Erstes Blatt
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Bierichährlich 1,80 M., monatlich 60 Ag., für au»» »artige Abonnenten mit dem Betreffenden Poskausschlag, Die einzelne Nnrnmer kostet 10 Psg.
Kebmckt und verlegt in der Buchdrucks des verein, ev, WaisenhanseZ in Hannu.
General-Allzeiger
7 ■'■' i ®rga» fiit Stadt- «ad Laadkreis Haaaa.
ErscheitU täglich mit Ausnahme der Sonn- ruck Feier iago, mit belletristischer Beilage.
Sie süufgespâne Pelitzeile oder deren Rann: 15 Pfg., im AeklamvUeil die Zeile 35 Psg.
Deranlivsrtl. Redaftenr: G. Schrecker in Hnnaiu
Fernsprechanschlntz Nr. 605.
Freitag den 2. Juni
Kerusprechanschlich Nr. 605»
1905
ORB
Amtliche«.
Stadtkreis Hanau.
Die Zusendung der Etenerzettel für das laufende Rechnurrgsjahr wird in den nächsten Lagen erfolgen.
Steuerpflichtige, welchen infolge Wohnnngs- wechsels tu dgl. der Steuerzettel bis zum 10» Juni er. nicht zugebt, werden in ihrem eigenen Sntereffe erfucht, dies unter genauer Angabe ihrer Adresse alsbalv rrach dem 10» Juni er. der Sterrerkasie utitzuteilen.
Der Nichtempfang des Steuerzettels bekundet kein Recht zur Hinausschiebung der Steuerzahlung, hält auch die kostenpflichtige Zwangs- beitreibuug nicht auf.
Die Betraue arr Steuern und Schulgeld für April/Juni 1905 sind alsbald nach Enrpfang der Steuerzstiel zu entrichten.
Der ZahluttgsierMin für alle Steuerpflichtigen läuft mit dem 95» Juni er. ab und wird hieran anschließend mit der Zwangsbeitreibung begonnen.
Die Stenerkaffe befindet sich Markt 16, Zimmer Nr. 8, zu ebener «rdd.
Hanan den 27. Mai 1905,
Siadthaupttasse. _ 10539
Städtische Sparkasse.
Gelder gegen évftfl eilige Hypotheken 31t 4^/0 sind stets anszuleihen.
7271 Der Vorstand.
BekarmtiaachANft.
Saftpftichtversicherung der Landwirte.
Für alle in einem landwirtschaftlichen Betriebe vor- kommenden Schäden hat bekanntlich die landwirischasiliche Berufsgenossenschaft nicht aufzttkonètnen, besonders nicht für diejenigen Beschädigungen, die md?f durch Unfall entstanden sind. Ferner werden durch die Unsatloersicherung nur Persünen-Berletzungen entschädigt, nicht aber auch Sachbeschädigungen. .
Für alle Schäden auftet durch Unfall herbeigeführie PersoneNNer!etzuNgeN ober Tötriugen, haftet der Betriebsunternehmer mit feinern vermögen.
Um die aus dieser Haftpsiicht der landwirtschafiüchen Betriebsnnternehlner entstehenden Nachteile zu milbern, hat die landwirtschaftliche Bernfsânoffenschaft eine H a f t- p f l i ch L v e r s i ch e r u n g s a u ft alt errichtet, welche voraussichtlich mit dem 1. Juli 1905 ihren Betrieb auf- nehmen wird.
Der Beitritt zu dieser Anstalt, wacher für alle Landivirle von großem Nutzen ist, muß schriftlich erklärt werden. Deo kann bei unferen Bertrauensmännèrn, wie auch im Rathanse Zimvier Nr. 12 erfolgen, woselbst auch jede gewünschte Auskunft über diese Haftpflichtversicherung erteilt wird.
In ihrem eigenen Interesse ersuchen wir die Landwirte, den Beitritt recht bald und zahlreich zu erklären.
Hanau den 19. April 1905.
Der Vorstand der hessen-nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenosseuschast
Sektion Hanau. 8080
Bekanntmachung.
