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Mvlktai helf 3. April 1905.

Bis mar rt.

Zum 1. April.

Am Samstag ivareu 90 Jahre verflossen, seit Bismarck geboren wurde. Wenn auch dem deutschen Volke die Pforten einer neuen Zeit mit neuen Aufgaben weit aufgetan sind und die Blicke der heutigen Geschlechter nur noch selten sich zurücklenken auf die vergangenen Jahrzehnte und ihre Er­rungenschaften, so wird und darf der NameBismarck" nie verklingen. Die Dichter haben ihn verherrlicht in unzäh­ligen begeisterten Liedern und Gesängen, und die Werke und Bücher, welche über ihn geschrieben worden, fhib Legion. Das Standbild des eisernen Kanzlers erhebt sich, gleich dem seines alten Herrn, des großen Heidenkaisers Wilhelms !., in allen Gauen des deutschen Reiches, und die wichtigsten Ereignisse seiner wechselvollen polnischen Laufbahn haben die Maler sestgehalten in großen weltbekannten Gemälden.

Was- er seinen Königen iiiib dem deutschen Volk gewesen ist, das ist unauslöschlich cingegraben in die Steintafeln der Geschichte. Kaum ein Name wirb leuchtender und länger glänzen, als der seine Nicht dem 19. Jahrhundert hat Bis­marck sein Gepräge aufgedrückt; er steht wie ein Markstein än der Schwelle einer neuen Zeit. Das Deutsche Reich ist sein Werk. Er Hai es geplant und gegründet, gebaut und gestiftet,,- nicht allein, aber allen voran, nicht als Bauherr, aber als' Baumeister, meist zu eigenem Ruhme, sondern in treuem Dienste. Ohne ihn, ohne seine markige Kraft, ohne seine maßvolle Klugheit, ohne seine trotzige Treue, ohne seine goldene Rücksichtslosigkeit fj(inen wir nimmer die Zeit so groß, Deutschland so einig gesehen. Die andern über, neben und unter ibm haben auch ihr hohes Verdienst; aber neidlos haben sie ihm die Palme gereicht. Sein Name bezeichnet Deutschlands größte Zeit, des deutschen Volkes herrlichste Blüte. Seine Gegner und Feinde, er hat deren viele gehaot, haben ihm Ehrgeiz und Rücksichtslosigkeit in der Verfolgung seiner Pläne vorgeworsen. Immer jedoch, wenn er einen entschlossenen und vielleicht gewaltsamen Schritt untentahm, den Zaghaftigkeit und kleinliche Bedenken oft nicht gmyeißen mochten, immer hatte er nur das eine Ziel im Auge, sein Baterkalld groß und stark zu machen, Deutschlands Ehre und Ruhm zu mehren und zu befestigen.

Datz sein Streben das beste und sein Weg der richtige war, das läßt sich nicht besser beweisen, als durch die Be­deutung unseres lieben deutschen Vaterlandes als Weltmacht, als tonangebenden Staates in allen Fragen der Gerechtigkeit imb der gesamten Kultur. Daran hat Bismarck gearbeitet jein Leden lang mit unermüdlichere Tatkraft, mit allen Miu teln, die ihm 511 Gebote standen, und dieses große unver­gängliche Verdienst kamt kein Neid, kann seine politische Gegnerschaft wegleugnen, das müssen alle Deutschen aner­kennen, und das erkennen sie auch an.Allezeit treu bereit, für des Reiches Herrlichkeit!" das war sein oberster Wahlspruch, von dem er nie gelassen hat sein langes, taten­reiches Leben hindurch.

