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4. April._____________

Hus aller Mslt.

Heftige Erdbeben wurden Freitag abend im Eustal (Oesterreich) wahrgenommen; sie waren so stark, daß die Häuser Riffe bekamen und die Einwohner flüchteten.

Bon Wölfen zerrissen. Bei Mostar in der Herze­gowina sind auf einem Patrouillengange zivei österreichische Gendarmen von Wölfen zerrissen worben. Sieben der Bestien hatten die Beamten erschossen,- dann brach die Katastrophe über sie herein.

Die Urrta en einer Rabenmutter. Die Frau eines Hausierers in Baulen bei Geilenkirchen würbe von der Straf­kammer wegen schwerer Mißhandlung ihres Stiefkindes zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatte das Kind hungern lassen, es mit Besen, Siecheisen, Stöcken usw. so mißhandelt, daß es voller Wunden ins Krankenhaus ge- schafft werden mußte. Die unnatürliche Blutter erklärte offen, sie wolle das Kind so lange mipb^beln, bis es tot sei.

Dynamitatterrtat einer Eifersüchtigen. In Deva (Ungarn) verübte in der Nacht ein Mädchen Namens Strilka gegen ihren Geliebten und dessen Eltern ein Dynamit­attentat, dem die gar^e Familie zum Opfer fiel.

Das Geständnis eines 17jährigen Doppelranb- mörvers. Der Raubmörder Joseph Hörmann,' dem das Ehepaar Zott in Dinkelscherben in Bayern zum Opfer fiel, hat nach seiner Verhaftung ein Geständnis abgelegt, welches die Tat nur noch grauenvoller erscheinen läßt. Er ist von Frau Zott beim Zusammenraffen des Geldes überrascht, worauf er sie mit einem Schlächterbeil sofort niederschlug. Die alte Frau gab keinen Laut von sich, doch war ihr 7-jähriger Ehemann von dein Geräusch aufgewacht. *Der Greis bat den Mörder mit gefalteten hocherhobenen Händen flehentlich um sein Leben, doch schlug iljn der brutale Mensch nieder. In der Angst, überrascht zu werden, begnügte sich der Mordbube mit 1500 Mk. Ueber 100000 Mk. in bar und Wertpapieren sind ihm entgangen.

Drahtnachrichten.

Der russisch-jiMnischc Krieg.

Die Frhrt Des russischen Geschwaders.

- Dschibuti, 3. April. Das Geschwader des Admirals Riöogatow, aus sechs Kriegsschiffen und bem Hospitalschiff Kostrowo" bestehend, hat heute vor Dschichuti geankert.

Weitere Kriegsdepeschen im 2. Blaft.

Des Kaisers Mittelineerreise.

_ Port Mahon, 3. Avril. (Von dem Sonderbericht­erstatter des Wolff'schen Telegr.-Bur.) Der Generalkapitän der Balearen Ortega erhielt den Sloten Adlerorden 1. Kl., ber Kommandant des KreuzersCardinal Cisneros", Kapitän Douyn, der zur besonderen Begleitung des Kaisers von Cadix hergeschickt wurde, den Roten Adlerorden 2. Kl., ber. Unter- prâfekt Caranillas den Kronenorden 2. Kl., der Bürgelmreistcr Juan Bictory den Roten Adlerorden 4. Kl., der deutsche Konsul eine wertvolle Busennadel. Der Kaiser war von dem Aufenthalte sehr befriedigt und richtete ein sehr freund- liches Danktelegramm über den schönen Empfang und die Huldigungen von seiten der Bevölkerung an den König von Spanien.

Die Balkanwirten.

Sofia, 3. April. (Meldung desWiener K. K. Telegr. Korresp.-Bureau".) Um die Beschuldigungen der Pforte, daß die bulgarische Regierung das Bandenunwesen fördere, zu entkräften, wird in strenger Weise gegen die aufständische Strömung unter den Macedoniern und Bulgaren verfahren. Es wurden bereits zahlreiche Aufständische an der türkischen Grenze aufgehalten und abaeschoben. Um den Uebe' 'ritt aktiver Offiziere zur aufständischen Bewegung hintanzuhalten, wies der Kriegsminister alle Truppendivisionäre an, die ihnen unterstehenden Offiziere streng zu überwachen, jede rcvo- lutionäre Propaganda telegraphisch anzuzeigen und zur auf­ständischen Bewegung übertretende Offiziere mit sofortiger Entlassung zu bestrafen.

SitfcmmenhittfL

, Paris, 4. April. Die Blätter berichten von dem hiesigen Ministerium des Aeußeren sei angeregt worden, daß zwischen König Eduard von England, der am nächsten Donnerstag auf seiner Fahrt nach Marseille die Pariser Gürtelbahn benutzen wird, und dem Präsidenten der Republik Loubet in der Nähe von Paris eine Zusammen­kunft stattfinde.

Marokko.

Paris', 4. April. Der nationalistische Depuürte Arch- deacon, der eine Interpellation über Marokko angekündigt hatte, jedoch vom Minister des Aeußeren Delcasse nicht be­sonders ersucht worden war, seine Interpellation zu ver­schieben, hat, verstimmt über dieses Vorgehen an den Mi­nister ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Interpellation aufrecht erhält und verlangt, der Minister möge dieselbe möglichst bald beantworten. In den Kreisen des Parlamemes verlautet, daß der Minister Delcasse entschlosskn sei, die Beantwortung der Jmerpellation abzulehnen und sich dabei auf die Geschäftsordnung zu berufen, nach der es gestattet sei, Interpellationen über äußere Politik auf unbestimmte Zeit zu vertagen, doch sei die Zahl der Depu- tinen, denen die Politik Delcasses in der letzten Zeit ernste Besorgnis eingeflößt habe, so groß geworden, daß die ableh­nende Haltung des Ministers jedenfalls scharfen Widerspruch Hervorrufen wird.

