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Die deutsche Mobilmachung im Kriege 1870171.

Im preußischen Kriegsministerium ist von dem Wirk­lichen Geheimen Kriegsrat Lehmann ein Werk über die Mobikmachung im Jahre 1870 verfaßt worben, das interessante Angaben über die Mobilmachung Preußens und des Nord­deutschen Bundes enthält, mährend Bayern, Württemberg und Baden fehlen.

Ganz besonders werben die Verdienste des damaligen Kriegsministers v. Roon hervorgehoben, dessen umsichtigen rmd bis in die kleinsten Einzelheiten geregelten Vorbereitungen es zu verbauten war, daß die Mobilmachung glatt und rasch vor sich ging, wodurch die strategische Ueberraschung des fran­zösischen Heeres und bannt die erfochtenen glänzenden Siege mit in erster Linie ermöglicht wurden. Dagegen wird aber auch ganz offen zugestanden, daß Frankreich im Aufgebot und in der Formierung neuer Truppenteile außerhalb des vorgesehener: Rahmens uns bedeutend überlegen war. Während in Preußen an neuen Truppenteilen im ganzen nur zwei Bataillone, das 1. und 2. Reserve-Jägerbataillon, aufgestellt worden sind, hat Frankreich dagegen in derselben Zeit über 1h- Million kriegsdienstfähige Leute ausgehoben, organisiert und ins Feld gestellt. Freilich stand hierfür in Frankreich an­fangs auch ein relativ zahlreiches Menschenmaterial zur Ver­fügung, da Landwehrformationen in dem Umfange wie in Preußen nicht bestanden, aber trotzdem bleibt die Gesamtleistung im Aufstellen neuer kriegsfähiger Truppenteile auf französischer Seite eine viel höhere als in Preußen-Deutschland. Auch Moltke hat wiederholt dieses Versagen unserer Organisation während des Winters 1870/71 bedauert und auf den Umstand zurückgeführt, daß der Kriegsminister im Felde weilte, während sein Aufenthaltsort hätte Berlin sein müssen. Wenn trotz dieser Mängel während des ganzen Feldzuges das deutsche Heer so großartige Erfolge erzielte, so ist das ein glänzendes Zeugnis von der Leistungsfähigkeit und Tüch­tigkeit sowohl unserer Truppen wie auch der Heeresleitung im Felde.

Interessant ist auch der in dem Buche in einer Uebersicht geführte Nachweis, daß die Ausfälle an einbeorderten Mann­schaften der Reserve, der Landwehr und der Ersatzreserve 1. Klasse im Osten der Monarchie bedeutend größer waren als im Westen. So betrugen z. B. diese Ausfälle in den Landwehrbezirken Gumbinnen 42, Goldap 37, Schneidemühl 35, Rawitsch 45, Hirschberg 40 vorn Hundert, während bei sämtlichen preußischen Landwehrbezirken das 7., 8., 10. und 11. Armeekorps nur ein einziges (Geldern) über 20 Prozent Ausfall zu verzeichnen hatte. Sehr ungünstig steht in dieser Beziehung auch der Landwehrbezirk Apenrade. Es ist damit die Zugleich auch in politischer Beziehung interessante Tat­sache festgestellt, daß man sich in den Bezirken mit polnischer rind dänischer Bevölkerung im Jahre 1870 bem Heeresdienste in viel höherem Maße zu entziehen versuchte als in rein deutschen Bezirken.

Einjahrig-Freiwillige wurden in ben preußischen Truppen­teilen nach dem Mobilmachungsbefehle im ganzen 8850 ein­gestellt, und zwar bei der Infanterie 6573, bei der Kavallerie 806, bei der Feldartillerie 1078, bei der Festungsartillerie 179, bei den Pionieren 179 und beim Train 35.

Da, wie erwähnt, die statistischen Angaben in dem Werke nur auf die Mobilmachung Preußens unb der damals im preußischen Verbände stehenden Kontingente sich beziehen, so ist damit eine sichere statistische Unterlage für die Beteiligung des gesamten Deutschlands an dem großen deutsch-französischen .Kriege noch nicht geschaffen, aber es darf wohl mit Be- stimmtheit erwartet werden, daß diese Angaben in absehbarer Zeit noch auf sämtliche deutsche Staaten erweitert werden.

