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Hanauer U Anzeiger
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Mxteljichrlich 1,80 Mt., mouarlich 60 Mg., für an* âugt Abonnenten mit dem betrefjeudeu PoKautzchtug. Die emjetue Stummst tostet 10 Psg.
General-Anzeiger
LdwückrmgSgebüh, KLr Stadt« gab Lauvkreis Haues lüPfg. die fön#»
Achruckt und verlegt in der Buchdrucker« dS seren, cv.
Waijeohauje» in Hamm.
Aurtlichts Organ für StaR- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Betâsheotfl. Räaktnrrr 6, Schrecker ix (an
d?N 49, Fernsprechanschlnß Nr. 605.
Amtliches.
Candkreis ßanau. ytlmtnfmn^itiictii des Köniql. Landratsamtes.
Ein großer Teil der QuittungSkarten-Ausgabestellen des KreiseS ist noch mit der Ablieferung der im letzten Vierteljahr 1904 umgetauschten Quittun^skarten an die LandeSverstche- rungs-Anstalt in Cassel im Rückstände. Im allgemeinen er« folgt auch seitens einer größeren Anzahl von Ausgabestellen die Einsendung der umgetauschten Karten sehr unpünktlich.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises «erden hiermit aufgefordert, die bei ihnen noch lagernden umgelauschten Quittungskarten alsbald an die Versicherungsanstalt einzusenden. Ich verweise hierbei noch auf die Bestimmung in Risser 16 der Anweisung vom 17. November 1899 — abgedruckt auf Seite 271 deS III. Teils des Handbuchs der Provinzial-Verwaltung — wonach «die Karten in Zeiträumen von drei zu drei Monaten an die Versicherungsanstalt portofrei einzusenden sind. x
Hanau den 23. Februar 1905.
Der Königliche Lanvrat.
J 174 J. A.: Conrad, KreiSsekretâr.
Nach § 7 der Kurhessischen Verordnung vom 27. Sept. 1828 soll der Abbruch eines durch die General-Brandkasse oersicherten Gebäudes nicht ohne Vorwissen der Polizeibehörde und nicht ohne Zustimmung der gerichtlich eingetragenen Pfand- gläubiger geschehen. Zu dem Zweck soll die Polizeibehörde, und zwar nach diesseitiger Verfügung vom 23. Juni 1868 dermalen die betreffende Ortspolizeibehörde, von dem Gerichte die Angabe der Pfandgläubiger einziehen und in der Regel nur nach Vernehmung derselben und der etwa Beteitiaten Nachbarn den Abbruch gestatten, auch den erfolgten Abbruch der Brandversicherungsanstalt sowie dem betreffenden Amtsgericht zur Kenntnis bringen. Mit dieser Anz°igs ist in allen Fällen zugleich der Original-Brandkassenschein der Brandverstcherungs- anstatt vorzulegen ober, falls derselbe sich nicht mehr in dem Besitze des Versicherten befindet, dieses der gedachten Behörde einzuberichten.
Nach Mitteilung der beteiligten Behörde haben die Orts- polizeibehörden es neuerdings in vielen Fällen unterlassen, der Brandverstcherungsanstalt die nach Obigem vorgeichriebene Anzeige von dem vollendeten Abbruch der bei der Anstalt versicherten Gebäude zu erstatten. Um den hieraus entstehenden vielfachen Nachteilen und Unzuträglichkeiten zu begegnen, bringen wir unsere oben erwähnte, zunächst den Königlichen Landräten und durch diese den Ortsvorständen zuoeganqene Zir'ularver-
Feuilleton
Stadttheater in Hanau.
— Hanau, 27. Februar.
Gestern abend sollte nach längerer Pause der renommierte Berliner Redakieur der „Täglichen Rundschau", Max Dreyer, ein seinerzeitiger Angehöriger des Lehrerstandes, dessen Wirkungskreis sich vor mehreren Jahren eine kurze Dauer aus unseren Nachbarort Bockenheim beschränkte, durch die Neueinstudierung des 4akiigen Dramas „Der Probekandidat" an unserer Bühne wieder einmal zu Worte kommen. In einem Tendenzwerke, dessen Sujet in anregender Weite sein ursprünglicher Beruf zeitigte, tritt er a's eifriger Verfechter der individuellen Freiheit in Ausübung der Pädagogik ein, indem er in einschneidenden Dissertationen die Vorzüge der persönlichen instinktiven Logik als vorbildliche Basis alles Schaffens, im Gegensatze zu den sogenannten konventionellen Lügen, den lauteren Förmlichkeiten aller Stände aussübrt. Wohltuend legt der Verfasser dem Titelhelden durch die Worte:
„Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht,
Der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht",
'«ne echte tiefempfundene Erkenntnis für alles Schöne, Hehre ^ wute in den Mund, wie überhaupt der ganze Aufbau des ' ,'es als ein wohlgelungener zu bezeichnen ist. Den starken, "P'gm, stolzen Probekandidaten „Fritz Heitmann", der du^ch ""E 'mpulstoen idealen Bestrebungen, von seiner Umgebung
^ifeeerftonben, ein Opfer seines Berufes werden mußte, ku Herr Becker in gut charakterisierter Weise auf die ff . Der Künstler verstand biS zum Schlüsse daS In- mir k< w Zuschauer gleichförmig wach zu halten, ebenso wie ' 'e Rede im 3. Akte reiorisch als besonders gelungen be- 3 cm"?1 Dörmen. Der an feudalen Extravaganzen leidende veralte Heitmann", eine Figur, die vom Verfasser etwas
Montag den 27. Februar
fügung vom 23. Juni 1868 mit dem Bemerken hierdurch in Erinnerung, daß die Landeskreditkosse-Direktion die Einbolung ihrer Zustimmung zum Abbruch eines der Landeskred'tkasse gerichtlich verpfändeten P'^uM auch in dem Falle, wenn dieser Abbruch zum Zweck der alsbaldigen Aufführung eines Neubaues auf derselben Baustelle stattfindet, für notwendig erklärt hat.
