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Hanauer
Hunger
MstchShrlich £80 DL, mouatüch 80 Pfg., fär ans» »Lütge atoniwüen mit dem belre'i enden Postaufschisg. Die emzetne Numm« kostet 10 PtK.
General-Anzeiger
Ochmckt Mtd verlegt tu der Buchdrucker« der »er^n. ev. WaismhauseS in Haum.
Amtliches Organ für Mt- und MKreis Sana«.
Erscheint tâgllch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiWückuugSgebühr
Für Stadt« Ma» LaudtreiZ Hanau LOM. die fünf* gespaltene PettyeUe oder deren Naum. für Auswärts Lb Mg., da MeÜaMeocheij die Zeit« 25 Pfz^
Ar NuLwärt» 85 Wg.
VcrMiwortl. Redakteur: T. Schrecker io Has«.
Nr. 50.
Ferusprechanschluß Nr. 605»
Dienstag den 28. Februar
Fernstzrechanschluß Nr. 605,
1905
Amtliches.
Landkreis Ranau. detanntmachnnqen des Königl. Sandratsamies.
An der evangelischen Volksschule zu E n k h e i m ist zum 1. April er. eine neu gegründete LehrerinsteÜe zu besetzen.
DaS Grundgehalt beträgt 1000 Mark, der Einheitssatz der A terszulagen 110 Mark und die Mietsentschädigung 200 Mark.
Bewerberinnen wollen ihre Meldungen nebst Zeugnissen an den Köma'ichen Ortsschulinspekror, Herrn Rektor Leuttner in Heroen binnen 3 Wochen einsenden.
Wünschenswert ist, daß die Bewerberin auch befähigt t^ Handarbeitsunterricht zu erteilen. k_
Hanau den 24. Februar 1905.
Der Königliche Schulvorstand.
Der Königliche Landrai.
V 1268 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Gtsnndtnt und verlorene Wegenstniidk rc,
Gefunden: 1 goldene Damenuhrkette mit Anhänger, 1 Portemonnaie mit 10 Psq., 1 desgl. mit 1 Mk., 1 Herrenuhr, 1 Kinderspielwagen, 1 Pelzboa, 1 schwarzes Portemonnaie mit 4,60 Mk.
Verloren: 1 kleines gelbes Portemonnaie mit 10 Mk., 1 goldener Rina mit mattblauem Stein, 1 grünes Portemonnaie mit 4 Mk., 1 goldenes Kettenarmband mit Medaillon, 1 Waudergemerbeschein für Heinrich Fliedner aus Großauheim,
1 kleines silbernes Portemonnaie mit etwas Geld.
• Zugelaufen: 1 schwarzer RehpinsLer, 4 grauer stichelhaariger Jagdhund mit weißer Brust m. Geschl.
Hanau den 28. Februar 1905.
Hub Hanau Stadt und Cand.
Ottati den 28. Februar.
* Eine Nachbildung der bifiorischen Ziegenhainer Kanne, eines Hauptzierstücks der Casseler Landes- bibliotbek, hat der Bestrksverband Cassel als sinniges Angebinde der Gemeinden, Städte und Kreise deS Regierungsbezirks für den Kronprinzen aus Anlaß seiner Vermählung bestimmt. In der gestrigen Plenarsitzung des Kommunal- landiageS erbat der Vorsitzende für den Landesausichuß die Erlaubnis, diele historische Kanne nebst dem Ausdruck der Ergebenheit und herzlicher Segenswünsche dem Kronprinzen zugehen zu lassen. Die Ermächtigung wurde einstimmig erteilt.
* Siadtthsater. Herr Karl Becker aus Darmstadt, der bis jetzt als Gast hier auftrat, ist von morgen ab Lis zum Schluß der Spielzeit für erste jugendliche Heldenrollen fest engagiert worden. — Auf das morgen nochmals in Szene gehende bekannte Militär-Lustspiel „Krieg im Frieden" sei ganz besonders hingewiesen. Das hübsche Stück hat hier stets stark-n Beifall gefunden und dürfte derselbe auch morgen nicht «»"bleiben.
