Serie 6
Samstag
1. April.
Kunstdünger I MM Kitt' §OT“ Schjlf,
Telephon 41. Frankfurter Tor, Mühle.
Grotzanheimer Inserate.
WM-IW! lii teuh.
Hiermit mache ich allen meinen geehrten Gästen, sowie allen Freunden unb Bekannten von nah und fern die Mitteilung, daß ich die seil 30 Jahren betriebene
•o<m ast wirt sc ha st zur Main hust"
von hellte ab an Herrn Wilhelm Jökel abgetreten habe und bitte das mir in dieser langen Zeit in so großem Maße geschenkte Vertrauen, sowie die jederzeit erwiesene große Zuneigung auch aus meinen Nachfolger übertragen 311 wollen. " ' Hochachtend
Peter Adami
Bezugnehmend aus Obiges teile ich hiermit der geehrten Einwohner- schaft von Grosr-Artheim und Umgegend, sowie allen lieben Gästen mit, daß es jeder Zeit mein Bestreben jein wird, die mich beehrenden ,Gäste durch Verabreichung WM- guter Speisen und G e- 11* a n k e, ""DM namentlich durch das ununterbrochen 30 Jahre lang in der Maiulust geführte und jederzeit beliebte Bier NUS dem Hofbrauhaus Hanau vorm. Gg. Ph. Nicolay in Hanau in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen und den seitherigen guten Ruf der Wirtschaft zu erhalten zu suchen.
Groh-Auheim den 1. April 1905. 6708s
IM»
Wilhelm Jökel, Wmt zur MaiM.
teile und vornehmste Mor c sowie sämtliche Neparaluren als auch Ersatz- n <lu= vchöt teile MdtQft bei 6707c Adolf Geisel,
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Telephon 41, Frankfurter Tor, Mühle.
Hochachtend
CmHülkEttstchemji.
Nächsten Dienstag den 4. April,
abends halb 9 Uhr, weid u durch den bcein. An lionoior H. Jöra die den bibcn der '-ergoib. Sheleule August Bauer von G>0! -Auhe.m nnichenden Gnludstucke in Hies. S'emarliinq gelegen im „Gasthaus zur Naic" hier össemlid veisteiae't.______________6705c
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und Gicht-Kranken teilt unentgelilich 8 mit, was ibrcr lieben Mutter nach jabre-s langen gräßlichen Schmerzen sofort Lin-4 derung und nach kürzer Zeit vollständig Heilung brachte 460
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Dienstag deu 4, April 190?;, vormittags 11 Uhr, sollen im Gasthaus zum „weißen Ros/^ in Langenselbold 1 Pferd, 3 Kühe, 12 Hühner, 5 (S5ätue, 3 Merer Holz, 3 Kommoden, 3 Nibmaschinen, 2 Klecherschränke, 1 Sofa, 1 Schreibsekrctär und 1 Spiegel gegen Barzahlung öffentlich zwangsweise versteigert werden.
Der Kreisvollziehungsbeamte, 6719z Schuhmann.
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Wo auch Reparaturen gemacht werden.
Das ist beim 665Or
Aron iin 6ttis«t|.
Für das am 21. Mai sinn findende
Ssmmerfest
der Freiwilligen Feuerwehr, Langenselbold, 6594g ersuchen wir die Hiengen Wirte, welcke die Wirnchair übernehn^en wollen UM Angâbk deS Preises von Bier pro Hektoliter re ^ufcbrinen an Herm «ommcrn* bauten Gönner bis zum 15. April.