Cassel am 5. Mai 1886.
Königliche Regierung, Abteilung des Innern.
Vorstehende Bekanntmachung bringe ich wiederholt in Erinnerung.
Hanan den 14. Februar 1905.
Der Königliche Landrat.
V 903 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachung.
' Auf Grund des § 2 der Polizei-Verordnung vom 23. Januar 1894, betreffend das Eingesperrthalien der Tauben während der Saatzeit, wird hiermit für den Umfang des Stadtkreise» Hanau bestimmt, daß sämtliche Tauben wegen der Frühjahrsaussaat vom 15. März bis 15, April v. Js. eingesperrt zu halten sind.
Zuwiderhandlungen haben gemäß der erwähnten Verordnung Geldstrafen bis zu 80 Mk. zur Folge.
Hanau den 23. Februar 1905.
Städtische Polizei-Verwaltung. Der Oberbürgermeister.
J. A.: Wagner. 3929
Hus ßanau Stadt und £and.
Hanau den 27. Februar.
♦ Klassenlotterie. Die ErneuerungSlose sowie die Freilole zur 3. Klasse der 212. Königlich preußischen Klasseulotterie sind nach den §§ 5, 6 und 13 des Louerieplans unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 2. Klaffe bis zum 3. März d. J. bei Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 8. Klaffe dieser Lotterie wird am 7. März d. J., morgens 8 Ubr, ibren Anfang nehmen.
)( Schwurgericht. Die Sitzungen der nächsten Schwurgerichtsperiode beginnen am Montag den 3. April d. J. Den Vorsitz wird Herr Oberlanbesgerichtsrat W e st r n m aus Cassel führen.
* Stadttheater. Wochenfpielplan. Mittwoch: „Krieg im Frieden." Lustsvie' in 5 Akten von Gust. v. Moier
sckwulstig gezeichnet ist, fand durch Herrn Zeitz einen äußerst geeigneten Vertreter, dem sich Frl. Helliot in Verkörperung der „Gertrud Brockmann" äußerst anmutig sowie gewandt im Spiel anzuschließen wußte. Lobend im allgemeinen können wir uns über Herrn Uster ausivrechen, der diesen aus Angst und Zorn zusammengesetzten nervösen Nörgler „Störmer" gut durchdacht, mit einer Dosts gesunden Tumors durchwürzt, bestens wiedergab, obwohl ein wenig Mâßipung der Rolle nur zum Vorteil gereicht hätte. Dem schlappen, einförmigen Phlegmatiker „Paul Benefeld" verlieh Herr Merker eine gut wirkende Darstellung. Mit der Wiedergabe des „Dr. Eberhard" wußte sich Herr Römer auf natürliche Art bestens abzussnden, wie auch Frl. Heidenfels die seelisch stark geprüfte „Marie von Geisler" überzeugend und wirksam zur Schau brachte. Gut charakterisiert fanden wir den „Hirsekorn" deS Herrn Krug, Herr Oskarsen (von Korffs Herr Fink (örockelmann), Herr Derzbach (Dr. Balduin), Frl. Jirsak (Luise Heitmann) waren in ihren weniger hervor- tretenben Rollen gut am Platze. Schließlich sei der kleine „Muskelmensch Dewitz" noch erwähnt, den Fräul. Urban allerliebst präsentierte. Die bewährte Regie des Herrn Zeitz kam dem Schauspiel wieder in günstigster Weise zu statten. Das Theater wies einen guten Besuch auf.
Frankfurter Thater.
Opertthaus. Montag, 27. Februar, abends 7 Uhr, Bor- t stellung bei ermäßig. Preisen. „Das Veilchenmädel". Außer Abonn. — Dienstag, 28. Febr., abends 7 Uhr, „Hoffmann's Erzählungen." Im Abonn. Gem. Preise. — Mittwoch, 1. März. Geschlossen. — Donnerstag, 2. März, abends 7 Ubr. „Der Prophet." Im Abonn. Gew. Preise. — Freitag, 3. März. Geschlossen. — F Samstag, 4. März, abends 7 Uhr. „Die Zauberglocke".
Im Abonn. Große Preise. — Sonntag, 5. März, nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermS§. Preisen.
