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Erstes Blatt.

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Viertetfahrlich 1,80 ML, monatlich 60 Pfg., für aufr âtge Abonnentm mit dem bttrefjenden PostcmMgz, Die einzelne Nummer kost« 10 Pfg.

General-Anzeiger

Dir länfzes-crüent Petitzerl« oder bereu Naum 15 Pfg,

Ochrnckt imb verlegt fa LerBuchdruckerri des verein, rs. LaijeuhWies in Hsamt.

Amtliches Arsen für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 99

Fernsprecharrschlich Nr. 605

Freitag den 28. April

Fernsprechanschlust Nr. 605

1905

Amtliches.

Landkreis Hanau.

BekmtmchiWi des Dingliche,! AâMâ

Bekanntmachung.

Die Königliche Staatsregierung hat die Herstellung einer geologischen Karte vom Königreich Preußen unternommen.

Mit der Ausführung der betreffenden Arbeiten in dem hiesigen Kreise ist.der Landesgeologe Or. Leppla von Berlin beauftragt worden.

Mit Rücksicht auf die Gemeinnützigkett dieser Arbeiten und ihre Wichttgkeit für die Interessen der Land- unb Forst­wirtschaft und der Industrie ist es dringend erwünscht, daß die Ortsbehörden und Kreiseingesessenen den Genannten bei seinen Arbeiten unterstützen und ihn namentlich von etwa gemachten geologische:: Funden und Beobachtungen, welche für die Kartenaufnahme von Interesse sein können, in Kennt­nis zu setzen.

Von feiten der Geologischen Landesanstalt ist der ge­nannte Beamte mit Legitimationskarte versehen worden.

Hanau den 27. April 1905.

Der Königliche Landrat.

J.-Nr. 3858 A v. Beckerath,

Holz-Verkauf.

Königliche Oberförsterei Wolfgang.

Am Donnerstag den 4. Mai v. Js., von vor­mittags Nhr ab, soll in der Amrhein'schen Gast­wirtschaft zu Neuwirtshans nachstehendes Holz aus dem Schutzbezirk Neuwirtshaus Großkrotzenburg Jagen 59 h, 63 a, 72, 79 b, 81a, 82 b und Tot. und zwar:

Eichen: 29 Stämme 4., 5. Kl. = 7,40 tm (Wagner

's

holz), 1 rm Nutzscheit 2. Kl., 68 im Scheit, 86 rm Knüppel, 25 rm Stockholz 1. Kl., 9,40 Hdt. Reis 2., 3. Kl.;

Buchen : 0,6 rm Nutzscheit 2. Kl., 69 rm Scheit, 70 rm Knüppel, 17 rm Stockholz 1. Kl., 22,20 Hdt. Reis 3., 4. Kl. ;

Birten: 16 St. Stangen 1./3. Kl.;

And. Laubholz: 22 rm Scheit, 34 rm Knüppel, 8 rm Stockholz 1. Kl., 2,40 Hdt. Reis 3. Kl.:

Nadelholz: 25 Stämme 5. Kl. 8,38 tm, 35 Stück Stangen 1./3. Kl., 5 im Nutzknüppel, 53 im

Scheit, 200 rm Knüppel, 66 rm Stockholz 1.

Feuilleton

Von der sogenannten Natur.

Natura heißt wörtlich: was geboren werden, was ent­stehen soll. Wie aber das Kind nicht sein eigener Vater oder seine eigene Mutter ist, so ist auch die Natur nicht das sich selbst Gebärende und Geborene zugleich, sondern nur das Geborene.

Gleichwohl unterlassen es die meisten Naturforscher, von Gott dem Schöpfer zu reden. Sie nehmen das Naturganze als gegeben an und glauben oder wollen glauben machen, die Natur sei von selbst entstanden, und die Gesetzmäßigkeit, die wir in ihr wahrnehmen, habe sich von selber gemacht. Was soll das aber heißen, wenn man sagt, die Natur ist roeise, ist gütig, die Natur ist die größte Künstlerin, die Zehrmeisterin der Tiere, denen sie Instinkte^ einpflanzt, ja sie Lut Wunder, diese gute Mutter. Wo existiert denn aber diese Dame Natur? Wo sitzt ein weibliches Selbstbewußt­sein des Weltalls, wie es hier so naiv vorausgesetzt wird? Mit welcher lächerlichen Scheu umgeht man Gott den Vater! Die Natur ist das Erschaffene, nicht der Schöpfer, das Werk und nicht sein Urheber. Es kormnt einem so vor, als ob es die Naturforscher ärgerte, daß Gott die Dinge gemacht habe, nicht sie. Es hat einer behauptet, dies sei Hum­boldts lebenslänglicher Aerger gewesen. Das ist natürlich Scherz, aber das ist doch auffallend, daß er Gott in der Natur gänzlich ignoriert, niemals ein Werk Gottes als solches bewundert, sondern immer nur die gelehrten Herren, die irgend etwas in der Natur zuerst gesehen, entdeckt und erklärt haben, allein Lob preist, als seien sie die eigentlichen Schöpfer.

