Einzelbild herunterladen
 

Hanauer

MM

«ez«gSpre!Zr

viertckjShrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfz., für ec* Wärter Abonnenten mit dem betresieubev Poftkuffchioz.

Die ewzetoe Nummer lost« 10 Pfj,

General-Anzeiger

Gedruckt uns verlegt in der Buchdruckerei bei »«aru kv.

LLa'IruhaujeS in Hauau.

Änliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

WarückLugSgeLüh»

Kür Stadt- und LaudtretS Hanau 10 Pfg. die füch» tz^pâllk Petitzeile oder der« Raum, für Su8w«t&^5 Pfg., ÜB Sèrklamauheil die Zeit« 25 Pj^, für LuâwärtS 85 Pfg.

D-r-mtwortl. Redakteur: T. Schrecker in H«m«u

^f* 60. Fernsprechanschluß Nr. 605.

DM»»".....l^»»Mg»WMMM

Samslaa den 11. März

Fernsprechlmschluß Nr. 605

1905

Der russisch-japanische Krieg.

Der $att Mukdens.

Kuropatkiu ist aus der ganzen Linie geschlagen und be­findet sich auf dem Rück uqe nach dem Norden, für den ihm die Hauptstraße nach Tieling und die Eisenbahn, den neuesten Meldungen ytfohe, nicht einmal mehr offen stehen. Aus dem m?br als zehntägigen Ringen sind die Japaner trotz hartnäckiger Gegenwehr der Ruffen alS Sieger h-roorgegangen und in dis alte Gräberstadt Mukden ein gezogen. Damit haben sie ihr Haupt» kriegsziel erreicht und können dort ruhig die weitere Ent­wickelung der Dinge abwarten, selbst wenn es, entgegen der Meldung von der gelungenen Umzingelung des russi­schen Zentrums, Kuropaikin gelingen sollte, das Gros seiner Arm?e nach Tieling zurückzuführen. Die Niederlage Kuropatkins ist eine schwerere und verhängnisvollere als in der Schlacht bei Liaojang und-nach den Kämpfen am Schahs und wenn die Japaner nach den furchtbaren Anstrengungen der letzten Tage nicht allzu ermattet sind, um ihren Sieg durch die energische Verfolgung, beziehungsweise Vernichtung des ge­schlagenen Feindes ganz auszunutzen, so wird der Kampf bei Mukden in strategischer Bedeutung der Schlacht bei Sedan in keiner Weise nachstehen.

Tokio, 10. März (Tel) Die Japaner besetzten heute früh Mukden.

Die Niederlage der russischen Armee bei Mukden.

Petersburg, 10. März. Generaladjutant Kuropaikin meldet unterm 9. März: Der Feind ließ sich in keine ernsten Kämpfe gegen die Front im Südwesten ein. Um 10 Uhr vormittags ging die Nachricht ein, daß Mr Feind nach einem Kampfe Kiousan, 20 Werst östlich von Mukden besetzte. Die .Anstrengungen des Feindes sind gegen unsere Nordfront ge­richtet, um sich der Eisenbahn bei Mukden zu nähern. DaS Dorf Sintaitse war in den Händen der Japaner, aber gegen­wärtig räumen sie es. Bei Tsenitoung dauert der Kampf fort. Wir erbeuteten zwei Renoloerkanonen und machten zahlreiche Gefangene. Die Bewegung der Japaner im Norden wird fortgesetzt. Tasintoung ist von ihnen besetzt.

London, 10. März. Reuters Bureau meldet aus Mukden unterm 10. März, 10 Uhr vormittags: Die Japaner drangen gestern nacht von Süden her über die verlassene Ebene zwischen dem Schaho und dem Hunho vor. Gegen­wärtig speien die japanischen Batterien von einem fünf Werst südlich des Hunhs gelegenen Punkte einerseits und von einer

Stadttheater tu Hanau.

----- Hana«, IL März.