* Sumset Master, bâli, Viel buntes Volk in glänzendem und gleißendem Flitterstaat hatte sich zum Sumser- Maskenball am Samstag zusammengefunden und füllte die Räume der „Centralhalle" schier bis zum Erdrücken. War hier schon im bunten Mostenpewübl die Vorbedingung zum sröblicken Amüsement her Besucher gegeben, so hatte das rührige Komitee noch zahlreiche bewährte Kräfte in sich vereinigt, die ein prächtiges Programm zur Durchführung brachten. U. a. erschien ein veritabler Meßwagen im Saal, dessen Innerem eine Menge Künstler entstiegen. Am drolligsten unter ihnen war wohl der flinke kleine Affe, der im Verein mit seinem „Dresseur" wahre Lachstürme entfesselte. In allen Ecken war etwas los und gab eâ etwas zum Lachen, auf der Bühne vieles zum Schauen. Vor einer sich drehenden Riesensonne tanzte eine prächtig kostümierte Gesellschaft einen eleganten Nationaltan;, zum ganzen frohen Treiben bildete die noch vorhandene Dekoration der Karnevalgesellschaft einen hübschen Rahmen. Unter
Umständen fiel natürlich das Scheiden aus den gast« ^chm Räumen schwer und den KehrauS konnte erst der be« dknklich nahe Morgen verscheuchen.
* Hudde. Die Untersuchung gegen den Mörder des l'farrer Thoebes nimmt ihren Fortgang. DaS BelastungS- inateriat gegen Hudde ist zwischenzeitig so vermehrt worden, c ^ bk ermittelten Tatsachen das teilweise Geständnis HuddkS ergänzt werden kann. Die zur Zeit noch statt« mdenden Untersuchungen und Vernehmungen erstrecken sich in Der Hauptsache auf die Ermittelung eines Mittäters des Hudde.
* Kindesleiche. In dem Klärbecken bei Niederrad wurde gestern die Leiche eines neugeborenen Kindes gesunden. Verdächtig sind weibliche Mitglieder einer Kesselflickerfamilie, die zwei Wagen mit sich führte und in der Richtung Bürgel- Hanau sich entfernte.
* Verschwunden ist seit dem 15. d. Mts. ein hier wohnhaft gewesener junger Künstler (Maler) unter Zurücklassung seine- Effekten rc. und auch andrer Andenken.
* Das Ende vom Siede. Ein Tagelöhner und ein Schuhmacher kneipten am gestrigen Montag brüderlich miteinander und gelangten auf ihrer Reise auch in einen Wirt- schaftsgarten in der Nähe der Hainstraße. Hier entstand ein kurzer Wortwechsel, der Tagelöhner W. zog sein Messer und stach auf den Schubmacher L. ein. Der Bedrohte konnte sich durch einen Seüensprnng noch vor dem ihm zugedachten Stiche retten.
* Die Rotzdorfer Molkereigensssenschast vielt am 26. d. Mrs. in der S ch n e i d e r ' schen Gastwirtschaft zu Roßdorf ihre ordentliche Generalversammlung ab, zu der sich die Genossen recht zahlreich eingefunden basten. Nach Eröffnung der Generalversammlung durch den Vorsitzenden wurde in die Erledigung der Tagesordnung eingetreien. Rechnung und Bilanz wurden nach Vortrag' durch den Schriftführer von der Versammlung genehmigt. Obwohl etwas höhere Abschreibungen vorgxnommen worden sind, als g-setzstch vorae- schrieben ist, ergab sich doch ein Reingewinn von 3343.89 M. Die Versammlung beschloß eine Dividende von s/io Pfg. pro Kilo gelieferter Milch zu verteile». Dem Vorstand wurde DeLarge erteilt und die durchs Los ausieHiedeneu Vorstandsmitglieder per Akklamation sämtlich wiedergewählt. Nachdem noch verschiedene Angelegenheiten erörtert worden waren, ge« dachte Herr Niedenthal der Geschäftsführung in fingen Worten und sprach derselben seinen Dank aus. Zum Ssluß hielt Herr K a d o ch noch einen Vortrag über verschiedene wilchwirtschaftliche Fragen und betonte besonders, daß durch die Molkerei den Lundwirten der Ertrag ihrer Milchwirtschaft recht deutlich vor Augen geführt wurde. Auch gewähre die Molkerei ihren Genossen noch den Vorteil, daß dieselben bei Ankauf von Milchvieh erst Milckproben an die Molkerei triefen könnten, welche dort kostenlos untersucht würde». Redner schloß feinen Vortrag mit dem Wunfckè, die Genossen möchten künftighin dahin streben, daß die Abkalbezeiten Möglichst in den Winter fallen, weil die Kühe dadurch bedeutend höhere Milcherträguisse lieferten. Nach Schluß der Versammlung hi-lten sich die Anwesenden noch länger^ Zeit in fröhlicher Stimmung beisammen, und machte die Versammlung den Eindruck, daß wohl jeder von dem Ergebnis der Molkerei recht befriedigt war.