Graf v. Oppersdorfs lenkt die Aufmerksamkeit auf die epidemische Genickstarre in O b er s ch l e s i en. Zur Zeit ist die Genickstarre noch nicht anzeigepflichtig. Es ist zu wünschen, daß die Aitssührttngsbestimmungen zilm Reichs- -seuchengesep recht bald in Kraft treten. Der Redner fragt weiter, ob für bett verdientml Forscher Robert Koch bei 1 einem Ausscheiden, das doch in ehrenvollster Weise erfolgt pft, in gewünschter Weise gesorgt worden ist und ob sein Ausscheiden so erfolgt ist, daß sein Rat lind seine Mitwirkung nicht auSgestaltet ist. Für die Kinderheilkunde müßten größere Aufwendungen gemacht werden; sie müßte überall als eigenes Hauptfach anerkannt werden. Der Kostenpunkt darf nicht langer ein Hindernis hierfür bilden. Allf jeder preußischen Universität müßte eine Kinderklillik mit mindestens 20 Betten vorhanden sein; auch dann würden mir noch lange nicht an der Spitze marschieren. Es ist beschämend, daß wir auf unsern sämtlichen Universitäten nur einen Ordinarius und zwei Ertraordinarien für Kinderheilkunde haben. In Preußen sterben jährlich 250 000 Kinder unter einem Jahre. Man sollte die Kinderheilkunde von der inneren Medezin trennen. Sparsamkeit ist hier Rückständigkeit. Minister Dr. Studt: Die Epidenlie in Ober- schlesien hat eine bedenkliche Ausdehnung genommen. Der Prozentsatz der Todesfälle schwankt zwischen 60 und 80 Prozent. Die ärztliche Wissenschaft steht hier vor einer alißerordentlich schwierigell Aufgabe, aber von der Medizin- ucrmaltung geschieht alles, um der Epidemie Einhalt zu tun. Wir versuchen nach Möglichkeit, die Anzeigepflicht durchzuführen. Das hat aber große Schwierigkeiten und wird sich nur einführen lassen, wenn die bem Abgeordnetenhaus vorliegenden Gesetzentwürfe über die Bekämpfung ansteckender Kranlheiten in Kraft getreten sein werden. Geheimrat Robert Koch hat auf eigenen Wunsch dell Abschied erhalten mit Riicksicht auf seinen geschwächten Gesundheitszustand. Er hat sich aber auf bem Gebiet der Seuchenbekämpfung den Reichs- und Staatsbehörden mit seinem Rat unb seiner reichen Erfahrung nach wie vor zur Verfügung gestellt. Um das zu sichern, ist ihm in einem Institut für Infektionskrankheiten ein Laboratorium zur Verfügung gestellt. Wenn der Vorredner verlangt, die Kinderheilkltnde von der inneren Medizin ,31t trennen, so mochte ich die all- gemein berechtigte Ansicht nicht bestreiten; auf der andern Seite muß die staatliche Verwaltung mit den gegebenen Verhältnissen rechnen. Wir sind aber bemüht, Schritt für Schritt besondere Institute tunlichst zu förbern. Poliklinische Einrichtungen sind bereits an zahlreichen Universitäten. Es ist auch scholl ein erheblicheuRückgang der Kinderkrankheiten eingetreten. Ministerialdirektor Dr. ® er mar: Die Ans hten, ob man das Gebiet der innern Medizin als ein Gesamstach be- trachterl oder in Einzelfächer zerlegt, sind in Gelehrtenkreiün verschieden. Der Finanzminister hat sür besondere Kannen außerordentlich viel getan; voll Rückständigkeit kann also feine Rede sein. — Frhr. v. Lucius: Der Gejetzentwmf über die Bekänlpfung der gemeingeführ! cchen Krankhelten stößt im Abgeordnetenhause auf Schwierigkeiten. Ich mochte dem Minister mcheimgeben, zu erwägen, ob das nicht an
Alls zahllosen Ortschaften eilreu die Leute, durch das Hoch- gelagerle Feller über die (ämifcrming getäuscht, herbei, um endlich nach langem, mühevollem Märsche durch ben Hohn des Grafen und seiner Genossen, daß man in den „April geschickt" worben war, enttäuscht zu werden.