Stolz-bescheiden sagte Bismarck einst:Mir ist es ver­gönnt gewesen, meinen Namen in die Rinde der deutschen Eiche emzuschiteiden zu dauernder Erinnerung. Daß dem so ist, dafür danke ich Gott, und darauf bin ich, so lange ich lebe, stolz". Die deutsche Eiche wird den Namen des Fürsten Bismarck tragen, so lange ihre Reiser grün sind, denn er Hai ihr, die am Absterben war, neues Leben gegeben, indem er die Bedingungen schuf, unter denen allein ihr Gedeihen mög­lich ist. Des Reiches Bau wird mit seinem Namen geschmückt sein, so lange er mächtig dasteht unter den Staaten des Erd­balls, denn das müssen auch die Gegner einräumeu: ohne Bismarck kein Deutsches Reich! Ein Vorbild ist dieser treue, deutsche Mann uns gewesen in seiner kraftvollen Frische, in seiner unverwüstlichen Heiterkeit, in seinem warmen Gemütsleben, und er wirb uns ein Vorbild bleiben, bis in die fernste Zukunft. An ihm soll unsere deutsche Jugend lernen und sich bilden, an ihm soll deutsches Wesen immer­dar seinen Spiegel und seine Richtschnur haben, und eher müßte das deutsche Volk sein Selbst ausgeben, ehe es dieses seines Sohnes und Meisters, seines Führers und Vorbildes vergessen könnte!

$um Gedächtnis Bismarcks.

Berlin, 1. Avril. Am Bismarck-Denkmal wurde heute eine Anzahl Kränze niedergelegt. Das Regiment der Seydlitz- Kürassiere widmete feilte Spende mit weiß-gelben Schleifen Seinem unvergeßlichen Ehef", der Berliiter Bismarck-Aus­schußDem Schöpfer des Deutschen Reiches". Man sah ferner Widmungen des Ostmarkenvereins, der kameradschaft­lichen VereinigungFürst Bismarck" zu Berlin, der Jo- HmmesfogeFür Bismarck zur deutschen Eiche", des Deut- lchen Turncrbundes, des Deutschen Turnvereins, des Deut­schen TurnvereinsJahn" aus Hohenfalza (mit schwarz-rot- goldenen Schleifen), der Deutschen BürgervcreiucVorwärts", Blücher" undHasenhaide". 20 Abordnungen konsew vativer Vereine legten Kränze nieder.

Friedrichsrrrft, L April. Im Auftrage des Reichs­kanzlers ist der ^cjaubtc v. B'elow-Schlettau hier cinge' troffen, um einen Kranz am Sarge des Fürsten Bismarck lüederzulegeu.

Frtevrrchsrmh, 1. April. Aus Anlaß des 90. Ge- burtstages des Fürsten Bismarck fand heute im Mausoleum eine Gedächtnisfeier statt, wobei zahlreiche Kränze am Sarge ^cvgelegt wurden. Am Nachmittage traf aus Hamburg der Reichstagswahlverein von 1884 mit der Kapelle des

RegimentsHamburg" ein und begab sich in das Mauso­leum, wo Prof. Boller eine Gedächtnisrede hielt.

r* Marburg, 2. April. Der 90. Geburtstag des Ehrenbürgers Marburgs, des Fürsten Bismarck, wurde gestern hier durch Beleuchtung oct BiSmarcksäule und einen Kommers im Museum gefeiert.

^iu^urß, 1. April. Heute wurde der Grundstein zu einem Bismarckturm gelegt.

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Politische Rundschau.

Vrmdesrai. In der letzten Sitzttug des Bundesrats wurde den Gesetzentwürfen, betreffend die Friedenspräsenz- stärke des deutschen Heeres, betreffend die Aenderung der Wehrpflicht, betreffend die Feststellung des RcichshauShalts- emtd für das Rechnungsjahr 1905 und betreffend die Fest­stellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete für das Rech­nungsjahr 1905 die Zustimmung erteilt.

Das Herrenhaus nahm mit großer Majorität die Kanalvorlage an.

