StzngSprMr
Siâ^LMch 1,80 M^ momrLich 60 Pfg., ^* «* »Lrügt toonuesten mit dem betrefjeadev PestaufsP^z.
Sie eiajdae 9hwuner kostet 10 Pf-.
Wtat# Md verlegt in derBuchdruckerei bei »«ein. w. VaiseohauieS in Hanau.
Gmeral-Auzeiger
AAiliâks GrzN fit Stadt- M FaadKrtis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Soun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
MsrLârrgSgeLLtzr
gilt Stadt» «ad LaudLeir Hanau LOPfg. i* sL^« gespaltene PüLtzerie ober deres Rauul. für LuSwâü-t- Pfg., im MeÜamenthLi 6» âeile 2o Pf-,
für SuSsÄLZ 36 Pfg.
DeraniVortl. NürMenrr G. Schrecker « C«m
d?N 3?. Fernspreckanschluß Nr. 605.
Dienstaq den 7. Februar
Feruspreckgnscklaß Nr. 605.
1905
Hue hanau Stadt und Cand.
Hanatt den 7. Februar.
• Die PetiLLou des heWche» SLâdLetages. In her Mittwochssitzunq des Abgeordrietenhausts stand die Petition des Hessischen Städtetsges um Aufhebung des Gemeindesteuer- oorrechts der Beamten, Geistlichen und Volks'chullehrer zur Beratung. — Der Antrag der Gemeindekommission lautete dahin, über die Petition zur Tagesordnung überzugeheu. Der Abgeordnete für Cassel, Zandesrat Dr. Schröder beaniragie, die Petition der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen. Dieser Antrag wurde angenommen. Die Ausführungen des Wg. Dr. Schröder teilen wir nachstehend im Wortlaut mit: „Meine politischen Freunde können sich mit Lem Antrag der Gemeindekommisston auf Uebergang zur Tagesordnung auch nicht einverstanden erklären. Wir können unsererseits den ablehnenden Standpunkt der Königlichen StaaiZreg'eruug nicht verständlich finden; denn es bleibt doch immer die Tatsache bestehen, daß die Staatsregierung im Jahre 1893 das Versprechen abgegeben bat, die Steuerprivilegien der Beamten aufzuheben. ! Dieses Versprechen ist bis heute noch nicht einaelöst worden. Der richtig Zeitpunkt für Aufhebung dieses Privilegs wäre zweifellos das Jahr 1893 gewesen. Denn damals wurden die sämtlichen Steuersätze ermäßigt, und infolgedessen hätten die Beamten damals es am wenigsten schwer empfunden, wenn ihnen zu dieser Zeit jenes Privileg genommen worden wäre. Nötigenfalls wäre der Zeitpunkt für die Aufhebung des Privilegs zu der Zeit gekommen gewesen, als die sämtlichen Gehaltssätze der Beamten eine Aufbesserung erfuhren. Auch da- mals hätten die sämtlichen Beamten ohne jedes Murren sich die Wegnahme des Steuerprivilegs gefallen lassen, zu einem Zeitpunkt, wo ihnen sämtlich eine erhebliche Aufbesserung ihrer Gehaltsbezüge zuteil wurde. Jetzt ist die Sache sehr schwierig; denn darüber muß man sich doch vollständig klar sein, daß man heute den Beamten das Sleuerptivileg nicht einfach nehmen kann, sondern man wird sie in irgend einer Weise durch entsprechende Aufbesserung ihrer Bezüge entschädigen müssen. Das ist ja auch der innere Grund, weshalb die Regierung davor zurückschreckt, ihr altes Versprechen einzu- lösen. Aber eine Einlösung ist unbedingt erforderlich. Wie daS gu erfolgen hat, darauf will ich nicht eiugehen. Es werden sicher viele Schwierigkeiten zu überwinden sein. Der Weg, den mein hessischer Landsmann Dr. Lotz zur Vermeidung einer zu hohen Gemeindebesteuerung der Beamten hier angedeutet hat, ist anscheinend ein gangbarer; ein solcher Schutz wird unter allen Umfianbett notwendig sein für die ländlichen Verhältnisse, wo die Festsetzung einer Maximalgrenze der Heranziehung zu den Gemeindesteuern dringend erforderlich erscheint. Ich möchte aber auch noch bemerken,
Feuilleton.
