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Die Menge ließ von weiteren Angriffen gegen das Gefängnis af», errichtete aber an anderen Punkten Barrikaden, deren eine in der Rue Amphiteatre sich eine volle Stunde lang hielt. Mittlerweile hatten sich etwa 500 Arbeiter auf j der den Marktplatz beherrschenden Terrasse des Orsaygartens angesammelt und bombardierten trotz wiederholter Warnungen des von einem berittenen Trompeter begleiteten Zentralkom- missars Gerschell die auf dem Marktplatz angesammelte In­fanterie. Als das Bataillon des Majors Touboulic vorrückte, fiel von der Terrasse ein Revolverschuß. D«e Sol­daten gaben einige blinde Schüsse ab, dann wurde ohne Kommando scharf geschossen, d"ch nicht von allen Soldaten. Einige hatten sich im kritischen Augenblick weit hinter die Front zurückgezogen. Zwei Arbeiter wurden tot von der Terrasse getragen. Einer der Schwerverwundeten erlag während des Transports seinen Verletzungen. Die Zahl der Verhaftungen beträgt fünfzig. Hauptmann Lacombe und mehrere Soldaten wurden verletzt.

Limoges, 18. Ap^l. In dem Arbeiterviertel herrscht Ruhe, jedoch wurden, H Kundgebungen erwartet werden, strengste Maßregeln e^fm. Die Ausständigen durchziehen in kleinen Trupps schweiomd die Spaßen. Sie hielten heute keine Versammlungen eF. Die Schubwormarbeiter beschlossen weiter zu arbeiten, die Au^ständigä» fh,p ^it Geldmitteln zu unterstützen und dafür 5 r^t ihres Lohr-s zu opfern. Die arbeitswillige Bevölkerung beißt dielen Beschluß willkommen, weil man fürchtete, aus dem Ausstau^- der Schuhmacher könnte ein allgemeiner A"?st.ond entstehen. Bei den gestrigen Unruhen wurde eine Berton getötet vnb 5 wurden schwer

Mittwoch

verletzt, ferner wurden 3 Offiziere und eine Anzahl Unter­offiziere und Mannschaften verletzt. Der heutige Nachmittag ist ohne Zwischenfall verlaufen. Es sind Truppen- und Gendarmcrieverstärkungen eingetroffen. Die Eiscmvarenläden werden militärisch bewacht.

Paris, 18. April. (Kammer.) Reille (Tons.) inter­pelliert wegen der Vorgänge in Limoges und erhebt gegeu die Regierung den Vorwurf, daß diese sie ganz unvorbereitet getroffen haben. Ministerpräsident Rouvier unterbricht den Redner und sagt, übertriebene Maßnahmen hätten viel schwerere Störungen herbeiführen können. Gautier (Nat.) wirft der Regierung vor, den Arbeitern nichts als leere Ver­sprechen gegeben zu haben. Man müsse sich nicht wundern, wenn sie sich zu Gewaltmitteln hinreihen ließen. Der Redner verlangt, daß eine Untersuchung eingeleitet werde, um festzu­stellen, wer verantwortlich zu machen sei. Vaillant (Soz.) sagt, daß die Verantwortung dem Ministerium zugeschrieben werden müsse, welches die Arbeitgeber gegen die Arbeiter in Schutz nehme. Vaillant tadelt das Verhalten der Arbeit­geber, von denen einer, wie er sagt, die Schamlosigkeit ge­habt hat, eine fremde Fahne zu hissen, in der Hoffnung, daß man diese nicht beleidigen würde. Der Minister des Innern, Etienne, beklagt die gestrigen Vorgänge in Limoges. Er habe alles getan, damit d-r beklagenswerte Zusammenstoß vermieden werde. Er verliest die Berichte des Präfekten seit dem 14. April, welche die bereits bekannten Tatsachen ent­halten. Man müsse, so fährt der Minister fort, das Möglichste tun, um ähnliche Vorkommnisse zu vermeiden. Man müsse die Ordnung auf der Straße

