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General-Anzeiger

Van «Hause» w Harum.

Amtlichtg Orga« für Stabt» «O Faubkreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, belletristischer Vellage.

JUL 41. Fernspreckanschlust Nr. 605,

Freitod den 17. Februar

Knrlvre^r-Mluè Nr. 605.

1905

Utttch-s

Stadt- und Landkreis Hanau. Ausschreiben.

Die am 16. Oktober 1894 zu Ortentiera in Hessen ge­borene und daselbst in Pflege gewesene Waise ^ntma Suhl ist seit dem 8. d. MtS., nachmittags, aus der Wohnung ihrer Pflegeeltern spurlos verschwunden.

Nach den vorliegenden Umständen liegt die Vermutung nahe, daß dem Kinde ein Leid zugestoßen ist. Dasselbe hat dunkelblondes. krauses Haar, rundes Gesicht, dunkle Augen und blasse Gesichtsfarbe. Bei seinem Weggänge war es be­kleidet mit grünkarriertem Kleid, einem grauen und einem roten gestrickten Unterrock, blau- und weißkarrierter Unter­hose, grauen wollenen Strümpfen, gezeichnet mit den Buch­staben@. S.", rot- und weißkarriertem wollenen Hemd, ge- zeichnet wie vorher, orauem Leibchen, eben o gezeichnet, rot- und weißnestreister Schürze und Agraffen-Schnürstiefeln. Eine Kopfbedeckung trug es nicht.

Um Anstellung geeigneter Nachforschungen und Überführung im Betretungssalle an Großh. Bürgermeisterei Orientiern wird ersucht

Büdingen den 13. Februar 1905

Großherzogl. Kreisamt Büdingen.

r Wird veröffentlicht.

Hanau den 15. Februar 1905.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

P 1266 I. A.: v. Schlieben, Reg.-Asseffor.

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Handelskammer Hanan.

Ttistuuq von firmen der Edelmetallwaren- und der chromolithographischen Branche kür Schüler

-er Hönigl. Zeichen-Akademie in Hanau.

Auf Anregung der hiesigen Handelskammer haben 48 Firmen der obenbezeichneten Branchen eine Stiftung geschaffen, aus deren Mitteln solchen Schülern der König!. Zeichen- Akademie eine Unterstützung gewährt werben soll, welche stch nach beendeter Lehrzeit an dieser Anstalt weiter ausbilden lassen wollen.

In der Regel sollen jährlich zwei Stipendien von je fünf- bis sechshundert Mart gewährt werden; doch können, je nach Lage der Verhältnisse, auch mehrere Stipendien von nicht unter dreihundert Mark gewährt werden, und zwar in erster Linie für die Fortsetzung des Studiums an der König!. Zeichen- Akademie, ausnabmswnse aber auch für Studienreisen.

Jede Zuwenounq soll in der Regel nur für die Dauer eines Jabres zugesprochen werden.

Die Stipeudienverleibung soll nur an solche Schüler er­folgen, welche in einer Werkstatt der Kunstindustrie in Hanau oder an einem Platze im Umkreise von 10 km um Hanau ihre Lehrzeit beendet haben bezw. in einer solchen Werkstatt beschäftigt werden. Bedürftige Schülek, deren Würdigkeit und Befähigung nachgewiesen ist, sollen in erster Linie berücksichtigt werden; ausnahmsweise können Studienzuschüsse aber auch an * besonders talentierte Sckâler unter Absetzung von dem Nach­weise der Bedürfiigkeit gewährt werden.

Solche jungen Leute, welche sich auf Grund der obigen Bestimmungen um Stipendien für das Jahr vom 1. April 1905 bis 31. März 1906 bewerben wollen, werden ersucht, ihre Bewerbung bis zum 6. März -. Js. dem Unter­zeichneten einzuenden.

Der Bewerbung sind beizufügen;

1. Angaben über den Lebenslauf,

2. die Schulzeugnisse,

3 ein Z°ugnis des Lehrherrn,

4. ein Zeugnis der König!. Zeichen-Akademle,

5. eine Mitteilung über die Vermögensverhällnisse.