Stadttheater in Hanau.
— Hanatt, 7. Februar.
Nachdem vor acht Tagen „Rosenmontag" uns das tragische Geschick eines jungen Leutnants vor Augen führte, ließ man vorgestern abend der heiteren Seite des Militärlebens an unserer Bühne wieder einmal Spielraum, indem das fünf- aktige Lustspiel von Moser unb Schönthan „Krieg im Frieden" zur Darstellung gelangte.
„Reif-Reiflingen", dieser Dou Juan comme il faut, der durch seine verliebteVoreiligkeii, welche unter anderem ein Opfer des nassen Elementes wurde, und innerhalb eines Jahres fünf seiner angebeteten Herzensdamen den Rückzug anzubieten gebot, fand in Herrn Schneider einen ganz vortrefflichen Ver» treter. Der Künstler verstand es in liebenswürdiger sympathischer Art und Weise diese Lustspielfigur korrekt und in# teresiant zu zeichnen, so daß er den am Schluffe bei seinem Verlegenheitszitat „unter Kameraden ganz egal" gespendeten Applaus in einem reichlichen Maße auf sich beziehen lonnie. Seine Partnerin, Frl. Urban als „Ilka Etvös", wußte diese junge Ungarin mit Liebreiz und Routine zu voller Zufriedenheit zu erledigen, obschon sie bei dem Gebrauch des Dialekts verschiedene Male aus der Rolle fiel. Der gutmütige Stabsarzt „Ernst Schäfer", der als Chirurg von „Herzensrmrnden" m der Manöverzeit zu einer wahren Kapazität avanziert ist, wurde von Herrn D erzbach sehr gelungen auf die Bühne gestellt, benfo wie wir die Maske des Künstlers sehr treffend fanden. Als dritter der verliebten Marsjünger reihte sich Herr Becker in der Figur deS „Kurt von Folgen" schneidig in das En- smble ein. „Stabtrat Henkel" dieser vielgeplagte nie zu ^sem kommende Provinzler wurde durch Herrn Gehrmann wit de« altbewährten L«nor «usLeWtet. den rr dieser Rolle
daß der Antrag des hessischen Städleiages nicht deshalb zurück- gewie'en werden kann, weil er das gleiche Verlangen stellt wie die Petitionen aus früheren Jahren und deshalb nur schon oft Gehörtes und oft Gefordertes wiederholt. Denn ich möchte darauf aufmerksam machen, daß der hessische Städtetag die Vorlage eines Gesetzes verlangt, welches das alte Versprechen der Königlichen Staatsregierung einlöR, und wenn eine Petition die Erfüllung eines solchen staatlicherseits gegebenen Versprechens fordert, dann kann man doch nicht einfach darüber zur Tagesordnung übersehen. Meine politischen Freunde werden in erster Linie für den Antrag Fischbeck stimmen, die beiden Petitionen, wie es auch schon in früheren Jahren geschehen ist, der Staatsregierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Sollte dieser Antrag wider Erwarten abgelehnt werden, so möchte ich fürsorglich namens meiner politischen Freunde den Antrag stellen, beide Petitionen, wie es im vorigen Jahre geschehen ist, der Regierung wenigstens zur Erwägung zu überweisen.
