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Erstes Blatt

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vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für m* »ärtize Abonnenten mit dem betrefjenden Postaufschlaz.

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Geruckt und verlegt in der Buchdruckerei deS verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die sünsgespaltene Petitzeile oder deren Baurn 15 Psg., im Neklamenteil die Zeile 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 141 Fernsprechanschkuk Nr. 605.

Montag den 19. Juni

F<r»sprecha»schl«ß Nr. 605.

1905

Anitlèchrs.

Bekanntmachung.

Post- und Eisenbahnkarte des Deutschen Reichs.

Don der im Jahre 1895 in zweiter Ausgabe erschienenen, im Kursbureau des Reichs-Postamts bearbeiteten Post- und Eisenbahnkarte des Deutschen Reichs in 20 Blättern (Maß­stab 1 : 450 000) wird gegenwärtig eine neue (dritte) Aus­gabe veranstaltet. Auf der Karte sind sämtliche Post- und Telegraphenanstalten, die Eisenbahnstationen, die bestehenden Postverbindungen und Eisenbahnlinien, sowie alle Kunst­straßen und diejenigen nicht kunstmäßig ausgebauten Land­straßen, welche jederzeit fahrbar sind, unter Angabe der Ent­fernungen zwischen den einzelnen in Betracht kommenden Orten nach dem jetzigen Stande enthalten.

Die Ausgabe erfolgt nach und nach, je nach Ferttgstellung der einzelnen Blätter. Zuerst werden die Blätter V und X Anfang Juli, die Blätter IV und IX etwa 2 Monate später erscheinen.

Es umfassen:

die Blätter V und X die ganze Provinz Ostpreußen und die anschließenden Teile von Rußland,

das Blatt IV den nordöstlichen Teil von Pommern und den nordwestlichen Teil von Westpreußen (von Schivelbein bis Elbing),

das Blatt IX den größten Teil der Provinz Posen nebst Teilen der angrenzenden Provinzen (von Glogau bis Marienwerder).

Der Verlag der Karte ist dem Berliner Lithographischen Institut von Julius Moser (Berlin W. 35, Potsdamer- straße 110) übertragen, von welchem die Karte zum Preise von 2 Mk. für das unausgemalte Blatt und von 2,25 Mk. für jedes Blatt mit farbiger Angabe der Grenzen im Wege des Buchhandels zu beziehen ist. Der Preis der ganzen Karte beträgt 35 Mk. für das unausgemalte und 40 Mk. für das ausgemalte Exemplar.

Berlin W. 66 den 10. Juni 1905.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

I. A.: Gieseke,

t................ ......

Bekanntmachung.

Von den nachstehend aufgefiihrten gekündigten An­leihen sind noch Schuldurkunden rückständig, nämlich:

Staatsschuldscheine von 1842,

Kurmärkische Schuldverschreibungen, Neumärkische Schuldverschreibungen, 4o/o Staatsanleihe von 1850, 1852,

4 1853, 4/. 1862, 4«/» . 1868 A, Staatsprämien-Anleihe von 1855, Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn-Stammaktten, 4°/o Potsdam-Magdeburger Eisenbahn - Obligationen

Lit. A.,

41/8°/o Parttal-Obligattonen der Homburger Eisenbahn von 1861,

Prioritäts-Aktien Lit. B. der Oberschlesischen Eisenbahn, Niederschlesische Zweigbahn Prioritäts-Obligationen der Oberschlesischen Eisenbahn,

4°/o Prioritäts-Obligationen IV. Emission (II. Teil) 1. Juli 1890 her W-rra-EiM-hn »om L ^-^E,

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Vormals NassauischePrämien-Anleihe vom 14. Aug. 1837 Anleihe vom 30. September 1862, Frankfurter Anleihe vom 9. April 1839, 1. Februar 1858, 2. Januar 1844,

12. Mai 1846.

Die Inhaber dieser Schuldurkunden werden wiederholt aufgefordert, sie zur Vermeidung weiteren Zinsverlustes baldigst gegen Quittung bei der Staatsschulden-Tilgungskasse hier W 8, Taubenstxaße 29, zur Einlösung einzuliefern.

Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der beiden letzten Geschäftstage jedes Monats.

Die Einlösung geschieht auch bei sämtlichen Regierungs­hauptkassen und in Frankfurt a. M. bei der Königlichen

Kreiskasse.

Die Barzahlung bei diesen Stellen erfolgt nach Prüfung imd Feststellung der Stücke durch die Staatsschulden-Tilgungs- kasse. Der Betrag fehlender, unentgeltlich mitab^uiiefernber Zinsscheine wird vom Kapital in Abzug gebracht.

Formulare zu den Quittungen werden von den Einlösungs­stellen unentgeltlich verabfolgt.

Ferner werden die Inhaber der noch umlaufenden Schuld­verschreibungen der konsolidierten 41/2°/e Staatsanleihe wieder­holt ersucht, diese Stücke alsbald an die Kontrolle der Staats­papiere hier SW. 68, Oranienstraße 92/94, oder an eine Regierungs-Hauptkasse oder an die Kreiskasse in Frank­furt a. M. zum Umtausch in 3^2 vormals 4°/a Konsols ein­zureichen.

Berlin SW. 68 den 6. Februar 1905.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez. v. Hoffmann.

Von beachtenswerter Seite ist darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineral-Wässer, wie Selterser, Soda-Wasser u. a. m. an die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden und daß der Genuß so kalten Wassers, welcher schon in normalen Zeiten leicht ermste Ver- dauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe, beim Drohen der Cholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen befördere.

Im Auftrage des Herren Ministers der geistlichen, Unter­richts- und Medizinal-Angelegenheiten werden daher die Verkäufer von Mineralwässern im Ausschanke hiermit ange­wiesen, das Getränk fernerhin, gleichviel, ob die Cholera droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser-Temperatur entsprechenden Wärmegrade von etwa 10° Cels. abzugeben. Gleichzeitig wird das Publikum von dem Genusse eiskalter Getränke überhaupt, also auch des zu kalten Bieres, insbe­sondere aber der Mineral-Wässer, gewarnt. (A II 6522)

Cassel am 5. Mai 1904.

Der Regierungspräsident.

V 3058 I. B.: Mejer.

Candkreis panau. BtkmtnichiWN M Königlichen Lnnörriönmts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises fordere ich auf, auf Beseitigung der Raupennester in ihren Bezirken hinzuwirken.

Es sind nicht allein die Geineindeobstbaumanlagen zu säubern, sondern es müssen auch die Besitzer der in Gärten und im Felde stehenden Obstbäume angewiesen werden, daß sie die Säuberung der Obstbäume und Hecken von den Rauvennestern vornehmen. Dabei ist den Baumbesitzern be­kannt zu geben, daß § 368,2 des Strafgesetzbuches jeden, der das gebotene Raupen unterläßt, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit entsprechender Haft bedroht.

Nicht nur die leicht erkennbaren weißen Gespinste der Nestraupe sind mit den Spitzen der Aeste, woran sie kleben, zu entfernen, sondern es sind auch, soviel als möglich, die steinharten Ringelraupen-Eier und die Wulste der Schwanen­raupe aufzusuchen. Letztere finden sich am unteren Teil der Stämme, die Ringe der Ringelraupe aber an jungen Schossen, wo nur ein geübtes Auge sie erkennt.

Etwaige Unterlassungsfälle sind polizeilich zu bestrafen.

Hanau den 1. April 1905.

Der Königliche Landrat.

V 1264 v. Beckerath.

Hus F)anau Stadt und Cand.

Hanau, 19. Juni.

* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Grünstadt, Landstuhl und Pirmasens ausgedehnt worden.