Hanau den 16. F bruar 1905.

Das Kuratorium. gez. Can that,

Vorsitzender der Handelskammer. 3279 ^ ........' .--.!>-'-»"

Hus Danau Stadt und Cand.

Hanau den 17. Februar.

Geffrutilche Kihuua der Stadtverovdnetett- verfammlung

vom 16. Februar 1905.

Anwesend die Herren: Küstner, stellv. Vorsteher; Aukamm, Baader, Bonn, Brüning, Craß, Eberhard, Förster, Dr. Heraeus, Loch, Hock. Lol», 2-8. Kehl. Kohurger,

Kreuter, Loßberoer, Müller, Veteler, Reis, Schroeter, SckwaLe, Steinheuer, Stübing, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohl­farth und Wolff; vom Magistrat die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Stadtbaurat Schmidt.

E i l» o r l a g e.

Der Magistrat beantragt in einer Eilvorlage die Bewilligung von 1000 Mk. als Beitrag zur Linderung der Not der Berg­leute im Ruhrkohlengebiet. Die Summe wird ohne Debatte bewilligt.

. Etatsberatung.

Zu dem TitelBauverwaltung" liegt ein Antrag deS Siadtv. Hoch und Genossen vor, die Stelle eines Bau« fomroHeurS mit einem Gehalt von 1800 Mk. neu zu schaffen und diese Stelle einem praktisch tätigen Bau­arbeiter nach den Vorschlägen des Gewerkschaftskartells zu übertragen. Stadto. Hoch begründet den Antrag und führt des längeren aus, die Schuldigen bei den vo'kommenden Bauunfällen seien zum großen Teil nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Arbeiter selbst durch leichtsinniges Benehmen auf den Bauten re. Dies müsse verhindert werden durch ständige Kontrolle und zwar ausgeübt von einem Beamten, zu dem die Arbeiter von vornherein Vertrauen haben könnten. Stadtv. Woblf arth ersucht, den Antrag der Bau­kommission zu überweisen, wo die Frage näher unter Vor­legung entsprechenden Materials weiter neyruft werden könne. Bisher babe diese Kontrolle Herr Bauführer Kroegel ausge- sührt und es sei ihm nicht bekannt geworden, daß dieselbe nicht genüge. Im übrigen sollten die Arbeiter auch selbst zur Verhütung von Unfällen mit beitragen und nicht leichtsinnig ihre gesunden Glieder aufs Spiel setzen. Er würde sich im Bauausschuß aber evtl. gern überzeugen, lassen, daß eine größere Kontrolle nötig sei. Stadtv. Hoch erwidert, die Sache solle nur auf die lange Bank geschoben werden, mit schönen Worten sei nichts geboten. Stadtv. Dr. Wenke füyrt aus, Herr Hoch babe seinen Antrag wenig sachlich begründet, er habe erst gesagt, zum größten Teil seien die Arbeiter selbst an den Unfällen schuld, dann aber gleich die Gewissenlosigkeit der Unternehmer und Behörden ms F-ld geführt. Er bitte ebenfalls, den Antrag der Bau- kommission zu überweisen. Es entspinnt sich hierauf eine erregte Auseinandersetzung zwischen den beiden selten Rednern, in welcher Siadtv. £ocb Herrn Dr. Wenke vorwirlt, er könne dem, was er gelaot, nicht folgen, worauf lererer erwidert, H'rr Hoch habe über Sachlichk.it höchst sonderoare Ansichten. Wenn jemand eine gegenteilige Meinung vertrete, io spreche er ihm die Fähigkeit ab, seinem Vortrag zu folgen. Aus baS Gebiet der persönlichen Dem-rknne-n weiter einzugehen, (ebne er ab. Nach weiteren Ausführungen der Stadt. Wo^lkaith und Müller wird der Antrag Hoch w't großer Masoritât ab- gelebnt, der Antrag Wohlfarth, die Sache der Baukommissisn zu überwei'en, mit großer Majorität angenommen.

