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Gencrirl-Auzeiger
Wmimh-uje» in Harum.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Ul'. 37. Fernspreâlmsâluß Nr. 605
Montag den 13. Februar
Fmisprechgvscklnß Nr. 605
1905
Amtliches.
Stadtkreis ßanau.
Mir Rücksicht auf die zur ^eit noch drohende Gefahr der Äerschlepvunq der Maul- und Klauenseuche auS dem benachbarten bayerischen Bezirk hat der Regierungs-Präsident zu Gefiel die Abhallunq deS auf Mittwoch den 15. d. Mts. festgesetzten Viehmarktes untersagt.
Hanau den 10. Februar 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
P 1112 v. Decke rath.
Handelsregister.
Eingetragen ist die Aktiengesellschaft nnter der Firma Kalk- werke Aktiengesellschaft, vorm. Hein & Stenger, Hauptniederlassung in Aschaffenburg, Zweigniederlassung in Hanau.
Die Gesellschaft bezweckt die Uebernahme und Fortführung des bisher von der Firma Hein & Stenger in Aschaffenburg betriebenen Fabrikation?- und Handelsgeschäftes in Kalk, Ziegel- produkten. Zement und Dauarlikeln jeder Art.
Die Gesellschaft ist befugt, ähnliche und verwandte Geschäfte neu zu errichten, von dritten zu erwerben oder sich an schon bestehenden in irgendwelcher Form zu beteiligen. Desgleichen ist die Gesellschaft berechtigt zum Handel in allen vorgenannten Produkten. Auch soll ver Bau und Betrieb von Eisenbahnen zur Tätigkeit der Gesellschaft gehören.
Das Grundkapital beträgt 800000 Mk. und ist in 800 auf den Inhaber lautende Aktien über je 1000 Mk. zerlegt.
Die Aktiengesellschaft ist von unbestimmten Dauer.
Dem Kaufmann Ludwig Weiß in Aschaffenburg und dem Kaufmann Ferdinand Schien in Hanan ist Gesamt- prokura erteilt.
Der Gesellschaftsverirag ist am 1. Dezember 1896 festgesetzt und durch die Beschlüsse der Generalversammlungen vom 12, September 1899 und 26. November 1904 abgeändert. Die Direktion bildet den Vorstand der Gesellschaft im Sinne deS Handelsgesetzbuches. Sie besteht aus einem oder mehreren Direktoren, welche von dem Aufsichtsraie ernannt werden. Der Aulsichtsrat beschließt über die Art der Zusammensetzung der Direktion und über die Zahl ihrer Mitglieder, ferner über die Vertretung der Direktoren in Verhinderungs- Men.
Besteht der Vorstand aus einer Perlon, so ist diese allein zur Vertretung berechtigt. Werden mehrere Direktoren bestellt, so sind je 2 derselben zur Vertretung befugt. Der Aufsickts-
Feuilleton.
Äadttheatcr m Han««.
™ Hanan, 13. Februar.