Die Kiefernng der für das .Königliche Gymnasium erforderlichen StCâmf^Ofen (600 Zir. Anthracit, Ruß 11. und 50 Ztr. gewöhnliche Nuß 1) soll -für das Rechnungsjahr 1905 unter Abschluß eines schriftlichen Vertrages an den Mindestforderndcn vergeben werden. Angebote (einschließlich sämtlicher Transportkosten), erbitte ich mir versiegelt und mit Unterschrift versehen unter Angabe der Bezugsquelle (Zeche) bis zum 10, JMti d. Js. Die genauen Bedingungen können werktäglich zwischen 11 und 12 Uhr vormittags in meinem Amtszirmner im Gyinnnsinm ein- gesehen werden.
Hanau am 28. Mai 1905.
Der Königliche Gymnasialdirektor.
Dr. Brau n. 10578
BefchlM
Das Verfahren zum Zwecke der Zwangsversteigerung der in der Gemarkung' Langenselbold belegenen, im Grund - buche von da Art. 1711 auf den Namen'des Schweine-
Händlers Johannes Safier mttnii hier eingetragenen ^rimbftücte wird aufgehoben, da der betreibende Gläubiger den Antrag aus Zwangsversteigerung zurückgenommen hat.
Der auf den 19. Juli 1905 bestimmte Termin fällt weg.
Langenselbold den 26. Mai 1905.
Königliches Amtsgericht. 10754
SchnlerimrettabteiliMg der kaufmännischen Fortbildungsschule.
Mehrseiligeul Wunsche emsprechend, hat das Kuratorium beschlossen, einen fakultativen Kursus zur Einführung in die französische Handelskorrespondenz mit zwei Wochenstunden einzurichten, an weitem solche Schülerinnen teilnehmen können, die mindestens die 2. Klasse einer Höbern Mädchenschule oder die erste Klasse einer Mittelschule absolviert haben. Der Kursus ist zweijährig; das Schulgeld beträgt jährlich Mk. 8.
Frühere Schülerinnen der Anstalt können mit Genehmigung des Kuratoriums an diesem Kursus teilnehmen; etwaige Anmeldungen bitte ich sofort bewirken zu. wollen.
Hanau den 31. Mai 1905.
Der Direktor.
Pfeifer. 10746
Gefundene und verlorene Gegenstände 2c
Gefunden: 1 rote Frauenbluse.
Verloren: 1 goldene Damenuhr, 1 goldenes Damenuhrkettchen, 1 gelber Damengürtel mit Schnalle, 1 Portemonnaie mit 1 Mk. Inhalt.
Entlaufen: 1 junger grauer HMd m. Geschl.
Hanau den 2. Juni 1905.
Politische Rundschau.
Das Abgeordnetenhaus hat sich.am Mittwoch bis Anfang Juli vertagt. Zunächst mußte es sich nmü einmal mit dem Jagdgesetz beschäftigen, das in abgeänderter Form aus dem Serien häufe guriiiigefommen ist. Zu dem Entwurf, der seinerzeit mit so unendlich viel Anträgen de- laben worben war, lag auch heute wieder ein Antrag Dr. Hager tZtr.s betr. die Beschwerdeinstanz vor, den der An- tragstelter in längerer Ausführung begründete. 9fad) ausführlicher Debatte wurde der Antrag angenommen und mit ihm das Gesetz im ganzen. Infolge der Aenderung Hager mußte der Entwurf noch einmal an das Herrenhaus zurück- gehkn. Das Gesetz betr. die Kosten her Prüfung über- wachungsâürftiger Anlagen, an dem das Haus nur geringfügige Aenderungen vorgenommen, wurde in der Fassung des Herrenhauses angenommen. Auf der Tagesordnung standen ferner nicht weniger als 54 Petitionen, zum überwiegend großen Teil ohne allgemeines Interesse. Alsdann haubelic es sich um die Vertagung. Nach längerer Ge- schäftsordnungsdebasie beraumte Präsident von Kracher die nächste Sitzung für Anfang Juli an, ohne einen bestimmten Termin augeben zu können. Dieser kann erst festgesetzt werden, wenn das Herrenhaus die BergqesetznvoeUen beraten haben wird.