Msiitärpeuftansgesei;. Die Btwäoinmission des Reichstages trat gestern in die Beratung desMilirärpensions- gesetzes ein. Auf Antrag der beiden Referenten Graf Oriola und Abgeordneter Erzberger würbe eine Generaldebatte nach folgenden Gesichtspunkten beschlossen; 1. Allgemeine Ge­staltung des Gesetzes, 2. rückwirkende Kraft, 3. Zeitpunkt des Inkrafttretens, 4. Konsequenzen für die Zivilbeamten, 5. Deckungssragc. Die beiden ersten Materien wurden heute durchberaten und hierbei folgenbeâ erörtert: 1. Ob die Für­sorge für die Hinterbliebenen in dieses Gesetz hineinzuarbeiren sei, 2. ob die Kriegöbeihilfen für die Veteranen in diesem Gesetze zu regeln seien. Sämtliche Parteien stimmten baun überein, daß man sich auf den vorliegenden Gesetzentwurf beschränken müsse. Auch die Regierungsvertreter stimmten dem zu. Zu Punkt 2 (rückwirkende Kraft) trat Graf Oriola für allgemeine Rückwirkung des Gesetzes ein. Der Kor­referent Abg. Erzberger gab die Notlage zu, betonte aber, daß noch nie ein derartiges Gesetz mit rückwirkender Kraft gemacht worden sei, selbst da nicht, als es sich um die Auf­besserung der ungemein kläglichen Pensionen der Volksschul­lehrer gehandelt habe. Die Konsequenzen einer solchen Rück­wirkung würden gar nicht abzuseheu sein. Mache man es für das Militär, so müsse man es auch für die Beamten des Reiches, der Einzelst raten und der Gemeinden mit der Zeit ebenso regulieren. Er bitte um Ausschluß, wie hoch die Kosten der Rückwirkung beim Militär sein würden. Ein Vertreter der Militärverwaltung berechnet diese auf 17 l/a Millionen im ersten Jahre und auf nahezu 14 Millionen im Höhepunkt. Mache man nur die Verstümmelungszulage rückwirkend, so koste das 4 7 6 000 Mark. Für Ausgleichung besonderer Härten würde ein ÄusgleichSfonds geschaffen werden müffelt in Höhe von 425 000 Mark pro Jahr. - Ueber die Gestattung dieses Ausgleichsfonds wurde eine sehr lange Dekane geführt, ^u einem Beschluß kam es aber nicht. Die Generaldebatte soll am Dienstag den 4. April zu Ende geführt werden.

deragesetzrroveièe. Die Kommission des Adgeordnelen- hauses für die Berggesetznovelle genehmigte einstimmig im Prinzip die A b s Raffung des Nullens und vertagte die Weiterberalung auf Montag.

Handelsverträge, Die Verhandlungen über den demsch-bulgarischen Handelsvertrag dürften am 25. April in Berlin beginnen. Die rumänische Kammer hat Freitag den neuen Handelsvertrag mit 66 gegen 2 Stimmen ange­nommen.

Der Därrrfche Reichstag nahm definitiv die Gejetz- cutwiirfe betreffend die Behandlung verbrecherischer und ver­wahrloster Kiitder, betreffend die Maßregeln zur Bekämpfung der Tuberkulose, sowie staatliche Unterstützung der Tuber­kulose-Sanatorien an.

Bandenkampfe irr Mazedonien. Ueber die neuer dings wieder zunehmenden Bandettkämpse in Mazedonier! wirb aus Saloniki geschrieben: Bei Zervi nördlich bcS Ostrowo- Sees, im Wilajer Monastir, fand am 23. März abends ein harmückiges Gefecht zwischen zwei bulgarischen Banden und türkischen Truppen statt. Die Banden, in Stärke von über hundert Mann, durch den Zuzug von Dorfbewohnern ange­wachsen, hatten eine doppelte Position inne. Während die Komitatschis unter dem Chef Luka bad Dorf Zervi besetzt hielten, hatte die Bande des Chefs Taue aus Mont Gorm- gewo sich auf den umliegenden Höhen audgebreitet. Die aus dem Dorfe mit Waffengewalt vertriebene Bande zog sich auf die Berge 311 nies und leistete von neuem Widerstand. Bei Beginn der Nacht gingen die Soldaten zum 2turnt gegen die Hohen vor uiib trieben die Gegner aus der festen Stellung, vermochten aber die Verfolgung nicht mehr durch,zu führen. Zechs türkische Soldanu waren getötet und verwundet. Bei Hausanli, nördlich des Dojran-SeeS in Wilajet Saloniki zeigte sich am 26. März eine bulgarische Bande. Die Ver­folgung seitens türkischer Truppen wurde sofort ausgenommen. Dabei gelang cs diesen, einen chiffrierten Brief au einen Bul­garen, den Chef der inneren Organisation Dojran abzusängen. Der Träger des Briefes, ein Bulgare namens Milo, wurde gefangen genommen. Ebenso der Adressat. Bulgare Nako Jlo, der ms Dragoman des russischen GendarguerieoffizierS in Dojran fungiert. Die Dechiffrienrug ist noch nicht vollendet. Doch geht aus dem Inhalt schon hervor, dâß ein gemeinsames Bändenuttlernehmen gegen Dojran geplant wurde.

