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Erstes Blatt

Anttiger

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Biertelsährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg für aus» «artige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufjchlaz, Lie emzelne Nummer tostet 10 Pfz.

Ochmckt und verlegt M der Buchdruckern des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Dir fünfgespaliene Petüzeile oder deren Raum 15 ä^^i im Reklatnenteil die Zeile SS Pfz. ,

Vrcantwortl. Redakteur: G. Schrecker m Hauau.

Nr. 77

Fernsprechanschlutz Str. 605

Freitag den 31. März

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Hus Hanau Stadt und Cand.

Hanau, 31. März.

* Musterung. Samstag den 1. April: Musterung der Militärpflichttgen der Gemeinden Fechenheim und Gronau.

* Infolge einer Eingabe ist unser Landtagsabge- ordneter Herr Jungh enn bei dem Ministerium der öffent­lichen Arbeiten vorstellig geworden, daß der Schnellzug Nr. 388 Hanau-Ost ab 4.07 nachm. an der Station Hochstadt- Dörnigheim hält. Heute teilt Herr Junghenn mit, daß der Herr Eisenbahnminister das Anhalten des genannten Zuges an der Station HochstadtDörnigheim vom 1. Mai d. Js. ab, verfügt hat. Diese Nachricht wirb gewiß alle Interessenten angenehm berühren, ist doch endlich der Nebel- stand, daß 12 Schüler aus beiden Gemeinden, welche die Schule in Hanau besuchen, über eine Stunde am Bahnhof Hanau-West warten müssen, beseitigt. Alle Interessenten danken herzlichst an dieser Stelle dem Herrn Abg. Junghenn für seine mit Erfolg gekrönte Bemühung.

* KuuftauWelluug. In der Aula der Kgl. Zeicheu- akademie, welche in den verflossenen Wiutermouatcn so oft eine Stätte mannigfacher künsterischer Darbietungen war, ist soeben für kunstbeflisseue und -liebende Besucher wiederum ein Ort reinsten Genießens, insofern dort eine reiche Anzahl Werke erstaunlichen Könnens aus dem Gebiete der Klein- und Feinmalerei bis zum 7. April zur Besichtigung bargen boten werden. Von der Künstlerhand des Herrn Akademie- lehrers H. Hahn geschaffen, treten die meisterhaft vollendeten Emäilärbeiteu auf Silber, Bronze, Kupfer und die Miniaturen aus Elfenbein und Porzellan als Wandbilder, auf Dosen, Schmuckkästchen, Fächern, Handspiegeln, Vasen, Tassen, Schalen u. a. Zierat dem Beschauer in erhabener Schönheit entgegen. Neben beut reichen ornamentalen Beiwerk in moderner Auffassung bilden namentlich figürliche Motive den Glanzpunkt der ausgestellten Kunsterzeugnisse. Das harmo- nische Jncinanderklingen der Licht- und Schattenflächen und die farbige Behandlung der Gewänder und des Inkarnats stempeln die zeichnerisch wohlgelungenen Porträts zu Meisterstücken ersten Ranges. Die in diesen Schöpfnngen verkörperte hohe Kunstauffassung und geniale Technik lassen sich nicht durch die schönsten Worte annähernd schildern; beides will viel­mehr empfimden werden. Darum sollte kein Kunstfreund die Gelegenheit vorübergehen lassen, diese erfttlaffigcn Leistungen unseres geschätzten heimischen Künstlers zu sehen, zu schauen und zu genießen.

* Bereinigung der Silberwarenfabrikanten. Der kürzlich begründeten Vereinigung der hiesigen Silber­warenfabrikanten ist erfteulicherweise nunmehr auch der letzte der hier vorhandenen größeren Betriebe, nämlich die Firma Gebrüder Söhnleiu, beigxtreten.

* Oberkriegsgericht. Ein Unteroffizier von der 3. Schwadron der Hanauer Ulanen hat einen Ulanen im Stalle durch Schläge mit der Hand und einen Fußtritt miß­handelt, das Kriegsgericht hat ihn dafür mit zehn Tagen Mittelarrest bestraft. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde verworfen.