* Bom deutschen Oftmarken-Berein erhalten wir nachstehende Zuschrift: Wenn wir Deutschen in der Ostmark trotz aller Maßnahmen der Gesetzgebung das Polentum be­sorgniserregend wachsen sehen und uns eingestehen müssen, daß wir dèr fanatischen, mit feinen und groben Mitteln arbeitenden Agitation des gewandten Gegners mit Erlassen und Verfügungen nur wenig wirkungsvoll den Boden ab- grdben, wie es doch zur wirtschaftlichen und politischen Er­haltung des Deutschtums int Osten unseres Vaterlandes not­wendig wäre, so ist in diesem Kanrpfe die eine erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß Einsicht in die Größe der Ge­fahr in unserem Lager auslebt und das Gefühl ihres Volks­tums, das es zu verteidigen gilt, die Deutschen hier allmäh­lich durchdringt. Dies Deutschgefühl stellt, wem: es bei jedem deutschen Manne an seiner Stelle im Leben immer wieder und nachdrücklich zur Tat wird, eine unserer bedeutsamsten, wenn nicht die wichtigste Waffe dar, deren wir uns im Kampfe gegen das Polentum bedienen können. Schutzgesetze bilden zweifellos eine Mauer gegen den Anprall hochver­räterischer Bestrebungen fester aber hält die geschlossene Phalanx von Menschenleibern, die innig gefügt ist durch den G-danken:Wir Deutsche stehen zusammen, und keiner läßt