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Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Sitzung n 0 m t. April.

Am Ministertische: Dr. Schönstedt, Dr. Studt und Kormnissare. Präsident 0. K r ö ch e t eröffnet die Sitzung mit der Mitteilung, daß der Abg. W a l l b r e ch t (natlitu heute morgen im 65. Lebensjahre gestorben ist. Das Hcuts ehrt das Andenken des Verstorbenen in der üblichen Weise. Der Gesetzentwurf betreffend die Aenderung der Amtsgerichts- bezirke Cochem, Mayen und Zell a. d. Mosel geht auf An­trag der Abgg. £ i n ^ (Ztr.) und Freiherrn v. Ermatten (Ztr.) an die Justizkommisston. Der Gesetzentwurf betreffend die Abänderung der Amtsgerich tsbezirke Czarnikau, Filehne und Schönlanke wird in erster und zweiter Lesung genehmigt. Der Gesetzentwurf betreffend die Aenderung der AmtZgerichts- bezirke Köslin, Kolberg und Körlin geht auf Antrag des Abg. v. Wenden an die Justizkommission. Der Gesetz­entwurf betreffend die Aenderung der Amtsgetichtsbefftte Alt-Landsberg und Lichtenberg wird in erster unb zweiter Beratung angenommen. Die Gesetzentwürfe betr. die Ei Hebung von Kirchensteuern in den Kirchengemeinden und Parochialoerbänoen der evangelischen Landeskirche der älteren Provinzeci der Monarchie und betreffend die Erhebung von Kirchensteuern in den katholischen K -rchengemeinden unb Oje? samt verbünden werden in der dritten Beratung endgültig angenommen. Es folgt die Fortsetzung der.ersten Beratung des Klembahngesetzentwurfs. Die Redner bringen Eisen hahnwünsche ihrer Wahlkreise zum Vorträge; so bittet Abg. Eickhoff (fr. Vp.): um Verbesserung des Bahunetzes ün Eichsfeld, insbesondere um den Bau der Lmimi Erkelenz- Opladen und HeiligenstadtMüylhausen; Abg. Student (freit.): um den Bau der Linie von Paradies über Schwie- bus nach Tschicherziger Hafen an der Oder; Abgeordneter S ch m e d d i n g (Ztr.): um den Bau einer Bahn zwischen Schwerte und , Letmathe; Abg Engelsmann (natlib.): um Durchquerung des Gebietes zivischen Mosel und Lahn gilt Ausschließung des Hunsrücks; Abg. u. B o n i n (kons ): um einen neuen Bahnhof in Tempelburg in der Nähe der Stadt: der jetzige liege drei Kilometer entfernt; Abg. von Puttkamcr (kons.): um eine Linie Rummelsburg-- Budtttz; Abg. Bosse (tonf.) : um eine Bahn zwischen Mn. den-llttenburg.

(Minister v. Budde ist Erschienen.)

Abg. Dr. König- Krefeld (Ztr.): Nachfolger Dr. Bacyeins, bittet um eine Linie von Krefeld über Mors zum Rhein; Äbg. u. Baumbach (kons.) um eine MainWeserbahu;- Abg. u. Staub y (kons.) um die Bahn Aleseritz Tschicherzig;