X Musikalisch - deklamatorische AbenSunter- Haltung der höheren Mädchenschule. Der gestrige Abend erbrachte uns in dem gut besetzten Saale derCentral­halle" die alljährlich wiederkehrende musikalisch-deklamatorische Veranstaltung der Schülerinnen der hiesigen höheren Mädchen­schule. Die Gesänge der jugendlichen Kinderstimmen würben teilweise ä capella, teils unter Begleitung von Klavier, Harmonium; sowie eines Streichquartetts recht ansprechend zu Gehör gebracht. Besonders gefielen uns die sichtlich mit viel Ausdauer und Mühe eingeübten Darbietungen des deklama­torischen Teils. Der klare sachgemäße Vortrag und der Wohllaut der jugendlichen Kinderstimmen entzückten zuweilen die emsig lauschenden Zuhörer. Der Leiter der gesanglichen Darbietungen, Herr Lehrer Appel, zeigte auch einige Chöre für gemischten Chor, deren Tenöre unb Bässe seitens einiger Mitglieder des Weins'schen Gesangvereins §um Ausdruck ge­bracht wurden. Auch die vokalen Darbietungen würben recht gut und rhythmisch exakt dem dankbaren und beifallspendenden Auditorium interpretiert. Der Reinertrag wird, abzüglich der entstandenen Kosten, zur Beschaffung eines neuen Flügels für den Schulgebrauch jener Anstatt verwandt.

* Die Guttemplerloge hält am 2. April Französische Eee 16 einen offenen Abend ab, anfangend 7 Uhr. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt.

* Jubiläum. Morgen den 1. April sind es 25 Jahre, baß die Goldarbeiter Herren Jean H e i tz e n r ö d e r und Heinrich F r i s ch h o r n , beide von Langendiebach, bei der Finna A. Voltz-Bier beschäftigt sind. Möge es beiden noch recht lange vergönnt sein, sich ihrer Kunst widmen zu können.

16 Ein bekannter Gmünder Fabrikant t, Ketten-Fabrikant Gustav Hauber, der älteste Teilhaber und Begründer der gleichnamigen Firma ist am Dienstag nach­mittag im Alter von 65 Jahren an den Folgen der In­fluenza gestorben. Mir ihm ist einer der tüchtigsten und angesehensten Industriellen von Schwäb. Gmünd dahin ge­schieden. Seine silbernen und Niello-Ketten in allen Fassonen und Geschmacksrichtungen gehen in alle Welt.

* In Haft genommen würbe gestern der Etuisschreiner Jean W., der auch als Reisender für eine hiesige Firma tätig war. Ihm wird zur Last gelegt, den von ihm ver­walteten Barbestand der Kasse des Etuismacherverbandes (etwa 500 Ms.) für sich verbraucht, wie auch Gelder der Firma, für die er reiste, unterschlagen zu haben.

51 Konzert. Für das am nächsten Sonntag abend im ^Deutschen Haus" stattfindende Eröffnungskonzert hat Herr Musikdirigent Urbach beut Vernehmen nach ein vorzügliches Programm zusammengestellt.

-c. Weiüs'scher Gesangverein. (Eges.) Durch Inserat bereits bekannt gegeben, findet das zweite unb letzte Abonne- mentsfonjert dieser Saison am Donnerstag den 6. April statt. Wie wir aus dem Programm ersehen, bieten die Weitster" neben einigen älteren Sachen wieder das Neueste auf dem Gebiete moderner Gesangsliteratur. Unter beb be­währten Leitung ihres Dirigenten Herrn Adolf Müller einftnbiert werden die Chöre auch diesmal zur vollendeten Wiedergabe gelangen. Im Weiteren sind erstklassige Kräfte als Solisten gewonnen, die dem Konzert einen besonderen Reiz verleihen dürften. Wir können daher schon jetzt einen Abend gediegener Kunstlestttmq in Aussicht stellen, der die diesmalige Konzertsaison aufs Würdigstcbeschlicßen wird.

* Stadttheater. Auf das hcu re jtattfinbenbe Benefiz für Herrn Franz Schneider weisen wir nochmals hin. Die Vorstellung beginnt um 7^4 Uhr.Narziß", .Brachvogels ergreifendes Trauerspiel wird am Sonntag mit Frl. Eichelsheim vom Hoftheater in Darmstadt als Gast in der Rolle derPompadour" neu einstudiert in Szene gehen. Herrliche Gedanken. enthält das Werk, das mit seiner tiefempfundenen Handlung und mit seinen gewaltig packenden Szenen fortreißt. Eine wundervolle Charakterzeichnung hat der Autor in der Gestalt des Dettlerphilosophen Narziß ge­schaffen. Auch dieMarquise de Pompadour" ist hervor­ragend gezeichnet und wird'die bewährte Künstlerin, Fräul. Eichelsheim, darin Gelegenheit finden, ihre künstlerische Auffassung zu vertiefen und eine ihrem - geistvollen Können entsprechende prächtige Leistung barbieten. Die der Nolle entsprechenden luxuriösen Kostüme sind eigens hierzu nach echten Originalen angefertigt worden. AlsNarziß" wird Herr Oberregisseur Zeitz seine gereifte Darstellungskunst aufs beste betätigen, ebenso wie er durch seine umsichtige Regie der Vorstellung zum vollen Erfolg verhelfen wird. Eine künstlerisch hervorragende Darbietung ist mit Gewißheit zu erwarten. Der Vorverkauf findet morgen Samstag nachmittag von 45 Uhr an der Theaterkasse statt.