Benefiz Becker!, ein durch das kurze Wirken des Künstlers an unserer Bühne eigentlich etwas erstaunliches Avis, sollte gestern abend zur Devise unseres Repertoirs wer­den, die die InsignienZapfenstreich" in neuer Einstudierung verheißend im Schilde trug. Der Inhalt deS Dramas ist be­kannt, so daß wir direkt in eine Besprechung der Leistungen eintreten können. Dem mittelmäßigen Besuch nach zu urteilen, ist daraus zu schließen, daß das Jntereffe für diesen Militär- Roman, dessen Motiv wir imRosenmontag" bereits durch eine wirksamere Technik aufgebaut wieder finden, zu erlahmen drobt. Herr Becker alsLeutnant von Lauffen" hinterließ den Eindruck einer gewissen Indisposition, die sich zeitweise durch mattes, ausdruckloses Spiel geltend machte und welche besonders den stimmungsvollen zweiten Akt sehr beeinträchtigte. Die Szene des letzten Aktes konnte als gelungen gelten, ver­mochte aber die Gesamtwirkung nicht zu verwischen. Seine Partnerin Frl. Urban wußte derClaire" derart viel Innigkeit und glanbhakies Spiel zu verleihen, daß wir die ganz vorzügliche Darstellung bedeutend ausgearbeiteter fanden wie im Vorjahre. Abgewägt in den seeli'chen Temperaments- aussâllen, sowie mit dem Ausdruck imponierender Mânnlich- !"1 ausgestattet, gab Herr Fink den WachtmeisterVollk- hardt" obne Tadel, dem sich Herr Merker alsvon ^âwen" sympatbisch antureiben verstand. Ebenso treffend im Auftreten wie gut charakieristert präsentierte sich Herr D e r z- bach mit der Verkörperung des SergeantenHelbig", nur "' bet junge Künstler sein Augenmerk noch mehr auf die -lussührung natürlich abgerundeter Bewegungen richten, die sich bei ihm gestern abend als noch nicht perfekt bewiesen.

,e schöne einwandsfreie FigurQueiß" schuf Herr R ö m er, ^^hrend die Herren Neruda (Michalek), Nauendorf ^hdcnburg), Krug (Kriegsger-chtsrat) durch eigenartige t_charakteristerung gut in den Vordergrund traten. Den ^^aior Paschke des Herrn O s c a r j e n hätten wir etwas

anderen, am Hnnbo selbst, Machiapu gegenüber gelegenen Stellung andererseits, unablässig Feuer in der Richtung nach Norden. Es ist den Japanern gelungen, bei Dinschantun ihre Belagerungsgeschütze in Stellung zu bringen, von wo fie unter oleickz-itiger Verwendung von Mörsern die Beschießung des Dorfes eröffneten. Dins-kantnn war gestern der Schauplatz der blutigsten und verzweifeltsten Kämpfe dieser entsetzlichen Schlacht. Sein Besitz ist eine Frage von entscheidender Wich­tigkeit. Die Japaner stürmten wieder und wieder, die Ruffen wurden vertrieben und gewannen es dann aber wieder zurück. Vielfach kam es zum Handgemenge. Die Besatzung war dem gleichzeitigen Feuer vieler bunderte Geschütze ausgesetzt. Din- schantun ist jetzt in den Händen der Japaner, die von dort Geschütze auf die Eisenbahnstation Mukden richten können. Sie konzentrieren ihre Angriffe auch auf eine Stelle, zehn Werst nördlich von Mukden und sieben Werst westlich der Eisenbahn, um die Linie der dort stehenden russischen Truppen zu durchbrechen, diese Truppen abzuschneiden und zu umzingeln.

Tokio, 10. März. (Reuter.) Die Japaner besetzten in der letzten Nacht Fushun. Der Kampf nördlich von Fushun dauert fort.

Tokio, 10. März. (Amtlich.) Marschall Oyama berichtet, daß die japanischen Truppen vormittags 10 Ubr Mukden be­setzt haben. Er berichtet ferner, daß die Ein'chsießungs- operationen seit einigen Tagen erfolgreich durchgeführt seien und daß der blutigste Kampf an mehreren Punkten in der Nähe von Mukden im Gange sei.

