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Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« deS verein, ev.

Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Mt- nnD Norris Sanas.

Die fünfgespalteue Petüzeile oder deren Ramu 15 Mg., im atetlamenteil die Zeile 35 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 142 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Dienstag den 20. Juni

Fentsprecharrschlrch Nr. 605

1905

A itliches

Stadtkreis Hanau. Steuererhebung.

Mit dem 24» d. Mts. läuft der Zahlungs­termin für Steuern und Schulgeld für das 1. Merteljahr 1905 ab, und es wird daran an- fchlietzend mit Mahnung und Zwangsvollstreckung vorgegangen.

Dom 29. bis 30. vormittags 10 Uhr bleibt Vie städtifche Steuerkaffe der Revision wegen geschloffen.

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GrandstücksverpachUmg.

Die domänenfiskalischen Grundstücksparzellen Kartenblatt Y Nr. 101/36 Pachtabteilung 8 und 9 in der Fläche von zusammen 3,2027 ha, Acker Äm Taubenkopf der hiesigen Gemarkung, sollen vom 1. Januar k. Js. ab auf 4 Jahre, also bis zum 1. Januar 1910, anderweit öffentlich meist­bietend verpachtet werden.

Termin hierzu wird auf Mittwoch den 21. d. Mts., vormittags 10 Uhr, in das Geschäftszimmer des Domänen- Rentamts, Fronhof 4, hierselbst anberaumt.

Hanau den 13. Juni 1905.

Reinhard t,

Domänenrentmeister. 11698

Gesnndenc und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 unechtes Armband, 1 weißer Kinder- Florenünerhut mit Maiblumen, 1 Taschenmesser, 1 Hand- 'örbchen mit blauer Arbeitsschürze, 1 schwarzer Damengürtel mit silberner Schnalle, 2 weiße Kinderstrohhüte, 1 silberne Herrenuhr mit Kette, 1 schwarzseidener Damengürtel mit weißer unechter Schnalle, 1 Führungszeugnis für den Grenadier Heinrich Stein aus Hochstadt, 1 Portemonnaie mit 74 Pfg.

Verloren: 1 gelbes Steppkissen zum Sportwagen, 1 Portemonnaie mit 8 Mk., in der Messe 1 Portemonnaie mit 18 Mk.

Eingefangen: 1 schwarzer Spitzhund.

En t l a u f e n : 1 rehbrauner Rehpinscher.

Zugeflogen: 1 Brieftaube mit Ring am Fuß Nr. 156.

Hanau den 20. Juni 1905.

Hus Hanau Stadt und £and.

Hanan, 20. Juni.

* Die MainkanalifaLion. Auf dem bayerischen Kanaltage in Bayreuth ergriff bei dem Festmahle Prinz Ludwig von Bayern das Wort, ausführend: Er könne der Versammlung die freudige Mitteilung machen, daß nach dm neuesten Nachrichten, die er erhalten, der Abschluß des Staatsvertrages mit Preußen wegen Fortsetzung der Mainkanalisierung bis Aschaffenburg in absehbarer Zeit bevorstehe. Aller­dings seien noch Schwierigkeiten zu überwinden. Vor allem wird es sich darum handeln, ob die Frage der Schiffahrts­abgabe geregelt werden könne. Er persönlich sei entschiedener Gegner dieser Abgaben und für völlige Freiheit auf allen Wasserstraßen; es fragt sich nur, ob man nicht doch das kleinere Uebel der Schiffahrtsabgabe in Kauf nehmen solle, wenn man auf diesem Wege überhaupt etwas erreichen könne. Als praktischer Mann müsse er sagen, daß man sich aus letzteren Standpunkt stellen müsse, allerdings unter der Voraussetzung, daß die Abgaben so rasch als möglich wieder aufgehoben werden.