Sieht man von Gott ab, so verliert man auch jedes Brrstäodnis vom Zweck der Schöpfung, betrachtet sie nicht

Kl., 15,00 Hdt. Reis 3. Kl., 12,70 Hdt. Reis 4. Kl. (Backwellen) 8351 öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden.

Bekanntmachung.

In das Handelsregister A des unterzeichneter: Gerichs sind als neue Firmen eingetragen:

1) unter Nr. 55 die Firma Süffel Strauß, Sitz Langenselbold, Inhaber Handelsmann S ü s s e l Strauß zu Langenselbold,

2) unter Nr. 56 die Firma Wilhelm Vogt, Sitz Langenselbold, Inhaber Milchhändler Wilhelm

Vogt zu Langenselbold.

Langenselbold den 19. April 1905.

Königliches Amtsgericht.

8363

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Paar neue Strümpfe, 1 Kehrichteimer, 1 vernickelte Kapsel von einem Kinderwagen. In einem hiesigen Konfekttonsgeschäft liegen geblieben, 1 Paketchen mit verschiedenen Gegenständen.

Zugelaufen: 1 gestreifter russischer Windhund, 1 doggenarttger gelblich-brauner Hund m. Geschl. mit Kette.

Hanau den 28. April 1905.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanau, 28. April.

Dchcutliche Eigiing der StadMmhetcll-VechMlW

vom 27. April 1905.

Anweseird die Herren: Küstner, stellvertr. Vorsteher; Aukamm, Baader, Bonn, Brüning, Craß, Eberhard, Hoch, Jost, Kehl, Koburger, Kreuter, Müller, Peteler, Reis, Schroeter, Schwabe, Spatz, Steinheuer, Stübing, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohlfarth ; vom Magi­strat : Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Stadtbaurat Schmidt.

Betr. Erhebung der Branntweinsteuer.

Die Firma Jakob Stück Nachf. hat an die städttschen Körperschaften eine Eingabe gerichtet, die sich mit der Er­hebung der Branntweinsteuer befaßt und in der Hauptsache darzutun sucht, daß die Stadt bei dem jetzigen Modus der Erhebung der Branntweinsteuer zu kurz kommt und die Branntweinbrenner den Vorteil davon haben. Stadtv. Dr. Wenke erhält daH Wort zu einigen Mitteilungen über den Stand der Angelegenheit in der Finanzkommission, welche sich gegenwärtig mit der Sache befaßt. Derselbe teilt mit, mehr als ein Werk göttlicher Liebe zum Besten der Ver­nunftwesen oder vergißt das in ihr liegende sittliche Gesetz. Es bleibt bann nur ein geist- und seelenloser Mechanismus übrig, in welchem sich Kräfte und Stoffe ausgleichen imb

eine tote Klassifikation sogenannter Naturreiche, Klassen und Gattungen von Geschöpfen. Die Systeme dieser Art gehen alle den Irrweg bei der Hauptsache vorbei, weil sie den Zweck der Natur außer Augen lassen.

Die Naturwissenschaft darf nicht dabei stehen bleiben, jeder: organischen oder unorganischen, jeden lebendigen oder unlebendigen Körper schlechthin als vorhanden zu nehmen, wie er ist und nur zu beschreiben, sondern sie muß nach dem warum? fragen. Warum ist die Erde, der Berg, der Fluß, das Mineral, die Pflanze, das Tier gerade so beschaffen und nicht anders? Wozu dient es? welchen Zweck hat es im Ganzen der Natur und namentlich in Bezug auf den Men­schen, den Herrn der Natur: Nur wenige Denker, meist Reisende und geistvolle Geographen, die ihre Beobachtungen kombinierten, haben in diese Tiefen des Naturzwecks hinein geblickt, aber die sind von den Fachmännern verlacht worden, zumal seitdem die materialistische so sehr in Aufschwung kam. W/m.

W. M.

. Rmnlfurttr Theater.

Opernhaus. Samstag den 29. April, abends 7 Uhr: Der Freischütz." Romantische Oper in 3 Akten von C. M. v. Weber. 25. Vorstellung in: Samstagabonnement. Gewöhnl. Preise.

Schauspielhaus. Samstag den 29. April, abends 7 Uhr: Schiller-Enklus. Dritter Abend. Vorstellung bei kleinen Preisen : Neu einstudiert:Kabale und Liebe." Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten. Monnement E. 24. Vorstellung. Kleine Preise.

seit dem 1. Februar sei das Abkommen mit den betr. Firmen gekündigt, vom 1. April ab erfolge eine anderweite Fest­setzung der Steuer. Man habe von Herrn Rechtsanwalt Eberhard als Mitglied der Körperschaft die Erstattung eines Rechtsgutachtens eingeforbert und von dem Ausfall desselben sei die weitere Behandlung der Angelegenheit abhängig, Oberbürgermeister Dr. Gebeschus nimmt das Wort zu einigen Ausführungen, in welchen er insbesondere die in der Eingabe versteckte Beschuldigung zurückweist, als habe der Magistrat zur Wahrung der Interessen der ? labt seine Schuldigkeit nicht getan. Er könne feststellen, daß die Ein­gabe in wesentlichen Punkten den Tatsachen nicht entspricht. Herstellung einer Straße zwischen Kinzig­steg und StraßeVor der Kinzigbrücke".

