17. Aprit
alle zur AâchteÄalknn beb Dienstes notwendigen Maß- nahmen getroffen habe. Die „Tribuna" hebt bemr, daß die Kammer während der heutigen Rede deS Ministers FortiS deutlich kundgegeben habe, daß sie den Ausstand verurteilt und die feste Haltung der Regierung billigt. Die Kammer liest hierdurch den Eisenbahn-Angestellten eine ernste Wärmung w teil werben. Das „Giornale d'Jtalia", das Organ Äonnino'S sagt, die öffentliche Meinung sei durchaus gegen den Ausstand, der sinnlos sei. Die Ausständigen würben sicher völliges Fiasko machen. Alle verfassungstreuen Parteien, selbst Aligehörige der revublikanischen Parteien, würden die Regierung unterstützen. Das klerikale „GionmIe di Roma" bedauert den Ausstand umsomehr, als gerade die Osterwoche beginne, die viele Fremde na^ Rom führe. Die „Italic" hält ebenfalls ben Ausstand für aussichtslos.
Rom, 17. April. (Kammer.) Ministerpräsident Portis sagt unter Zeichen großer Aufmerksamkeit, er wünsche sofort auf die Frage Brüntaltis öezüglich der Haltung der Re- gierung dem Ausstande des Eisenbahnnersonals gegenüber zu antworten, er I)offe, daß der Ausstand, der sich jetzt in Neapel offenbart, sich nicht ausdehnen wird, denn das Eisenbahnpersonal muß einseben, daß der Ausstand kein richtiges Mittel ist, seine Interessen zur Geltung zu bringen: niemand hat das Recht, die Interessen des Landes unter seine eigenen zu stellen, mögen sie auch noch so berechtigt sein. (Lebhafter Beifall.) Wenn diese Ueberzeugung nicht vorherrschte, würde die Regierung wissen, was sie zu tun hätte. (Sehr gut.) Die Regierung, gestützt auf die öffentliche Meinung, ist sicher, die Ordnung aufrecht erhalten zu können, und werde dafür Sorge tragen, daß der öffentliche ^"nft so wenig wie möglich Schaden leitet. (Sehr lebhafte Beifalls- äußerungen.) Brunialti erwidert, er sei glücklich über die Erklärung und sagt der Regierung die Unterstützung der Kammer und des Landes zu (Beifall), auch wenn sie gesetzliche Wiederoergeltungsmaßregeln anwenden würde. (Zwischen- rttfe auf der äußersten Linken, gegen die die anderen Parteien der Kammer protestieren.) Fortis antwortet, daß die Regierung keine Wiedervergeltungsmaßregeln anwenden kann und vermeiden muß, solche Fragen zu verschlimmern, die die größte Ruhe und klares Denken erfordern. (Lebhafter stn- rufe, langanhaltender Beisalt). Die Kammer beschließt, n w- gen nachmittag die Vorlage über den Betrieb der Eisenbahnen durch den Staat, worüber Referent Vendramini schon heute Bericht eingereicht hatte, zu beraten. Die Sitzung wurde hierauf ausgehoben.
Wien, 16. April. Bei der gestrigen Reichsratsstichwahl in den Landgemeinden Bruck an der Mur-Loeben (Seiermark) wurde der Sozialdemokrat Resel gewählt.
Limopes, 16. April. Auch in der vergangenen Nacht machten die Ausständigen einen Angriff auf einen Waffenladen, zerbrachen die Schaufenster und bemächtigten sich der Waffen und der Munition.
Paris, 16. Avril. Der Kriegsminister bestrafte zwei Hauptleute des 125. Linienregimentes, die ihre Versetzimg aus Poitiere bem General Peignä zur Last gelegt und ihn gerichtlich auf Zahlung von je 50 000 Fres. Entschädigung verklagt hatten, mit dreißig Tagen Arrest.
Giardini, 16. April. Die Frühstückstafel bei den: Kaiser und der Kaiserin fand an Bord der „Hohenzollern" statt. Der Kaiser saß zwischen den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar, die Kaiserin zwischen dem Herzog von Sachsen- Koburg-Gotha und dem Prinzen Adalbert. Das Kaiserpaar verweilte am Nachmittag an Bord der „Hohenzollem", wo auch die Abendtafel stattfand; danach begab sich die Kaiserin
Montag
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an Land zum Hotel Timeo. Die Prinzen besuchten nachmittags das griechische Tbeatrr in Taormina.
