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Hanauer U An;erger

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tzjertcksiihrkich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für ei* »iktige Monaeuten mit dem betrefi-od« PoßaujjchtgG. Die eivjtlue Nummer kostet 10 Wz.

General-Anzeiger

Gedruckt uuL Ltttegt in derBuchdruckerei Oti setiß. «. Waisenhauses in Harrau.

Amtliches Organ für Ä» nn) FmNreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Bellage.

GinrSckmtsSssLShr

Kür Stadt- unb LaodkreiS Hanau Pfg. die fünf» zchäre Petttzeile oder deren Kaum» für AuAwâüS lS Pfs « Mâmentheil die Zeile 2d Mg^ für KuSwârlL Sd Wz.

Bera«t»srü. Ackraktemt T. Schrecker m H««.

Nr. 51.

Fervsprechmttchluß Nr. 605»

Mittwoch den 1. März

Fentsprechattschluß Nr. 605. 1905

Amtliches.

Landkreis banau. dekmntmachunqen des Aönisil. dandratsamles.

In der Gemarkung Qlieberborfelben ist der Schweinerotlauf erloschen.

Die angeordneten Cperrwaßregeln sind aufgehoben worden.

Hanau den 27. Februar 1905,

Der Königliche Landrat.

V1351 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Das Reichsgericht hat in einem Urteil vom 13. Januar 1903 ausgesprochen, ba^ zur Ausstelung eines Zeugn isses im Sinne der Tankstelle 77 deS Stempelgesetzes vom 31. Juli 1895, sofern nicht durch Gesetz oder Verordnung diese Aus­stellung bestimmten Behörden übertragen ist, jede Behörde zu­ständig sei, die von der zu bezeugenden Tatsache amtlich Kennt­nis erlangt Labe. Da hiernach die Behörden und Beamten, welche zur Führung eines Dienstsiegels berechtigt sind, auch als zuständig gelten zur Ausstellung von Lebenszeugnissen auf Quittungen über Renten aus der Preußischen Renten-Versiche- rungsanstalt in Berlin, so kann die Bestimmung, wonach diese Zeugnisse stempelfrei sind (vergl. meine Bekanntmachung vom 12. Februar 1897, V 1506, in Nr. 15 der Amtl. Beilage zumHanauer Anzeiger"), nach einem Ministerialerlasse ferner­hin nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es ist daher zu den erwähnten Lebenszeugnissen eine Stempelmarke zu 1,50 Mark zu verwenden, wenn aus der Urkunde sich nicht ergibt, daß es sich um einen Gegenstand zum Wert von 150 Mark oder weniger handelt.

Die Ortspolizeibehörden und Standesbeamten wollen dies vorkommenden Falles beachten.

Hanau den 25. Februar 1905,

Der Königliche Landrat.

V 1285 I. A,: Conrad, Kreissekretär.

Die Liquidationen der Mitglieder der Emlommen- steuer-VoreiNschätzungskommissionen sind zur Zahlung auf die hiesige Königliche Kreiskasse angewiesen.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Mitglieder hier­von in Kenntnis zu setzen.

Hanan den 28. Februar 1905.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

St 1212 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Asiessor.

Feuilleton.

Ausstellung . der Marfcls'schen Uhrensamuiluug

in der königl. Zeichenakademie, Sonntag den 5. März.

