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16. Februar.

^omrtHta^

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Frentzel, fWe hinzu, ba^ der Handelsminister in Aussicht gestellt 6o5?, falls Graf Vosadow?ko verhindert sein feilte, die Versammlung zu deor-hen. Er habe in letzter Stunde oe«

beten, sein große« Bedauern au-zusprechen, daß ihm die« nicht möglich sei.

ES folgte nunmehr die Behandlung des ersten Punkte« der Tagesordnungr die Handelsverträge.

Der Reterent, Generalsekretär Dr. Soetbeer, legte seinen Ausführungen eine Resolution zugrunde, in der »war anerkannt wird, daß der Abschluß der Verträge in der Absicht erfolgt sei, die Interessen von Handel und Industrie zu fördern. Der Inhalt der Verträge schädige aber Industrie und Handel in doppelter Weile, indem nicht nur daS Ausland unS Zollermäßiqungen, die eS uns sonst gewährt haben würde, vorenthalte, sondern auch die Versorgung deS Inlandes erschwert werde, der Lebensunterhalt und die Pro- dvkt'vnsbedingungen eine Verteuerung erfahren. Wenn sich gleichwohl der Deutsche Handelstag für die Annahme der neuen Handelsverträge durch den Reichstag ausspreche, so geschehe eB lediglich deshalb, weil die Verträge wenigsten« einem Teil bei Verkehrs mit den sieben Vertragsstaaten für zwölf Jahre eine sichere Unterlage bieten und die ernste Gefahr bestehe, daß ihre Ablehnung eine noch weiteraehende Verschlechterung der Ver­hältnisse zur Folge haben würde. Wie der Vortragende be­hauptete, bringen die neuen Verträge für 130 Millionen des Exports eine Verbesserung und für 740 Millionen eine Ver­schlechterung. Im Hinblick auf diele Zahlen sei eS notwendig, daß die Vollversammlung des Deuttchen Handelstages ihre leb­hafte Unzufriedenheit mit den Verträgen äußert. Der neue Tarif bringe ferner eine Erhöhung der Zölle für die wichtigsten Lebensmittel, die das zulässige Maß überschreiten. Der deutsche Export repräsentiere 11 Milliarden Mark. Wenn er leide, leide das deutsche Volk. Wenn trotz aller bist r Be­denken die Kommission dazu gekommen sei, sür die Annahme der Handelsverträge im Reichstage einzutreten, so geschehe es, vm noch Schlimmer?« abzuwenden.

In der Diskussion wurde von der Mehrzahl der Redner die Zumutung, daß der Handelstag die Annahme der Ver» träge, die er für schlecht halte, empfehlen solle, scharf kritisiert. Trotzdem gelangte die vorgelegte Resolution in ihrem entschei­denden PassuS mit 215 gegen 73 Stimmen zur Annahme.

Hue aller Mett.

ein Zwilchen?»« in der M»n««n»?o Affäre, der die endgültige Beilegung des Konflikts zwischen dem sächsischen Hof und der Gräfin verzögern dürfte, hat sich er­eignet. Als Justizrat Körner mit dem Konsulat-sekretär Eberle und dem Kammerdiener Kanisch vor der Villa eintraf, um, der Aufforderung der Gräfin entsprechend, die kleine Prin­zessin Anna Pia Monika abzubolen, fanden sie die Bonne Fräulein Muth im leichten Morgenkleide frierend auf der Straße. Unter dem Vorwand, der deutsche Konsul wollte sie sprechen, hatte man sie hinausgelockt und die Pforte dinier ihr geschlossen, die sich nicht mehr für sie öffnete. Jusilzrat Körner F nahm die Bonne in seinen Wagen und fuhr nach der Villa Papiniano. Vor der HauStür fand man die Sachen und Kleider des Fräuleins. Der Jusiizrat befahl zu klingeln, aber nach dreimaligem Läuten wurde die Glocke abgestellt. Auch auf wiederholtes Klopfen erfolgte keine Antwort, so daß der Justizrat mit seiner Begleitung die Dilla wieder verließ, um nunmehr andere Schritte zu ergreifen.