Die Bauern schwiegen, aber sie merkten sich die Sache. Als in demselben Jahre in den Wäldern des Grafen Ullo aus unaufgeklärten Gründen ein verheerellder Brand arrtz- brad), der die ganze Umgegend unter Feuer zu setzen schien, rührte sich ■ keine Hand. „Der Herr Graf hat gewiß einen kleinen Scherz machen wollen", meinten die Bauern.
den Mlaterien liegt.. In den Gesetzentwurf sind Krankheiten ausgenommen, die das Reichsfeuchengesctz nicht festgelegt hat und die nicht entfernt so schädlich sind, wie die dort angegebenen. Dazu stimmen die schweren Eingriffe in die persönliche Freiheit. Wenn der beamtete Arzt in jede Wohnung eindringen darf, wenn Kinder von der Mutter fortgenommen werden können, sollte das nur geschehen dürfen bei größter Rot. (Zustimmung.) Keine Anstaltspflege kann die Pflege der Mutter ersetzen. (Sehr richtig.) Der Minister sollte, wenn der betretene Weg nicht zitm Ziele führt, das Ausfühnlngs- gefeß auf die im Reichsgesetz bezeichneten sechs Krankheiten beschränken imb der Bekämpfung der übrigen Krankheiten gerecht zu werdeiz suchen im Verordnungswege, wie das bis- her schon mit bestem Erfolg geschehen ist. — Minister Dr. Stlldt: Der Vorredner hat einen Gesetzentwurf, der das Haus noch nicht beschäftigt, einer sehr ungünstigen Kritik unterzogen. Ich würde nicht das Wort ergreifen, wenn ich nicht einige wesentliche Irrtümer zurückweisen müßte. Die Zahl der Todesfälle infolge von den Krankheiten, die in das Reichsseuchengesetz ausgenommen sind, ist eine minimale. Die Zahl dec Todesfälle beträgt, wenn man die Cholera- jahre mitrechnet, ungefähr 800, während die Todesfälle im folge der Kran- Hellen, bie in unseren Gesetzentwurf ausgenommen sind, ungefähr 120000 betragen. Gegenüber diesen Zahlen ist es doch berechtigt, im Wege der Gesetzgebung der Medizinalverwaltung die Mittel zu geben zur wirksamen Bekämpfung Dcser Kr^ alheiken. Es ist nicht richtig, daß wir eine Verschärfung der polizeilichen Rcaßnahmen wollen; im Gegenteil, gegenüber dem Regulativ von 1835 und dessen Zusätzen bedeutet der Gesetzentwurf eine wesentliche Milderung. Wenn der Vorredner gesagt hat, man habe im Landtag Bedenken wegen ungefiltert ig ten Eingriffs in das Familienleben, so ist das unzutreffend. Gerade in dieser Beziehung war nahezu Ellptimmigkeit vorhanden, sowohl in der Kommission wie im Plenum. Die Bedenken gegen den Entwurf beziehen sich im wesentlichen auf die Regelung der Kostenstage. Eine Uebereinstimmung ist noch nicht erfolgt, und das beklage ich umso mehr, als von der Finanzverwalrung sehr erhebliche' Opfer gebracht werden. Ich hoffe, daß die Bedenken wegen der Kostenfrage im Abgeordnetenhaus beseitigt werden unb daß die Ausführungen dev Frhrn. v. Luzius nicht maßgebenb für die Stellungnahme des Haufes fein werben. Es folgt dann die Vorbringung lokaler Wünsche.
Hus HüvLu Stadt und Eand.
* Rßcingmtev Weinstube. Heute öffnen sich die Pforten zum neuen Weinrestaurant ^„Rhoingauer Weinstube" im Hause Frankfurterstraße Nr. 4. Herr Restaurateur H aas hat es im Restaurant „Reingold", sowie im Lokale Lang- straße verstanden, durch seine vorzüglichen reingehaltcnen Weine und bekannte Küche, sowie durch sein liebenswürdiges Wesen einen großen Stamm treuer Gäste an seine Lokale zu fesseln, wozu sich in den behaglich eingerichteten neuen Restaurationsrämnen noch viele neue gesellen werden. Die überaus komfortabel eingerichteten miD anheimelnden Räume sind von Herrn Bauunternehmer Fra n z in verhältnismäßig kurzer Zeit hergestellt worden und stellen dieser Firma ein ehrendes Zeugnis bezüglich der Leistungsfähigkeit aus. Herrn Rcstmrralenr Haas aber wünschen wir in seinem neuen Heim ein recht flottes Geschäft.
Ö* Sesienswurdisikeitkli. „Museum ber Wetüraui- jcheu Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^l Uhr. Kinder ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — Wir weisen noch ausdrücklich auf die reichhaltige Sammlung dieser Gesellschaft hin und empfehlen deren Besichtigung einem verehrlichen Publikum aufs an- aelegentlichste.
