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General-Anzeiger
Amtliches Grge» für Stadt- und Landkreis Zauau.
Erscheint täglich mit AusKShM der SMN- mrd Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Nr. 94
Kernsprechanschlutz Nr. 605
Donnerstag den 20. April
Kernfprecha-rschtttß Nr. 605
1905
BSÜ
Politische Rundfdbau.
Der Kaiser hörte gestern an Bord der „Hohen- zollern" Vorträge. Die Kaiserin und Prinz Adalbert verließen gegen Abend Taormina unter stürmischen Kundgebungen der Bevölkerung und begaben sich an Bord der „Hohenzollern", wo sie Wohnung nahmen. An Bord sind zahlreiche Blumenspenden von Privatleuten nachgesandt worden. Das Wetter ist klar und schön.
In der 16. Kommission des Reichstages, die die neue Maß- und Gewichtsordnung vorberaten soll, hat der Abgeordnete Raab einen Antrag eingebracht, wonach zukünftig Halb- und Viertelpfundgewichte zugelassen werden sollen. Damit würde weiten Kreisen der Gewerbetreibenden eine große Erleichterung gewährt werden, die u. a. bereits im November 1903 durch den Zcnttalverband deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender in Leipzig in Eingaben an den Grafen Posadowsky erbeten wurde.
Der allgemeine Schiedsgerichtsvertrag zwischen Italien und Peru wurde gestern unterzeichnet.
Im englischen Unterhanse richtete Emnwt (lib.) gestern an den Unterstaatssekretär Percy die Anfrage, ob er Auskunft geben könne über den gegenwärtigen Ständ der Verhandlungen bezüglich des internationalen Charakters der äthiopischen Eisenbahn und über den Bau eines zweiten Teils dieser Linie. Percy erwiderte, er könne keine Erklärung über die Verhandlungen abgeben. Ministerpräsident Balfour beantragte hierauf, daß das Haus sich bis zum 2. Mai vertage. Es crfdlgte allgemeine Beratung darüber. Sir Campbell Banucrman verlangte Aufklävung von der Regierung über die Lage in Somaliland und Afghanistan und über die Verträge mit Tibet. Er verurteilt die Haltung der Regierung in der Fiskalfragc. Lord Balfour antwortete, die Regierung habe keine Kenntnis von den angeblichen Abänderungen des Vertrages mit Tibet. Der Vertrag mit dem Emir von Afghanistan erneuere ein Abkommen, welches England mit dessen Vater getroffen habe. Es gebe in den Verhandlungen nichts, was rätselhaft oder dunkel sei. Er freue sich, daß sie zu einem erfolgreichen Abschluß gelangt sind. Balfour rechtfertigte endlich die Haltung der Regierung in der Fiskalfrage. In einer schriftlichen Beantwortung der von Hickman (kons.) gestellten Anfrage, welche Zugeständnisse die deutsche Regierung in ihrem neuen Generaltarif auf die vom englischen auswärtigen Amt erhobenen Vorstellungen hin gemacht hat, erklärte Earl of Percy, aus den bereits veröffentlichten Schriftstücken seien die Artikel ersichtlich, bezüglich welcher die britische Regierung Vorstellungen erhoben hat, und ebenso auch die Abänderungen des Tarifs, welche als Ergebnis der zwischen Deutschland und den anderen Säubern des Kontinents gepflogenen Verhandlungen vorgenommen worden seien. Es sei unmöglich sestzustellen, in welchem Maße sich Deutschland etwa auch non den Vorstellungen der britischen Regierung habe beeinflussen lassen, als es diesen Abänderungen seine Zustimmung gab.
Die Unruhen in Rußland. Die in auswärtigen Blättern verbreitete Nachricht, daß der Polizeimeister von Tschenstochau vergiftet worden sei, ist u n w a hr. — Für die auch im Auslande, besonders in London und New- Aork verbreiteten Nachrichten über Brandstiftungen in Niederlagen der Speditionsfirmen von Lib au verursachte Beunruhigung der Handelswelt besteht nach Erkundigungen der Petersburger Telegr.-Agentur bei dem Libauer Börsenhomitee keine Begründung. Der durch den Brand eines Speichers der Firma Gerhardt Hey und Co. vor zwei Wochen entstandene Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
Ueber die Verhandlungen gegen den Mörder des Großfürsten Sergius wird dem „Lok.-Anz." aus Petersburg noch berichtet: Kolajew batte seinen Verteidigern Mandelstamm und Schdanow das Ehrenwort abgenommen, daß sie keine Appellation anmelben und keine Bitte um Milderungsgründe vorbringen würden. Dasselbe tat er auch bei seiner Begegnung mit Mutter und Schwester. Bei der Verlesung des Urteils wurden die Türen des Gerichtssaales zwar geöffnet, doch das Publikum nicht zugelassen. Die ganze Gerichtsverhandlung hatte bis dahin bei geschlossenen Türen stattgefunden. Nur die Mutter Kolajews durfte der Verhandlung bis zum Schluß beiwohnen. Seiner Schwester wurde die Erlaubnis hierzu nicht erteilt. Kolajew hörte das Urteil vollkommen ruhig an und erklärte, daß er damit durchaus zufrieden sei. Er wünsche nur eins, daß man ihn öffentlich am hellen Tage richten möge. Seine Mutter, die der ganzen Verhandlung ruhig und gefaßt war, brach bei bei diesem Wunsche ihres Sohnes in lautes Schluchzen aus. „Keine Kassation und keine Gnade i" waren Kolajews letzte Wyrtk W sSepichtssaal.