31 Jahre all, der s. Z. auf einem Schrrblrans

* Gesuchter Betrüger. Die Behörden fahnden nach einem gewissen Alex. Friedrich T e r s o r t, geboren in Füchtel (Oldenburg), ~ '

port bei Äschasssnburg aus einem Eisenbahnzuge entsprungen ist. In den letzten Tagen hat er in Mainz sich des Be­

trugs durch Sammlung von Inseraten schuldig gemacht, auf die er sich Anzahlungen geben ließ. Zuletzt nannte sich der Betrüger Joh. Walton. Früher war er in einer Reihe deutscher Städte unter beut Namen Friedrich Witte aus Hannover, B. Mangert aus Frankfurt, Emil Wörishofer aus Strasburg, Matthias Ternoff aus Riga und van halben ausgetreten. Der Mann wird wie folgt beschrieben: Größe 1,701,80 m, dunkelblondes Haar, hohe Stirn, gesunde Gesichtsfarbe.

* Arühlingsgewitter. Gestern abend entlud sich ein Gewitter in der Maingegend.

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ü o ni 30. M ä r z.

Anwesend die Herren Canthal, Vorsteher; Aukamm, Baader, Bonn, Brüning, Craß, Eberhard, Förster, Hoch, Halln, Jost, Koburger, Kiistner, Kreuter, Peteler, Reis, Schroeter, Schwabe, Spatz, Stübing, Boltz, Dr. Wagner, Wohlfarth, Wolff.

Vom Magistrat: Oberbürgermeister Dr. Gedeschus- Stadt- bäurat Schmidt.

Erweiterung des Gasrohrnetzes.

Der Gasverbrauch in Kesselstadt hat eine derartige Stei­gerung erfahren, daß die Erweiterurig der Zuführungsleitung dahin notwendig geworden ist und zwar die Erweiterung des Rohres vom Marktplatz bis zürn Westbahnhof. Ebenso hat der Gasverbrauch von Groß- und Klein-Steinheim so erheblich angenommen, daß die Erweiterung der Zuleitung von der Pedro-Jnngstraße ab und die SlufftelUmg eines be­

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sonderen Druckmessers notwendig geworden sind. Die ge­nannten Erweiterungen, welche einen Kostenaufwand von 26 200 Mk. erfordern, sind im Interesse der Hanauer Konsu­menten notwendig, da andernfalls zur Zeit des starken Konsums ein erhöhter Druck stattfinden umßte, der die Hanauer Konsumenten mehr als nach der vorgeschlagenen Erweiterung belasten würde. Die Vorlage wird genehmigt

Herstellungen im Stadttheater.

Die im außerordentlichen Etat eingestellten 28 600 Mk. für Herstellungen im Stadttheater werden heute durch be­sondere Vorlage zur Bewilligung vorgeschlagen. Stadtv. Wohlfarth führt aus, an der jetzigen Heizanlage seien erhebliche Defekte sestgestellt worden. Durch Entweichen von Heizgas und Funkenkörpern in den Zuschauerraum entständen Gefahren nicht nur für die Gesundheit der Besucher, sondern auch für die Feuersicherheit. Die alte Heizungsanlage wieder in Stand zu setzen, sei nicht als ziveckmäßig erachtet worden, da dies erhebliche Mittel erfordern würbe und in ein paar Jahren wieder dieselben Mängel vorhanden wären. Es ist daher die Anlage einer neuen Medcrdruck - Dampf­heizung projektiert, ebenso eine Entlüfttmgsanlage, da auch die Ventilation im Zuschauerraitme als eine höchst mangel» haste bezeichnet werden muü. Dies wird zusammen einen Kostenaufwand von 24000 Mk. erfordern. Für innere Her­stellungen sind au^erbem 4600 Mk. vorgesehen, sodaß zu­sammen 28 600 Mk. gefordert werden, deren Bewilligung der Referent empfiehlt Stadtv. Koburoer findet die für innere Herstellungen geforderte Summe für zu niedrig und glaubt nicht, daß man den in einem trostlosen Zustand be­findlichen Zuschauerraum bamit ordentlich renovieren könne. Der Referent Wohlfarth erwidert, es sollten die Wände, Decken. Türen, Brüstungen re. neu gestrichen werben, im übrigen solle man aber bei der Belastung unseres städti­schen Budgets alles vermeiden, was nach Luxus rieche. Um die Heizungs- und Entlüftungsanlage kämen wir allerdings nicht herum. Was das übrige anbelange, so solle man jedes Jahr etwas zurücklegen, also einen Fonds für später am sammeln. Die Vorlage wird genehmigt.

