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SY«Ss»retr» ßkrtdi^tlid) 1,80 Mt^ monatlich 60 Pfg., für tu* •515161 Lbonneoteu mit dem brtresieadeu PostauffchlaA, Du cuycUtf Nummer lostet 10 Pf>»
General-Anzeiger
Gedruckt «ad verlegt m der Buchdrucker« des verein . ®, KLatfolhaufe» in Hamm.
Amtliches Organ für
und Fan-Kreis Danan.
Erscheint täglich mü Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EkerLckmrgSgeLühe
Für Stadt» uns Laadkreis Hwrau LO Wg. di« fLaf» y^dtiou P-rützeile oder deren Raum, für ÄuSwârtL 15 Pfg., j» StâameacheN btt Zeile 25 Wg^
9k luLmârt» Sb Pfg.
Lcrsrrtwortl. NLaktmrr ®. Schrecker 'm Hamm.
Nr. 35. xerââMiiiß Nr. «OS. ^reitaa den 10. Februar
Fm«s»rei1iiMl»ß Nr. 605. 1905
Amtliches.
Stadtkreis öanau.
Mit Rücksicht auf die zur Zeit noch drohende Gefahr der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche auS dem benachbarten bayerischen Bezirk hat der Regierungs-Präsident zu Gaffel die Abhaltung des auf Mittwoch den 15.
d. Mts. festgesetzten Viehmarktes untersagt.
Hanau den 10. Februar 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
P 1112 v. Beckerath.
Candhreis hanau. öekmmlmachii^ell des Königs. Landratsamtes.
Die Herren Bürgermeister werden an Erledigung meiner Verfügung vom 15. 10. 94 — A 2921 — betr. die Gemeinde Nück'tânde, erinnert.
Hanau den 9. Februar 1905.
Der Königliche Landrat.
A 723 v. Beckerath.
. Handelsregifier.
Firma Joh. Dirks, Hauptniederlassung in Berlin, Zweigniederlassung in Hanau: Die dem Adolf Friedrich August Haupt in Berlin erteilte Prokura ist erloschen.
Hanau den 6. Februar 1905.
Königliches Amtsgericht 5. 2765
HandelsregiKer.
Firma Gebr. Glaser in Hanau: Der Kaufmann Louis Birkner in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von d.n seitherigen weiteren Gesellschaftern, Bijoutier Hugo Glaser und Bijoutier Thomas Glaser, beide in Hanau, sortzeführt.
Hanau den 6. Februar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 2766
Hus Ranau Stadt und Cand.
Hanan den 10 Februar.
GeffentUche Kihuna der Stadtverordnetenversammlung
vom 9. Februar 1905.
Anwesend die Herren: Cantbal, Vorsteher; Aukamm, Baader, Brüning, Craft, Eberhard, Förster, Dr. Heraeus, Hoch, Hock, Holm, Jost jun., Kehl, Küstner, Peleler, Schroeter, Schwabe, Spatz, Stâbing. Kreusch, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohlfarth und Wolff; vom Magistrat die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebeschus unb Stadtbaurat Schmidt.
Nachruf.
Dor Eintritt in die Tagesordnung gibt Vorsteher-Stellvertreter Küstner Kenntnis von dem Ableben des Mitgl edeS der Versammlung, Herrn Georg Heydt. Wenn dem Verstorbenen ein längeres Wirken auch nicht beschieden war, so habe er sich doch in der kurzen Zeit seines Hierseins die Liebe und Achtung seiner Kollegen erworben. Sein Andenken werde daher in Ehren bleiben. Zum Zeichen der Trauer bitte er die Versammlung, sich von ihren Sitzen zu erheben. Geschieht.
> Etatsberatung.
Der vorliegende Entwurf deS Haushaltsplanes der Ar m e u« v erwa ltu ng für 1905 schließt in Einnahme mit 44 010 Mark, in AuSgabe mit 105 660 Mk. Der Berichterstatter Stübing begründet u. a. die ertöbte Besoldung des Armenarztes und empft'frlt Annahme der Vorlage. — Stadtv. Hoch ersucht den Magistrat, die armen Durchreisenden, welche daS Surdtgeschenk hier in Anspruch nehmen, von der Verpflichtung zur entsprechenden Arbeitsleistung zu befreien und den armen Leuten, welche ausgehunaert und »mottet ankommen, die paar Stunden zur Erholung zu Zinnen. Ferner möckte er die Bestimmung revidieren, welche- ^avon handelt, daß Leute, welche deS Bettelns und der Land- iireicherei verdächtig sind, der Polizeibehörde überwiesen werden. Der Etat wird genehmigt.