Ein AufftanS ist in San Juan auf Portoneo ausgebrochen; es kam zu heftigen Zusammenstößen, die amerikanische Flagge wurde niedergerissen.
Der Streik in Limoges. Bei dem Begräbnis des während der Unruhen am Montag getöteten Arbeiters folgten etwa 15000 Personen dem Leichenwagen. Der Bürgermeister, die Munizipalräte und mehrere Deputierte gingen mit der Familie des Toten im Trauerzuge.
Die Streitbewegung unter den Eisenbahnern.
Rom, 19. April. Kammer. In der Nachmittags-- sitzung beantwortet der Ministerpräsident mehrere Anstagen wegen des Vorfalles in Foggia, wobei er erklärte, der Gebrauch der Waffe seitens des Militärs sei durchaus imver- meidlich gewesen, da es herausgefordert worden sei und sich im Zustande gesetzlicher Verteidigung befunden habe. Der Gebrauch der Waffe sei nicht anbefohlen, sondern durch Patrouillen erfolgt, die mit Knüppeln und Schüssen angegriffen wurden. Dabei sei ein Soldat tödlich verwundet, drei Manifestanten seien getötet und zwölf verwundet worden. Es sei im Einvernehmen mit den richterlichen und den Militärbehörden eine Untersuchung angeordnet worden. Hierauf wurde die Beratung 5er Vorlage bett. Verstaatlichung der Eisenbahnen wieder ausgenommen. Die Besprechung des Artikels 16 bett, die Errichtung eines obligatorischen Schiedsgerichts wurde einstweilen zurückgestellt. Artikel 17 gelangte mit großer Mehrheit zur Annahme. In demselben heißt es, daß alle Angestellte W Eisenbahnen Staatsbeamte sind und daß in dem Fall; einer Einstellung der Mbeit imb der Störung es r gelmäßigen Dienstes angenommen wird, daß sie ihre Entlassung eingereicht haben."
Vereins- u. VeLgnügungsnachrichteu
für Donnerstag den 20. Avril.
Kirchen âor der ^ohannitzlirche • Abends präzis 8 Uhr: Probe im NebuugZ- iälchen bst Kirâe.
Konzeridaus „Germania" : Strnchkomert der Damenkapelle „kobmgrm". Turngememde; Von 6—10 V» Uhr: Turnen der Knaben-, Frmnw- und 3ua*nbabtetluvg.
Cvanq. Männer» und IünalinaSvercin: Bibelstunde (Cv. DerrinShauS.) Ka hsiötder Männ-rverein: B?reinSabend in der Restauration M'hr. rramati'ch-lilersr lchrr Verein .Me'osmene" ..rur Sonne": resung. Gesangverein , Xro lichten': S n-stuude im VeieinSiokule.
Gubelskerqcr Steno-ravhen - Verein hn GanhauS m den „3 Rindern* : Ab nds non 8—9 Uhr: Anfängerkursus, 9-»10 Xebungsstund« Verkelnsschnst
Aiends'scher Slenographenverein „Ävollobund" (Essthaus „zum Grafen, Philipp Ludwiat: Veremsadend.
Naliona^ste^aravhen-Veiein: Lehr u. Uebungsstunde (Lokal ,,Zur großen Krone* Steinhkimerstrnße 26).
Techniker-Verein: Verein labend in der Restauration Mohr.
8 stiqe Geiell'cha't „Cisknmm'I" ■ Ueduna im Gasth us ,^ Trevpch n". Erster Hanauer Fußball-Klub 1898; Klubabend in der Brauerei Kaiser. Klub „Bavana": 'Klubabend in der Restauration „Allemama V Erste Hanauer Po> le esell'ck>afi: Kreisspiel im „Deutschen Haus". Radsahrerverein Hanau 1885: Kinbaben'' in der „CenrralhaUe".