«C^fmo^te1, 16. April. In feiner Antwort auf die Thronrede gab der Präsident des Landtages seiner Ehrerbietung und Treue gegenüber dem Monarchen Ausdruck, sowie der Freude darüber, daß der Kaiser gewissen Teilen der großen Petition der Stände seinen Beifall gegeben habe. Der Präsident sprach ferner die Hoffnung und den Wunsch aus, daß der übrige Teil der Petition mit den Absichten des Kaisers zum Wohle des Landes überciustimmen möge.
Warschau, 16. April. (W. B.) Das Kriegsgericht verurteilte drei Teilnehmer an ben Unruhen im Januar zum Tode.
Ietaterincnburg, 16. April. (W. B.) Noch Tscheljabinsk, wo. seit drei Tagen Unruhen herrschen, sind T r u v p e n abgegangen.
Tscheljabinsk, 16. April. (W. B.) Soldaten des Lokal- kommandos d e m o l i è r l e tt und plünderten 16 Häuser. Es werden Aufrufe verteilt, die sich gegen die Juden richten. Dieselben suchen in den Christenhäusern Schutz. Biele verlassen die Stadt.
Palma, 15. April. Die königliche Jacht, mit dem König und der Königin von England an Bord, begleitet von den Kreuzern „Suffolk" und „Aboukir" uub dem Torpedoboots- zerstörer „Ouail", ist heute abend in der Richtung auf Algier in See gegangen.
Algier, 16. April. Die Jacht „Victoria and Albert" mit dem König und der Königin von England an Bo^d, ist in Begleitung der englischen Kreuzer und des Torpedobootes heute mittag im Hafen eingetroffen.
Sport.
Hraukkurt a. M., 17. April. Unser erster Renntag eröffnete gestern nicht nur die neue Frankfurter Rennsaison, sondern zugleich die süddeutsche Rennkampagne und zwar, wie gleich vorweggenommen sei, M einem vollen, für die Zukunft vielverbeißenden Erfolg. Das Wetter war schön, infolge dessen der Besuch hervorragend, man kann ohne Uebertreibung von einem Massenbesuch sprechen. Ward Frau Sonne auch zumeist von großen Wolkenzügen verdeckt und machte eine energische Fn'chlingsbrise immer mehr sich geltend, so war der Aufenthalt auf der Rennbahn doch ein angenehmer und vor den gut besetzten Tribünen entfaltete sich wieder das gewohnte, durch mannigfaltige Uniformen und anziehende helle Frühlingstoiletten wirkungsvoll belebte Bild bunten, froh bewegtet? Lebens und Getriebes, Umtausch! von den Weisen der Artillerickapelle, die vom Musiktempel herüberklangen. Was den gebotenen Sport anbelangt, so war derselbe ein vorzüglicher: die einzelnen Rennen waren — bis auf das zweite und vierte, wo nur ein Quartett bezw. Quintett herauskam — stark besetzt und nahmen, jeweilig mit spannungsreichen Endkämpfen ausgehend, einen schönen anregenden und durch keinerlei Zwischenfall getrübten Verlaus bis zur letzten Konkurrenz, in der leider zwei Unfälle sich ereigneten: „Rustic Beauty", mit Lt. Frbrn. v. Tautphoeus im Sattel, brach hinter der großen Hecke schwer nieder und Sie von Lt. v. Rosenberg gesteuerte „Sternblume" wurde an der Einlaufshürde reiterlos; glücklicherweise erlitten die betroffenen Reiter keinen ernstlichen Schaden. Ausgezeichnet schnitten die am hiesigen Platze trainierten Pferde ab, vor allen jene des Trainers Winkler, her auch als Trainer des Siegers im Schlußrennen, das von Bürgern Niederrads gegebene Andenken, bestehend
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1« einer astdenM Uhr, erhielt. Die Niedtzrâl Ställe Haven also augenscheinlich daß schont Vetter zu recht fleißiger Arbeit benutzt. Nachstehend die Einzelergebniffe der sechs Konkurrenzen:
1. Eröffnungs-Flachrennen. 1500 Mk. 1â> Meter. 1. Hrn. Fr. Rieses „Frangwani" „Lt. Frhr. vor Tautphoeus), 2. Hrn. Brandts „Corbenic" (Lt. v. Bardelebens
3. Gestüt Mariahalls „Nmltius" (Oberlt. u. Platen). Das große Feld war am Start schlecht abgetommen, ein Umstand, der indes für den Ausgang des Rennens belanglos war, weil der Sieger überaus leicht gewann. Ferner liefen „Man- doline", „Gilojar", „Servus", „Miß Mauman", „Panther", „Karnahtarnanz" und „Goldschatz". Sehr leicht mit 3 Lüngen gewonnen, 2 Längen zurück Dritter, „Karnahkarnanz" Vierter.