kl. Turnerisches. Am Sonntag vormittag fand in der Turnhalle des Turnvereins zu Frankfurt a. M. eine gemein­schaftliche Beratung der Gauausschüsse der beiden Turngaue Mainz au und OffenbachHanau unter dem Vorsitz des Kreisvertreters des IX. Turnkreises (Mittelrhein), Großh. Turninspektor Schmuck aus Darmstadt statt, der sich mit der endgültigen Abgrenzung der beiderseitigen Gaugebiete beschäftigte. Die Verhandlungen hatten das erfreuliche Er­gebnis, daß e i n st i m m i g der Main als Grenze zwischen beiden Gauen angenommen wurde, so daß also künftig das Gebiet des Maingaues den Stadt- und Landkreis Hanau und dasjenige des Gaues Offenbach den hessischen Kreis Offenbach umfaßt. Die im Gebiete des einen Gaues ge­legenen, aber zur Zeit noch zu dem andern gehörigen Vereine

werden gegenseitig ausgetauscht. Die Zustimmung aller be­teiligten Turnvereine beider Gaue soll auf einem später ein- zuberufenden gemeinsamen Turntag eingeholt und dabei auch über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Abkommens und die sonstigen Uebergangsbestimmungen verhandelt werden. Nach diesem von echt turnerischem Sinne zeugenden Ab­kommen wird also die gegenwärtig noch zum Gau Offenbach gehörende Turngemeinde Hanau wieder zu dem Maingau (an dessen Gründung sie 1860 mitbeteiligt war und dem sie bis 1879 angehörte) zugeführt, ebenso die 1882 gegründete Turngesellschaft Hanau sowie der Turnklub Groß-Auheim. Auf der hessischen Mainseite werden dagegen neun Vereine, die bisher dem Maingau ange­hörten, künftig dem Gau Offenbach (der ZusatzHanau, der eigentlich stets der inneren Berechügung entbehrte, fällt damit von selbst) zugeteilt. Wir zweifeln nicht, daß alle be­teiligten Vereine diesem von den beiderseitigen Gauleitungen einhellig gefaßten Beschlusse zustimmen, wodurch einem Zustand ein Ende gemacht wird, der schon vor Jahrzehnten als ein der deutschen Tarnsache ebensowenig würdiger als förderlicher anerkannt wurde. Hoffentlich werden auch die weiteren Schritte durch beiderseitigen guten Willen so ge­fördert, daß wir schon auf dem im nächsten Jahre in Hanau stattfindenden Mittelrheinischen Turnfeste alle Turnvereine Hanaus in einem Gau vereinigt sehen.

* Kelvbergsesi. Das diesjährige Turn- und Volksfest auf dem großen Feldberg findet am Sonntag den 25. ds. Mts. statt. Die Feldbergfeste (das diesjährige ist das 52.) wurzeln in den Befreiungskriegen, als Deutschland schwer danieder­lag. Am 18. Oktober 1814 versammelte ein zündender Auf­ruf von Ernst Moritz Arndt taufenbe von Wanderern um ein mächtig loderndes Feuer, denen der große Dichter selbst um die Mitternachtsstunde eine Ansprache hielt. So hat sich das Fest als Zielpunkt der Wanderung tausender im Laufe der Jahrzehnte ausgebildet und ist zur Pflanzstätte des volks­tümlichen Turnens bei uns geworden. An 800 Wetturner versammeln sich zum friedlichen Wettkampf auf der herrliche Fernsicht bietenden Höhe. Turnspiele werden ausgeführt und zahlreiche Turnvereine benutzen die Gelegenheit zum Besuch des Feldbergs. Das Wetturnen findet statt im Stabhoch-, Freihoch-, Weithochsprung und Steinstoßen. 24 Punkte be­rechtigen zum Sieg. In diesem Jahre wird das Fest eine noch größere Weihe erhalten durch die Teilnahme der Ge­sangriegen der Turnvereine. Dieselben versammeln sich mittags 1 Uhr am Brunhildisfelsen zum Vortrag zweier ge­meinsamer Lieder. So verspricht das 52. Jeldbergfest ein herrliches Volks- und Turnfest zu werden, dessen Besuch auf dem von Kronberg und Königstein in 2 Stunden leicht zu erreichenden Gipfel unseres Bergriesen nur angelegentlichst empfohlen werden kann.

