«WibteUt
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General-Anzeiger
Ainlliches Organ für Mt- «nd Faadkreis Hanan.
Vaiserchaus«» in Harum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sh» Munaë gebühr
Kür S^i-t- unb LaudkreiL Hanau 10 Wg» die füaf> gH-âvePÄitzei!è ooa Seren Aaurs. für LuSmLrttlA W.,
W Krllameach«! ", Aoi« 2b Wz^ für LuL»ârtS 3b $g,
DerauLmsril. Redakteur r 6. Gchk « ck «e in Harum
9tt. 26. Fer»kVrt<b<msM«ß Nr. 605.
Dienstag den 31. Mannar
Fernfprechsuschloß Nr. 605
1905
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Amtliches.
Candhreis Ranau. dekamNmachiiii'ta des Köniql. SandratsamteS.
In der Gemarkung Langendiebach ist der Hartt- ^stlauf (Backsteiublaitern) erlösche«.
Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.
Hanau den 30. Januar 1905.
Der Königliche Landrat.
V 653 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: Am 28. d. Mts. auf dem Wochenmarkt 1 größerer Schlüssel, ferner bei der Weihnachtsreinigung in der kaufm. Fortb.-Schule 2 Taschenmesser. Die Gegenstände werden auf der Armenverwaltunq zur Abholung aufbewahrt.
Hanau den 28. Januar 1905.
Hus Ranau Stadt und Cand.
Hanau den 31. Januar.
* Sprechverkehr. Hanau ist fortan zum Sprech- verkehr mit Gau-Odernheim und Volkmarsen zugelassen.
* Der AusbildungSkursus für Fleisch- und Trichinenbeschauer findet, wie uns Herr Schlachthof- Direktor Becker mittelst, nicht statt.
e Ueber das Amtsgeheimnis der Post wurde eine neue Verfügung ertasten, in der ausgesührt wird,, daß sich das Postgeheimnis nicht nur auf den Inhalt der Postsendungen, Telegramme und telephonische Mitteilunae«, sondern auch auf alle Tatsachen deS postali'chen, telegraphischen und tel-pbonisch-n Verkehrs zwischen zwei Personen erstreckt, die dem Postbeamten bekannt geworden seien. AlS unter dem Schutz des Brief- und Tel-pbongeheimnifses stehend, sek es beispielsweise verboten. Mitteilungen über den Inhalt von Postkarten, über Briefwechsel u. s. w. dritten Personen zukommen zu lassen. Als dritte Person seien auch jene Post- und Telegraphenbe- amte anzusehen, die sich mit den Sendungen nicht zu belasse« haben. Das diensttuende Personal soll sich der Einsicht in Karten tunlichst enthalten. Ueber den bekannt gewordenen Inhalt sollen gegenseitig nur so weit Mitteilungen gemacht werden, wie es der Dienst erfordert. — In der Reichstags- sitzung vom 26. b. Mts. sprach sich Staatssekretär Krätke mit voller Entschiedenheit für den Schutz des Brief- und Telesramm- ^eheimnistes aus und sicherte strengste Bestrafung für eine Verletzung desselben zu, wobei er auch einen Fall berührte, der sich im Rbönaebirge zuqetraeen hat.
