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Erstes BLâ

Hanauer U Anzeiger

Di« dsjeist Nummer kost« 10 Pfß.

Geneml-Anzeiger

Söarsrichars« M Hasau.

AMchts SM für Mt- und Faudkreis Dunm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- vnd Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Für Stadt» iwd LaudkaiS Hanau 10 Mz. dlè sich -espawaePetiyeüe oder beten Stenn, für ÄuSwärwIL M., « «eüam-uth-U die Zelle 2b Pf-, für KuSmâs» 3b MS-

9?r* 33. FernfPreSanWvst Nr. 605.

Mittwoch den 8. Februar

Fernsyrechanschluß Nr. 605

1905

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

In Frankreich gelten Auslandspässe nicht obne weiteres als Legitimation bei der Emvfangnahme von Postsendungen. Sie werben vielmehr nur dann als vollgültige Beweisstücke für die Identität des Empfängers angesehen, wenn sie ein in dem betreffenden Ansstellungslande bevollmächtigter fränkischer diplomatischer Vertreter oder Konsul vistert hat und diese Be­scheinigung von dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Paris bestätigt ist oder wenn sie in Frankreich von einem bevollmächtigten Konsul des Ausstellungslandes visiert sind.

Hanau den 3. Februar 1905.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

P 945 J. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Candkreie Ranau.

Manntmachimoe» Des §8W. Lmidratsamtes.

Der Handelsmann Salomon Strauß II. in Wachen­buchen ist auf weitere 3 Jahre zum Gemeinde-Aettesten der dortigen Synagogengemeinde bestellt worden.

Hanau den 4. Februar 1905.

Der Königliche Landrat.

V 850 I. A.: Conrad, KreiSsekretâr.

Holz-Berkauf.

Königliche Dberförkierer Wolfgang.

Am Freitag den L7. Februar d. Js., Vou vormittags 91/» Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft von Gustav Linkmann zu Niederrodenbach (Haltestelle) nachstehendes Holz aus dem Schutzbezirk Oberrodenbach Jag. 41 a, 45 b und Tot., Schutzbezirk Niederrodenbach Jag. 49 b, 30, 68 a, d, e, 76 a, 77 d und Tot., Schutzbezirk NexwiriS« Haus Jag. 91 a, Schutzbezirk Lamboybrück Jag. 100 b, 122 c, 125 und Tot. und zwar:

Eichen: 174 Stämme IV., V. Kl. = 48,49 iw, irrn Nutzscheit IL Kl., 210 rm Scheit, 215 rm Knüppel, 91 rm Siockholz I. Kl., 890 Wellen Reis III. Kl.

Buchen (Rotbuchen und Eschen): 67 Stämme IV., V. Kl. = 14,83 fm, 9 St. Stangen III. Kl., 233 rm Scheit, 86 rm Knüppel, 34 rm Stock­holz I. Kl., 3450 Wellen Reis III. Kl.

And. Laubyolz (Erlen rc.) 18 rm Nutzscheit II. Kl., 24 rm Nutzknüppel, 20 rm Scheil, 102 rm Knüppel, 73 rm Stockholz I. Kl., 1690 Wellen Reis III. Kl.

Nadelholz (Kiefern, Weißtannen): 54 Stämme III./V. Kl. = 34,56 fm, 286 St. Stangen I./ni. Kl., 395 Hdt. Stangen IV. Kl., 68 rm Scheit, 139 rm Knüppel, 211 rm Stockholz I. Kl., 6070 Wellen Reis III. Kl.

öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. 2654

Bekanntmachung.

Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen, Hafer und Roggenstroh ans der letzten Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort.

Der Heuankauf ist geschloffen.

Es werden selbst die kleinsten Mengen, Roggen jedoch nur in Wagenladungen angenommen.

Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige An­frage an jedem Wochentage von 812 Uhr vormittags und von 2^4 Uhr nachmittags erfolgen.

Hanau den 3. Februar 1905.