Gbeirrungcn" eines frühsten Reichstags- abgeordneten. Der ehemalige sozialdemokratische Reicks-

tagSabaeordnete Otto Anirick, d-r noch auf dem Dresdener Parteitage von Bebel die »Hoffnung der Sozialdemokrat'«" genannt worden ist und seinerzeit im Reichstage bei den De« batten um den Zolltarif als Dauerredner von sich sprechen machte, wurde von der Parteileitung gezwungen, sein Berliner Stabtnerorbnetenmanbat und seine Ebrenstellen in der Partei niederzulkgen und von allen Kandidaturen zurückzutreten. Die Ursache dieser eioenartipen Maßregelung bildet eine Ehe- irrungsgeschiâte, in der Antrick die Hauptrolle gespielt haben soll. Wie Ermittelungen desB. T." ergeben haben, gehörte zum Bekanntenkreise Antricks auch ein Ehepaar K. Antrick und K. waren befreundet, doch soll, wie gerüchtweise ver­lautet, zwischen der Frau K. und Antrick eine mehr als ge­wöhnliche Annäherung flaitoefurben haben. Es kam zwi­schen K. und seiner Frau darüber zu einer scharfen Aus­einandersetzung, die zur Trennung beider Eheleute führte. Ob noch weitereEbeirrungen" auf Antricks Seite vorliegen, ent­zieht sib vorläufig noch der Oeffentlichkeit. Seine eigene Frau stillt sich in Schweigen.

Wie sehr noch her Branntweknteusel in vielen Gegenden Masuren« besonders unter dem A beiterstande herrscht, zeigt die traurige Tatsache, daß nach der »Allenft. Zig." jüngst in einer Dorfschule der Ortelsburger Gegend festgestellt wurde, daß nicht weniger als vierzehn Schüler von ihren Eltern Branntwein alsErfrischungSmittel" mitbekommen hatten. ES soll ferner zutreffen, daß neunjährige Schüler vor Beginn des Unterrichts nach Hause gebracht werden mußten, weil sie völlig betrunken waren.

Ei« Liebesdrama. Ein blutiges LiebeSdrama hat Stabt Preßburg am Momag in Aufregung versetzt. Vormit­tag« trgm 10 Uhr erschien der Leutnant Johann Leidenfrost des 66. Jnfanteri''-R'qiements aus Univar in der Wohnung des Realichulprofessors Rudolf Kova'oc Y, mit dessen 2 l jähriger To hier, Ella, er verlobt nnr. Der Leutnant betrat daS Zim­mer, in welchem sich seine Braut befand, und wenige Minuten spâ'er hörten die Angehörigen drei Schüsse fallen. DaS herbei- eil nde Di nstmâdchen fand die beiden jungen Leute blulüber- stlömt auf dem Boden liegen. Beide wrren tot. DaS Mäd­chen hatte einen Schuß in ben Mund und einen in die rechte Wange, der Leutnant hatte sich durch einen Stuß int Herz geiölet. Die Umstände lassen es als wahrscheinlich ersdeinen, daß der Offizier daS Maschen mit ihrem Einverständnisse er­schossen halte. Die Moiive der Tat sind noch nitt ganz auf­geklärt. Prof. Kovsloczy, welcher erst vor einem Hilden Jahre nach Preßburg verletzt wurde, hatte seine Einwill gung zur Verlobung seiner Tochter mit dem Offizier gegeben. Der ehe­lichen Verbindung der beiden al-er standen Schwierigkeiten im W g'. Das Paar hätte vier Jr're warten müssen. Angeb­lich wollte der Leutnant Leidenfrost seine Braut überreden, mit ihm in die Schweiz zu sieben; h erzu war daS Mädchen jedoch nicht zu bewegen. Zu Weihnachten weilte der junge Cff gier, welcher einer angelegenen Familie OberunparnS ange« hörte, auf Urlaub hier. Samstag kam er abermals nach Preßburg. Sonnlag Abend weilte er im Kreise ter Fam'l e seiner Braut. Niemand ahnte das unselige Vorbaben der Liebenden.

