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Viertelsührlich 1,80 W., monatlich 60 Pfg., für osd» wLMLe Abonnenten mit dem betreff enden Poßaustchlag. Die einzelne Nummer tostet 10 Psz

Geruckt und verlegt in der Buchdruckers deS vereis, «v. Waijeohauieâ in Harum.

General-Auzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Fan-Kreis Hamu.

Erscheint täglich Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EdrrLckrmgSgebLhr

Für Stadt« »ad Landkre^« Hanau 10 Pfz, di» füs^ gejvâse Petilzeile oder deren Kama, für LuSwLrtS IS Pfg da Keklamatthat die Zeile 25 Pfz^ p für LlSwârtS 35 Mg.

verantwort!. Râiâurr S. Schee Ser Ä H««».

Al. 57, Fernsyrechanschluß Nr. 605,

Lau-wirtschaftlicher Kreisverck Hanan.

Nächste Versammlung SâMstaK den 11. d. Mts./ nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus zum goldenen L öwen hier.

Dages-Or-nnng:

1, Geschäftliche Mitteilungen.

2. Gemeinschaftlicher Bezug von Saatkartoffeln.

3. Vortrag des Herrn Domänenpächters G. Schwarz über die künstlichen Dünger und deren zweckmäßige Anwen- dvng.

4. Bericht der Delegierten über die 16. Generalversammlung des Vereinsausschusses der Laudwirtschaflskammer

5. Referat des Herrn Bürgermeister Claus Ravolzhausen über die voraussichtliche Wirkung der neuen Handels­verträge auf die Landwirtschaft.

6. Bericht der Saatzuchtkommisston.

7. Aufnahme neuer Mitglieder.

8. Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 5, März 1905.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re,

Gefunden: 3 Couplets, 1 Hundehalsband mit ver­nickeltem Beschlag. 1 vierräderigen Feder-Pritichenwagen, in der Marienkirche liegen geblieben 1 Kinder-Pelzboa.

Verloren: 1 Militâr-Invaliden-Quittungsbuch für Wilhelm Friedrich Tag aus Ravolzhausen, 1 Portemonnaie mit 67 Mk. Inhalt.

Zugelaufen: 1 dunkelbrauner Jagdhund w. Geschl. Hanau den 8. März 1905.

Hue Danau Stadt und Cand.

Hanau den 8. März.

* Verliesen wurde den Fußgmdarmen Gasche- Fechenheim und H ö l z b r e ch e r - Dörnigheim dasAllgemeine Ehren^ich-n".

* Pakslonsgottesdieuft. Heute abend 8 Uhr findet in der Marienkirche Paisionsgottesdienst statt, gehalten durch Herrn Harrer Frankenberg.

Gesellenprüfung. Alle Lehrlinge des Barbier- und Friseur-Handwerks, wet^e Ostern 1905 aus gelernt, haben fid6

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Feuilleton.

3. Sinfonie-Konzert.

X HanaU/ 8. März.

Künstlerische Genüsse aller Art werden geboten, um den Menschen eine geistige Erholung nach des Tages Mühen zu bescheeren aber nichts kann die Harmonie des Innern so roieberfjerfirHen, als es die Musik vermag. Sie wirkt direkt auf die seelischen Empfindungen und es ist nicht möglich, sich der Macht der Töne zu entziehen sie lösen alle Alliäglick- keit auf und geben dem Menschen die Ruhe, die Freude und den inneren Friedenwieder. Es ist äußerst anzuerkennen, daß auch in unserer Stadt die Munk einen fruchtbaren Boden findet, das haben jetzt wieder die beiden staltgefundenen Sinkonie- Konzerte bekundet. Das große Interesse dafür hat stch durch eine re^e Teilnahme und durch eine b'ifallsfrohe Aufnahme derselben bestens bewiesen. Morgen ^o> ner8iaq findet das 3. und letzte Konzert in diesem Winter statt und wird das­selbe in künstlerischer Beziehung das bedeutendste sein. Aus ganz hervorragenden Piecen setzt sich das Programm zu einer glänzenden Darbietung zusammen und ist darin an erster Stelle die Raff'iche gewaltige Sinfonie:Im Walde" zu nennen. Die Schönheit der tiefen Empfindungen dieses Werkes in prosaische Worte umzuletzen, ist ein vergebliches Bemühen und doch sei der Betluch gemacht, in kurzen Worten den Inhalt und die Stimmung des herrlichen Musikstückes wiederzugeben--- --Sommernachmittag Waldeseinsamkeit umgibt