2. F e t d b e r g - F la ch r e n n e n. Staatspreis. 2o0(> Mark. 1400 Meter. 1. Hrn. W. Hiestrichs „Teresina" sHr. W. Schultz), 2. Kgl. Württemb. Prtvat-Gestüt Weils „Hab acht" (Lt. v. Geyr), 3. Gestüt Mariahalls „Sebastian" (Oberst. v.- Platen). Ferner lief: „Gelegenheit". Mit zwei Langen gewonnen, Kor-llänge zurück Dritter. .
8. Preis v o n S \ George n. Ehrenpreis dein si - ben Reiter, gegeben von Frau Olga v. Grunelius und i’1? *i Mark. Jagdrennen. 3000 Meter. 1. Lt. Wolffs „Arb^üie" (Lt. Mever), 2. Lt. Wahls „Ecureuil" (Bef.), 3. Lt. Korn dorffs „Saone" (Des.). Ferner liefen: „Modane", „Ballad", „Voltigeur"' „Earthstopper", „Jocriffe". Nach Kampf mir 1 Länge gewolmen, halbe Länge zurück Dritte, „Jocriffe" Vierter.
4. Goldstein-Hürdenrennen. Graditzer Gestüt -^ urnig. 2000 Mark. 2200 Meter. 1 Lt. Frhrn. von Entreß- ^ürftenecfg „Duellant" (Lt. v. Bardeleben), 2. Graf Stauffenbergs „Salta" (Lt. Frhr. v. Tautphoeus), 3. Lt. v. Platens „Daisy" (Bes.). Ferner liefen: „Synlphonie" und „Aspasia". An den Tribünen vorbei galoppieren „Due! laut“ und „Salta" in Front des Fünferfeldes, beljalt. die Spitze das ganze Rennen hindurch und inachen das Ende unter sich aus, indem nach einiger Gegenwc „Duellant" schließlich leicht mit 1 Länge gewinnt, ebensoweit zurück Dritte, „Aspasia" Vierte.
5. Offiziers-Jagdrennen. Ehrelipreise den Reitern der ersten beiden Pferde und 2500 Mk. 3000 Meter. 1. Lt. Bancks „Fantassin" (Bes.), 2. Lt. Meyers „Amport" (Bes.), 3. Lt. Wätjens „Goldoni" lOberlt. o. Platen). Ferner liefen: „Santa Cruz", Luaano II", „Cash", „Carpenter- stown", „Rn^tsr", „Derby", „Pettolay", „San Remo" und ..Monist tt". Ein prächtiges Sportbild bietend, fam das stattliche Feld unter wechselnder Führung glatt über die verschiedenen Sprünne; nach Kampf mit 2 Länger: gewonnen, 1 Länge zurück britter, „Rumor" vierter.
6. Johannisberg-Jagdrennen. Ehrenpreis bent siegenden Reiter, gegeben von Frau Hermann v. Mumm mtb 8500 Mk. 3500 Meter. 1. Herrn M. Müllers „Nolis" (ßt. v. Geyr), 2. Lt. Graf Limburg-Stirums „Gun Nunner" iBes.), 3. Herrn H. Roths „Novius" (Lk. v. Hertling). Ferner liefen: „Sternblume", „Rustic Beauty", „Billet-Doux"^ und „Bridge". Unter Führung der brillant springenden „Sternblume" wird her größere Teil der Reise zurückgelegt, worauf „Nolis" das Kommando übernimmt, um leicht mit einer Länge zu siegen; zwei Längen zurück dritter. (Fr. N.) ...................................
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