Sine Blinddarmoperation an einem Kunde ist zum erstenmal in N^w 9)oit von einem Tierarzt vorge­nommen worden. Das Ti<r, das an dieser Krankheit litt, war ein kostbarer iri cher Vorstehhund namens Bonnie Blue und wurde von seinem Besitzer Charles Merlow auf 10000 M. geschätzt. Die Hündin war kürzlich Mutter von vier Jungen geworden und hatte dann diese Krankheit bekommen, so daß sie nur durch die glücklich vollzogene Operation vom Tode gerettet werden konnte.

Moderne Banditen. Mit beispielloser Verwegenheit wurde, wie ou« Odessa gemeldet wird, versucht, die Kasse einer Großhandelssirma zu berauben. Gegen Mitternacht drang eine Räuberbande, die dem Anschein nach auS mindestens sechs Perlonen bestand, in daS Kontor der bekannten Odessaer Firma Gubers. Die Räume lieoen mitten in der Stabt und werden des NachtS von drei Wächtern bewacht. Die Räuber über­wältigten die Wachleute noch verzweifelter Gegenwehr und er­würgten sie. Darauf verbuchten sie den Geldschrank zu spren­gen, wurden aber, ehe sie ihr Vorhaben auslüdren konnten, durch eine auf das Geräusch 6erbeigeeilte Militärpatrouille verscheucht. Bei bet Durchsuchung der Geschäftsräume fand man dann die verstümmelten Leichen bet Wächter. Den Mör­dern gelang es zu entkommen, und bis jetzt fehlt noch jede Spur von ibnen.

Der alte Schrank. Einen alten Schrank brachte ein Bauer auS der Umgegend von Wiedenbrück zu einem Tischler zum Umändern. Als der Herter das alte Möbelsiück auS- einandernahm, ergoß sich aus ihm ein kleiner Goldregen. Eine Menge Goldstücke, meist Fünf- und Zehntalerstücke, kamen zum Vorschein. Es sind sächsische, braunschweigische, hannoversche und französische Goldstücke, auS dem Anfänge und der Mitte deS 19. Jahrhunderts im Nennwerte von etwa 1000 Mork.

Vin unaussprechlicher Ortsname. Nicht nur für den Deutschen, sondern auch für den Engländer unauslprech» liche Ortsnamen findet man in Wales, ellenlange Namen, in denen fast das ganze Alphabet vorkommt. Ein solcher Ort spielte kürzlich in einem Prozesse eine Rolle. Die Anwälte nannten den Ort Sian fair, und als der Richter, der Wales zu kennen scheint, nach dem wirklichen Namen deS Ortes fräste, ward ihm der fof^nbe Name ausgeschrieben: LL AN- FAT RPWLLGWYN GYLLGOG E RYC H WYR N DR0B- WLLTYSILSO'TOGOGOCH. In WaleS ist der Ort alS The Englishmans jaw-breakerw bekannt, b. h. ein Eng­länder, der den Namen ausspricht, zerbricht sich die Kinnbacken daran.

Muster-Register.

(Eintragungen beim Königl. Amtsgericht zu Hanau, Abt. 5.) Nr. 1311. Firma Lechleder L Stroh in Hanau, 32 Muster, verschlossen, Flächenmuster, Fabriknummern 58968a, 58968b, 58963, 58830, 59019, 58949, 58929, 59645, 59117, 58916, 59151, 58796, 59188, 58913, 58889, 59031, 58282, 58974, 58892, 59279, 59065, 58946,

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58949, 58969. 59186, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am

30. Januar 1905, vormittags 11 */» Uhr.

ES haben Verlängerung der Schutzfrist beantragt:

1) Die Firma Heinr. u. Aug. Brüning in Hanau für die unter Nr. 1134 deS MusierregtsterS eingetragenen Muster Nrn. 11090, 11110 und 11136, für die unter Nr.

1136 deS Musterregisters eingetragenen Muster, Nrn. 11014, 11075, 11080, 11085 und 11120 um weitere 7 Jahre.

2) Die Firma Ludwig Neresheimer & C o. zu Hanau für die unter Nr. 805 deS MusierregisterS eingetrage­nen Muster Nrn. 2456, 2470 und 2474a um weitere 2 Jahre.

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