Königliches Proviantamt. V 800

Gefundene und verlorene Gegenstände rc,

Gefunden: 1 goldene Vorstecknadel mit Stein und weißen Perlen, 1 schwarzes Portemonnaie mit 48 Pfg., 1 desgl. längliches mit 2 Pfg., 1 Reichs-Liederbuch für Evan- gelisations» und Gemeinschaftspflege mit dem Namen Jakob Beyer. Zugelaufen:! schwarzer Pudel w. Geschl., 1 junger ch»arzer schottischer Schäferhund W. Geschl., 1 Huhn.

Entlaufen: 1 kleiner gelber Zwerg-Rehpinscher m. Geschlecht.

Hanau den 8. Februar 1905.

Hue Ranau Stadt und Cand.

Hanau den 8. Februar.

* Wichtig für unsere Handwerksmeister iu Stadt und Land. Dem Vorsitzenden des hiesigen Hand­werker- und Gewerbevereins, Herrn K. Müller ging von der Handwerkskammer zu Cassel folgendes Schreiben zu, das gewiß allseitigem Jntensse begegnen wird:Auf der in den Monaten Juli und Auoust d. J. in Cassel stattfindenden Gewerbeausstellung sollen bei der Austestung der Sâülerar- beilen der im Kammerbezirk befindlichen Fach- und Fort­bildungsschulen auch die Leistungen der M e i st e r k u r s e zur Geltung kommen und zwar in der Weile, daß einmal auf einer statistischen Tafel die Lehrfächer mit Angabe der Stundenzahl und der Anzahl der Teilnehmer nach Handwerkszweigen ge­trennt aufgefübrt werden und die in den Kursen von den Teilnehmern geführten Bücher aufgelegt werden. Neuerdings ist nun erwogen worden, mit dieser Ausstellung auch noch die Ausstellung der praktischen Meisterstücke, der Zeichnungen und der Kostenberechnungen zu denselben zu verbinden. ES könnten dann auf dem Fußboden der Halle oder auf einem Tisch die praktischen Arbeiten der Prüflinge ausgestellt, über denselben an der Wand die Zeichnungen und Kostenberech­nungen angebracht und daneben die in den Meisterkursen auS- gefüllten Buchführung?- und Kalkulationshefte ausgestellt wer­den. Auf diese Weise würde die Bedeutung der Meisterkurse klar und deutlich in die Erscheinung treten und die Hand­werker des Kammerbezirks würden ein anschauliches Bild da­von erhalten, wie die Fürsorge für die technische und geistige Weiterbildung der Handwerker von der Handwerkskammer praktisch gehandhabt wird. Um vorstehendes Ziel zu erreick-n, bedürfen wir aber der tatkräftigen Unterl'ützung und Mit­arbeit der Leiter der Meisterkurse. Wir ersuchen Sie daher ergebens die Teilnehmer deS dortigen Meisterkursus zu be­stimmen, die von ihnen herzustellenden Meisterstâcke mit den dazu gehörigen theoretischen Arbeiten für die Ausstellung bereit zu halten. Kosten entstehen den Prüflingen dadurch außer den etwaigen Transportkosten nicht, da der Ausschuß für die Meisterkurse in Cassel die Platzmiete bezahlen will. Ferner wollen Sie veranlassen, daß die Kursisten dieses Jahr die Durchführung?- und Kalkulatkonshelte besonders sauber an­legen und diese ebenfalls zur Ausstellung bringen."

* Meister - Prüfung. Die Meister-Prüfung vor der zuständigen Prüfungs-Kommisstsn haben bestanden: 1) für das Buchbinder-Handwerk: Herr Willy R eich elt hier, 2) für daS Schlosser-Handwerk: Herr Wilhelm Schnitzer hier, 3) für das Zimmer-Handwerk: Herr Friedrich Ve 5te in Bergen. Die nächste Meister - Prüfung ist anfangs Mârz in Aussicht gen»«men und sind Anmeldungen bei dem Vorsitzenden Herrn K. Müller, Römerstraße 11, einzureichen, ebenso ist ein größerer Meister-Kursus geplant, bei welchem alle wichtigen Fragen, welche bei der Meister-Prüfung in Betracht kommen, beleuchtet werden. Anmeldungen zu diesem Kursus wolle man an den Vorsitzenden des Handwerker- und Gewerbe-Vereins, Herrn K. Müller, richten.