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Fechenheim, 27. Febr. (Preiserhöhung.) Die Vereinigung der Friseur« und Barbier-Gewerbetreibendeu gibt bekannt, daß sie sich noch Erhöhung der Lohnsätze ihrer Hilss- tröste auf folgenden Einheitstarif geeinigt habe: Rasteren 15, Haarschneiden 25, Haar- und Barischneiden 40, Bartschneiden 20, Frisieren 15, Kinder-Haarschnriden 10, Kinder-Haarschneiden Sonntags 25 Plg.
Jg« Großauheim, 28. Februar. (Junger Dieb.) Gestern früh kam ein junger Bursche von Seligenstadt in die Gastwirtschaft zur „Lindenau" hier und bestellte ein Glas Bter und Frühstück. Nachdem die Wirtin dem Jungen Mann Bier und Esten serviert hatte, begab sie sich auf kurze Zeit in die Küche, um etwas in Ordnung zu bringe». Diesen günstigen Augenblick des Alleinseins benutzte nun der junge Mensch, die Büffetkaste zu erbrechen und derselben 13 Mk. zu entnehmen. Namdem nun die Wwtin an ihre Büffetkasse zurückkam, bemerkte sie, daß die Kaste mit Gewalt aufgebrochen und der Inaalt gestohlen worden war. Auf die von ihr unlernommenen Schritte konnte der jugendliche Täter festgenommen werden.
X Langenselbold, 27. Februar. (Ga8- und Wasserwerk.) Die Gemeind-verireNr g hat der Firma Edm. Winkert in Metz die Konzession zum Bau und Betrieb eines Gas- und Wasterwerks für die hiesige Gemeinde übertragen.
Aus dem Gerich-slual.
Sihnttg der Strafkammer vonr 27. Webrnar.
‘ Diebstahl.
Der Taglöhner I., trotz seiner Jugend schon mehrfach vorbestraft, wurde im November v. I. von einem hiesigen Fuhrunternehmer^ als Knecht engagiert. Dem neuen Knecht gefiel das Umberziehen bester, als das Arbeiten, er stahl daher seinem Ar^itgeber ein Paar Stiefel sowie einen Anzug, der einem Verwandten gehörte und war eines Morgens verschwunden. In Jâgersruh bei Hof stahl der Angeklagte einem Fuhrwerks
besitzer eine Peitsche. Er erhält wegen Diebstahls im wiederholten Rückfall 5 Monate Gefängnis.
Widerstand.