Beim TitelArmenamt" bittet Stadtv. Dr. Wagner mit dem Verwalter der Herberge e:n Abkommen zu ireff-n, daß es den "W^i 10 Uhr abends arfovnienben armen Reisenden ermöglicht w-rde, noch ein Unterkommen zu finden, was bisher nicht möglich war. Der Oberbürgermeister tagt dies zu. Bei TitelSächliche Verwaltungskosten" rügt Siadtv. Hoch die Begebung von Drucksachen an eine Druckerei, w-lche nicht die Bestimmungen des Tariks ermüde, da sie den Lehrjungen Abzüge für den Besuch der Fo^ibildungSichule mache. Ferner wünscht er, daß die städtischen Druckmchen an die Bürgerschaft zum Selbstkostenpreis obieqeben werben und daß der Verwaltungsbericht mehr Statistck bringe. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erwidert, so lange die betr. Druckerei sich in der Tarlfgemeinkchaft befinde, li-ae keine Veranlassung vor, sie von den ftâbt. Arbeiten auszuschließen. B-züolich des Verwaltungsberichts sei man innerhalb der städt. Körperschaft verschiedener Meinung, einzelne Msiglieder hätten schon gewünkchl, daß man ihn wieder in größeren Paulen erscheinen lasse. Das Bürqerhuch erscheine nächstens in neuer Auflage und w"rde sich hierbei über die Anregungen des Vor­redners reden lassen. Hierauf wird der ganze Titel IIAllge­meine Verwaltung, in zweiter Lesung unverändert angenommen.

Es folgt Titel IIIVermögensverwaltung", der unver­ändert angenommen wirb.

Bei Titel VIIVerschiedenes" wünscht Stadtv. Eberhard einen Bericht über die schulârziliche Überwachung der Schul- klnd-r. Oberbürgermeister Dr. Kebeschu 8 erwidert, eS würden seit dem vorigen Jahre 300 Mk. und jed-s Fahr 300 Mk. mehr bis zum Höch'ibetraq von 2400 Mk. «mgefteßt als Ver­gütung für ärztliche Ueberwachung der Schulkinder. Die Kon­trolle werde in der Wsile dmchgesührt, daß die K nder bei der Aufnahme in die Schule untersucht und diejenigen mit akuten Krankheitserscheinungen in Kontroll-Listen eingetragen würden. Siadtv. Dr. Wagner wünscht den weiteren

Ausbau der schulärztlichen Tätigkeit. Man werde mit der Zeit wohl 2 Aerzte benötigen. Auf eine Anregung er­widert Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s, der Magistrat ziehe die bessere Ventilation im Stadttheater gegenwärtig in Erwägung. Bei dem TitelEiadtbüchersamm- lung" kritisiert Stadtv. Hoch den Lelestoff im Lesezimmer und wünscht eine erweiterte O?ffnung desselben. Oberbürger­meister Dr. Gebeschus sagt Berücksichtigung des letzteren Wunsches zu und empfiehlt im übrigen Herrn Hoch, sich den Lesestoff im Lesezimmer persönlich anzusehen, dann werde er besser darüber denken.

Bei Titel VIIIWohltätigkeit" erwidert Oberbürger­meister Dr. Gebelchus auf eine Anfrage, es seien Verhand­lungen zur Schaffung einer Walderholunasstätte im Gang, ferner erklärt Redner, bei der Anstellung von Rotstandsarbei- lern werde liberal verfahren