langsam wandre ich unter den sich weit ausbreitenden Kronen uralter Bäume. Der erquickende Balsam des Tannen- duflkS wird durch einen leiten Luitbauch zu mir getragen und mischt sich mit einem frischen Erdgeruche. Tief aime ich und iuuge die würzige Waldesluft ein. Zu meinen ^ünen â"tern im^ grünen Moose und Laubwerk kleine Sonnenfleckchen.

Mittwoch den 8. März

zwecks Ablegung der Ge'ell-nprüfung alsbald bei dem Vor­sitzenden des Prüfungs-Ausschusses, Herrn K. Ganter, Nürnber-wrstraße 32, zu melden.

* Merkbuch für Reisende. Die Verwaltung der Preußisch-Hessischen St-atseisenbahnen hat einMerkbuch für Reisende" herausgegeben, durch das in gedrängter Kürze auf die für die Reisenden getroff-nen Erleichterungen und Bequem­lichkeiten aufmerksam gemacht wird. Das Heft wird künftig den von den Eiser bahnverwelturgen herausgegebenen amtlichen Kursbüchern beigelegt und auf Verlangen auch von den Fahr­karten-Ausgabestellen unentgeltlich abgegeben werden.

* Kahlgrund-Gisenbaffn - Aktien-Ges./ Schöll- krippen. In der AufsichtSrat-sitzung wurde beschlossen, für 1904 die Verteilung einer Dividende von T1^ vCt. (i. V. 7 pCt.) in Vorschlag zu brinczn.

* Der 5-Uhr-Dee zum Besten des Diakonissen- Hauses hat solchen Anklang gefunden, daß er nicht im Stadt­schloß, sondern in den Sälen der Centralhalle stattfindet (siehe heutiges Inserat!) Billette sind zu M. 1.50 in den beiden Hoi-Buchhaudlungeu gn haben; auch werden solche noch von den Damen des Komitees ausqeqeben. Da der Andrang voraussichtlich ein großer sein wird, dürfte es geraten sein, sich zeitig einzufinden. Die Erscheinenden werden freundlichst gebeten, Platz zu nehmen an den einzelnen Tischen, an deren jedem eine Dame vrâsidiert und als Frau des Hauses ibres Amtes waltet. Während der Pansen werden musikalische Vor­träge stattfinden, welche einige als Künstler wohlbekannte Damen und Herren aus Hanay gütest zugesagt haben. Die Damen des Komitees haben keine Mühe gescheut, um ihren Gästen einen möglichst genußreichen Nachmittag zu verschaffen. Hoffen wir darum im Interesse der Sache, daß möglichst viele dem Rufe folgen werden und die Parole nächsten Freitag tatsächlich laute: zum Tee fürs Diakoniffeuheim! Noch etwas: Spenden an Kuchen und Teegebäck werden dankbar angenommen und können am Freitag von 3 Uhr ab in der Central'mlle abgegeben werden.

* Stadtiheatev. Auf die heute abend Hattfinbenbe letzte Aufführung des Wildenbruch'schen Werkes:D i e Haubenlerche" möchten wir nochmals ganz besonders Hinweisen. Seine lebenswahre, packende Handlung, die sich in wirksamen fesselnden Szenen bis zum Schluffe steigert, ver­bürgt bei b't vortrefflichen Rollenbesetzung einen äußerst ge­nußreichen Theaterabend. Benefiz Becker. Beinr Abschluß der Engagements-Bedingungen wurde Herrn Carl Becker ebenfalls ein Benefiz gewährt und wählte sich derselbe Franz Adam Beyerleins erfolgreiches Drama:Zavfen- st r e i ch", welches am Freitag neu einstudiert zur Aufführung gelangen wird. Herr Becker bat sowohl in ben Vorjahren, wie auch in dieser Spillzeit manche prächtige Leistung geboten