Am 20. Juli 1903 war der Kreissekretär des Kreises Gelnhausen bei bem Bürgermeister W. in Spielberg in amtlicher Angelegenheit zu Besuch. Der Bürgermeister begleitete den Kreissekretär nach beendetem Geschält ein Stück Weg, um ihm einen kürzeren Weg nach dem Bahnhof Schlierbach zu zeigen. Der Bürgermeister, welcher in der Spielberger Gemarkung jagdberechtigt ist, nahm sein Gewehr mit, um auf dem Rückweg zu jagen. Jener kürzere Weg, der sogen. „Pulverbrncksweg", führt durch das Nebiet des Fürsten von Wächt-rsbach und gilt bei der fürstlichen Verwaltung nicht als öff-ntlicher Weg. Als daher der fürstliche Förster E. des Bürgermeisters ansichtig wurde, forderte er ihn auf, sein Gewehr abzugeben, was dieser verweigerie und der gewaltsamen Wegnahme Widerstand entgegensetzte Dabei ließ er auch noch einige geringschâtz'ge Aeußerungen gegen den Förster fallen. Die Strafkammer verurteilte den Bürgermeister in der ersten Verhandlung wegen Widerstandes und Beleidigung zu 5 Tagen Gefängnis und 15 Mk. Geldstrafe. Der Verurteilte legte Revision ein, ivonach das Reichsgericht das Urteil aufhob und die Sache zur nochmaligen Verbanolung an die Vorin« stanz zurückoerwies, weil die Beamteneigenschaft des Försters nicht ausreichend feitgefteöt war. Nach der zweiten Verhandlung blieb das Urteil in der Havvtsache bestehen, wonach der Angeklagte abermals Revistort einlegte. Auch dieses Urteil hab das Reichsgericht auf wegen unmotivierter Ablehnung eines Bewkisanlrag^. In der heutigen dritten Verhandlung wird nun zu Gunsten deS Angekiagieu festgestellt, daß der fragliche Weg bei der dortigen Bevölkerung von jeher als öffentlicher ohne Anstand zum Gchm wie zum Fahren in Benutzung genommen wird. In diesem Falle aber war der Angeklagte berechtigt, mit dem Gewehr daselbst zu gehen und der Förster befand sich nicht in berechtigter Ausübung seines Dienstes. Das diesmalitzc Urteil lautet daher gegen den Angeklagten auf Freisprechung.
Meineid?
Am 24. April v. I. war in einer Wirtschaft in Altengronau Tanzmusik, bei welcher der Weißbinder Johannes N. und der Vriestrstger Heinrich H. einen tätlichen Zusammenstoß mit dem Einwohner G. hasten. Die beiden Erstgenannten sollen gegen beit tj®. mehrfach Drohungen ausgestoßen haben und als sie ihm sich dann in feindlicher Absicht näherten, ergriff der G. ein Bierglas und schlug es dem R. auf den Kopf. Die Sache kam zur Anzeige und am 4. August zur Verhandlung vor dem Schöffengericht in Schwarzenfels, woselbst der G. als Angeklagter, R. und H. als Zeugen fungierten. Hierbei machten die beiden Zeugen unter ihrem Eid Aussagen, welche sich weder mit den Behauptungen des Angeklagten, noch mit den Aussagen der übrigen Zeug-n deckten, und die dahin führten, daß sie beide nach der damaligen Verhandlung wegen Ver- dachis deS MeinetdS verhaftet wurden. Im Lause der Untersuchung wurd-n sie wieder entlassen und nur Anklage wtgen fahrlässig falscher Aussage gegen sie erhoben. Nach der heutigen Beweisaufnahme erscheinen die Angeklagten aber wieder des wissentlichen Meineids dringend verdächtig, die Strafkammer spricht daher ihre Unzuständigkeit zur Abnrteililng aus und verweist die Sache vor das Schwurgericht.
XXX. Kommnnellsiidtnfl für ben RtgicrilNAs-Bezirk Lessel.
(Originalberich t.)
X. Caffel, 27. Februar.
Heute mittag 1 Uhr begann die Schlußsitzung des die8- maliqen Kommunallandtages. Zunächst wurde an Stelle detz verstorbenen Bürgermeisters Stroh-Marköbel Abg. Sein« h a ue r-Dollmarshausen als Mitglied des Landes-Ausschuffes gewählt, für diesen als Stellvertreter Abg. v. Bodenhausen.
Zum Normal-Gehalts-Etat für die Beamten des Bezirks-PerbandeS führt der Berichterstatter Herr von Beckerath -Hanau aus: Nach den bedeutenden Mehrausgaben, die der Bezirks-Verband durch die mit dem Normal- Gehaltsetat vom 28. Februar '4899 erfolgte Aufbesserung der Gebâlter fast aller Beaml--nkategorien sich auferlegt hat, konnte schon aus finanziellen Gründen den seither vereinzelt hervor- getretenen Wün'chen auf Erhöhung von GchaltSbezügen noch nicht wieder näher getreten werden. Auch jetzt ist der zurückliegende Zeitraum von 5 Jahren ein noch viel zu kurzer, um etwa in wcitergthendem Umfange an eine Revision des Normal- Gehaltseiats herantreten zu können. Es liegt dafür auch ein Bedürfnis nicht vor. Denn die Gehälter, wie sie im Jahre 1899 bemessen wurden, sind im großen ganzen als voll-