* Warnung. Bereits wiederholt haben wir auf das unlautere Geschäftsverfahren niederländischer und dänischer Bankinstitute hingewieten, welche in Deut'chland Mitglieder für sogenannte Serienlosgesellschaften werben. Nach glaubhaften Berichten ist trotz vielfacher Warnungen durch die Presse das Treiben dieser Institute in bedenklicher Weise im Förtsch reiten begriffen. In dieser Beziehung machen sich besonders die zum Teil bereits schon früher genannten Firmen, nämlich die Comme-ce- und Kredit-Bank (Lüdecke), die Prämieneffektenbank, das Bankinstitut Niederlande, die Internationale Vereenigingsbauk, die Internationale Prämkenbank, die Amsterdamer Zentralbank, das Exoten-Bankbureau und die Hollandiche Credtbank, sämtlich in Amsterdam, die Un'orbank in s'Gravenhage, die Skandia, das Internationale Ba" ebureau Kosmos, das Bankhaus Danmark und die Nordlandsbank in Kopenhagen bemerkbar. Bei ihren Ankündigungen Ireen sie im allgemeinen nicht mit ihren Firmen und Namen hervor, sondern bedienen sich dabei im Jnlande warnender bezahlter Mittelspersonen. Durch ausgedehnte geschickte Reklame und unter Beihilfe zahlreicher Agenten gelingt es ihnen, in zunehmendem Umfange Anteile angeblich in ihrem Besitze befindlicher Serien!tre, namentlich in ländlichen Bezirken abzusetzen. Vor einer Geschäftsverbindung mit derartigen In« stitmen muß aber dringe"d gewarnt werden, denn abgesehen davon, daß in fast allen Fällen, die von den Käufern solcher Anteile zu entrichtenden Beiträge den Anschaffungswert der 'ose erheblich übersteigen, bieten die zum Teil in schlechtestem Rufe stehenden Unternehmungen meistens keine ausreichende Garantie für die plan- und ordnungsmäßige Durchführung threr ^eratvMOnmfn.
FC. Oberkriegsgericht. Die Berufung des Reservisten Johann Karl ans Lan gen l elbold gegen das Urteil heâ Kriegsberichts, das ihn wegen Beharrens im Ungehorsam in eine Strafe von 2 Monaten Gefängnis genommen hat, wurde verworfen. Bei emrr Manöverübung am 16. September v. Js. war die 7. Komp. 168. Regts., bei der Karl diente, 1
in die 6. Komp, Hineingeschwärmt. Karl hatte damals beharrlich den Befehl eines Vizefeldwebels von der 6. Komp., einen Schuß abzugeben, überhört, ebenso den Befehl, seinen Namen zu nennen.
• • Gewerbegerkcht. (Sitzung vom 30. Januar.) Der Weißbinder L. klagt gegen die Firma W. u. A. auf Zahlung eines rückständigen Lohnes von 391.97 Mk. Der Klage- anspruch wird in Höhe von 359.15 Mk. vom G-werbegericht als berechtigt anerkannt und demgemäß die beklagte Firma verurteilt. — Die Zi-tarrenarbeiterin S. klagt gegen die Firma B. u. K. auf Zahlung eines 14täzigen Lohnes von 16 Mk. wegen kündigungsloser Entlassung. Die beklaoie Firma wird zur Zahlung des eingeklaaten Betraoez verurteilt, da der von ihr geltend gemachte EntlafsungSarund nicht als stichhaltig anerkannt wird. — Die Klage des Tao'öbners K. gegen bett Ökonomen S. auf Zahlung eines rück räudigen Lohnes von 13 Mark endigt durch einen Veral-ich, wonach der K'äger 3 Mk. erhält und bannt seine Ansprüche für erledigt erklärt.
♦ Gr"«vNickFverkauf. Das Herrn M-tzgermeister Anthes gehörende Grundstück. Ecke Ma"kt und Hammerstraße, ping käuflich an die Herren Wägermeister Chr. Marx (Vorstadt) und Ernst Schäker ( ^rhnponOra^e) über.