Am 3. Februar waren 60 Fabre verflossen, daß Ern st von Wildenbruch, ein Enkel des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen, das Licht der Welt erblickte, weshalb man zu Ehren dieses für unsere Gesamtliteratur an erster Stelle stehenden Mannes gestern eines seiner immer wieder gern gesehenen Werke, die „Haubenlerche" neu ein^nbiert an unserer Bühne zur Aufführung gelangen ließ. Wildenbruch's Stärke liegt in der Kunst, seine dramatischen und lyrischen Gemälde, unterstützt durch die meist vaterländisch gewählten Sujets, mit einer selten hinreißenden Wucht der Sprache und Klangmalerei wirken zu lassen; wir wollen hier nur an seine Heldenlieder „Sehen" und „Vionv'lle" erinnern, die beim Leier in der Phantasie förmliche Schlachtenbilder hervorzuzaubern imstande sind. Der Schriftsteller hatte schon in frühester Jugend, durch die Gesandtschaft§posten seines Vaters, Gelegenheit, auf größeren Reisen seinen Kunstsinn und Wissensdrang nach Schönem und Edlem hinreichend zu nâbren, bis er sich schließlich nach ilutgabe seiner militärischen Laufbahn vollständig der Wissenschaft und Schriftstellerei widmete, Wnkungskrei'e, die ihm als Trophäen zweimal den Schillerpreis und andere Auszeichnungen einbrachten. In seinem gestrigen Schauspiel führt uns der Berfafier, ähnlich wie Sudermann in der „Ehre", die beiden ^ch ergänzenden Richtungen deS menschlichen Wirkens vor Augen, bestehend einerseits in aufrichtigen Wohltätern, dann wieder in der als Lohn ehrlichen Schaffens bestimmten Emp'angSberechtigten. Auf interessante Art weiß er das Schicksal eines jungen, unerfahrenen Arbeiterkindes uns mit« erleben zu lassen, das durch die Unwissenheit seiner Handlungen doch noch frühzeitig auf den Pfad deS Rechten
rat kann jedoch einzelnen von ihnen die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein oder in Gemeinschaft mit einem Prokuristen zu vertreten.
Zur Zeit besteht der Vorstand aus:
1) Kaufmann Valentin Stenger in Aschaffenburg,
2. Kaufmann Wilhelm Kämmerer junior in Hanau.
Zeder von ihnen ist laut Anordnung des Aufsichtsrats allein vertretungsberecktigt. Die Generalversammlung wird durch ein einmaliges Ausschreiben im „Reichsanzeiger" berufen in der Art, daß zwischen der Veröffentlichung und dem Versamm- luugStage mindestens 2 Wochen in der Mitte liegen. Der Zweck der Generalversammlung und die Tagesordnung soll in der Bekanntmachung angegeben werden.
Die von der Gesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen erfolgen durch daS oesetzliâ hierzu berufene GrsellschaftSorga», den „Deutschen ReiLSanzeiqer."
ES ist dem Aufstchtsrate anheimgegeberr, auch andere Ge- sellsckasts blätter zu bestimmen.
Hanan den 1. Februar 1905.
KönglicheS Amtsgericht 5. 2965
Handelsregister.
Firma Sützwektdeutiche Spiriius-NiKkattfs-Gefeü- fchast, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Hanau: Alleiniger Geschäftsführer ist Kaufmann Jakob Vogelsberger in Hanau. Die demselben erteilte Prokura ist erloschen. Die VertretungSbefugnis des Jakob Seiffert alS Geschäftsführer und deS HtrschHirschmann alS Stellvertreter des Geschâfts- fübrers ist beendet.
Hanan den 3. Februar 1905.
Königliches Amtsgericht 5. 2966
Hus fianau Stadt und Cand.
Hanan den 13. Februar.
* ftzernlprechverkelir. Hanau ist zum Spreckver- kehr mit dem Ortsfernsprechnetz in Alsheim zugelaffen worben.
FC. Kriegsgericht der 21. Division. Die Strafsache gegen den fetzigen Reservisten Uhrig in Rüdigheim, der im vorigen Jahre, als er noch bei der 11. Komp. 81. Regts. diente, ein der 10. Kompagnie gehöriges Gewehr Modell 71 gelobten und an einen in Rüdigheim in der Bil-
und des ihm gefährdeten G ückes geleitet wird. Aevßerst pickend und ohne jegliche überschwängliche Sprache verstand Wildenbruch den dramatischen Höhepunkt feines Werkes meisterhaft herbeizusü^ren und ihn ebenso folgea-recht zu lösen.