* Aus den neuen Hattvelsverträqen. Die „Frkf. Ztg." begann vorgestern mit der Veröffentlichung der Tarife der Verttagsstaaien, aus denen wir nachstehend bis Tarifsätze für Gold- und Silberwaren und sonstige Edelmetallfabrikate, sowie verwandte Erzeugnisse entnehmen. Der ital. Zoll beträgt danach auf Goldschmiede- waren und goldenes Geschirr (aufs Kilo ausgerechnet), 140 Lire (wie bisher), auf Silber waren, auch vergoldet, ober Silbergeschirr 9 Lire (mit Gol^plattierte Silberwaren (Double), sind als vergoldete Silberwaren zu Manbein), auf goldene Letten 20 Lire, auf anderen Goldschmuck 60 Lire, auf Silber- fimuct und silberne Ketten (auch vergoldet) 10 Lire, auf bearbeitete Edelsteine (Achate, Onyxe, Opale unb Granaten) 9 Lire, auf Unzeiten, Schnallen, Fingerhüte, Spenden, Schlüssel- ketten au? Eisen und Stahl und Beschläge für Täschtierwaren, posiert 0,80 Lire. — Belgien läßt auch im neuen Zolltarif Bijouterie ans Gold, Silber und Platina einschließlich der Kettchen jeder Länge, die zur Anfertigung von Bijouterien und Gold- und Silberschmiedearbeilkn dienen, zollfrei ein, sobald sie mindestens 500/1000 sein sind und erhebt für Gold -und Silberschmiedearbeiten einen d^/oigen Wertzoll. Beschläge, Verzierungen oder Verschlußteile au§ anderm Metall, Kettchen, Herzchen unb Kreuze aus Stahl, Kupfer, Neusilbsr, Perlmutter, sowie Perlen aus Stahl, Perlmutter oder GlaS (einschließlich der Glasflüsse) für Rosenkränze, Halsketten oder andere Sckmuckgegenstände unterliegen ebenfalls einem Wertzoll von 5°/o. — Rußland erhebt nach dem Handelsvertrag für Goldarbeiten jeder Art, Juwelierarbeiten jeder Art aus Gold, auch mit eckten oder unechten Steinen, Perlen «. s. w. für das russische Pfund 52,80 Rube! (wie seither), für Silber- arbeiten jeder Art, auch vergoldet, Juwelierarbeiten jeder Art
schon deS öfteren verlieh. Gleickermaken gut charakterisiert verkörperte Herr Zeitz den „Rentier Heindorf". Den „schüchternen Redner" Paul Hofmeister brachte Herr Uster in gntdurchdachter Form zur Geltung, ebenso wie sich ihm Frl. Keppler als „seine Elia" allerliebst in Spiel und Auftreten anschloß. Außer Herrn O s c a r s e n, der den General „von Sonnenfels" in einer sehr lobenswerten Natürlichkeit auf die Bühne stellte, möchten wir noch Frl. H e l l i o t (Agnes Hiller), Frl. Jirsac (Maihilde), Fran Wehn (Sophie), Herrn Neruda (Konnecy) Herrn Müller (Martin), Frl. Wehn (Anna), Frl. I a i d a (Ro^a) erwähnen, die in bester Pflichterfüllung alle um daS gute Gelingen des Lustspiels bemüht blieben. Die Regie des Herrn Zeitz verdient unsere vollste Anerkennung. Der starke Beifall des ausverkansten Hauses bewies, daß daS Stück freudig ausgenommen worden war.
Barometerstand
mittags 12 Uhr
Sehr trocken Beständig
Schön
Veränderlich
am 6./2.
Regen (Sßinb)750-
Viel Regen 740.
Stmm
730,
720.
710
ans Silber, auch vergoldet, mit echten oder unechten Steinen, Perlen usw. für das russische Pfund 9 Rubel, auf Blattgok und B'attsilber T1^ Rubel pro Pfund. — Die Tarifsätze deß neuen schweizerischen, sowie des rurnän-schen, serbischen uns österreickisck-ungarifichen Vertragstarifs lassen wir folgen.
* Personalien. Der kontrolleführende Kaserneninspektsr Role in Hanau würbe zum Garnison = Verwaltungs- Kontrolleur ernannt. — StationsaMmt Ewald in Hanau wurde unter die Dureau-Aisiftenten des nichttechnischen Bureau- dienstes eingereibt.
* Reichsbantnebenstette. Am 1. März d. J. wird W Freiburg i. Schles. eine voll der Reichsbankstelle in Schweidnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kaffenein- richtung unb besKränkrem Giroverkehr eröffnet werden.
. * Benefiz ^iitf. Bei unserem kunstliebenden Publikum gibt sich für den Ehrenabend dieses sehr beliebten Künstlers ein großes Interesse kund und mit vollem Recht. Herr Fink hat uns auS im Laufe dieser Saison mit so herrlichen Kunst- leisinttgen «freut, wir erinnern an seinen Pfarrer Hoppe in „Jugend", König in „Zopf und Schwert", Pastor Manders in „Gespenster", Schulrat Prell in „Flacksmann als Erzieher" rc„ daß unser Pubtikulil den Künstler nickt besser ehren kann, als burS zahlreichen Besuch seines Benefizabends. Die Wahl des Stückes ist eine ganz vorzügliche. Neben Herrn Fink, welcher die Hauptrolle, den „Richter von Zala- mea" spielt, sind noch beschäftigt in einer hervorragenden Aed- haberrsüe der junge, Sochtalentierte und sehr beliebte Künstler Herr Schneider, dann die Damen Frl. Heibensels und Helliot; ferner noch die Herren Gehrmann, Nauendorf, Römer, Oscarsen, Neruda und Derzbach. Die Desetzuug der Rollen kovnte «ist besser erfolgen und ist ein sehr interessanter und unterhaltender Theaterabend zu erwarten. Das Stück wirb nicht wiederholt.
