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HierteliL-rlich 1,80 Mt„ monsüich 60 Pfg„ für et* »Luigi Lbonnemen mit dem betrefjmden Poftsusschisg, Dit ciDjtiKt Nummer LoKet 10 Pfg.
Gedruckt «â verlegt in der Buchdruckerei bei v er kirr. ®, WarlruhaujeS in Hausu.
General-Anzeiger
Etliches Organ für Stabt« nnb Landkreis Kanan.
Erscheint täglich eü Auslutzine her S«M- aabgdotage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 96
Kerirsprechanschlich Nr. 605,
Dienstag den 25. April
KernspvechLnschlutz Nr. 605
1905
Amtliche«
Stadtkreis Ranau.
Zwecks Ausbaues der Bruchköbelerlandstraße wird die Strecke zwischen der Straße vor der Kinzigbrücke und der Körnerstraße von Mittwoch den 26. d. Mts. ab auf die Dauer von vier Wochen für den öffentlichen Fustr- trerfebr gesperrt. Dieser wird während der angegebenen Zeit durch die Fallbach- und Körnerstraße umgeleitet, Hanau den 22. April 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
P 3179 I. V.: v. Sch lieben, Reg.-Assessor.
Eandkreis Ranau.
Btkllutiiichiliige« des Kmiglicheii 2anbf$amt8.
Erloschen: die Schweineseuche in den Gemeinden Spielberg und Lieblos, Kreis Gelnhausen.
Hanau den 25. April 1905.
Der Königliche Landrat.
J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Die technischen Revisionen der Maste und Gewichte re. im Landkreise Hanau finden im Jahre 1905 in Nachstehender Weise statt:
In Groß-Auheim am L, 2. und 3. Mai, in Groß-Krotzenburg am 4. und 5. Mai, in Langenselbold am 8., 9. und 11. Mai, in Langendiebach am 15. und 16. Mai, in Marköbel und Ost Heim am 1b. und 19. Mai, in Windecke n am 22. und 23. Mai, in Bergen-Enkheim am 29., 30. und 31. Mai und 2. Juni,
in- F e ch en h e im am 5., 6. und 7. Juni,
in Bischofsheim am 14. Juni,
in Hochstadt am 15. Juni,
in Dörnigheim am 16. Juni, in Kesselst adt am 19. Juni.
Die Revisionen werden durch die Ortspolizeibehörden und den Eichmeister Heilmann aus Hanau ausgeführt.
Die Gewerbetreibenden werden hierdurch aufgefordert, die Maße und Gewichte, soweit ihre Richttgkeit zweifelhaft erscheint, vorher in gereinigtem Zustande zur eichamtlichen Prüfung zu bringen.
Werden zweifelhafte Maße rc. bei der Revision vorgesunden, so wird ihre Einziehung und die Bestrafung der Besitzer nach § 369 Abs. 2 des Strafgesetzbuches erfolgen.
Feuilleton,
Der Waffenschmied.
(Dichtung und Musik von Albert Lortzi ng.)
Ein Geleitwort zu den im Mai 1905 im Hanauer Theater stattfindenden Aufführungen dieser Oper.
Von Karl Fr. Appel.
2. Fortsetzung.
Der nächste Tag ist angebrochen. Was wird er bringen? -7 Mit dieser Frage beschäftigt sich zunächst in einer Zwischenaktsmusik das Orchester. — Fortgesetzt erklingt das Tri olen - motiv, das im ersten Akt den Georg auf die Bühne geleitet mit seinen unangenehmen Nachrichten („Das Fräulein von Katzenstein befindet sich in Worms" — oder „Der Meister kommt") und das mit dem Erscheinen S ta dingers am Schluffe des ersten Auszuges die große Liebesszene so jäh' beendigt hat. Aber in diese Klänge drängt sich, allmählich immer deutlicher werdend, das Motiv von „Er ist so gut, s o br a v und bieder" hinein. Jedes dieser beiden Mo- five sucht nun die Oberhand zu gewinnen. Die verschiedensten Instrumente mischen sich der Reihe nach mit kurzen Bemerkungen in den Streit. Die Fagotte, die Flöten, dann die Violinen, die Hörner und Klarinetten, alle haben sie, hier oder dort die Partei ergreifend, einen Einwurf zu machen. Da erhebt sich plötzlich ein klarer, ruhiger Gesang. In süßen Tonen singt das Oboe Mariens Herzensmolodie „Mit Konrad kann ich glücklich werden, er gilt mir m e h r a l s Kron' und Land." Mit wilder Haft laufen ine Triolen hin und her, in allen Teilen des Orchesters suchen sie Hilfe und finden sie auch oftmals. Aber alle Gefahren verachtend, stark und treu, wie die wahre Liebe selbst, tönt es in festem Rhythmus weiter: „M i t Konrad kann ich glücklich werden." — Jetzt er-
Den ungestempelten Maßen re. sind diejenigen gleichzuachten, deren Eichstempel unkenntlich geworden ist.