In allererster Linie sei bei Beurteilung der künstlerischen Leistungen Herr Schneider genannt. Was für eine äußerst verwendbare Kraft der Künstler für unsere Bühne ist, hoben wir bereits des öftren schon zu schätzen gewußt, und sein „Hermann" des gestrigen Abends kann wieder eine Glanzleistung genannt w'rden. M t Bewunderung konnte man beobachten, mit w'lâ-r Natürlichkeit, obne je^b^e „theatralische Mache", er seiner Ausgabe gerecht wurde, mit welcher Nonchalance er die G wiffmlosigkeit dieses hinterlistigen Söhnchens zu charakterisieren «erstand. Sicherlich würden uns noch weitere Aufgaben dieses Genre? von dem Künstler interessieren. Die in ihrem Tun und Lasten noch unselbstständige, halbwüchsige „Lene" wurde von Frl. Urban in einer derart überzeugenden feinfühlenden Weüe auf die Bühne gestellt, daß wir auch ihr erfreu scher Weise das größte Lod spend-n können. Das tiefe Empfinden für die Mutter, die zügellose Liebe ihres Herz-ns rauhte sie fein durchdacht in doch stimmungsvoller Weise wiederzU'eSen, so daß auch ihr ein großer Teil des allgemeinen Erfolges zugeschrieben w rden kann. Einen Eharakiertyo vollkommenster Art schuf Herr Gebr mann durch die treffliche Gestal'ung des „Ale Schmalenbach", dem sich Frau Wehn als „Frau Schmalenbach" mit einer Auffastung anschloß, die unseres ungeteilten Beifalls gewiß war. Den Büttgelellen „Paul Ihlefeld", diesen ehrlichen Kerl aus echtem Schrot und Korn, wußte Herr Merker bestens zu geben, ebenso wie Herrn Zeitz die wohl nicht ganz glaubhaft gezeichnete Figur deS „August Zangenthal" sympa,h sch zu zeichnen gelang. Auf vornehme Art in gewohnter Weise trat Frl. Jirsak für die Gestaltung der „Juliane" ein. Daß Jntereste an dieser Vorstellung bewies das ausverkaufte Haus (inklusive Orchesterraum). Ein ganz befonderes Lob können wir Herrn Oberreqisseur Zeitz
duna begriffenen Schützenverein verkauft haben soll, wurde, do er behauptet, das Gewehr von einem Kameraden namens Schötz gekauft zu haben, vertagt.
* Kunsiindustrie ° Verein. Am Donnerstag den 16. Februar spricht der bekannte Kunstgelehrte Profestor Dr Bruno Sauer aus Gießen über „Stil und Stil- wandlungen in Kunst und Kunstgewerbe". Der Vortrag wird durch Lichtbilder erläutert.
* Maskenball der Carneval?7esellschaft. Am Samstag abend batte die CarnevalSaesellschast im „Deutscher! Haus" Maskenball. Es war viel närrisches Volk erschienen, das sich nach Kräften amüsierte, wozu reichlich Gelegenheit vorhanden war. Ein interessantes Ereignis war die „Uebergabe von Port Arthur", die sich unter den spaßhaftesten Formalitäten vollzog und wobei die „letzte Munition" in Gestalt von Apfelsinen, Konfekt, Haselnüssen und sonstigen angenehmen Dingen in den Saal geschossen wurde. In der Sektbude wurde aar mancher Flasche der Hals gebrochen, und wo der in den Gläsern perlt, da schwinden auâ dem ärgsten Philister die Grillen. Ein lustiges St,identenkorps, selbstverständlich mit Stubentinnen, in vollem Wicks rieb kräftige Salamander und sang sidele Kommerslieder. Man tanzte, bis schon bei« nahe der Morgen zum Fenster hereinguckte, und als der Tanz- meister schon energisch Schluß geboten hatte, da lagen sie ihm in den Obren und flüsterten und schmeichelten: „Ach bitte, noch einen Walzer!" Und solchem Bitten konnte auch er nicht widerstehen, die Musik mußte ihnen noch einen Walzer spielen.