Am nächsten Sonntag den 5. März, von 11 bis 6 Uhr, wird in der Aula der königl. Zeichenakademie die berühmte MarfelS'sche historische Uhrensammlung zur Aus­stellung gelangen. Zugleich wird (um ll1/» Uhr) Herr Mar- fels aus Berlin, Redakteur der Deutschen Uhrmacherzeitung und Vorsitzender des Deutschen UhrmacherbundeS, der Besitzer der kostbaren Sammlung, einen Vortrag über letztere halten, mit Betonung des Anteils, den die G o l d s ch m i e d e- lunst vergangener Jahrhunderte an der Entwickelung der Uhrmacherei hatte. Die Sammlung enthält etwa 100 Uhren, meist Prachtstücke der Metalldekorationskunst und ist welt­berühmt, wie einige Urteile der Presse zeigen mögen. So schrieb derNew Aork Herold" am 21. Dezember 1901: f/Famous Marfels Sammlung. ünique in the World. It is without doubt the best collection of masterpieces 's the art of watchmakintG the most comprehensive, irtistically and technically." DieModerne Kunst" Mlkb in ihrer Januar-Nummer 1905:Die Sammlung ycaxfeiâ enthält nur erlesene Meisterwerke von märchenhafter prachi und bewundernswürdiger Vollendung. Wohl ein jedes otW dieser Sammlung, die einen enormen Wert repräsentiert, lammt aus Fürstenhäusern, und wenn man sich in die Be- ^achlung dieser Kostbarkeiten versenkt, deren Farbenspiel einen mn vitlsarbenen Edelsteinen und blinkendem Golde gefüllten -aleibolop zu entstammen scheint, meint man einen Blick tun v v in die Prunksäle zu Versailles zur Zeit deS ^V. Luiusia.^ Die -Anüauitäten-Leituna" Stuttgart.

Stadtkreis banau.

Bekanntmachung.

Die Ausführung der Pflastererarbeiten zum Ausbau der Bruchköbelerlandstraße zwischen Straße vor der Kinzig- brücke und Körnerstraße sollen unter Zugrundelegung der Be­dingungen für Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen im Wege der öffentlichen Ausschreibung verdungen werden.

Angebvtsscheine und Verdingungsunterlagen können während der Vormittagsstunden von 1012*/s Uhr im Stadtbauamt, Rathaus Zimmer 19, eingesehen und gegen Erstattung von 0,50 Mk. von da bezogen werden.

Verschlossene mit der Aufschrift rAusbauarbeiten der Nruchköbelerlan-siraße" versehene Angebote sind ebendaselbst bis zu dem Eröffnungstermin am 14. N. Mts/ vormittags 11 Uhr, "'"zusenden.

Die Eröffnung der Angebote erislat im Beisein etwa er­schienener Anbieter. Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 25. Februar 1905.

Der Magistrat.

I. A.: Schmidt. 4144

Hue banau Stadt und Cand.

Harrau den 1. März.

* Das Wetter im März. Der März heißt nicht umsonst Frühlingsmonat, und der Lenzeèansang steht nicht immer bloß im Kalender, sondern kehrt auch, sehnlichst er­wartet, in der Welt ein. Freilich, im allgemeinen hat der März noch viel vom Winter an sich. Es kann noch immer gewaltig schneien. Auch die Kälte kann, und besonderv oft beobachtet man das um die Zeit vom 9. bis 14. März, 10 bis 12 Grad Celsius erreichen. Wenn bei solcher Kälte eine starre Schneedecke tagelang alles umschließt und wenn zuvor daS neue Leben in Feld und Garten recht regè geworden war, dann trifft das Sprichwort zu: Märzenschnee tut Saat, Frucht und Weinstock weh. Indessen beträgt die mittlere Wärme des Monats fiereit8 5 Grad Celsius, und um den Mittag kann es zuweilen auf 20 Grad Celsius kommen. Diese natürliche Wärme bewirkt in Verbindung mit den um die Frübliugs-- Tag- und -NaLigleiche eintretenden starken Winden, besonders wenn diese von Osten wehen, eine starke Verdunstung, eine dreimal so starke wie im Februar, so daß es, zumal auch der wässerige Niederschlag in diesem Monat noch gering ist und erst die Hälfte von dem des Juni beträgt, leicht zu der er­wünschten Trockenheit und dem vielgepriesenen Märzmstaub, derGoldes wert" ist, kommen kann, wovon es heißt: ' Märzenstaub bringt Gras und Laub. März trocken, April