Bürgermeister Joh. Stroh f. Wie uns kurz vor Redaktionsschluß berichtet wird, verschied gestern abend infolge Herzläbmung Herr Bürgermeister Joh. Stroh in Marköbel. Wir werden auf das Wirken und den Lebensgang dieses verdienstvollen Mannes noch näher zurückkommen.

Georg Heydt f» Gestern früh verschied nach länge­rem Leiden im Atter von 58 Jahren der frühere Buchdruckerei­besitzer, Verleger und Redakteur derHanauer Zeitung", Herr Georg Heydt, ein allgemein beliebter und geachteter Mit­bürger und ein lauterer Charakter, der, verträglichen Sinnes, jeder Sckârfe auf politischem Gebiete abhold war und diesem Ctrundsatz in seiner journalistischen Tätigkeit stets treu blieb. Als junger Mann war der Verstorbene im Kaufniannsberufe u. a. in München, Paris und Leipzig tätig, den Feldzug 1870/71 machte er als Vizefeldwebel im Inf. ° Regt. Nr. 82 mit und zog nach Beendigung des Krieges mit feinem Regi­ment in Götlinoen ein. Im Jahre 1878 übernahm der Ver­storbene nach dem Tode des früheren Besitzers zusammen mit feinem Cousin, Herrn Karl Kittsteiner, die Kittsteiner'sche Buch­druckerei und den Verlag derHanauer Zeitung", 1884 wurde er nach dem Tode seines Kompagnons Alleininhaber der Firma, 1900 zog er sich inS Privatleben zurück. Seit November 1903 gehörte der Verstorbene dem Stadtoeror'vneten-Kollegium an, leider war ihm ein längeres Wirken nicht mehr betrieben. In feinen Mußestunden war Herr Heydt ein passionierter Musikfreund, der die Violine mit Meisterschaft handhabte und seine Kunst gerne in den Dienst wohltätiger Unternehmungen stellte. Möge ihm die Erde leiât sein!

* Eisenbahn-Frairen-Verein. Daß der Wohltätig- keitssinn in hiesiger Stadt ein äußerst reger ist, dürfte allseitig

Die öeutiae Mumme« umfW sMe? dem UnterchatttrngshLatt 14 Seite».

bekannt sein. Dies hat sich auch wieder bei der Gründung deS Eisenbabn-Frauen-VereinS gezeigt, welchem trotz der kurzen Dauer seines Bestehens bereits manches sâöne Zeichen von Wohlwollen selbst auS fernstehenden Kreisen dargebracht wurde. Allen Beteiligten, insonderheit zwei großen hiesigen Firmen, sei an die!er Stelle öffentlich bst herzlichste Dank ausgesprochen. Etwaige weitere Spenden an Gelb, Kleibern, Stoffen rc. bittet man an Frau Bahnmeister Gülke, Ostbahnhof, zu richten, welche zu deren Empfangnahme gerne bereit sein wird.

* Benefiz Fink. Wir verweisen nochmals auf den heutigen Ehrenabend des geschätzten und verdienstvollen Mit­gliedes unserer Bühne, Herrn Fink. Möge ihm ein voll­besetztes Haus bksâieden sein.