Fernsprechanschluß Nr. 605. 1905
und Fr. v. SLöntban; Freitag: Benefiz für Frl. Claire Helliot. Neu einfinbiert: „Prezf-sa". Schauspiel in 4 Aufzügen von P. A. Wolff; Sonntag: Nachm. balb 4 Uhr: „Sneewittchen." Märchenstück von Görner; abends: Neu einstudiert: „Lumpacivagabundus." Zauberpoffe mit Gesang von Nestroy.
* Benefiz. Am Freitag gelangt zum Benefiz für unsere beliebte erste Liebhaberin und Sentimentale Frl. Claire Helliot Pius Alexander Wolffs Schauspiel „P r e z i o s a" neu einstudiert zur Aufführuna. Das herrliche Werk mit Carl Maria von Webers wundervoller Musik und eingelegtem Zigeunertanz wird auch diesmal des größten Interesses gewiß sein und wünschen wir der ganz besonders beliebten Darstellerin einen recht ehrenvollen und ertragreichen Benefizabend'
• Vaterland, Arauenverein Das für Donnerstag den 2. März in Aussicht genommene Konzert kann zum Bebauern des Vorstandes des Vaterl. Frauenvereins wegen Erkrankung eines Mitwirkenden erst Ende des Monats März stattfinden. Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit.
• Vortrag Wir machen auf den heute abend 81/* Uhr im Saale deS StadtschlosseS stat'findenden Vortrag des Herrn Dr. V. Arendt-Frankfurt aufmerksam.
♦ Metttersckastsspkele des südd. Futzbaüver- banves innerhalb des Nordkreises. Die Fortsetzung der Spiele um die sâdd. Meisterschaft, erzeigte am gestrigen Tage. Die erste Klasse Giusieger (Mainostgau) Hanau „93" gegen Pfalz Gaustegrr Mannheim „Union" fand in Darmstadt statt. Hanau gewann mit 3:1. Die zweite Klasse (Mainost) Gausteaer Hanauer Viktoria „1894" gegen Frankfurt Germania „94" fand in Frankfurt statt, auch hier gewann Hanau mit 3:2. Die dritte Klasse Frankfurt „Herma- nta" gegen „Phöntx"-Mannheim wurde in Darmstadt gespielt, bier siegte Mannheim über Frankfurt mit 2:1. Alle diese Resultate zeigen, daß sich ziemlich gleichwertige Gegner gemessen haben. Alle Mav"schaften spielten in kompletter Aufstellung. Unsern heimischen Vereinen aber wünschen wir für die beiden noch ausstehenden Kreisspiele denselben Erfolg wie gestern.
* Eine seltene Denkmünze ist dieser Tage in einem Gartengrundstück zu Gelnhausen gefunden worden. Es ist eine zur Erinnerung an St. Helena geprägte Münze von der Größe eines Fünfmarkiückes. Sie trägt auf der Vorseite in sehr gut ausgefübrier Hochprägung die Büste Napoleons mit der Umschrift: Napoleon Emperear. Die Rückseite zeigt daS Grab auf St. Helena, welches von einem vor seinem Schilderhaus stehenden Soldaten bewacht wird. Die Rückseite trägt de Umschrift: Memorial de 8 Helène. 5. MAI. MDCCCXXI Paris 15. DEZ MDCCCXL.
„Boccaccio." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Figaros Hochzeit." Im Abonn. Große Preise. — Montag, 6. März, abends 7 Uhr. Vorstellung bei ermäß. Preisen. „Alessandro Stradella." Außer Abonn. — Dienstag. 7. März, abends halb 7 Uhr. „Tristan und Isolde." Im Abonn. Große Preise.
Schsttfpielssaus. Montag, 27. Februar, abends 7 Uhr, „Zaza". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Dienstag, 28. Febr., abends 7 Mr. Vorstellung bei kleinen Preisen. „Traumulus." Im Abonn. — Mittwoch, 1. Mürz, nachm. halb 3 Uhr. Schüler-Vorstellung bei ermäß. Pr. „Wilhelm Tell." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Medea." Im Abonn. Gew. Pr. — Donnerstag, 2. März, abends 7 Uhr. Zum Besten der Chorpens.- Anstalt der beiden stâdt. Theater. Zum ersten Male: „Frankfurt in der Franzosenzeit." Außer Abonn. Gr. Prene. — Freitag, 3. März, 7 Uhr. Zur Erinnerung an Otto Erich Hartleben. „Rotzevmontag." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Samstag, 4. März, abends 7 Uhr. „Im weißen Râßl". Im Bbonn. Gewöhnt. Preise. — Sonntag, 5. März, nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermâß. Preisen. „Traumulus." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Medea." Im Abonn. Gew. Preise. — Montag, 6. März, 7 Uhr. „Monna Vanna." Im Abonn. Gew. Prei,e.
Albumblätter.
Ein Bruder und eine Schwester, Nicht» Treueres kennt die Welt; Kein Seibfettlein hält fester, Als eins zum andern hält!
Zwei Liebsten so oft sich scheiden, Denn Minne, die ist voll Wank. Geschwister in Lust und Leiden Sich halten ihr Leben lang. Paul Hepse.