enthält unterm 21. Dez. 1904 folgende Schilderung:Die Sammlung Marfels bildete nach einstimmigem Urteil den Clou der Ausstellung (Schmuck-Ausstellung in Straßburg 1904); die Tagespreise, die Kenner und die Laien, so sehr ihre Meinungen zuweilen auch auseinandergehen, waren in ihrem Urteile einig. Und in der Tat hat eine solche Spezialsamm­lung mit ihren farbenprächtiaen Emails, ihren zarten Graveur- und Ziselierarbeiten, ihren Edelstein- und Perlendekorationen, ihren in Bergkristall, Rosenachat, Jaspis usw. geschliffenen Uhrgehäusen einen unsagbaren Reiz." Auch in derWoche", Jahrgang 1902 Nr. 31, wirb die Uhrensammlung deS Herrn MarfelS besprochen und gesagt, daß sieein anschauliches Bild gibt von den verschiedenen Phasen, die die Uhrmacherei durch­laufen hat, und vor ollen Dingen von dem unerreichten Stand dekorativen Kunst früherer Jahrhunderte." Diese wenige« Urteile, ausgewählt aus einer großen Zahl von Preßstimmen, zeigen den bedeutenden Kunstwert der Sammlung Marfels, die in den Fach- und LiebhaberkreisenDer Schatz Marfels" ge­nannt wird.

Wir finden in der Sammlung vertreten Werke aus der frühesten Zeit der Uhrmacherei, bas heißt alio aus dem 16. Jahrhundert, da man noch die Uhr in zylindrischer Form und ganz aus Eisen fertigte; ferner umfaßt die Sammlung Stücke, die durch ihre Kleinheit, Formung und Mechanik ungewöhnlich find und sie hat Erzeugniffe aufzuweisen von einer Pracht und einem Reichtum der Emaillierung, Gravierung und Aus­schmückung mit Perlen und Edelsteinen, daß man sich einge- stehen muß: Das leisten wir heutzutage nicht mehr. Die Sammlung enthält u. a. eine prismenförmige Uhr mit dem in Gold ziselierten Bildnisse Kaiser Karls V., welche das zweit­teuerste Stück der weiland weltberühmten Spitzerschen Sammlung bildete und von Herrn Marfels um 21000 Franks erworben wurde. Auch aus den seltsamsten Stoffen angefertigte Uhren finden wir vertreten, so eine ganz aus Buxbaum angefertigte (auch das Räderwerk), eine aus Elfenbein und eine aus Perl­mutter.

naß, Mai lustig, von beiden was, bringt Korn in Sack und Wein ins Faß. Umgekehrt aber heißt's: Feuchter, fauler März ist des Landmanns Schmerz. Häufig ist schon in dem letzten Drittel des Monats Gewitierbildung beobachtet worden. Dann sagt das Volk: Märzendonner macht fruchtbar. Ander­seits aber lautet auch die Volksmeinung: Donnerts über*m dürren Wald, wird's in der Regel wieder kalt.

* Der Ausschuß für Bslksvorlesttugen hatte für seinen gestrigen Vortragsabend im Stadttheater Herrn Prediger Voigt aus Offenbach a. M. gewonnen, einen namentlich auf dem Gebiete der Astronomie bestens bewanderten und hoch» geschätzten Redner.Neues auS dem Gebiete der Astronomie" lautete demnach auch sein Vsrtraqsthema, das er in gründ­licher und fesselnder Weise erschöpfte. Er griff, um ein ab­gerundetes Ganzes bieten zu können, zurück auf das, was schon teilweise bekannt war, um dann die Ergebnisse der neueren Forschungen seinen aufmerksam lauschenden Zuhörern vor- zusöhren, ein Bild des ungeheuren Weltalls zu geben, daè immer mehr zu ergründen sich unsere Gelehrten und Forscher angelegen fein lassen. Der gespendete Beifall war ein wohl­verdienter.