Hus aller Mèit.

Die Braut erschossen. In Düsseldorf erschoß der Schneidergeselle Sonnabend seine Braut namens Wintges aus Solingen und dann sich selbst, weil das Mädchen nicht zur Heirat zu bewegen war.

fühlte sich unsicher und bedrückt. Ein Wagen war bald ge­funden. Die junge Frau stieg ein und ihr Begleiter fragte, als er sich von ihr verabschiedete, welche Adresse er dem Kutscher nennen sollte.

Welche Adresse? Nelli fuhr in jähen: Schreck zu­sammen. Himmel Sie hatte sich weder Straße noch Namen ihres Logis gemerkt. Nette Bescherung! Was tun? Und nochmals tönte die Frage gleich einer Posaune von Jericho an ihr Ohr:

Welche Adresse darf ich dem Kutscher nennen, gnädige Frau?"

Hotel zum König von Bayern", stieß Nelli in ihrer Herzensangst heraus, um Zeit zu gewinnen, sich des unbe- quemen Fragers zu entledigen.

Die Wagentür klappte zu und rasselnd fuhr der Wagen über das holprige Pflaster.

Vergebens sann und grübelte die geängstigte Frau. Ihr Gedächtnis war gänzlich ausgelöscht. Sie konnte sich nicht auf den richtigen Namen besinnen.

Der Portier desKönig von Bayern" war höchlichst er­staunt, die Fremde, die er heute schon einmal abweisen mußte, wieder vor sich zu sehen:Ich bedauere, werte Dame, es ist nichts frei geworden." Als Nelli ihn mit stocken­der Stimme fragte, ob er nicht die Namen einiger Logier­häuser nennen könne, legte er ihr ein Verzeichnis der Hotels und Fremderrpensionen vor. Verzweifelt blätterte sie in deut dicken Bande hin und her. Der rechte Name kam ihr nicht vor die Augen. Sie entfernte sich dankend.

Unschlüssig eilte sie Straße auf, Straße ab, beschrieb un­bewußt einen großen Kreis und gelangte zuletzt wieder in die Nähe des Hotels zum König von Bayern. Ratlos schritt sie auf und ab.

Ein Polizist hatte die sonderbare nächtliche Spazier­gängerin bereits einige Zeit mit kritischen Blicken beobachtet, und späte Passanten blickten sich immer wieder nach der vor­nehmen Erscheinung um, die offenbar um diese Stnnde nicht auf die Straße zu gehören schien.

Nelli fühlte, daß sie einen Entschluß fassen mußte. Hier umherlaufen konnte sie nicht länger, im Hotel würde man sie ohne Gepäck um diese Zeit auch nicht aufnehmen. Sie schritt, ihren letzten Rest au Mut zusammennehmend, auf den Polizisten zu und bat ihn, ihr die nächste Polizeiwache zu zeigen.

Der Beamte blickte sie erstaunt an. Stuf ihre Erklä­rung hin schüttelte er ungläubig den ßopf. Er glaubte, eine Geisteskranke vor sich' zu haben und führte 'sie zur Wache.

Aus Eifersucht mit Karbol begossen wurde von feiner Frau der 40jährige Reisende Gustav Wenzel in Berlin. Der seit 13 Jahren in kinderloser Ehe lebende Mann kam am 21. b. Mts. in angetrunkenem Zustande nach Hause und legte sich nach einem Streit mit feiner überaus eifersüchtigen Frau zu Bell. In ihrer Wut hob die Frau dein Schlafenden das Deckbett hoch und begoß ihn mit einer Menge Karbol derartig, daß er über den ganzen Körper Brandwunden er­litt unb nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. Hier ist er gestern nacht seiner: schweren Verletzungen erlegen. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlag­nahmt worden.

Die Genickstarre in Schlesien. In der vergangenen Woche sind im Stadt- und Landkreise Kattowitz 24 Personen an der Genickstarre gestorben. 109 befinden sich noch ir: ärztlicher Behandlung. Die Gesarirtzahl der Erkrankungen im Stadt- und Landkreise Kattowitz beträgt 763, die der Todesfälle 520. In: Kreise Hirschberg, zu dem das ganze Riesengebirge und ein Teil des Jsergebirges gehört, ist, wie der Landrat des Kreises mitteilt, bis heute kein Fall von Genickstarre vorgekommen.