Rus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 2. Juni.
* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Coburg ausgedehnt worden.
" (Evangelisches Berrinohans. Heute abend hält Herr Reiscprcdiger Franz aus Godesberg im evg. Vereins- haust eine Bibetstunoc, wozu jedermann freundlichst eingeladen ist.
* Städtische Budeatlstali. Im Monat Mai 1905 wurden an Bädern abgegeben: Kl. I: 97, Kl. 11: 254, Kf. HI: 1058, Donchebäder 23, Römisch-Irische Bäder 37; zusammen: 1469 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug am 6. Mai 146, die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug am 24. Mai 16 Bäder. '
* Rascher Dos. Am Mittwoch abend stürzte auf der Kinzigbrücke der Kaufmann F 0 egen plötzlich zusammen und war kurz darauf eine Leiche. Der tragische Tod dieses hier allseits bekannten unb geachteten Bürgers erregt allgemeine Teilnahme.
„^ (Egh) Ist ein „M-aü^lvirt verpslichjei, seinep (Säften gegenüber höflich ;n sein? Diese Frage wäre sicherlich wert, einmal einer gründlichen Beleuchtung unterzogen zu werben. In städtischen Verhältnissen sorgt wohl schon die liebe Konkurrenz dafür, daß die Gäste auch als solche betrachtet werden, anders ist eS jedoch, zieln man im Sommer hinaus in Gottes freie Nntnr; wir dann schließ
lich auch in einem „Gast"hanse Einkehr zu halten. Wimder-- famc Diitge begegnen und da oft. Erinnerlich dürfte es noch sein, daß mit der Bahn angekommene erwarhmgsvolle städtische Ausflügler in einem Kahlanc von der . Ferrer wehr zum Zielpunkt ihrer Löschprobe genommen wurden. Man Hal dort offenbar den lohrrenden Fremdenverkehr als etrvaS Selbstverständliches angesehen, dem man weiter keine Beachtung zu schenken braucht. Auch in anderen Ortschaften, die gervisser- uraßcn den Zrtlarif besitzen, scheint man dieser Ansicht zic huldigen, erklärte doch in unserem lieben H 0 chst ad t ein rrahe der westlichen Ortsgrenze wohnender „@aff'wirt, er habe es nicht nötig, seinen Gästen gegenüber höflich zrr sein, „wer nicht zrr ihm kommen wolle, möge cs bleiben lassen". Der Grund dafür war, daß ein Mitglied einer größeren Gesellschaft aus Frankfurt dem dort offen stehenden verstaubten unb verstimmten Flügel einige Torre entloden wollte, das der Wirt alsbald in barscher/ grober Weise inhibierte und bann sich auf Vorhalt zu vorstehender Aeußerung „herbeiließ". Die betreffende Gesellschaft zog es deshalb auch vor, die weiteren Stunden in desto animiertem- Stimmung im benachbarten „Neuen Barr'' zu verleben, das radikalste Mittel gegenüber „Gästehäusern, die diese Bezeichnung rricht verdienen. Es fragt sich nur, ob solche Fälle rricht auch dein Vorstand des Vereins der Gastwirte unb Restaurateure im Stadt- und Landkreise Vcran- lassung bieten könnten, die eingangs erwähnte Frage in den Kreis seiner Besprechurrgen zu ziehen, eventl. nach dieser Richtung hin erzieherisch auf feine Mitglieder zu wirken. Die Verhandlungen des Witteverbarrdstages in Orb haben gezeigt, daß man eifrig an der Hebung deS Standesbewußl- seins arbeitet, möge deshalb auch im Kleinen dahin gewirkt werben.