Ra fabrerverein „Vorwärts": .Zusammenkunft im banbai s „z Sarrne". Konsular Hanau der Allqemeinen Radfahrer-Union, D. T, E.: Versammlung im Restaurant „Carlsberg".
Keaesilub ,.Tivp, Dpv": Gasthaus „zrir guten Quelle". Spessarl-Touristenverrin: Bei einladend im „Clevhanren".
mittags 12 Uhr
Barometerstand
am 19. 4 20 4.
Sehr trotfeu ^
Beständig
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Veränderlich ~ ^é
Regen tWmd?ö0^^
Biel RegW 74
Sturm
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TelemWcr Wkttctbnicht der beaffftn kemarte.
Telegramm aus Hamburg vom 20. April
9 Uhr 32 Min.
Ein Maximum über 77V mm lagert westlich Schottlands, ein Minimum unter 752 mm über Frankreich, In Deutschland ist das Wetter kühl, vielfach heiter, stellmweise ist Regen gefallen.
Prognose für den 21. April: Kühles Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.
Aus aller Melt.
Ein SolSateKMitzhandLvngK-Prszetz großen SrilS, Begann gestern vor dem Kriegsgericht in Koblenz. Den An», stoß zu diesem Prozeß gaben die Aussagen des im vergangenen Jahre zu drei Jahren Zn.chthauL und Entferrkung^ aus dem Heere verurteilten Sergeanten Bienefeld, wodurch Feldwebel, Sergeanten, Unteroffiziere sowie Offiziere vom 29. Infanterieregiment zu Trier der Mißhandlung beschuldigt wurden. Die gegenwärtige Anklage richtet sich gegen vier Unteroffiziere. Junge Rekruten sollen auf Befehl der Unteroffiziere von älteren Mannschaften mittels Besen derart verarbeitet worden f^n, daß einem Rekruten die Haut in Fetzen vom Leibe hing. Die Angeklagten geben die ihnen zur Last gelegten Vergehen zu. Während der Verhandlung stellte sich ' heran?, daß der Feldwebel alle Leute, welche Mißhandlungen meldeten, abwies unb selbst Mißhandlungen ausführte. Bis heute mittag nnrrben 40 Zeugen vernormnen. Die Verhandlungen werden drei Tage dauern.
Schwere Scr^iftutignt hat der dieswinterliche Schnee bruch im Frcmkenwalde angerichtet. Ganze Streifen des schönsten Waldes sind in einer Höhe von 2 bis 3 Allerer förmlich ab geknickt, die Stämme liegen kreuz und guck durcheinander. Biâ jetzt sind in einem einzigen Forstbezitte 11000 solcher durch Wind und Schneebruch verursachte ai$\ gearbeitete Baumhaufen ausgenommen worden.
Gebeizte Laube«» Fein. 6 Personen. 3V» Stunoeu. Aeltcre Tauben lassen sich gut hierzu verwenden. Sie werden sauber zurecht gernacht, in 4 Teile zerschnitten und in eine milde Beize von gefachtem Essig nebst einigen Zwiebel scheiben, Gewürz, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren gelegt Nach 2—3 Tagen zerläßt man in einer Kasserolle ein Stück gutes Schmalz, legt die Tauben darauf, läßt sie cmrvsten, gießt einige Löffel von der durchgeseihtey Beize dazu unb schmort unter öfterem Nachgießen von Beize und saurer Sahne die Tauber: weich. Die Sauce wird abgefthmcckt, wenn nötig, mit etwas klar gequirltem Kraftmehl gebunden, mit 10 Tropfen Maggi's .Wrirze im Geschmack geftmtint und über die Tauben gegriffen.
SchiffsberichLe.
(Miigcteilt vo» Stunt Av. Treufch-Hattau.)
Hamburg, 17. April. Der Dampfer „Silvia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Baltimore ein- getroffen.
Der Hamburger Dampfer „Moltke" ist am 17, April wohlbehalten in New-Pork an gekommen.
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W und ist dss beste Morgengetränk für
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K V I Bleich'üchtkge, R-koavalSzeute«, O w» Wöchnerinnen, stillende Frauen usw. Man le e die Gutachten der Aerzte. Erhältlich daS V» Kilo Mk. 3.— m Apotheken, Drsgerien u>w. 7992t
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is Luxemburg auf Flaschen gefüllt von Mercier & Co.
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Matheus Müller
Gebr. Hoehl
Deinhardt & Co.
Henkell & Co.
J. Oppmann
Söhnlein & Co.
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Ch. Je Lossow.
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