* Kunsinoliz. Im Frankfurter Kunstverein, dessen Initiative Frankfurt a. M. in den letzten Jahren eine Reihe der bemerkenswertesten Ausstellungen verdankt, wurde am st. Februar eine große SonderauSstellung moderner holländischer Kunst eröffnet, an welâer sich beinahe alle namhaften hollän­dischen Maler wie: Breitner, Gorter, Hulk, Jansen, Maris, Mesdag, Therese Schwartze, Witsen, W'jsmuller u. v. «. be­teiligt haben. Zu der Veranstaltung erschien ein besonderer, mit 17 Illustrationen geschmückter Katalog, der durch das Sekretariat des Frankfurter Kttnstvereins erhältlich ist.

* BolksvorÜellitnfl. Gestern abend wurde im Stadt­theater als Volksvorstellung Jbsen'sGespenster" gegeben. Die Rollenbesetzung war die frühere; das Haus war voll­ständig auSverkanst.

* Klnzig-Turngau. Der diesjährige Gauturntag wird voraussichtlich in Albstadt abgehalten werden.

)( Abendunterstaltung. Am vergangenen Samstag versammelte sich in derCentralballe" wie alljährlich das Personal der Brauerei Nicolay sowie zahlreiche Freunde und Bekannte zu einer Abendunterballung. Der von Herrn Kunst- gärtner Schwellenberg geschmackvoll dekorierte Saal bildete einen hübschen Rahmen zu dem fröhlichen Treiben, welches sich in echt kollegialem Geiste unter den Feiernden dort entwickelte. Herr Brauführer Apprich b'grâßte die Erschienenen und schloß seine Ansprache mit einem Toist auf die Direktion. Das Pro- gramm bot eine Menge humoristischer wie gesanglicher Dar­bietungen, um dessen Durchführung sich insbesondere Herr Rode sowie eine Anzahl sanqeskundiger Herren verdient machten. Der Ball hielt die Teilnehmer bis zur frühen Morgenstunde beisammen, ein Beweis, daß ihnen ein freudenvoller Abend geboten war.

L. Wegen Gefährdung eines Gifenbahntrans- Portes sind am 24. März v. Js. vom Landgerichte Hanau der Bahnmeister Gustav Heyer und der Schlosser H elb i «g zu Geldstrafen verurteilt worden, während der Siationsver- walter Neumann freigesprochen wurde. Auf die Revi­sion des Staatsanwalts hob gestern das Reichsgericht das Urteil auf, soweit eS auf Freisprechung Neumanns lautet, und verwies die Sache insoweit an das Landgericht zurück. Die von Heyer und Helbing eingelegte Revision wurde verworfen.

Jg. Bergen, 6. Febr. (Familienabend.) Am Sonutag abend hatte der hiesige Obst- und Gartenbau-Bereili im Deuriug'schen Saale einen Familenabend arrangiert, der sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Die Wüst'sche Musik­kapelle leitete die Festlichkeit durch gute Musikstücke ein, worauf der Vorsitzende, Herr Götz, die Anwesenden begrüßte und ihnen die Ziele und Bestrebungen des Vereins auseinander- setzte. Man kann sie wohl am besten in den Reim zusammen- fassen:Auf jeden Raum pflanz einen Baum, und pflege sein, er bringt Dir's ein." Den humoristischen Teil hatte Herr Schlegelmilch aus Frant'urt inne, er entledigte sich seiner Aufgabe mit solchem Geschick, daß die LachmuSkeln der An­wesende» nicht zur Ruhe kamen. Ferner fand die Verlosung einer großen Anzahl von Blumenstöcken statt, die manchem ein freundliches Andenken an den hübschen Abend im Obst- und Gartenbau-Verein verschaffte. Selbstverständlich war auch der tanzlustigen Jugend reichlich Gelegenheit zur Betätigung ihrer Kunst gegeben, sodaß wohl alle sich mit Freuden des schönen Abends erinnern werden.

st. Ofiheim, 8. Februar. (Selbstmord.) Ihrem Men durch Erhängen ein Ende gemacht hat die in den 50er Jahren stehende Witwe Margarete Brodt von hier, die im Hause ihres Brnders wohnte. Die Unglückliche soll di« Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen haben.