Hanau den 1. März 1905.
Der Königliche Landrat.
P 1674 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Auf Grund des § 65 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 wird bekannt gemacht, daß an Kommunalabgaben im Stadtbezirke Hanau für das Steuerjahr 1905 erhoben werden:
Zuschlag zur Staats-Einkommensteuer 135°/°
Gewerbesteuer 150°/«
Betriebssteuer 15O°<o
Grundsteuer 2,11 bezw. l,O55°/oo des gemeinen Wertes der Grundstücke.
Die Grundsteuerhebeliste liegt vom 27. April d. J. ab zwei Wochen lang im Geschäftszimmer der Steuerverwaltung, Stadtschloß, aus.
Hanau den 19. April 1905.
Der Magistrat.
Bode. 8141
Bekanntmachung.
In diesem Sommer finden in unserer Stadt topo graphische Erkundungen statt.
Die von feiten der Königlichen Landes-Aufnahme hiermit betrauten Offiziere und Topographen sind mit „Offenen Ausweisen" versehen, welche die ihnen zu gewährenden Hilfeleistungen enthalten.
Die Bürgerschaft bitte ich, den betreffenben Offizieren und Topographen zur Ausführung dieses gemeinnützigen und wissenschaftlichen Unternehmens nach Kräften entgegenzukommen und sie in allem zu unterstützen, dessen sie zur Förderung und Erleichterung ihres Auftrages bedürfen.
Hanau den 4. April 1905.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschus. 7268
Die Königliche Kreiskaffe bleibt wegen des Jahresabschlusses für 1904 am 27., 28. und 29. d. Mts. geschloffen.
Wiederholt bekannt gegeben wird ferner, daß dieselbe am letzten Werktage jeden Monats bis 11 Uhr vor- g&dfc¥r«y M^ li —Hü1 Um Hi BMMiWHMM» mih i;.WWMH^l^^
hsbt die erste Violine ihre gewichtige (stimme. „Es ist ja allerdings wahr: Reichtum allein tut's nicht auf Erden", so will sie sagen — aber da fallen ihr auch gleich die eifernden Triolen ins Wort. Jedoch nicht lange wagen sie zu widersprechen. Sie werden energisch zurückgewiesen. Allmählich entfliehen sie, und den breiten Tönen der Violinen schließen sich nach und nach die anderen Instrumente des Orchesters an. Das Motiv Mariens gewinnt die Oberhand — die Liebe siegt! — Nach dieser prächtigen, kurzen musikalischen Skizze des weiteren Entwickelungsganges der Oper beginnt der
2. Akt.
Konrad stellt sich aufgebracht darüber, weil Marie mit dem Grafen Liebenau gestern abend eine Zusammenkunft gehabt hat. Er beabsichtigt- sie „mit Eifersucht zu plagen", damit sie deh- und wehmütig ihm Abbitte tue. Aber da kommt er schlecht an. Marie hat ihm nichts abzubitten, denn sie hat nichts Unrechtes getan. Bald sind die Rollen vertauscht und Konrad ist der Eifersüchtige, der Geschlagene. Diese wunderhübsche Szene ist in die Form eines Rezitativs mit nachfolgendem Duett gekleidet, überaus wirkungsvoll vom ersten bis zum letzten Ton. — Versöhnt und überglücklich fallen sich beide Liebende in die Arme — da kommtJrmentrauthinzu. „All ihr Heiligen! Was muß ich sehen!" ruft sie in ihrer sittlichen Entrüstung — „So, mein feines Jüngferchen, wo es sich um ihre Zukunft, um ihr Glück handelt, spielt sie die Spröde, die Zimperliche, läßt sich aber von dem Gesellen ihres Vaters herzen und küssen, daß es eine Freude ist!" — 9hm folgt eine witzige Situation auf die andere — Lortzing läßt hier seinem übermütigen Humor die Zügel schießen. Georg platzt herein, Stadinger fährt dazwischen und schließlich erscheint, um das Maß voll zu machen, auch noch A d e l h 0 f und richtet das größte Durcheinander an. Nach kurzem Dialog setzt das herrliche Sextett ein „Der Mann tAdelhof) scheint nicht bei Sinnen, er tritt zur Tür'herein und will — seltsam Beginn»« - desHausesVormund f e i st" Nach
mittags, und in den Monaten Juni, Septembev und Dezember auch am vorletzten Werktage geschloffen bleibt, Hanau den 24. April 1905.
Königliche HreieUffe. _ _
Gefundene und verlorene Gellenstände re.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 desgl. mit Inhalt, 1 schwarze Leder-Pferdedecke, 1 Brille mit Futteral, 6 Stück Oster-Postkarten, 1 kleines weißes Taschentuch ; auf dem Marktplatz stehen geblieben 1 Korb mit Eiern; Abzuholen auf der Armenverwaltung.