London, 10. März. Reuters Bureau wird von ver- rauens würdiger, aber uichtamtlicker Seite gemeldet: Die russi­schen Streitkräfte westlich von Mukden betragen zwei Armee­korps. Das japanische Detachement, das die Eisenbahnen zerstörte, drängt die Russen nach Nordev. Ein Teil des japanischen Zentrums drängt die Russen ebenfalls nach Norden und zwar längs der Mukdenstra^e; er ist jetzt sechs Meilen nördlich vom Hunho mit ihnen im Kampfe. Der äußerste rechte Flügel der Japaner bl findet sich fünf Meilen von Fushun. Alle russischen schweren Geschütze und viele Feld­geschütze wurden von den Japanern erbeutet. Die Russen scheinen eine Bewegung nach Osten auf Fushun auszusühren, um sich nach Norden zurückzuziehen.

Tokio, 10. März. Wie Marschall Oyama berichtet, hatten die Einschließungsmanöver der Japaner ein-n voll­kommenen Erfolg. Die Japaner erbeuteten eine große Zahl von Gefangenen und eine gewaltige Menge Waffen, Munition und Vorräten an Kriegsmaterial. Zu genauen Feststellungen fehlt es an Zeit.

mehr distinguiert gewünscht. Die Inszenierung des Herrn Fink zeugte von gewissenhaftester Pflichterfüllung.

3. Sinfonie-Kolizert.

Hana« den 11. März.

Vorgestern abend bot uns Herr Kapellmeister Schmidt mit seiner verstärkten Kapelle das dritte und letzte Sinfonie- Konzert dieser Saison. Eröffne» wurde der Abend mit Raffs farbenprächtiger SinfonieIm Walde", die bekanntlich als die verbreitetste Sinfonie des berühmten TonsetzerS zu bezeichnen ist. In einem dem Konzert vorgusgeganaencn Feuilleton- Artikel sind bereits die Schönheiten deS Werkes eingehend dar­gelegt, so daß wir uns beute darauf beschränken können, zu konstatieren, daß der Ausführung des schwierigen Konzert­stückes voller Beifall gezollt werden muß. Die Kapelle bot weiter noch die Komposition eines hier wirkenden, bestens be- kannten Musikers, nämlich Balletmusik aus der OperAll- manior" von Herrn Kapellmeister G. Allvater, ein recht an­mutiges, gefällig onzuhörendeS Werkcken. Die orchestrale Scklusinummer war die mächtige Tsckaikomsky'iche Ouvertüre 1812", bei der sich gleichfalls wie in den anderen Proiramm- nummern die vorzügliche Schulung der Kapelle, die verständnis­volle Leitung zeigte.

Einen guten Griff batte Herr Schmidt mit dem En- gagement der jungen Violinvirtuosin Frl. Marie Schirow- Eiberfeld getan. Der Solistin war G legenbeit geboten, mit dem Vorträge des 6-mnU-Konzertes von Bruck ihre technische Sicherheit und Gewandtheit darzutun, durch Wärme des Ge­fühlsausdrucks und die Süßigkeit eines großen vollen Toms zu glänzen. Auch die weiteren So'onummernAir" von J. S. Bach undObertaß", Mazurka von H. Wieniawski, bezeugten, daß der Frl. Schirow vorausgegangene gute Ruf ein wohlbegründeter war.

Das 3. Sinfonie-Konzert schloß den Zyklus in bester Weise ab und brachte dem Veranstalter, Herrn Stabshoboisten Schmidt, reichen und berechtigten Beifall, den Besuchern einen ungetrübten Kunstgenuß.

Die üeutige Kummer umfasst nutzer dem UrsterhatLnussbLatt 14 Seiten.

Petersburg, 10. März. Generaladjutant Kurspatki ' meldet dem Kaiser vf^rm 10. bS.: In der Nacht zu heute begann der Rückzug oll-r unserer Armeen. Nachts wurde nicht gekämpft, doch hielt das Geschütz- und Gewehrfeuer die ganze Nackt an.

Die Armee Kuropatkins ruf dem Rückzüge.

Tokio, 10. März. (Amtlich.) Wie Marschall Oyama meldet, ist die Besetzung von Fushun in der Nacht vom 9. März erfolgt. Die Japaner greifen jetzt den Feind, der auf einer Höhe nördlich vsn Fushun steht, an.