* Steiger-Uorps. Wir wir Hörorc, veranstaltet da? Sleigèrkorps der freiw. Feuerwehr am 9. Juli cr. im Restaurant Bürgerbrält fein diesjähriges Sommerfest. Das Komitee hat schön in umfassendster Weise Vorbereitungen getroffen, um den Besuchern einige genußreiche Stunden zu bereiten. Der Gesangverein Tonblüthe hat seine Mitwrrttnig freunb- liebst zugesagt. Von der Kapelle des Inf.-Reg. 166 würbe der mufitalifdie Teil übernommen. Außer Gesang u. Konzert finbeu auch verschiedene Volksbelustigungen statt. lTanz, Glücksrad, Ballwerfen wJ Ein Brillant-Feuerwerk wirb den Schluß des Festes bilden. — Um selbst bei geselligen Veranstaltungen gegenüber etwaiger Feuersgefahr Pflicht' gemäß gewappnet zu sein, ist nach dieser Seite hin für genügende Sicherheit Sorge getragen worden.
* Vrrfammlnttg. Am nächsten Donnerstag den 8. Juni findet hier in Hanau die diesjährige Hnupkverfatum- iung der Zentralstelle für das Gesangenen-Fürsorge- wesen in der Proviuz Hessen-Nassau statt, an der die Vertreter der hohen staatlichen, kirchlichen und tomminmleir Be- hördest teilnehmeü. Für die Bemkungen ist der Saal des Kreishauses freunblidjft zur Verfügung gestellt worden. Aus Änlaß dieser Saupiverfammluug. soll abends halb 9 Uhr im' Evangel. Vereiushause, 9iußaltee 22, eine öf f e n t l i ch e P e x s a m m I u n g gehalten werden, in weldjer Herr Pfr. Götze, Gefängnisgeistlicher in Preuttgesheir»!, über die Bedeutung der Einzelhaft in den Gefängnissen und Herr Pfr. Wolfs, Gefängnisgeistlicher in Cassel-Wehlheiden, über das Thema: „Warum nehmen wir uns der entlassenen Gefangenen an?" sprechen wird. An dieser Versammlung kann jedermann unentgeltlich teilnehmen. Auch Samen, die sich für eine so wichtige soziale Arbeit interessieren, sind herzlich willkommen.
* Kohlbruttnen. Der vom Hanauer Verschönerungs» verein so hübsch hergerichtete, in köstlichem Walbesschatteu idyllisch gelegene Kohlbrunnen war gestern das Ziel überaus zahlreicher Ausflügler hauptsächlich aus den umfiegenben Ortschaften. Ueber seinen derzeitigen Zustand herrschte nur eine einzige Stimme des Lobes. Der vorhandene Becher ist reinlich, das Wasser sauber unb klar, und rrach crrrtübeixbem Marsche bei warmer Temperatur ist ein erfrischender Trunk unter den schattigen Kronen der Bäume aus diesem fpm= delnden Üucll eine wirkliche Erquickung.
* Einen 100 Markscheiu verlor heute morgen auf beut Wege von Schützenstraße 5111 Reichsbaul bet Angestellte eines hiesigen Geschäfts.
" Eine Schlägerei entstand gestern nachmittag an her Wilhâisbrücke zwischen männlichen Personen, die von einer Waldpartie zurückkehrten. Es gab blutende Köpfe in großer Zahl. '
Bercuw- u. L»ergmlgmtgsnachr'ichten
für Freitag den 2. Juni.
Kirchlicher der Johanuiskirche: Abends präzis 8 Mr: Probe im NebmlsS» jdltyyt. bet Kirche.
iima u.Fechtkluü: .'lüendS fl— D/» Uhr: Turnen der TWnienabteilung i 8 ,;—Uhr: Fechten.
Turnvcrchi: Abends von 7—11 Uhr: Turueu. . .
tu uZesehichost: ,< >euds von 7—9 Uhr: Turnen der Jngendchbleilulig. hv. Fenner- u. Jünghngsverein: llnrer'yaltungSLbend (Ev. Deremshaus) Verein f, Homöopathie u. NawrHiNundr: Pereinsabend (®t«bt ©»««.)