Ein Mord ans Eifersucht wirb aus Aachen gemeldet. Im benachbarten Neutralmoresnet wurde ein junger Mann, der mit seiner Braut abends einen Spaziergang unternahm, von zrvei Personen angerempelt und durch Stiche ins Herz getötet. Es handelt sich um einen Mord aus Eifersucht. Der Täter entkam in der Dunkelheit, ist jedoch von dem Mädchen erkannt worden.

DopPelselbstmorÄ. In Bregenz kau: nachts ein junges Paar an, das in einem Hotel ein Zimmer bewohnte. Am andern Morgen in der Frühe verließ der Mann das Hotel, angeblich um für seine Frau ein Medikament zu holen. Er aber schlug die Richtung gum Gondelhafen ein, mietete ein Boot und fuhr in den See hinaus, einem vorüberfahren­den Dampfer entgegen. In der Nähe des Schiffes ange- fommen, sprang er' über Bord, gerade in die Radschaufeln hinein, von welchen er erfaßt und in die Tiefe gerissen wurde. In: Hotel war man unterdessen in das Zimmer der Freniden, da auf wiederholtes Klopfen keine Antwort er­folgte, eingedrungen. Man fand die junge Frau bewußtlos im Bette liegend. Zwei herbeigerufene Aerzte stellten Arsenik­vergiftung fest. Ihren Bemühungen gelang es, die Unglück­liche zum Leben zurückzurufen. Sie dürfte genesen. Aus den Vorgefundenen Papieren wurde festgestellt,' daß die Bei­den ein Liebespaar sind, das ohne Wissen der Eltern, die sich ihrer Verbindung widersetzten, durchgegangen und völlig mittellos war. Er ist ein 24jühriger Bergbautechniker na­mens Max Platzl aus Leoben, sie ist die 20jährige Tochter des Weinhändlers S ch r e d l aus Obernalp bei Retz (Nieder­österreich.)

Ansgespiestt. Der 60 Jahre alte Viehtreiber Wilhelm Lange wurde auf dem Zentral-Viehhof Berlin im Ninder- stall A. 13 von einem Bullen aufgespießt. Obwohl man ihn sofort nach der dortigen Rettungswache schaffte, war eine Rettung nicht mehr nwglidj. Der Tod war infolge innerer Verblutung schon unterwegs eingetreten. Die Schuld soll den Verunglückten selbst treffen, da er trotz vorheriger Warnung ohne Vorsichtsmaßregeln an das bösartige Tier herangegangen war.

Todesurteil. Das Schwurgericht verurteilte den 22jähr. aus Hamburg stammenden Heinrich Feddern, der s. Zt. seine Quartiergeberin ermordet hatte, zum Tode durch den Strang.

Was ist ein Menschenleben wert? Die Frau des Restaurateurs Ortala aus Paris hatte im verflossenen Winter eine Reise nach Rodez unternommen. Unterwegs erfolgte ein Zusammenstoß des Zuges mit einem ans entgegengesetzter Richtung kommenden Güterzuge, und Frau Ortala trug bei dieser Gelegenheit so schwere Verletzungen davon, daß sie nach wenigen Tagen verstarb. Der Ehemann verklagte da­rauf die Eisenbahngesellschast auf eine Entschädigung von 80 000 Frank, und dieser Tage mußte sich die vierte Pariser Kammer über die schwere Frage schlüssig werden, was ein Menschenleben wert ist. Das Gericht nahm die Schuld der Eisenbahngesellschaft als erwiesen an und sprach dem Ehe- I mann einen Schadenersatz von 12 000 Franken zu. Außer-

Ein peinigendes Kreuzverhör, dem sie auf dem Polizei- bureau ausgesetzt war, brachte Nelli erst die ganze Trost­losigkeit ihrer Situation zum Bewußtsein und erpreßte ihr Tränen der Angst.

Als der Wachtmeister von der jungen Frau keine be­friedigende Antwort erhalten konnte und nicht wußte, was er mit der freiwilligen Besucherin beginnen sollte, rief er den wachthabenden Leutnant.

Der kundige Beamte sah auf den ersten Blick, daß er es mit einer Dame von Welt zu tun hatte.