Niutfchwang, 10. März. (Reuter.) Nach eingegange' neu Meldungen ziehen sich die Russen anscheinend in dasHügelland nordöstlich v on Mukd en zurück. Ihr Rückzug erfolgt ohne alle Ordnung in ein­zelnen Abteilungen, die sich in aller Eile verschanzen, um die Verfolgung aufzuhallen. Große Rückzugsgefechte haben nicht staitgefunden. Die Russen werden ihren Widerstand in dem rauhen Gelände östlich der Eisenbahn längere Zeit nicht ausrecht­halten können, da sie keine Möglichkeit haben, sich Vorräte zu verschaffen. Die Russen sönnen vielleicht versuchen, durch ein nach Rordosteu führendes Tal Kirin zu erreichen, doch droht ein besonderes japanisches Korps vom Ialu ihnen diese Richtung abzus chn ei- deu. General Kuroki rückt nach Nordwesten vor und drängt die Russen auf Nogis Armee zu. Die Verluste auf beiden Seiten sind ungeheuer groß. Es wird angegeben, daß daS russische 16. Armeekorps bei Tschitschiao tatsächlich ausgerieben wurde.

* *

Neueste Telegramme:

Loudon, 11. März. DerStandard" meldet aus Tokio von gestern: Mehrere russische Armeekorps wurden nördlich und östlich von M u k d e n von den Japanern völlig umzingelt. Die Russen verbrennen überall ihre Vorräte; ihre Verluste einschließlich der Gefangenen betragen wahr­scheinlich mehr als 200 000 Mann.

London, 11. März. DieMürning-Psst" berichtet aus Washington: Nach einer Depesche deS Gesandten Gris- tont in Tokio an das Staatsdepartement hat der japanische Kriegsminister dem Gesandrsn mitgeteilt, daß die Verluste der Japaner bis zum 8. ds. 50,000 Mann betragen, einschließ­lich einer Brigade ih der Stärke von 5000 Mann, die auf­gerieben worten war. *

London, 11. März.Daily Telegraph" gibt eine Meldung des Tokioer BlattesKokumin" vom 10. ds. wieder, nach der die Russen 100 Geschütze verloren habnc sollen, die Verluste 15 0,0 00 Mann betragen und 5 0, 000 Russen in Gefangenschaft geraten seien.

Hamburg, 11. März. Eine plötzlich eingelaufene Ordre veranlaßte die Sistierung der Kohlenzufuhr an die für Ruß­land im hiesigen Hasen befindlichen Dampfer der Packetfahrt- gesellschaft.

Hus Danau Stadt und Cand.

Hanau, 11. März.

* Gesellenprüfung für Gold- und Silber- schmiede. Alle Prüflmge des genannten Handwerks, welche ihre Prüfung demnächst oblegen wollen, haben sich bis zum 1. April 1905 unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebens­laufes, des Lehrvertrags sowie des Lehrzeugnisses bei dem Vorsitzenden des Prüfunqsaus'chusses, Herrn L. Besch o r, Hanau. Leipzigerstroße 57, zu melden.

* Parolemusik. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hess.« Homb. Nr. 166 spielt morgen im Schloßgarten folgende Stücke: I .Frühlings Einzug", Marsck von F. v. Blon; 2. Ouv. z. Op.Mignon" von A. Thomas; 3.In dec Venusgrotte", Walzer von P. Rickardy; 4.Der Reiter und sein Lieb", Preischor v. Schultz; 5. Fantasie a. d. Op.Lohengrin" von R. Wanner.

* RetchSbanktrebenftette. Am 1. April d. J. wird in Neurode eine von der Reichsbankikelle in Schweidnitz abhängige Neichsbanknebenstelle mit Kassen­einrichtung und beschränktem Girov erkehr eröffnet werden.

* Meisierfckafts-Weitspiel Morgen Sonntag nachmittag be­gibt sich Me I. Mannschaft des Hanauer Fuß- u. Cricke klub nach Offen­bach, um gegen den Frankfurter FußballklubHermania" im Meister- schafls-Wellspiel um dem Westmaingau gcgcnuberzulreten.

* Das Hahnenkammhaus ist Sonntaas vo« 11 Uhr ab geöffnet.