Es herrscht tiefe Ruhe nur ein gleichmäßiges Surren und Sausen der Bäume das uralte Lied der ©albeSriefen, die sich erzählen von Tust und Leid, erzeugt einen unbestimmten Ton, der sich lancsam hineinschleicht in meine Seele und ein Etwas", das im Trubel der Alltäglichkeit gestorben war, wied-r anfaibt zum Leben. Ein sckmk"zvollesjWonuegesühl. eine Sehnsucht nach Frieden und Ruhe, dämmert im Menschen auf man füblt ein ewiges Wachsen und Weben. Ferne trillern lustige gefiedert? Sänger unv mischen sich in diese Sinfonie des Empfindens. Da zerreißen pötzlich hallende Töne den kurz-n Traum. Axtschläge mahnen an die Vergänglichkeit. Ich schaue hinauf zu den Waldriksen und ein schmerzliches Trauern b°w"gt mich ein Trauern, daß diele Pracht unser den Hängen der Menschen fallen wird um neuem Sprießen und Sprossen Raum zu bieten. Zwischen grünen Büschen schlängelt sich der Pfad dahin ^ich schreite weiter ein Ratcheln hemmt meine Schritte em R?h lugt aus dem Gebüsch und jdbaut mit feinen braunen Augen mich wehmütig treu an aber nur ein kurzer Blick und schnellfüßig zieht es sich zurück in's Waldesdunkel. Lange schauen ihm meine Auien nach imm°r ferner höre ich das Knistern der Zweige, die von den kleinen Hufen zertreten werden bis schließlich jeder Laut in der Ferne erstirbt. Meine Gedanken weilen noch bei der Scheu des Rehes, als ein neuer Schall mein Obr erreicht ein mehrmaliges kurzes Krallen ein längeres Rollen schaudernd ahne ich die Bedeuiung dieser Töne Jcgdhörner klingen jubelnd zu mir herüber sie erwecken ut mir st'lle Wehmut.----

Dämmerung! Ich habe mir ein Lager aus Moos und Gräsern bereitet ick fühle Me Dämmerung jeglicher menschlicher Laut ist aus dem Walde gewichen ich fühle die Einsamkeit. Bläulich lagert sich zwischen den Stämmen der Bäume der Nebel. Es kommt die Nacht mit dunklen Schwingen. \ Ein Raunen geht durch die Blälter, w e ein Abendgebet! Lllse schleicht sich ein Zickern in meine Seele, eine schwcrmulsvolle Angst ich möchte beten--

Fervsprechanschluß Nr. 605, 1905

und sich durch seine glänzenden künstlerischen Fâh'gkeiten die größte Beliebtheit gewonnen. SeinHanS Rudorff",Karl Heinz" und seinLauffen" inZapfenstreich" waren Pracht- leistung-n, die seinem künstlerischen Schaffen für immer Ehre machen werden. Wir wünschen dem begabten jungen Künstler an seinem Benefiz-Abend von Herzen ein recht volles Haus.

* Maknstattturntag. Der am Sonntag in Offenbach abgehaltene Maingauturntag war von 36 Abgeordneten und 9 Ausschußmitgliedern besucht. Der Jahresbericht wurde durch den Vorsitzcnden und durch den Gauturnwart Lohfink er­öffnet; hierbei ergab sich, daß in d?r Mitgliederzahl wieder eine Zunahme von 350 zu verzeichnen ist. Nachdem die Kaffe geprüft worden war, wurde dem Rechner Decharge erteilt. Zur Gauturnfahrt hatten sich Bergen und Langendiebach ge­meldet; Langend'estach trat zu Gunsten von Bergen zurück. Das Gaulurnfest 1905 findet in Groß-Auheim am 1,, 9. und 3. Juli statt; die zum Sieg berechtigende Punktzahl ist auf 40 festgesetzt worden. Als Festort für 1906 hatten sich Klein-Steinkeim und Mühlheim gemeldet. Die Wahl fiel auf 5èlein^Steinheim. Zu dem KrerSturntag in Saarbrücken wur­den folgende Anträge gestellt und für gut befunden: 1. Der Kreisturn'ag wolle die im Maingau seit 1838 bestehenden und ihm rechtlich zustehenden Gaugrenzen bestätigen. 2. Da auf dem Kreisturrsest in Koblenz eine Unmenge Rechenfehler durch ungeschulte Leute vorgekommeu sind, so ist in Zukunft von jedem Gau ein Mitglied in den Berechnungsausschuß zu entsenden. Ein Antrag der TurngesellschastVorwärts"- Mühlheim betreffend Ausfertigung der Diplome bei Ganiurn- festen fanden eBenfuHä die Zustimmung deS Turntags. Zu Punkt 8,Statutenberatung", wurde beschlossen, die neu ent­worfenen Statuten jedem einzelnen Verein zuzusenden und auf dem nächstjährigen Turntag hierüber endgültig Beschluß zu fassen. Nachdem noch einige Anfragen und Wünsche ge­hört worden waren, würd: der Turntag mit einem dreifachen Gut Heil" auf den Maingau-Kreis und die Deutsche Turner­schaft geschlossen.