Er führte die gänzlich Erschöpfte und Geängstigte in sein Arbeitszimmer, bot ihr höflich einen Sessel an und fragte sie nach ihrem Begehr. Abermals erzählte Frau Nelli ihre Leidensgeschichte, die er mit teilnehmender Miene anhörte: Herr Leutnant," schloß sie ihren Bericht,was soll ich tun? Der Name meines Hotels ist mir entfallen und anderwärts nimmt man mich ohne Legitimation und ohne Gepäck jetzt nicht auf. Helfen Sie, raten Sie mir."

Ja, gnädige Frau, da ist schwer raten," antwortete ber Leutnant und betrachtete die schöne Frau wohlgefällig- Wollen Sie hier bleiben? Ich begebe mich dann in die Wachtstube und überlasse Ihnen dieses Reich."

Das geht nicht," sagte Nelli, indem sie sich auf ihre Energie besann.AufderWachekannichdieNachtnichtzubringcry nicht einmal als Ihr Logierbesuch," fügte sie mit koketten: Lächeln hinzu.Aber ich denke, wenn Sie mir einen Ihrer Leute gleichsam als Legitimation mitschicken, werde ich ein Unterkommen finden. Die Polizei, sagt man, sei allmächtig."

Von Herzen gern, gnädige Frau, das ist ein vorzüg­licher Gedanke. Ich werde außerdem an ein renommiertes Hotel telephonieren. Dorthin können Sie sich begeben. Sie werden da einen angenehmen Aufenthalt finden." Der Polizeileutnant war von großer Zuvorkommenheit, denn die bildhübsche und interessante Fremde hatte sein Herz im Sturm erobert.

Haben Sie tausend Dank, Herr Leutnant. Aber nun bleibt doch die Frage offen, auf welche Weise ich morgen in mein ursprüngliches Logis und damit an meine Koffer gelange?"

Dieserhalb brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, meine Gnädige. Ich werde morgen früh bei sämtlichen Fremdenpensionen telephonisch Nachfragen lassen, ob man eine Dame Ihres Namens vermißt hat.

Das ist außerordentlich liebenswürdig, Herr Leutnant. Ich bin Ihnen für Ihre Hilfe so dankbar, wirklich, ich danke Ihnen von Herzen." Mit diesen Worten reichte Nell:

__________________°.________28. Juni. dem muß die Gesellschaft der kleinen Tochter der GetöteteU bis zu ihrer Großjährigkeit eine jährliche Rente von 60° Frank zahlen.

Auch einHermatschntz". Auf einer etwa 12 Bietet hohen Eiche in Wittenberg hatte sich vor mehreren Jahren ein Stocchpaar angesiedelt und wiederholt Junge in seinem BeÜ aufgezogen. In diesem Jahre wurde den Störchen der Besitz des Nestes insofern streitig gemacht, als junge Triebe der Eiche durch das Nest gewachsen waren, die die Störche nicht beseitigen konnten. Man wandte sich an das Kom- mando der Feuerwehr, und diese rückte dieser Tage mit der mechanischen Leiterzur Uebung" aus und machte den Stör­chen ihr Nest wieder wohnlich.

Aufruf.

, ^m 31. Mai 1809 starb Ferdinand von Schill mit vielen seiner Getreuen in Stralsund den Heldentod. Die Ansichten über ihn, die Seinen und seinen Zug haben sich geklärt. Was sie menschlich fehlten ist vergessen, unvergeß­lich aber bleibt, daß sie in den Zeiten der tiefftep Erniedrigung und des härtesten Druckes der Fremdherrschaft den Glauben an das Vaterland nicht verloren und ohne einen selbstsüch­tigen Gedanken für seine Befreiung kärnpften und starben. Der Erfolg war nicht auf ihrer Seite, aber daß Männer da waren, die ohne Bedenken ihr Leben für das geknechtete Vaterland hingaben, daß es allen sichtbar vor die Augen trat, der König brauche nur zu rufen und des Volkes edler Teil werde ihm jauchzend in den Kampf folgen, war der große ideale Gewinn des Heldenzuges Schills und der Seinen.