* Stadtthsater. Wegen Erkrankung des Frâul. d: Ranucci wird am Freitag statt „I» bunte» Rock" Anzengruber'- prächtiges Volk-stück mit Gesang: „Der Pfarrer von Kirch selb" als 12. (statt 11 j Vorstellung der IV. Serie nsckmals zur Aufführung gelangen.
* Sinfonie - Konzert der JrrfauterietapeÜe. Wie schon bekannt sein dürfte, gibt die Jnfanteriekapekle ihr 2. Sinfrms-Ksnzkrt am Donnerstag dieser Woche im Stabt- theater. Als Solistin ist für dieses Konzert Fraul. Klara Hermann (Sopran) aus Frankfurt a. M. gewonnen worden. Der in jeder Weise hockbefriedigende Verlauf des 1. Konzertes gibt Gewähr, daß auch am nächsten Donnerstag ein künstlerischer Hochgenuß geboten werden wird. Wir »erweisen Ihn übrigen auch auf daS Inserat in heutiger Nummer.
* Alpettverei«. Mr verweisen nochmals auf die heute abend ftaitnnbenbe Sektionsversammluug und sind überzeugt, daß der Vortrag „Der Spessart i» Geschichte und Sage" zahlreiche Zuhörer finben wird, da diesem Thema von dell zahlreichen Spessartfreulldell lebhaftes Interesse ent- gegeugebracht werden dürfte.
* Erfreulich. Nachdem Herr Metzgermeister Fritz Anthes am 1. Februar auf das 25 jâhr. Bestehen seines Geschäfts zurückblicken tonnte, ist es ihm und feiner Frau vergönnt, hi orgen das Fest der silbernen Hochzeit in voller Rüstigkeit zu feiern.
* Silberne Hochzeit. Ein dreifaches Jubiläum am selben Tage kann Herr Bleichgärtner Johann Friedrich am Sandeldamm am 8. d. MtZ. begehen. Es sind nämlich an diesem Tage 25 Jahre verflossen, daß er mit seiner Gattin die Ehe eingiuq, seine jetzige Wohnung bezog und die Bleich- gärtrierei daselbst übernabm.
* Wirtfchaftswechfel. Die Bewirtschaftung der Lokalitäten des SaalbaueS „zum Deutschen Haus" übernimmt vom 1. April d. Js. ab Herr Restaurateur Ulsamer. Wie iwck überall erinnerlich ' fein bürste, hat sick Herr Ulsamer f. Zt. nach dem Um- bezw. Neubau des Saales „zum Deutschen HauS" als erster Restaurateur bereits vorzüglich bewähr: unb dürfte er. bei der Neuübernahme wohl bestrebt sein, seinen alten guten Ruf aufs neue zu kräftigen. — Das Herrn Ulsamer gehörende Restaurant in der Nömerstraße erhält einen Pächter.
* Schwurgericht. Die am nächsten Montag beginnende Sckwurgerichtsperiode wird nur von kurzer Dauer sein. Cs stehen folgende Strafsachen auf der Terminsrolle: Montag den 13.: Ehefrau deS Bergmanns Adrion Geßner, Barbara, geb. K e s s e l t i n g zu Bieber, vorsätzliche Brandstiftung. Dienstag den 14.: Bahnsteigschaffner Adam Rau von Elm, Urkundenfälschung im Amt. Mittwoch bett 15.: Schuhmacher Eugen Stock' von Fnlda, versuchter Mord. Donnerstag den 16.: Zimmermann Johannes Jost und ein Genoffe von Oberkalbach, gemeinschaftl. Jagdvergehen, Widerstand. Beleidigung.