* Neue Fabrik in Großauheim. Nach den nun­mehr zum Abscbnß gekommenen Verhandlungen wird die Frank­furter Maschinenfabrik Akt.-Ges., bisher in Frankfurt a. M., Hanauerlandstraße 122, ihren Betrieb nach Großauheim ver­legen. Die Baulichkeiten erhalten direkten Anschluß an das v. A r nimsche Eisenwerk, auch wird Gekciseverbindung mit der Bahn hergestellt. Die Fabrik beschäftigt 46 Handlungs­gehilfen und ei rot 300 Arbeiter.

* Das Brückengeld. In der Samstagssitzung des Abgeordnetenhauses nahm bei der Etatsberalunq (Verkehrs­abgaben) Herr Abg. Emil I u n g h e n n das Wort, um sich wiederholt her Ermäßigung des Brückengeldes für die Be- WaH^wiiBMeswi3B^aiat«!wrac»Fih»»uOTM«am^rot^

Träumend starre ich in die Höhe es geht etwas rätsel­haftes im Walde vor die Waldgeister er­wachen.

Allmählig schließen sich meine Augen ich schlafe sâllafe und träume träume einen seltsamen Traum-------------

---kleine Kobolde schlüpfen aus Erdlöchern tollen um­her spielen laufen und haschen sich--und die Nebelschleier verdichten sich zu seltsamen weiblichen Gestalten durchsichtig und leuchtend wogen sie hin und her sie singen und lachen und jubeln mit ihren feinen Stimmcken jetzt reihen sie sich znm Kreise sie tanzen eine Zauber- melodie ertönt und zieht mich in ihren Bann der Tanz der Dryaden. Wie sie gekommen sind, so sind sie wieder zerstoben in nichts lautlose Stille umgibt mich wieder der Wald schwllgt -- ich höre die Stille.

Da geht ein Siöhneu durch die Baumrieien ein dumpfer Angstschrei fern ein Groll?«, welches allmählich wächst wächst zu einem Tumult in der Lust kreischend flattern die Eulen über meinem Haupte Gekläff Geheul Geschrei erschallt. Immer näher höre ich die unheimlichen Töne grelle Trompetenstöße schmettern zwischen markerschütternden, kreischenden Lauten es jagt und braust im Fluge durch die Luft das wilde Heer der wilde Jâaer fürchterlich, unheimlich braust es über mir dahin vorbei. Die Bäume um mich her, die im starren tiefen Schauder lautlos gezittert hattkn, raunen sich leise die alte Sage zu und Rube wird wieder nur fernher schallen die Töne der wilden Jagd. Roch einmal zieht sie vorüber noch einmal erfaßt sie mich mit Grausen da erwache ich-----es tagt ---ein feuchter

©unfi lagert im Walde der Morgenwind schüttelt den Baumen prasselnd die Tautropfen ab ich erhebe mich imb wandere.--Als ich den Waldessaum erreiche, leuchtet mir hell das Morgenrot entgegen. Die Sonne bricht sich Bahn und im Freudenschrei jubelt die taufrische Erde der