Die Stelle, wo der Held in Stralsund fiel, und die Stätte, wo sein Körper ruht, sind zwar bezeichnet, aber ein Denkmal, das Seiner und seiner Kampfgenossen würdig ist, fehlt. Die Unterzeichneten sind zirsammengetreten, um

Ferdmmrd Wh Schill

und die Seinen in Stralsund, wo der kurze glänzende Tag ihres Heldentums erlosch, durch ein

Standbild

zu ehren. Wer bereit ist, zu diesem Werke der Dankbarkeit beizutragen, wird gebeten, seine Gabe zu senden an die Neuvorpommersche Spar- nnd Kredit-Bank, Stralsund, Frankenstr. 9tr. 34/35.

Stralsund den 31. Mai 1905.

Wilhelm Fürst zu Putbus, Staatsminister Erblandmarschall des Fürstentums Dr. von Boetticher, Rügen und der Lande Barth. Oberpräsidentd.Pr. Sachsen.

Ritter und Edler von Oetinger, Oberstleutnant und Kommandeur des Husaren-Regiments von Schill (1. Schles.) Nr. 4.

Dr. Berndt. Erster Bürgermeister Gronow.

Kaufmann H o l t f r e t e r. Pastor Hornburg. Oberst Iohn von F r e y e n d. Ratsherr Kirchhoff. Justizrat Krey. Geheimer Sanitätsrat Dr. Pütter. Konsul S a e g e r. Regierungspräsident Scheller.

Bankdirektor Schmidt. Tischlermeister H. F. Schultz. Dr. Struck. Gymnas.-Oberlehrer Trommlitz.

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MSBasasaEi88SKSaramiBBaUB^*M3WMa)ESEM3Egffi^SglBSBasaMM«M<Mar^^ ihrem Schutzgeist beide Hände entgegen und sah ihn mi ihren feuchtglänzenden Augen innig an.

Der Leutnant zog ihre feinbehandschuhten Finger mt seine Lippen und meinte herzlich:Es macht mich außer­ordentlich glücklich, Ihnen gefällig sein zu können. Hoffent­lich wird Ihnen die heutige Aufregung nicht schaden." I Und nach einigen Augenblicken fügte er hinzu:Darf ich mich morgen vormittag persönlich nach Ihrem Befinden er­kundigen? Ich könnte Sie daun selbst in Ihr verlorenes Hotel' geleiten !"

Ich werde mich freuen, Sie wiederzusehen. Also auf morgen, Herr Leutnant!"

Wünsche wohl zu ruhen, gnädige Frau!"

Nelli fand auf Empfehlung hin ein komfortables Zimmer. Sie schlief prächtig und träumte von einem Schutzengel in der Uniform eines bayerischen Polizeioffiziers.

An: folgenden Vormittag ließ sich der Leutnant melden. Beim Eintritt überreichte er ihr einen Strauß wundervoller Rosen, in deren Mitte ein Zettel mit der Adresse ihres gestrigen Logis steckte.

Nelli war hoch erfreut über die zarte Bufmertfamfeit und dankte mit warmem Herzenston in der Stimme.

Der Leutnant aber war heute, als er sie, vom langen Schlafe erfrischt mit rosigen Wangen und strahlenden Augen wiedersah, noch mehr entzückt von ihr als am Abend vorher. Im Laufe der Unterhaltung, die sich nun entspann, stellte er sich ihr in seiner dienstfreien Zeit als Cicerone zur Ver- pigung und versprach ihr, sie mit allen Herrlichkeiten der schönen Jsarstadt bekannt zu machen.

Frau Nelli nahn: dankend an, denn auch sie empfand mehr als ein flüchtiges Interesse für den schönen Mann, den sie auf so eigentümliche Weise kennen und schätzen ge­lernt hatte.

So streiften denn die beiden durch München, machten Ausflüge in die herrliche Umgegend und vergnügten sich.

Ganze vierzehn Tage brachte Nelli in der Hauptstadt Bayerns zu. Als sie sich bann eines Tages von ihrem Be­gleiter verabschiedete, um die Heimreise anzutreten, fragte der Leutnant, ob sie nicht wiederkommen wollte, um dauernd in München zu bleiben.

Was sollte ich wohl ohne Angehörige allein für immer in München beginnen?" fragte die junge Frau mit listiges Lächeln.

Einen Menschen glücklich machen!" war die prompte Antwort.Nelli, wollen Sie Frau Leutnant werden?"

Frau Nelli wollte.