehe sie Annahme fand. Besonders Gebhard-Ludwigshafen trat mit aller Lebhaftigkeit im Interesse der Verbandsmitglieder für den Antrag ein, durch den das professionelle Schützentum mancher Länder ferngehalten werden soll. Die Abweisung solle grundsätzlich geschehen und es dürfte dabei keine Rücksicht auf reiche und selbst freigebige Ausländer eine Ausnahme zulassen. Auch die Beschränkung auf gewisse Scheiben werde wegen der eigenen Mitglieder, da sie sonst schwer dazu gelangen, sich einen Preis zu erringen, nicht gebilligt. Die Erhöhung des Einsatzes für die Stand- und Feldscheiben von 9 auf 10 Mk wurde debattelos angenommen. Zwei weitere pfälzische Anträge wurden bereits durch die badischen Anträge erledigt. Vom mittelrheinischen Schützenbnnd wurde beantragt „daß bei den Berbandsschießen auch für das Konkurrenzschießen eine Probe durch den festgebenden Verein stattfinde, um den Zeiger im Deuten unb Scheibenwechseln hinreichend einzuüben. Kuppenheim-Pforzheim sprach sich gegen den Antrag aus, den die Mehrzahl der übrigen Redner mit gewissen Modifikationen unb mit verschiedener Begründung befürwortete, sodaß er auch schließlich angenommen wurde. Ein weiterer Antrag, der bezweckte, die Stiftung von Eßwaren hintanzuhalten, wurde in verschärfter Form w angenommen, daß weder Eßwaren noch Tabak oder Zigarren als Ehrengaben geduldet werden. Ein weilergehender Antrag, daß auch die Stiftung von Getränken ausgeschlossen sein soll, würbe abgc- lehnt. ©er Antrag, daß Ehrengaben zu dem Berbandsschießen auf eine bestimmte Scheibe gestiftet werden können, jede weitergchende Beschränkung gestifteter Ehrengaben aber unzulässig sei, richtete sich gegen die Leitung des gegenwar- tigen Festes, weil sie eine Ehrengabe angenommen, die nach der Stiftung nur einem Pforzheimer als Gabe zufallen joll. Oberschu^enmeister Kuppenheim legte dar, daß der betreffende Spender "trotz aller Vorstellungen nicht zu bewegen gewesen
sei, seine Stiftung zu ändern, daß aber auch von solcher Abweisung nichts in den Statuten stehe. Der Alttrag wurde nach längerer Beratung mit der Bedingung angenommen, daß vom nächsten Schützenfest in Frankenthal an der Antrag in Kraft trith Das Verlangen des mittelrheinischen Schützenbundes, ihn bereits auf Pforzheim anzuwenden, wurde von den beiden anderen Schützenbünden abgelehnt. Ein weiterer Antrag, daß drei Wochen vor einem Verbandsschießen kein lokales Preisschießen «rangiert werden dürfte, wurde angenommen. Daß von Pforzheim 4 Schützen von dort zum Konkurrenzschießen zugelaffen waren, erregte den Widerspruch verschiedener Redner. Auf Antrag der Stadt Frankenthal vertreten durch den Vorsitzenden des dortigen Vereins, Herrn Tropf wurde beschlossen, das nächste 22. Verbandsschießen in Frankenthal abzuhalten. In die Schießkommission wurden die Herrn Meister-Frankfurt (Ersatzmann Heiser), Jocobs- Mainz (Ersatz Heerdt), Rösler-Heidelberg (Ersatz I. Estel- mann-Karlsruhe), A. Kuppenheim (Ersatzmann I. Hiltner) und Gebhard-Ludwigshafen (Ersatzmann Eberhard) gewählt. Schließlich wurde noch die Straßburger Schützengesellschaft in den badischen Landesschützenverein und damit in den Verband ausgenommen. Herr Kuppenheim schloß hierauf die Tagung mit einem Hoch auf den Verband, worauf noch Herr Meister-Frankfurt für die ruhige Leitung des Verbandstages Herrn Kuppenheim und dem Verein selbst für das glückliche Arrangement dankte.