Der Etat der Begräbniskasse schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 32,450 Mk. Der Referent, Stadtv. Dr. Wagner, empfiehlt die Feststellung nach dem Entwurf,
stellt jedoch gleichzeitig im Namen'seiner Freunde einen Antrag, der dadin gebt, daß die in den Begräbniskosten enthaltenen Gebühren für die Begleitung des Geistlichen nicht erhoben werden, wenn der Zahlungspflichtige ausdrücklich auf die Begleitung des Geistlichen verzichtet. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus macht darauf aufmerksam, daß damit die Gebührenordnung, welche für jede Klosse einheitliche Sätze festlege, durchbrochen würde und daß zu einer Aenderung die Genehmigung deS Regierungspräsidenten nötig wäre. Es käme bei einer Aenderung der Gebührenordnung aber auch dieMit- wiikung des Konsistoriums in Fraae, welche man f. Zt. absichtlich ausgeschaltet habe, um möglichst selbständig zu sein. Die Angelegenheit wird auf Wunsch des Oberbürgermeisters vertagt.
Der Etat der kaufm.Fortbildungsschule schließt ab in Einnahme mit 8860, in Ausgabe mit 15 760 Mk. und wird ohne Debatte genehmigt.
Der Etat der K l e i n k i n d e r s ch u I e schließt ab in Einnahme mit 9150, in Ausgabe mit 17 300 Mk. und wird nach dem Entwurf ohne Debatte genehmigt.
Der Etat der Kinderkrippe schließt ab in Einnahme mit 4470, in Ausgabe mit 8100 Mk. und findet Genehmigung.
Der HauSkaltsplan für die böh ere Mädchenschule schließt ab in Einnahme mit 32 000, in Ausgabe mit 59 800 Mk. Der Entwurf wird genehmigt.
Sodann folgt die Beratung deS H aup t Haushaltsplanes. Stadtv. Wohlfarth gibt einige Erläuterungen zu dem Titel „Planbau", wobei Stadtv. Dr. Wagner den schlechten Zustand einiger Straßen moniert. Auf verschiedene Anregungen, auch hier Versuche zur Beseitigung des Straßenstaubes zu machen, erwiderte Oberbürgermeister Dr. GebelchuS, es würden auf Haussierten Straßen Versuche mit der Teer- besprenaunq gemacht werden, allerdings wäre dabei zu befürchten, daß die Straßen im Sommer bei großer Hitze etwas klebrig wurden. — Stadtv. Hoch bringt einen Antrag ein, sämtliche CbaussierungS- und Pflastererarbeiten in «iaene Regie zu übernehmen. — Stadtv. Wohlfarth und Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erklären die Uebernahme der Pflastererarbeiten in eigene Regie für unrationell, die Stadt würde sich damit nur erhöhte Ausgaben aufladen. Chaussierungen würden da-, gegen in eigener Regie ausge übrt. — Der Antrag Hoch wird abgelebnt, der Titel „Vlanbau", der in Ginnalme mit 9678, in Ausgabe mit 169000 Mk. abkchließt, wird genehmigt.
Ueber Titel VI, „Gemeindeanstalten und Einrichtungen" berichtet Stadw. Kebt. — Stadtv. Schroeter regt an, öfters bekannt zu machen, daß bei Feuermeldungen jemand ant Feuermelder stehen bleibe und Mitteilung mache, damit die anrückende Feuerwehr wisse, wo sie emzugreifen habe. Es sei vorgekommen, daß die Feuerwehr ankam und nicht wußte, wo sie hmzuzeh-n hatte, wodurch solare Zeit verloren ging. Nach Besprechung einiger Wünsche über bas Gewerbegericht und das Eichamt wird der Titel genehmigt.
Im Verkauf der Elaisberatung stellt Stadtv. Hoch bei dem Titel „Arbeitsamt" den Antrag, die Vakanzen und die Stellensuchenden sollten täglich in den hiesigen Lokalblättern und in der „Volksstimme" veröffentlicht werden, ferner solle sich das Arbeitsamt mit den Arbeitsnachweisen der hiesigen Gewerkschaften in Verbindung setzen, das jetzige Verfahren sei durchaus ungenügend. Auf die Veröffentlichung in der „Voiksstimme" legten sie deshalb Wert, weil die anderen Blätter von Arbeitern nickt gelesen würden. (Diese unrichtige Behauptung wird, soweit der „Han. Anz." in Betracht tâmmt, auch dadurch nickt richtiger, daß sie Herr Hoch zum zweiten Mal aufstellt. D. R.) — Ueber die Behandlung des Antrags entspinnt sich eine längere Geschâftßordnungsdehatie, in welcher Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erklärt, er halte eS für verkehrt, mit Anträgen hier hereingeschneit zu kommen, von denen man gar nicht wisse, welche finanzielle Tragweite sie haben. Sie würden bss.-r zunächst in der Ksmmiiswn behandelt. Der Antrag Hock wird abgelehnt und die Weiler- beratung deS Hauptetats vertagt.
Kleinere Vorlagen.