Der Bauunternehmer Hack hat an die Körperschaften ein Gesuch wegen Herstellung einer Straße zwischen dem Kinzig­steg und der StraßeVor der Kinzigbrücke" gerichtet. Das Gelände soll zur Errichtung kleiner Wohnungen verwendet werden, da ein Fuhrverkehr dort ausgeschlossen ist, wird die Straße nur eine geringe Breite erhalten. Der Vorlage des Magistrats, welche die Ausführung der Straße vorsiebt, wird zugestimmt.

Genehmign ng.von Pachtverträgen.

Stadtv. Baader referiert über eine Anzahl Pachtver­träge, betr. Verpachtung verschiedener städt. Parzellen an hiesige Mieter. Die Verträge werden genehmigt.

Errichtung eines Siechenhauses.

In früheren Beschlüssen der stâdt. Körperschaften wat ein am Clausenweg belegener Platz für die Errichtung eines Siechenhauses in Aussicht genommen worden, da sich dort hinreichend Gelegenheit bot, die arbeitsfähigen Insassen mit Feld- und Gartenwirtschaft zur Deckung des eigenen Bedarfs zu beschäftigen. Durch spätere Beschlüsse wurde das erste Projekt insoweit abgeändert, als das zu errichtende Armen­pflegehaus zur Aufnahme von altersschwachen und hilfsbe­dürftigen, aber nicht ktuukenhaus-pflegebedürfttgen Personen dienen soll. Damit ist auch die Rücksichtnahme auf einen landwirtschaftlichen Betrieb hinfällig und der gewählte Platz wegen seiner Abgelegenheit nichr mehr zweckmäßig, weshalb ein anderer am großen Rohr nahe der Ehrensäule gelegener Platz vorgeschlagen wird. Stadtv. Wohlfarth empfiehlt als Referent die Annahme der Vorlage, da bei Errichtung des Gebäudes an dem jetzt vorgeschlagcnen Platz die Kosten für Entwässerung, Gas- und Wasserleitung sich allein um etwa 10 000 Mk. verringerten und die Leute auch nicht so von allem Verkehr abgeschlossen wären, wie am Clausenweg.

Stadtv. Hoch äußert Bedenken wegen der Nähe der Bahn und dem dadurch verursachten Lärm, ferner könne man das Terrain am großen Rohr für Fabrikanlagen besser verwerten. Stadtv. Spatz spricht sich für den neuen Platz aus. Für Fabrikanlagen komme er fast gar nicht mehr in Betracht, da solche, die mit einer Belästigung der Bewohner verbunden seien, in so großer Nähe der Stadt nicht mehr geduldet würden. Stadtv. Brüning erklärt, worin der Referent einen Vorteil erblicke, sehe er gerade einen Nachteil. Die alte Leute wollten Ruhe haben, daher sei ihm dieser Platz so unsympattsch wie möglich. Nachdem sich noch Stâtv. Voltz als Mitglied der Armenkommission zustimmend zu der Vorlage geäußert, wird dieselbe mit 13 gegen 10 Stimmen angenommen.

Einführung einer progressiven Gewerbe- fteue r.

Stadtv. Schwabe berichtet über das Ergebnis der Ar­beiten der s. Zt. eingesetzten gemischten Kommission zur Ein­führung einer progressiven Gewerbesteuer. Diese Arbeiten hätten zu folgendem Beschluß des Magistrats geführt:

Dem Beschluß der gemischten Kommission, wonach a) eine Besteuerung nach dem Anlage- und Betriebskapital

auch als Eventualbesteuerung unterbleibt,

b) das gewerbliche Einkommen der Besteuerung nach bem 3jährigen Durchschnitt (analog den Vorschriften über die Einkommensteuer) unterworfen wirb,

c) die Warenhaussteuer zur prozentualen Entlastung der Zensiten mit einem gewerblichen Einkommen bis zu 4200 Mk. verwendet wird,

d) die gewerblichen Einkommen bis zu 2100 Mk. ein­schließlich zwar bei der Feststellung des Gewerbesteuer­bedarfs berücksichtigt, von der Gemeinde-Gewerbesteuer aber befreit werden,

wird grundsätzlich zugestimmt". Der Referent bemerkt in seinen Ausführungen, die Commission habe sich Material aus 27 Städten verschafft und sei übereinstimmend zu der An­sicht gekommen, daß die Erhebung der Gewerbesteuer nach der Progression der Staatssteuer den Vorzug verdiene. Eine

I Verbesserung liege schon darin, daß die Einkommen bi« zu