___________________________________ ________ W. Äp^il.

aufrechterhalten und müsse an die Eintracht und Einigkeit der Bürger appellieren. Die Regierung wünsche die ßaqe der Arbeiter zu verbessern, aber sie sei entschlossen, die Ordnung aufrechtzuerhalten. (Beifall.) Bei der weiteren Verhandlung über den Ausstand in Limoges verlangt Poulain (Soz.) Einleitung einer Untersuchung über die Ursachen des I Ausstandes und wirft den Arbeitgebern vor, auf die gerecht­fertigten Beschwerden der Arbeiter gegen einen Werkmeister nicht eingegangen zu sein und dadurch den Ausstand veran- la^t zu haben. Jaur^>s (Soz.) erklärt, der Bürgermeister von Limoges sei gegen die Verwendung von Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung gewesen. Die Regierung dürfe nicht zu gunsten der Arbeitgeber einschreiten. Die Be­schwerden der Arbeiter gegen den von Poulain erwähnten Werkmeister seien begründet gewesen. Die Regierung hätte für die Arbeiter eintreien müssen. Iaur s unterzieht schließ- li^ das Verhalten des Präfekten einer Kritik. (Beifall auf bet äußersten Linken.) Ministerpräsident Rouvier wider­spricht der Beschuldigung, Truppen in den Dienst der Arbeit- geber gestellt zu haben. Das Heer stehe in niemandes Dienst, c$ stehe nur im Dienst der öffentlichen Ordnung. Erst als das Gefängnis bedroht worden sei, habe man die Truppen einschreiten lassen. Die Truppen hätten erst von der Waffe Gebrauch gemacht, als mit Steinen u. s. w. gegen sie geworfen wurde und hätten ohne Befehl geschossen, nachdem 60 Mann dabei verwundet wurden. Es sei weder die Schuld der Re- gierung, noch die des Präfekten, daß Truppen herbeigerufen werden mußten.

jbf-Bierbraierei Duz«.

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Bei b#r heute stattgehabten Novellen Auslosung der am 1. Sep­tember d. J. mit 103 Prozent zur Rückzahlung gelangenden Obligationen tMserer 4prozentigen Prioritätsanleihe wurden folgende Nummern gezogen:

Lit. Ä. a Mk, 9000.

Die Rückzahlung erfolgt bei dem Hanauer Eredit-Berein e. G.

M. U. H in Hanaü a. M. 7948c

$anau a. ®L, 14. April 1905.

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»r. 17.

500.

900.

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, M

77. 95. 65. 118, 171 955, 319, 391.

394, 41«, 480

Der Vorstand.

II. Stengel.

Vermögens-Bilanz

pro 1904.

Aktiva. Passiva.

H'W!?"J, " '-'l'-L-M'-i. ...... . ___:_LJ»"liV1y-""»^uH?^^

Kassenbestand . . . 8350,81 Mk.

Bankguthaben . . . 13330,92

Geschastsguthaben

bei der Bank. . 4000,00

Mobiliar-Konto . . 70,00

Darlehen..... 78939,46

Kausgelder .... 757,38

Tinnahmcreste auf

Linsen ... . 3320,06 103768,03

Guthaben der Bank 3600,00 Ml.

Sparkaffengelder . . 93712,80

Geschäftsanteile . . 4078,00

Betriebsrücklage . . 946,60

Reservesorchs . . . 1026,59 B

103303,99

Reingewinn: 404,64 Mk.

Gesamtkaffenumsatz: 163,501,17 Mk.

Mitgliederstand Ende 1903 : 86.

Zugang: 1 Abgang: 2.

Mitgliederstand Ende 1904:85.

Dörnigheim, im April 1905.

Spar- u Darlehenskasse

E. b, m. n. II.

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