Abg. Frhr. v. Zedlitz (frt) um eine Linie Mühlharrfen Treffurt zur Erschließung des Eichsfeldes; Adg. H e ck e r r 0 k h (kons.) um die Bahn Marierrberg Daden ; Abg. Dr. Mar­lons (natl.) um bessere Zugoeroindungen für Burss in Süd- ditkimarschen. -- Geheimrat Dttendvrf erklärt* auf eine Anträge, daß die Frage geprüft würden würde, ob den armen Kreisen Lötzen und Angerburg beim Bau der Balm Marg arabowoAngerburgLötzenJühamliövurg noch roeilec als bisher entgegengekomnzLN werden könne. Abg. Kiehn (srk.) wünscht eine Bahn Schubin Lab ischirr; Abg. Knie (Ztr.) bittet um eine Bahn für das untere Wiedbachtal. Abg. Dr. Irmer (tonf.) wünscht die Verlängerung der Bahn RüdersdorfFredersdorf bis Erkner. Abg. Lu- f c n â t y - Hohensalza (natl.) tritt für den Bau der Bahnen Schubin-Labifchin und KrefeldDors ein. Abg. von S ch u bert (b. k. Fr.) bittet um die AusschließlMg des Streifes St. Wendel diwch Bahnen. Abg. H a a r m a n n (natl.) dankt dem Minister für die Aufnahme der Linie âlwerte- Iserlohn in die Vor!ege und befürwortet die Bahn SänoerteLettnathe. Abq. Stanke (Ztr.) vi tret um Er­schließung des südlichen Teikes von Ratiüor. Abg. Ca­ll e n s l y (Ztr.) um Erschließung des Westerwaldes. Abg. I u n g h c u n (wat.) bittet um eine Linie Hana u B ü- d i n g e n. Aba. Frhr. v. Wolff-Mette r 11 i ch (Ztr.) tritt für bessere Verbindungen an der Mosel ein. Abg. v. 8) ll l o w- Homburg (natl.) rvünscht eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Normalspurbahnen auf 50 Kilometer in der Stunde. Abg. L ö s ch c r (freit.) bitter um Verstaat­lichung der Priegllitzbahll. UnterftaatSfefrctär Fleck sagt zu, bag die Wünsche aller Redner nach Möglichkeit seitens der Eisenbahnoerwaltttng Berücksichtigung sinden sollen. Nach­dem das Haus noch eine Reihe von Petitionen ohne De­batte erledigt hat, schließt die Sitzung um 3 Uhr. Nächste Sitzung: Donnerstag um 11 Uhr. Interpellation wegen der Genickstarre in Schlesien und kleine Anträge aus dem Hanse.

Ac fpikKis^f (Wistar i» IdttHIOii.

Ein oberschlesischer Arzt veröffentlicht in derBrest. Ztg." einen Aufsatz über die in jenem Bezirk herrschende Epidemie, dem wir folgende wesentliche Stücke entnehmen : Nach einigen kurzen. Bemerkungen über den geschichtlichen Perlaus der ge? nmmten' Erkrankung seit dem Beginn des vorigen Jahr hunderts macht der Verfasser auf die ungewöhnlich starte Verbreitung der gegenwärtige« Epidemie aufmerksam, die be­reits 450 Erkrankungen, und zwar vorzugsweise im Stabt» kpèise Königshütte, im Landkreise Beuchen und im Stadt- Md Landkreise Kattowitz zeige, während in den übrigen Teller Oberschlesiens nur sporadische Erkrankungeff auitreten. Als die Ursache der Erkrankung gilt allgemein der von Professor W c i d) s e l 6 a u w 1887 bei bcii Erkrarrlketc in der soge­nannten Gehirnhau tflüssigkei i gefundene D i p l 0 f 0 f f u S, der von der Nase her auf bem Wege der £mnpüge;mbafjneri in bic Hirnyam, dann die Spmnrvebhauk gesaugt, wo die Enlwickelmtg und Vermehrung äes Enibrinaliuges eine Ent­zündung herbeisührl. Der Diplokokkus mag alsdann auch in die eigentliche Getzinffübscanz einbringen und hier Entzündung und Eiterbildung veranlassen. Nur in seltenen Fällen ist der Nachweis von Kokken im Blute der Erkrankten gelungen. Es liegt auf der Hand, daß eine Krankheit, die ihren Sitz an einem Zeuttalvrqan hat, von bem aus alle Körperfunktionen