* Der Jahresbericht der KiuderheLLansralt Ba- Orb ist erschienen. Aus bem'cibeit ist mitzuteilen, daß im vergangenen Jahre 1065 Kinder (417 Knaben und 648 Mäd­chen) die Anstalt ausgesucht haben. Von denselben wurden 678 als geheilt, 448 als erheblich gebessert, 37 als gebessert und 5 als ungeheilt oder vor beendigter Kur entlassen. Unter den Kindern waren 30 vom Kreis Gelnhausen, 3 vom Kreis Schlüchtern, 15 vom Kreis Hanau, 16 vom Landkreis Frank­furt, 15 vom Kreis Fulda, 2 von ^SSuraMdeu, 2 von Westerburg, 2 von Offenbach Lana auf öffentliche Kosten in die Heilanstalt geschickt worben, die Armeuèommission der Stadt Frankfurt hatte 90 geschickt. 588 waren von Vereinen, Ferienkoronien und dergl. geschickt worden. Die Anstall vergab 62 Freiplätze aus ihren eigenen Mitteln. Die Bro­schüre enthält einen Bericht über die 20jährige Jubiläumsfeier der Anstalt und bringt in Erinnerung an dieselbe ein schön arrangiertes Gruppenbild des Vorstandes und der Hisisdamen. Für das Jahr 1905 sind folgende Kurse festgesetzt: Maikurs: Beginne Montag den 1. Mai. Schluß: Monta.: den 29. Mai. Junikurs: Beginn: Mittwoch den 31. Mai. Schluß: Mittwoch den 28. Juni. Julikurs: Beginn: Samstag den 1. Juli. Schluß: Samstag den 29. Juli. Augustkurs: Beginn: Dienstag den 1. August. Schluß: Dienstag den 29. August. Septemberkurs: Beginn: Freitag den 1. Sep­tember. Schluß: Freitag den 29. September. Oktoöerkurs: Beginn: Samstag ^den 30. September. Schluß : Samstag den 28. Oktober.

Gerade für unsere heimische Industrie ist die Sammlung Marfels von ganz hervorragendem Interesse. Möge daher niemand versäumet», die nur einen Tag währende Aus­stellung zu besuchen. Die Mitglieder des Kuustindusirie- Vereins und die Schüler und Schülerinnen der Zeichen- akademie haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarre resp. Schülerkarte freien Eintritt. Nichtmitglieder zahlen 20 Pf. Eintrittsgeld.

Kunst und Leben.

DaS praktische Jahr der Mediziner. DieNordd. 2IKg, Ztg." meldet: Ta einzelne Landesregierungen mit den Gesuchen um Dispensation vom praktischen Jahre der Medizin- kandidaten milder verfuhren als andere, leitete der Reichs­kanzler Verhandlungen mit den beteiligten Bundesregierungen ein. Binnen kurzem wird in allen Bundesstaaten vollkommen übereinstimmende Handhabung der Dikpensvsrschristen über das praktische Jahr einigten. War bisher den meisten Kan­didaten das praktlsâe Jahr ganz erlassen, ist künftig eine so weitgehende Berücksichtigung nicht erwartbar. Es soll zwar auch weiterhin mit ausreichender Milde verfahren, aber sorg­fältig geprüft werden, ob für die Gesuchsteller ein teilweiser Erlaß des praktischen Jahres b'nreicht.

Albumblätter.

Demut, dar ist die feinste, lieblichste Tugend der Liebe, und die nötigste, um unter den Leuten Friede und Zucht zu erhalten, sonderlich aber die Jugend zieret, und ihr wohl an« stehet, vor Gott und Menschen lieb und wert macht, und bringt viele gute Früchte. Sutter,

Freue dich jeglicher Freude,

Weil jegliche Freude von Gott kommt;

Freue dich jeglichen Leides,

Weil Mies Leiden 1H Gott führt.