den andern im Stich." Die preußische Staatsregierung hat immer wieder darauf hingewiesen, wie sehr sie bei ihrer jetzt und, soweit abzusehen, auch für weitere Zeit unbeirrten Polen- politik auf die tätige Mitarbeit eines jeden deutschen Mannes im Osten rechnet. Leider bleibt dieser Mitarbeit noch mancher fern und muß erst mit allem Aufgebot der Ueberredung, des wiederholten Hinweises auf die Wichtigkeit auch seiner Hilfe von dem Netz politischer und anderer Vorurteile, in das ec verstrickt ist, befreit und sein matter Pessimismus erst durch das Feuer der Begeisterung für unsere heilige Sache zerstört werden, ehe er sich einfügt in den Heerbann, den das bedrohte Deutschtum aus den Wall entbietet. Von den Gegnern gestehen wir es nur offen ein haben wir viel gelernt, und Mittel derselben Art, nur ehrliche und offene, sind es, die wir zur Abwehr ins Feld führen. Auch an den Gegnern ist den Deutschen in der Ostmark klar geworden, von welcher Bedeutung das einmütige Festhalten an Volksart und Sprache bei einem jeden von ihnen, in allen Ständen und Berufs­zweigen, ist. Dies ideelleJesze Polska nie zginela" ist die Triebfeder für jede Bewegung in ihren Reihen, ist die Ursache jedes Fortschrittes des Polonismus und lebendiger und machtvoller als der alte polnische Staat, dessen Bestand jenes Lied verherrlichen sollte. Und wenn wir dieser Errungenschaft uns nun freuen und so weiter zu kommen hoffen, verlassen wir uns auf unsere deutschen Brüder in den Teilen Preußens, die nicht so wie unsere Ostmark und der rheinisch-westfälische Grubenbezirk Schauplatz des Kampfes sind, und verlassen uns auf jeden Deutschen auch in dem weiteren deutschen Vaterland. Wertvolle Unterstützung wird uns schon jetzt zu Teil, erwachendem Verständms für die Sache begegnen wir bei ihrer Presse, ihren Abgeordneten im Par­lament, materielle Beiträge fließen uns zu, ihre zustimmenden Glückwunschadreffen zu unseren deutschen Tagungen sagen uns, daß wir auf dem rechten Wege sind unb doch, es muß noch viel geschehen. Noch immer oer- sch ließt sich von ihnen ein großer Teil der einzig richtigen Auffassung der Polenfrage, der Würdigung der schwerernsten Gefahr nicht nur für Preußen, sondern auch für das gesamte deutsche Vaterland. Gerade in Handelskreisen ist oft eine Lässigkeit schärfer wollen wir es nicht bezeichnen in der Mitarbeit an den das Deutschtum erhaltenden Bestre­bungen zu erkennen. Als wäre auf chre Bundesgenoffen­schaft nicht zu rechnen, als käme ihnen erst der Geldbeutel und dann das Vaterland! So suchen deutsche Firmen in den verschiedensten Teilen des Reiches den Wsatz ihrer Waren in polnischsprachigen Gegenden wie z. B. in Oberschlesien da durch zu steigern, daß sie ihre Handelsartikel mit polnischen Aufschriften ausstatten oder ihnen polnische Druckschriften als Zugabe beifügen. So legen z. B. in Breslau, Charlotten­burg, Magdeburg unb Ludwigsburg zahlreiche Zichorien­fabriken, die der Firma nach als deutsche anzusprechen sind, ihren Erzeugnissen kleine, ntit bunten Bildern versehene Jn- dianergeschichten bei, die von den Wiederverkäufern in Ober­schlesien an Kinder abgegeben werden. Diese lernen dann schon aus dem Titelblatt, daß es eine polnische Stadt Wroc- taw (Breslau) gibt, denn daher stammen diese literarischen Erscheinungen, und daß eine deutsche Druckerei daselbst sie in polnischer Sprache herstellt, als wäre es nötig, für Ver­breitung der polnischen Sprache noch möglichst Sorge zu tragen. Diese polnischen Schriftchen helfen zweifellos die Kenntnis der Schriftsprache, die der wasserpolnisch sprechenden Bevölkerung in Oberschlesien nur wenig ge­läufig ist, und überhaupt der hochpolnischen Sprache unter der Jugend zu vermehren. Diese Kenntnisse setzen sie in den Stand, nun auch die hochpolnisch geschriebenen Zeitungen mehr und mehr zu verstehen und ihren Inhalt in sich auf­zunehmen. Polonisiert rvird ferner wie soll man es anders nennen? von deutscher Seite, wenn große grell­farbige, polnische Reklameplakate rein deutscher Firmen aus rein deutschen Gegenden die Vorzüge des einen oder andern Produktes in das hellste Licht zu setzen suchen. Uns liegt ein Plakat einer Zichorienfabrik vor, auf den: die Filialen eines deutschen Geschäftes aus Magdeburg als in Brunswiku, Halle, Lipsk gelegen angegeben werden und der Name des Inhabers mit Jan Vogumil.....verzeichnet steht. Es kitzelt den Polen, wenn er diese leider so echt deutsche Katzenbuckler vor der Hoheit seiner Sprache sieht aber, wer es so von den polnischen Geschäftstreibenden tüte, den würde er ver­achten und seinen Namen in den polnischen Zeitungen brcmd- marken. Wir würden uns in der Verachtung dieser Preis­gabe jedes Stolzes auf deutsches Volkstum und deutsche Sprache lediglich um desGeschäftes" willen von den Polen nicht überbieten lassen wenn wir nicht annühmen, daß diese betrübenden Erscheinungen lediglich einer gewissen po- littschen Gedankenlosigkeit entsprungen sind, die sich durch einen deutlichen Hinweis auf ihre Schwächlichkeit beseitigen läßt. Geradezu eine Schmach und Schande aber ist es zu nennen, wenn eine deutsche Z i g a r r^n f a b r i k i n H a u a u ihre Z i g a r r e n i n K i st e n m i t d e r z u m Kampfe gegen das Deutschtum aufreizenden Aufschrift:Mit der Stirn dem Vaterlands- Gott erlöse Polen!" nach Oberschlesien liefert. Reklamen dieser Art leisten in hohen: Masse der national­polnischen, deutsch-feindlichen Bewegung Vorschub. Das heißt mit dürren Worten: Den um die Erhaltung des