Die unflstrische Krise.

Budapest, 3. April. Graf Andrassy hatte heute eine Audienz bei dem König. Nach derselben erschien er in der Sitzung des Exekutivkomitees der vereinigten Opposition und teilte mit, daß an maßgebender Stelle der P^rn, die Lösung bet Krise durch Hinausschiebung der Mehrforderungl a für baâ Heer auf eine gewisse Zeit herbeizuführen, dahin ausge- ^gt wird, daß nur ein Bruchteil der militärischen Nkehrer- ^rdemisse ausgeschoben werden soll. Das leitende Komitee

Dienstag

----------- erachtete diesen Plan für unannehmbar und für ungeeignet, als Grundlage für weitere Verhandlungen zu bienen. Das Komitee befaßte sich ferner mit bem Beschluß vom 18. November v. J., der gemäß dem Antrag Daniel die interi- mistische Hausordnung in Kraft setzt, und mit emepr^auf Ungültigkeitserklärung dieses Beschlusses abzielenden Anträge, - der dem Abgeordnetenhaus vorgelegt werden soll.

Ans dem englischen Unterhause.

London, 3. April. Bei der Beratung über den Militär­etat bringt Winston Churchill (lib.) einen Antrag auf Herab­setzung des Etats um eine Million Pfund Sterling als. Protest gegen die Höhe des Etats ein. Er sagt, die Ge- fahren hinsichtlich der Verteidigung Indiens wären weiter entfernt als je vorher. Das sranzösisch-englssche Abkommen und der Krieg im fernen Osten hätten die englische Stel­lung in Indien nicht weniger sicher gemacht. Sir Eduard Grey (Lib.) sagt, es müßte daran erinnert werden, daß die russische Macht sehr geschwächt sei, aber das Ziel der russischen Politik könnte sich in Zukunft mehr auf andere Teile der Welt konzentrieren. Wenn England seine Grenzen weiter ausdehne, so würden zweifellos große militnrifdje Forde­rungen gestellt werden; wenn die englische Politik aber eine Verteidigungspolitik wäre, bliebe die Situation unverändert.

Die Bewegung in Rußland.

Warschau, 3. April. Ein Unbekannter schoß heute abend in der Delnjastraße auf den Revieraufseher. Dieser wurde leicht verwundet. Der Täter entkam. Später wurde in der Wolskestraße ein Stadtwächter überfallen und durch einen Messerstich in das Herz schwer verwundet.

Petrs! urg, 3. April. Im Bezirk Bachmut fanden wieder Bauernunrnhen statt. Auf das Verwaltungsgebäude des Bergwerkes Uspensky in der Nähe von Slawjanoserbsk wurde am 30. v. Mts. ein Angriff gemacht und das Bureau geplündert. 28 Angreifer wurden auf administrativem Wege verschickt. An den Tatort wurden Kosaken entsandt.

Moskau, 3. April. Der Aerztekongreß ist heute hier in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums zusammengetreten. Der Vorsitzende, Dr. Jelpatewsty eröffnete in.Gegenwart von ungefähr tausend Aerzten die Versammlung mit citier Ansprache, in der er bemerkte, es sei bisher die Frage ge­wesen, ob die Regierung Vertrauen zum Volk habe. Jetzt hätten sich die Zeiten geändert. Heute laute die Frage: Hat das Volk noch Vertrauen zur Regierung? Hierauf forderte er die Anwesenden auf, sich zu Ehren der am 22. Januar gefallenen Opfer zu erheben.

Verhafteter Defraudant.

Aachen, 4. April. Der seit zehn Tagen flüchtige Direktor der Kunstlederfabrik Peltzer u. Co. in Eupen, Heinemann, ist in Ostende verhaftet worden ; von den unterschlagenen 185 000 Francs besaß er noch wenige Tausend.

Gen ck tarve.

Halle, 4.

April. In Preußisch-Börnicke bei Aschersleben starb ein Bergmcnrn an der Genickstarre; dies ist seit kurzem der zweite Fall in der Provinz Sachsen.

Erschossen.

Essen a. d. Ruhr, 4. April. In Dümpten erschoß in einem Streite aus geringfügiger Ursache der Bergmann Schlenter den Stilckateur Bergenthal, einen Vater von sechs Kindern.

Gekentert.

Hamburg, 4. April. Der große FischdampferZadus" kenterte, als er nach einer Reparatur vom Stapel gelassen wurde, und sank sofort. Menschen sind nicht umgekommen. Der gefundene Dampfer bildet ein ernstes Hindernis für den Schiffahrtsverkehr.

Gasexplosion.

N, 3. April. DieKölnische Zeitung" meldet aus Newyork von heute: In Zeigler (Illinois) wurden durch eine Gasexplosion in einer Kohlengrube von Joseph Leiter 20 Personen getötet und 18 verwundet.

Newycr > 3. April. Man vermutet, daß die Explosion in der Kohlengrube bei Zeigler böswillig herbeigeführt wor­den ist, weil seit den letzten Ausständen dort nur nicht- unionistische Arbeiter beschäftigt worden sind.

Schiffsberichte.

(Milgeteilt von Agent A". Treusck - Hanau.)

Hamburg, 2, April. Der DampferSyria" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in St. Thomas einge­troffen.

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