* Rudersport. Der von der „Hanauer Rudergefellschaft 1879" auf der Jubiläums-Regatta in Würzburg errungene Ehrenpreis nebst Ehrenzeichen ist von heute ab bei der Finna Carl K a l k h 0 f f, Marktplatz 10, ausgestellt.
* Militärkonzert im Deutschen Hause. Nächsten Montag wird im Deutschen Hause das Trompeterkorps des kgl. bayr. schw. Reiterregiment aus Landshut ein Konzert geben. Der Anhaltische General-Anzeiger schreibt über ein in Dessau gegebenes Konzert: Das Trompeterkorps des kgl. bayr. schw. Reiterregiments gab gestern abend im Hohenzollerngarten ein Konzert. Der Besuch desselben war ein sehr guter zu nennen, und man kann wohl auch sagen, daß die Kapelle durch ihre Leistungen den guten Ruf, den sie überall bei dem mustkliebenden Publikum genießt, von neuem befestigt hat. Die Musiker, 24 an der Zahl, stehen unter der Leitung des Stabstrompeters Krümmel, eines Dirigenten, der nicht nur seine Leute zu großer Genauigkeit im Zusammenspiel erzogen hat, sondern auch recht beachtenswerte Dirigentenproben gab und besonders nach der aparten Leistung, die man von ihm als Komponist zu hören bekam, noch ferner von sich reden machen wird. Ruhig und sicher suggeriert er den empfundenen Charakter des Tonstückes seinem Orchester und gibt so schon äußerlich den Hörern ein Gefühl des Vertrauens, eine Sicherheit des Genusses, die durch die Präzision der Kapelle noch gesteigert wird. Neben den allezeit zugkräftigen Militärmärschen bot die Kapelle dem den Garten füllenden Publikum manche technisch schwierige, nur von einer starken, gutgeleiteten Kapelle im Sinne des Komponisten ausführbare Nummer. Dies gilt in erster Linie von Wagners Erinnerung andas Bühnenfestspiel „DerRing desNibe- lungen",KreutzersOuvertürez.Op.,.Das Nachtlager v.Granada" und Stranß's Divertissement a. b. Operette „Die Fledermaus". Das melodiöse Potpourri a. d. Oper „Martha", der sich in edlen Formen bewegende Walzer „Die Dorfschwalben" und das reizende „Blumenlied" waren allerliebste Sachen, denen der lebhafleste Beifall gespendet wurde. Eine ansprechende Wirkung hatte zum Schluß des Programms besonders auch der packende Erzherzog Franz-Ferdinand-Marsch, eine Komposition des Herrn Krümmel. Die Zuhörer verblieben trotz der merklichen Kühle bis zum Schluß des Konzertes, das sich durch einige Zugaben bis gegen 12 Uhr ausgedehnt hatte, im Garten; dies beweist, daß die Kapelle das Publikum aufs angenehiuste unterhalten hat.
* Schwere Gewitter entluden sich in versloffrner Nacht, begleitet von ergiebigen Niederschlägen. In Ginn- h e i m schlug der Blitz nach einem uns zugehenden Telegramm in die evangelische Kirche. Der Turm und die Hauptmauer würben schwer beschädigt, das innere Gebälk und Mobiliar zum größten Teil zerschmettert.
FC. Kriegsgericht der 21. Diviston. Eine weißleinene Hose von der Kriegsgarnitur und ein Paar Lederhandschuhe hieß der Musketier Karl Cl. von der 8. Komp. 166. Regts. mitgehen, als er am 9. Juni als Kammerarbeiter fommanbiert war. Er ist ein wiederholt rückfälliger Dieb. Das Kriegsgericht verurteilte ihn unter .Annahme miloernber Umstände zu 4 Monaten Gefängnis und Versetzung in die 2. Klasse.
* Gitte Haussuchung fand bei dem Goldarbeiter K in Lanaendiebach statt, doch trifft es n i ch t zu, daß dessen