Hanau den 25, April 1905.
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hanan, 25. April.
Seelsorzebezirke.
Am 10. d. M. fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Generalsiwerintendenten 0. Pfeiffer aus Cassel eine Sitzung der Presbyterien der landeskirchlichen Gemeinden Hanaus statt, in der über eine neue Regelung des Dienstes der Geistlichen in den genannten Gemeinden verhandelt und die Ein- richtung von Seelsorgebezirken beschlossen wurde. Dieser Beschluß hat inzwischen die Genehmigung der vorgesetzten Behörde, des Königlichen Konsistoriums in Cassèl, gefunden, und wird demzufolge vom 1. Mai d. I. an in Kraft treten. Da derselbe für das evangelisch-kirchliche Leben unserer Stadt von großer Bedeutung ist, so sei es gestattet, an dieser Stelle das Wichtigste über die Motive und den Inhalt der beschlossenen neuen Ordnung mitzuteilen. In den beiden letzten Jahrzehnten hat sich in den evangelischen Kirchengemeinde fast sämtlicher größerer Städte Deutschlands eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Während vordem die Amtstätigkeit der Geistlichen auch an Gemeinden, an denen mehrer Geistliche angestellt waren, sich auf die ganze Gemeinde erstreckte und bei der großen Ausdehnung der Stadtgemeinden sich notwendiger Weise zersplittern mußte, hat mân in bert letzten Jahren es als eine Notwendigkeit erkannt, daß einigt jeden der städtischen Geistlichen ein bestimmter, nach Straßen abgeteilter Gemeindebezirk überwiesen werde, in dem er Seelsorge zu üben und das Gemeindeleben zu pflegen habe. Zwar war auch in früheren Jahren die Amtsarbeit der Stadtpfarrer durch eine gewisse Ordnung geregelt; doch wurde dieselbe, je mehr bei einsichtigen Kirchenvorständen die Erkenntnis wuchs, daß heutzutage auch innerhalb der großen Stadt-, gemeinden Einzelarbeit getan und wenn irgend möglich zwischen dem Pfarrer und allen seinen Gemeindegliedern ein Bund geknüpft werden müsse, je länger je mehr als ein Notbehelf, aber nicht als ein den neuzeitlichen Bedürfnissen entsprechendes Mittel zu gründlicher und wirksamer Erbauung und Sammlung der Gemeinde empfunden. Da, wo dem Stadinger den A d e l h 0 f und auch den Konrad aus seinem Hause gewiesen, nimmt er Georg beiseite und eröffnet ihm, daß er sein Schwiegersohn werden soll. Es olgt nun das berühmte Duett: „Du bist ein arbeit- samerMensch, bist brav, gesund und derb, drum geb'ich meine Tochter dir und später mein Gewerb'." — ---Nicht lange dauert es, da kommt A d e l h 0 f wieder und verursacht einen neuen Wirrwarr. Während Stadinger sich bei Jrmentrauterkundigt, ob für das morgige Fest alles vorbereitet sei, entsteht zwischen Brenner und A d e l h 0 f ein Dialog, welcher über den nun folgenden Fortgang der Handlung das nötige Verständnis eröffnet.
Verwandlung.
Im Weinberge Stadingers ist eine fröhliche Gesellschaft versammelt. Der lustige, frische Chor erklingt:
„Wie herrlich ist's im Grünen
Im traulichen Verein Bei Wein nnd heitern Dtiene« Des Lebens sich zu freu’«."
Georg wird von einigen Gesellen herbeigeführt. Er wollte bei dem heutigen Feste nicht erscheinen, well seine Verlobung mit Marie von Stadinger proklamiert und banüt erzwungen werden soll. Stadinger ermuntert ihn zur fröhlichen Teilnahme am Handwerkerfest und veranlaßt ihn aum Vortrag eines Gesanges. Er stimmt das „Lied mit Chor an: „War einst ein junger Springinsfeld" (hier der bekannte Refrain: „Das kommt davon, wenn man aus Reisen geht"). Alle Anwesender- haben sich an diesem Gesang beteiligt, und das war von Georg beabsichtigt, — „damit niemand den Ber< verlaßt, denn unten wird jetzt der Witz lo^ gehen!" Zur Erklärung dieser Bemerkung ist hier eine kleine Abschweifung notwendig: Das Liebenau-Komplott hat verabredet, Marie auf ihrem Gang nach dem Weinberg durch Geharnischte des Grafen überfallen zu lassen, um sie an scheinend zu entführen, Konrad muß dann zufällig 'hinzukommen und die Gefährdete den Händen ihrer Verfolger ent- reißen, daß ist der „Witz", von welchem Georg soeben gö redet hat und von Welchem mav dies sich â Wiâmg p^