Drahtnachrichten.
»Kaiser Wilhelm in Tanger und Gibraltar.
Tanger, 31. März. Die „Hamburg" unb der Kreuzer „Friedrich Carl" trafen heute vormittag um 8 Uhr auf der Reede von Tanger ein, das in der Morgensonne sehr malerisch dalag; das Bild der von der Zitadelle überragten weißen Häusergruppen, die eine alte Mauer umschließt, war von eigenartiger Schönheit. Die sehr stark bewegte See machte die Landungsverhâlmisse schwierig. Der deutsche Geschäftsträger v. K ü h l m a n n mit den Herren der Gesandtschaft kam an Bord der „Hamburg" und wurde vom Kaiser empfangen. Zahlreiche Ruderboote, von Lauren in bunt leuchtenden Gewändern bedient, umkreisten die „Hamburg". Der Kommandant der französischen Kriegsschiffe kam an Bord und meldete sich beim Kaiser. Auf der Reede begrüßte der Dampfer der Olden- burgliuie „Porto" die „Hamburg" nahe bei Kap Spartel durch die Melodien von „Deutschland, Deutschland über alles" und „Heil Dir im Siegerkranz". Es weht eine steife Ostbrise, sonst ist es ein prachtvoller sonniger Morgen. Das Gebirge, die Bucht und die Stadt erscheinen wie Gemälde. Die Schiffe im Hafen, besonders die 4 Dampfer der Oldenburglinie, haben Flaggenschiiulck angelegt. Das französische Kriegsschiff „Du Chayla" und die Hasenbaiterie feuerten einen Salut von 33 Schuß. Der Geschäftsträger v. Kuhlmann begab sich an Bord der „Hamburg". Bei dem anhaltenden Sturmwetter war der Kaiser um 10 Uhr morgens noch unentschlossen, ob er an Land gehen solle. Erst um ll3/4 Uhr, als der Wind sich gelegt hatte, führte der Monarch sein Vorhaben aus. An Land getommen, wurde der Kaiser, der die Uniform des 1. Garde-Regiments trug, unter Salutschüssen vom Großoheim des Sultans Mullai Abdel Malek, der von drei hohen maurifdjen Würdenträgern begleitet war, empfangen. Nach der Begrüßung bestieg Seine Majestät mit Gefolge bereit gehaltene Araberpferde unb ritt in die Stadt unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung, bei Mauren, Kabylen unb Neger. Die Landungsstelle und^dic ganze Stadt waren phantastisch reich und bunt geschmückt. Die Kolonien, besonders die deutsche, englische und spanische, hatten großartige Ehrenpforten vor den Gefandtschaften u richtet. Der Kaiser, ber von einer Kavallerieeskorte begleitn würbe, begab sich unter fortgesetzten Ovationen zur deutschen Gesandtschaft, wo die deutsche Kolonie und die Damen ber europäischen Welt versammelt waren und Erfrischungen gereicht würben. Die berühmten schönen Gärten der (v^andt- schaft würben besichtigt. Hiernach wurden dem Kaiser Reiterspiele von den Arabern, die sogenannte „Phantasia", vorge- führt. Später begrüßte ber Bürgermeister den Kaiser. An 4 ab der „Hamburg" wurden Blumenspenden gebracht. An der Landttugsstelle hielt der Kaiser eine Ansprache an die deutsche Kolonie, die mit ungeheurem Jubel ausgenommen wurde. Die ganze Stadt ist ein buntes Gemisch von Palmen, Blnmen und Teppichen. Infanterie bildet Spalier; Salvetl werben fortwährend abgegeben.
Gibraltar, 31. März. Der Kaiser ging um 8 Uhr abends an Land. Er folgte einer Einladung des Gouvemeurs zum Diner. An der Landungsbrücke, wie vor dem Palast des Gouvemeurs war eine Ehrenwache aufgestellt. Ein zahlreiches Publikum jeden Standes und jeder hier vertretenenNaUonalität erwartete den hohen Gast 'und begrüßte ihn mit sympathischen Zurufen. Die Stadt ist geflaggt.