Die Vorlagen zu Punkt 1, 2, 3 und 4 der Tagesordnung betreffen kleinere Vorlagen formeller Natur, denen Lebattelos zugestimmt wird. — G'nebmigt wird ferner die Versicherung der in den Schulwerkftâtten der gewerblichen Fortbildungsschule tätigen Lehrer und Sâüler, sowie der Teilnehmer an den Meister- und Gesellenkursen gegen Unfälle. — Der Einstellung von 550 Mk. in den Etat für 1905 der gewerblichen Fortbildungsschule für Vetsiliaung der Sckule an der Ausstellung in Cassel im Sommer 1905 wird zugestimmt. — Die Versetzung dreier Expedienten in die Assistentenklssse vom 1, April 1905 wird genehmigt
* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats Januar 1905 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:
108 Ochsen, mehr gegen den Monat Januar 1904
9
Stück
120 Kühe, weniger „ „
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19
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46 Rinder, mehr „ „
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14
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1025 Schweine, „ „ „
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38
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410 Kälber, „ „ „
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163 Hämmel, „ „ „
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— Lamm, weniger „ „
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— Ziegen, „ „ „
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt
Mk.
4475.60
An eingeführten Fleischwaren rc. wurden versteuert: 31 335 Kilogramm, mehr gegen den Monat Januar 1904: 974 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk. 1030.48
Summa Mk. 5506.08
Gesamt o Accis - Einnahme im Monat
Januar 1904.....Mk. 5361.18
Mithin mehr gegen den Morrat Januar
1904 . Mk. 144.90.
Accis - Einnahme vom 1. April 1904 bis 31.
Januar 1905 .....Mk. 52 998.01
Accis - Einnahme vom 1. April 1903 bis 31.
Januar 1904 ....._ 52162.03
Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des
Vorjahres ...... Mk. 836.04.
* Evangelisches Bereinshaus. Samstag abend 8»/- Uhr Cvarrgestsations-Dersammlung von Herrn Pastor Holtze! aus Berlin. Iedennann ist freundlichst eingeladen.
* Beerdigung. Unter großer Beteiligung wurde gestern nachmittag der am Dienstag früh verschiedene Rentier Herr Gg. Heydt zu Grabe getragen.
• Kudde im Verhör. Im Laufe der letzten Woche wnrde Hudde mehrmals verkört. Die Staatsanwaltschaft Gießen teil! mit, daß er noch immer hartnäckig leugnet. Dir aoidene Remontoiruhr, die er in Köln versetzt hat und die als Eigentum des ermordeten Pfarrer Thöbes erkannt wurde, will er in Mannheim gekauft haben. In Heldenbergen sei er überhaupt niemals aewesrn. Einmal versprach er sich allerdings im Kreuzverhör. Als er gefragt wurde, ob er den vor« gelegten Anzug in Heldenbergen getragen habe, antwortete er kurz: „Ja". Er gewann feine Fassung sofort wieder und leugnete aufs neue, daß er jemals in Heldenbergen gewesen sei. Der Drrgleich der Hände und Füße Huddes in Zusammenhang mit den aufgefundenen Spuren in Heldenbergen führten zu interessanten Resultaten, die jedoch nicht eher bekannt gegeben werden, als bis jede Einzelheit auf das Genaueste nach" geprüft worden ist. Der Termin der Hauptoerhaudlung läßt sich noch nicht bestimmen, obwohl das BeweiSmaterial erdrückend ist.
* Stadttheater. Auf die heute ftaitfindende Auffâh runq des wirkungsvollen VolksstückeS mit Gesang: „Der Pfarrer von Kirchfeld" von Ludwig Anzengruber weisen wir nochmals hin. "- Am Sonntag wird zu Ehren Ernst von Wildenbruchs, welcher vor einigen Tagen seinen 60. Geburtstag feiern konnte: „Die Haubenlerche", eines seiner meist aufgeführten und besten Schauspiele, neu einHubiert, in Szene gehen. Ernst von Wildenbruch hat unserer Literatur so manches herrliche Werk geschenkt und in echt deutschem Sinn mit kraftvoller Poeste den Ruhm deutsche: Helden verherrlicht. Von den „Karolingern", seinem ersten Trauerspiele an, bis zu seinen jüngsten Schöpfungen hat er in begeisterter Liebe zum Vaterlande zumeist Helden»Gestalten und -Taten der deutschen Geschickte zum Gegenstände seines Staffens auserwählt. Seine Balladen, epischen und lyrischen Dichtungen zeugen von tiefem, innigem Empfinden und zählen in Form und Inhalt zu den Perlen deutscher Poesie. Seine wunderbar klangvolle melodische Sprache tritt besonders in seinem „ ^exenlied" hervor, an einer Stelle sagt er:
^Wie FrühlingSregen, durchrauschend die Nacht, So ergriff mich des Liedes süß-selige Macht; Mir war's, als trüge herüber die Luft Fremdländischer Blumen bestrickenden Duft."
Was für eine tiefempfundene, poetische Malerei spricht aus diesen wenigen Zeilen. — Von seinen dramatischen Werken sind die bekanntesten: „Menonit", „Die QuitzowS", „König Heinrich", „Der neue Herr", „König Laurin" und schließlich „Die Haubenlerche", welche am Sonntag in sorgfältiger Neu-Inszenierung zur Aufführung gelangen wird. Packend und fesselnd im Ausbau, zeichnet es sich durch eine hervorragende Eharakterzeichnung in den handelnden Personen aus und rvrrd bei der diesmaligen vorzüglichen Besetzung die größte Wirkung ausüöeu. Der literarisch bedeutsame Abend wird sicherlich großes Treffe erwecken.