Zu Titel IXReichs-, Staats- und Prsvinzialangelegen- Heilen" stellen Stabto. Hoch und Genossen wiederholt den Antrag, den Magistrat zu ersuchen, die Stadtverordneten- ergänzunqswablen zur 8. Klaffe an einem Tag, statt an 3 Tagen, vornehmen zu laff-n. In der Begründung erklärt Stadtv. Hoch, die HinauSziehung der Wahl erfolge nur zu dem Zweck, auf die abhängigen Wähler einen Druck auSzuüben und sie zur Wahl zu kommandieren, die abhängigen Wähler zu vergewaltigen. Stadto. Kehl bittet, es bei dem feit» berieten ModuS zu belassen. Stellv. Vorsteher Küstner verwahrt sich als früheres Magistratsmitglied dagegen, daß bei der Ansetzung der Wahl auf drei Tage irgend ein Neben­zweck verfolgt worden sei. Maßgebend fei nur die Absicht ge­wesen, allen Wahlberechtigten die Möglichkeit zur Ausübung ihres Wahlrechts zu gewähren. Sradtv. Hoch behauptet wiederholt, die Verlegung auf drei Tage babe keinen anderen Zweck, als den, die abhängigen Wähler zum Stimmvieh für gewisse Herren heranzubolen. Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus erklärt, die Stadt habe die Pflicht, allen Wäh'ern die Möglichkeit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben, mögen es B-amte oder Arbeiter sein. Der Antrag Hoch wird mit großer Majorität abgelehnt. Die Weiterberatung wird hieraus auf Freitag vertagt.

Beamtenpersonal-Nachrtcht en.

Eruanni: der Sergeant Stein zum Schutzmann bei der KLnial. Poli,eiverwaltunq in Hanau.

Ueberwieses: der Regierungsasskffor Dr. Plate dem Lan^rate des Kreises Johannisburg, llkegierungsb-nrk ©um» binnen, zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften.

Versetzt: die Förster Müller II zu Schönstein, Ober» förderet Densberg, vom 1. März 1905 ab nach Kirchloiheim, Oberförsterei Afl-nlotheim, und Himmelmann zu Ober» rombaeä, Ob-rförsterei Fulda, vom 1. Mai 1905 ab nach Friedrichsbrück, Oberförsterei Hess.-Lichtenau.

Verliehen: dem Badehalter Jodaunes Röse, dem Kauf­mann Rudolf Nußbaum, der Witwe Auguste Lotz, geb. Mangold, in Cassel, dem Weißbindermeister Adam Heinrich Braun in Homberg und dem Fabrikarbeiter Valentin H ell m e- rich in Schmalkalden die Rote Kreuz-Medaille.

* Mr die notleidenden Verglente im Ruhr- Ikohlenrevier bewilligten gestern abend die Stadtverordnete« auf Antrag des Magistrats den B'traq von tausend Mark. Die Annahme erfolgte ohne Debatte.

* An Bachen der vorqekommenen Iteuerhrnie»- ^iehttng teilte gestern abend Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus in der Stadtverordnetenversammlung auf eine Anfrage mit, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, doch könne so viel gesagt werden, daß der betreffende Herr zuge- standen babe, unter falscher Deklaration Fleisch und Wurft- warén eingelübrt zu haben. Er habe sich zur Nachzahlung seit 1895, soweit dies aus seinen Büchern nachweisbar sei und zur Zahlung einer en,sprechenden Buße bereit erklärt.

* HÜddes Geständnis! Aus Gießen wird be­richtet : Durch den Untersuchungsrichter, LandgeriLtSrat Wehner, wurden bei seinen letzten Nachforlckunoen in Köln, Bonn und Koblenz für die Schuld Huddes erdrückende Momente zu tage gefördert. Auf Grund dieser Ermittelungen wurde gestern Hudde einer sechsstündigen Vernehmung unterzogen, und da­bei bat der Verbrecher unter der Wucht der ihm vorgehaltenen Tatsachen sich endlich zu einem Geständnis bequemt. Er ge­stand dem Untersuchungsrichter nicht nur, den Heldenberger Mord begangen zu haben, sondern auch die Täterschaft bei dem einige Tege vorher erfolgten Einbruchsdiebstabl in Klein- Schwalbach, wobei zunächst ins Pfarrhaus eingebrochen und dann in der in einiger Entfernung davon liegenden Kirche ein Opferkasten mit Inhalt und ein Teil eines Abendmahl- kelches geraubt wurde. Durch die nun weiter folgenden Ver-