* Schützentag des Mittelrheinischen Schützen­bundes. Unter dem Vorsitz des Herrn Carl Gräff- Bingen tagte am Sonntag in Mainz in demSchützenhaus" der diesjährige Schützentag des Mittelrheinischen Schützen­bundes. Nach einer kurzen Begrüßung von feiten des Vor­sitzenden wurde festgestellt, daß von 55 Schützenvereinen der Schützentag von 29 Schützenvereinen beschickt worden war. Bei der nunmehr erfolgten Wahl der Delegierten zum Ver- bandstage in Pforzheim, welcher am 11. Juli stattfindet, wurden folgende Herren zu Delegierten gewählt: Schützen­meister Heerdt-Mainz, Meister-Frankfurt a. M., Hickler- Darmstadt, Grünig-Wiesbaden, Müller-Offenbach; als Er­satzmänner wurden gewählt die Herren Suder-Mainz, Huppe- Offenbach, Ad. Jung-Frankfurt a. M., Schmitt Ij. -Darm- stadt. Ein ' Antrag des Schützenvereins Wiesbaden:Bei Preisschießen darf aus laufendes Wild nur mit Jagdgewehren geschossen werden" rief starken Widerspruch hervor; der Vor­sitzende hob hervor, daß man schon im Interesse der fest­gebenden Städte diesem Antrag nicht zustimmen könne, und zwar im finanziellen Interesse; wenn man den Schützen erlauben würde, auf die Jagdscheibe nur noch mit Jagdge­wehren zu schießen, würden sich nur wenige Schützen an diesen! Schießen beteiligen. Der Anttag wurde mit großer Majorität abgelehnt. Die weiteren Anträge des Schützen­vereins Wiesbaden gaben zu längeren, stellenweise heiteren Debatten Veranlassung; dieselben lauteten:1. Infolge der gemachten Erfahrungen ist es dringend notwenbig, daß bei Preisschießen auch für das Konkurrenzschießen vorher ein Probeschießen stattfindet. 2. Die Stiftung von Ehrengaben, aus Eßwaren oder Zigarren bestehend, ist nicht erwünscht, da solche Genußmittel kein dauerndes Erinnerungszeichen bilden. Aus diesem Grunde werden die Festausschüsse der Verbands­schießen gebeten, den Stiftern solcher Genußmittel den Wunsch zu unterbreiten, dieselben durch andere Stiftungen zu er­setzen." Der Vertteter von Wiesbaden begründete besonders

den letzteren Antrag damit, daß bei dem letzten Verbands' schießen in Bingen ein Schütze in Wiesbaden 15 Kistchen Zigarren als Preis erhalten hätte; der bett. Schütze rauch« gar nicht, die Zigarren hatten daher für ihn gar keinen Wert. In Hannover sei es vorgekommen, daß eine Torte als Preis gestiftet gewesen sei; ein halbes Jahr nach dem Schützenfeste in Hannover habe der Preisschütze die Torte erhalten. Bei dem ersten Anträge spricht sich Herr Gräff aus finanziellen Gründen gegen denselben aus, da ein noch­maliges Probeschießen die festgebende Stadt viel Geld kosten würde; auch dem zweiten Anträge könne er nicht zustimmen, wenn man Zigarren ausschließe, müsse man auch Wein^nnd Champagner als Preise ausschließen. Für das nächste Schützenfest in Pforzheim habe er neuerdings für 600 Mark Zigarren als Preise gestiftet. Die beiden Anträge werden motiviert und sollen nur Eßwaren als Preise ausgeschlossen werden, auch sollen die beiden Anträge nur den festgebenden Städten zur Kenntnis gebracht werden.

Jg. Die Heuernte ist nunmehr bei uns int vollsten Gange. Die Sense legt so gewaltige Grasmengen nieder, sodaß unsere Landwirte erfreulicherweise in diesem Jahre an Futterinangel nicht zu leiden haben werden. Die Ernte selbst ist bis jetzt vom schönsten Wetter begünstigst worden und viele fleißige Hände sind deshalb vom frühen Morgen bis in den Abend hinein beschäftigt, das buftige Heu zu bergen.

* Viehmarkt. Morgen früh, 6 Uhr beginnend, findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.