Beleuchtitngsanfage im Marstallgebäude.

Stadtv. Schwabe berichtet über die Notwendigkeit de? elektrischen Beleuchtungsanlage im Marstallgebäude, die s. Z. höchst mangelhaft hergestellt wurde. Durch mangelhafte Iso­lierung sei bereits Kurzschluß entstanden und berge der jetzige Zustamd neue beständige Feuersgefahr in sich. Stadtv. Voltz und Hoch fragen an, ob denen die Stadt zur Instandhaltung der Anlage verpflichtet sei und warum nicht der Mieter. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus er­widert, die städtischen Körperschaften hätten s. Zt. die Ein- führung bet elektrischen Beleuchtung beschlossen, sie seien also zur Instandhaltung und vor allem zur Instandhaltung in feuersicherem Zustand verpflichtet. Daß die Anlage unziveck- mäßig oder mangelhaft ausgeführt sei, könne man nicht so ohne weiteres behaupten, denn es hätten feuchte StaUbünfte auf die Zersetzung der Isolierung eingewirkt. Nachdem auch Stadtv. Eberhard seine Ansicht dahin ausgesprochen, die Stabt sei zur Instandhaltung verpflichtet, wird der ge­forderte Betrag von 886 Mk. bewilligt.

D l e st ä d t. W o h n u u g § f r a g c.

Mit dieser Angelegenheit stehen drei Prallte der Tages­ordnung in Verbindung: 1. Aufnahme eines Darlehens von 200 000 Mk. bei der städtischen Sparkasse zum Bau von Arbeiterwohnhäuserrr. 2. Eingabe des Hausbesttzervereins bett. Wohnungswesen. 3. Bericht über die Wvhrrurrgsenquete.

Stadtv. Küstner berichtet über den 1. Punkt und weist daraus hin, daß die Körperschaft am 15. August v. J. die grundsätzliche Zusttmnmna bereits erteilte mit der Ein­schränkung, es sollten jährlich zur Tilgung des Darlehens bei der Landesversicherungsanstalt 30000 Mk. 31t billigem Zinsfuß (3 pCt.) ausgenommen werden. Inzwischen sei ein Bericht des Lmideshauptnianns eingegangen, der mitteilte,' daß die Gelder nur zu 3SA pCt. geliehen werden tonnten.1 Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, diesen beschränken­den Zusatz wieder auszuheben. Stadio. Eberhard erklärt sich gegen die Vorlage, da genügend Wohnungen vorhanden seien. Marr solle sich nach Erledigung der früheren Vorlagen auch etwas Ruhe gönnen, umsomehr, da die Landesversichertmgsanstalt kein Geld zu 3 Proz. abgebe und dies eine Erschwerung der Sache bedeute. Er halte es auch für bedenklich, der Sparkasse eine so hohe Summe dauernd zu entziehen. Die Baulust habe erheblich zuge­nommen und es werde über kurz oder lang eine Ueberpro- duktion eintreten, dies noch zu beschleunigen, habe die Stadt keinen Anlaß. Stadtv. K üstne r weist darauf hin, daß es sich nur um die Ausführung eines stireren Beschlusses handle. Gegenüber der erregten Agitation gegen die Vor­lage wolle er daraus verweisen, daß die Stadt bis jetzt 2 Wohnhäuser gebaut habe, daß aber aus öffentlichen SRitteln noch kein Pfennig dafür verwendet worden sei, da die Meter das Kapital zuverzttiseii hätten und bei Festsetzung derMieteauch die Aufbringung derKoften fiirdieInstandhaltung der.Häuser be» rücksichtigt sei. Oberbürgermeister Dr. Gebeschns erklärt, um der bis jetzt erfolgten Erbauung der zwei Wohnhäuser sei doch noch keine einzige W0hnungsgelegenheit vermehrt, sondern vorhandene nur verbessert worden. Im übrigen habe muh