• Neapel sehen «nb sterben hat einmal ein berühmter Mann gesagt, um den Inbegriff der Schönheit deS weltberühmten Ortes zu kennzeichnen. Wer sich davon einen umfaffenden Ueberblick versckoffrn will, der besuche in dieser Woche das hiesige Kaiser-Panorama, Römerstr. 17 pt. Italiens ewig lackender b'auer Himmel wölbt sich über alle die herrlichen ZandschaktSbilder, die uns in dem CykluS Neapel— Vesuv—Pompeji vorgeführt werden, dazu kommt das Mittelländische Wer, daS vielen Bildern als Perspektive dient. Herrlich sind die Fernsichten zum Vesuv vom Fort St. Martin, zum Hafen vom Leuchtturm aus, vom Fort St. Elmo, doh Santa Lucia, von der zum Vesuv führenden Zahnradbahn rc. Aber auch daS ganze eigenartige und buntfarbige Treiben in der Stabt selber, ihre monumentalen Bauten, ihre Museen rc. lernen wir eingehend kennen. Hoâintereffant gestaltet sich der Besuch des Vesuv mit seiner rauckenden Lava, seinen Eruptionen dicht am Krater und schließlich der Besuch der nach Jahrhunderten wieder ausgegrabenen Stadt Pompeji. Wir wandelt zwischen den Ruinen der Häuser, die einst die alten Römer bewohnt haben und erweitern durch den Besuch dieses ungemein lehrreichen CykluS nicht nur unsere Länder- und Völkerkunde, sondern auch unsere aesckickilicken Kenntnisse.
ausstellen für die vo-züglrche stimmungsvolle Inszenierung des Schauspiels. Der Beifall nach den Aktschlüssen war ein oer« dientermaßen sehr stürmischer.
Frankfurter Theater.
OptNrhaitö. Montag, 13. Fkbr. Geschlossen. — Dieus- las, 14. Febr., abfubS ^»7 Uhr. Zur Erinnerung an Rickard Wagner's Todestag. „Lohengrin." Im Abonn. Große Preise. — Mittwoch', 15. Febr„ abends 7x/« Uhr. Vorstellung bei ermäß. Preisen. „Carmen." Außer Rbonn. — Donnerstag, 16. Febr., abends 7 Mr. ,/Jpbigenia in Aulis." Im Abonn. Große Preise. — Freitag, 17. Febr. Geschlossen. — Samstag, 18. Febr., abends 7 Mr. „Undine." Im Abonn. Gew. Preise. — Sonntai, 19. Febr., abends 7 Uhr. „Götz von Berliâingen." Im Abonn. Große Preise, — Montag, 20. Febr. @efblossen. — Dienstag, 21. Febr., abends 7 Uhr. Zum ersten Male: „Die Zauberylocke." Im Abonn. Große Preise.
Scharrfpielhaus. Montag, 13. Febr., abends 7 Uhr. Neu k'nstud'erl: „Medea." Im Abonn. Gew. Preise. — Dienstag. 14. Febr., abends 7 Uhr. „Faust." 2. Teil. Im Abo"n. Gew. Preise. — Mitiwock, 15. Febr., abends 7 Uhr. „Monna Vanna." Im Abonn. Gew. Preise. — Donnerstag, 16. Febr., abends 7 Uhr. „Faust." 2. Teil. (2. Ab.) Außer Abonn. Gew.' Preise. — Freitag, 17. Febr., abends 7 Uhr. „Zaza." Im Abonn. Gew. Preise. — EomStag, 18. Febr., abends 7 Uhr. „Medea." Im Abonn. Gew. Preise. — Sonntag, 19. Febr., naim. 8»/, Uhr. Vorstellung bei ermaß. Preisen. „Fam,lientag." Außer Abonn. Abends . Ubr. „Ait-ideldslberg." Im Abonn. @ew. Preise. — Montag, 20. Febr.' abends 7 Uhr. Zum ersten Male: „Der tote Löwe." Im Abonn. Gew. Preise.