* Mainwafferwärme gestern abend 18 Grad.

* Konzert im Vürgerbrä«. Wir machen an diesek Stelle nochmals auf das heute abend im Konzertgarten Bürgerbräu" stattfindende 2. Abonnementskonzert, ausge­führt von der bestens renommierten Kapelle des Infanterie- Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 aufmerksam. Herr Kapellmeister Schmidt hat für ein vorzügliches Programm Sorge getragen.

* 55. Abonnements-Konzert der Nlaneu-Kapelle iur Deutschen Haus. Am nächsten Donnerstag abend gibt unsere Ulanen-Kapelle das IL Abonnements-Konzert in dem schönen Konzertgarten zum Deutschen Haus mit gut ge­wähltem Programm, auf welches wir an dieser Stelle noch näher zuruckkommen werden. Da der Besuch des I. Konzertes trotz des verhältnismäßig ungünstigen Witterrmg dennoch ein zahlreicher war und jede einzelne Piece des Programms mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, so ist wohl zu erwarten, daß auch das bevorstehende sich derselben Sym­pathie von feiten des musikliebenden Publikums erfreuen wird. Wir wünschen der wackeren Kapelle sowie dem eifrigen Wirt vor allem einen recht angenehmen Sommerabench dann wird auch die erwartete Beteiligung nicht ausbleiben.

* Winklers anatomisches Museum auf dem Metz­platz wird auch dieses Jahr wieder an Freitagen sogenante Damentage halten, d. h. das ganze Museum ist an diesen Tagen von Nachmittags 2 Uhr ab ausschließlich nur für Damen reserviert. Dieses Entgegenkommen gegenüber den Damen seitens der Direktion wurde von der Damenwelt stets durch regen Besuch des Museums belohnt, umsomehr, da an diesem Tage eine Spezial-Ausstellung von Präparaten über Familienleiden und Kinderkrankheiten geöffnet ist. Unsere verehrl. Leserinnen wird es interessieren zu erfahren, daß das Museum gerade in dieser Beziehung Hervorragendes bietet und durch den Erwerb eines einzig dastehenden Präparates unerreicht dasteht. Die Vorträge werden durch eine Dan re (Frau Direktor Rölz-Winkler) gehalten. Dieses Präparat- würde bis jetzt nur in Bremen und Hamburg im Winkler-' schen Museum gezeigt und äußern sich die dortigen Zeitungen in jeder Beziehung äußerst anerkennend über dasselbe.

* Eine teure Fahrt. Der Arbeiter O. hier und sein Sohn waren am Westbahnhof mehrfach beobachtet worden, daß sie in den Frankfurter Zug in zweiter Klaffe entstiegen, obwohl sie nur Wochensahrkarten 4. Klasse hatten. Eures Morgens wurde reuibiert und die beiden wieder in der 2. Klasse betroffen. Das Schöffengericht hatte den O. sen. unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen rmd weil er dem Gettcht ganz dreiste Märchen aufband, zu einer mehrwöchigen Ge­fängnisstrafe verurteilt, O. jun. tam mit 10 Mk. Geldstrafe davon, weil er unter dein Einfluß des Vaters gehandelt. Auf ihre Berufung hat die Strafkcnnmer in ihrer gestrigen Sitzung die Strafe gegen O. sen. auf 2 Wochen ermässigt, die Berufung des Sohnes verworfen.

* Transportiertes Haus. Die Baufirma I. C. Jäger und I. M. Rumpf teilt uns mit, daß sie die von uns in der Samstagsnummer erwähnte komplizierte Ver­schiebung eines Schuppens nicht ausgeführt hat. Die Arbeit wurde von der Vaufirma Friedr. Rumpf vollzogen, somit lag eine kleine Verwechselung unseres Korrespondenten vor.

St. BäSerfrequenz. B-Baden 27 363, Ems 6385, Homburg 3389, Kissigen 8740, Königstein 1110, Kreuzimch. 3742, Schwalbach 1228, Soden i. T. 1478, Wiesbaden

I 79 638. Wildbad 3095, Wildungen 2555