* III. Abonnements-Bortrag im evangel. Verernshause. Die Menschheit auf der Suche nach dem lebendigen Gott, so lautet das T^-ma für diesen Vortrag. Ein merkwürdiges Tbema — denkt wohl mancher — ist denn die Menschb-it noch immer auf bey Suche? — auch die Christen noch, trotz allem, was geschehen ist in der vergangenen Zeit? Fast scheint es so in unserer Z"t. Der Name „Gottsucher" ist ja auch eine moderne Erfindung. Hat ihn Rosegger selbst gebildet oder hot er ibn. aus der „Stimmung", aus dem nnb-wußtèn Sueben unterer Zeit irgendwo entdeckt? Die Gottsucher sind woht Leute, die aus irgend einem inneren ober anderen Grund an ihrem Glaub-n Schiffbruch gelitten haben, die unkt dem Einfluß von Materialls- mu8 und Darwinismus an ihrem Ebriftenolanbett irre geworden sind, aber doch die traurige Leere fitzen in ihr-m Inneren und „darben" an der Seele wie jener Sob«, der das väterliche Erbe verloren hatte und nun in der Fremde darbte. Herr Pfarr-r Dr. H â u ß n e r, der seine Jugendzeit hier in Hanau zugebracht ' hat und Hanau als seine Heimat ansiebt, kommt gern zu obigem Vortrag hierher und eS wurde ihm gewiß eine doppelte Freude sein, wenn er manchem Fraaer und Zweifler durch sein Wort dm rechten Weg zeig-» könnte n«ch der ew’aen Heimat.
* Kaiser - Gevurtstagsfeier. Gestern abend versammelten sich die Beamten des hiesigen Postamts mit ihrem Cbef Herrn Postdirektor S p a r i g im Verernslokal Restaurant „Carlsberg", um den Geburtstag Sr. Majestät festlich zu begehen. Der Kaiiertoast wurde von Herrn Postdirektor S p a r i g in warmen Worten ausgtbraâi. Nach diesem wechselten gemeinschaftliche Lieder mit Musik- und Gesargsvor- irâaen, ausgeführt von der Hauskapklle bezw. Gesangsab- teilung, unter Leitung des Dirigenten Herrn Oberpoft« Assistenten Gasch, in bunter Reihenfolge ab. Die Beamten trennten sich mit dem Bewnßttein, wieder einige fröhliche Stunden in patriotischer Wnse mit ihre!» Chef verlebt zu haben.
C. K. Katholischer Münnävereiu. Der diesjährige große Familienabend mit Tanz vorgenannten Vereins findet am kommenden Sonntag den 5. Februar im Saale „z'w Stadt Bremen" statt, verbund-n mit Theater und Abend Unterhaltung. Zu dieser Veranstaltung können Freunde bei Vereins durch Vereinsmitglied-'r eingeführt werden, bei welchen auch Gratis-Einlaßkarten erhältlich sind, da der Zutritt nur gegen Einmßtarteu gestattet ist. Ein Verkauf der Karten resp, eine Abtndkosse findet nicht statt. Der Anfang ist auf 7 Uhr festgeletzt (Saalöffnung ßVs Uhr) und empfiehlt es sich, da der Besuch ein sehr zahlreicher zu werden verspricht, frühzeitig zu kommen.
* Max Klsna^-Borträge. Zu den beiden Vorträgen, die Herr Dr. Quilling am 3. und 23. Februar in der Aula der Zeichcuakademie über „Poesie und Whists in Max Klingers Kunstschöpfungen", halten wird, geht uns betr. der angekündigten musikalischen (Erläuterung die Mitteilung zu, daß im ersten Vortrage die Solisten, im zweiten der Chor auftritt, um Hölderlins Schicksals!ied in der Komposition von Brahms vorzutragm, während gleichzeitig der Lichtbilderapparat Klingers Radierungen zur Brahmsphamasie in Vergräßerungert auf 3 Meter reproduziert. Im ersten Vortrage wird auch Klingers berühmte Beethovenstatue farbig im Lichtbild erscheinen. Karten (für den ersten Von rag Mk. 2, für beide Vorträge Mk. 3) sind in den Hofbuchhandlungen, bei Priors Nächst und bei dem Hauswart der Zeichenakademie nur noch in kleiner Anzahl zu haben. Den Mitgliedern des Chores 3itr gefl. Kenntnis, daß die nächste
Probe morgen Mittwoch, abends 7^2 Uhr, statt' findet und vollzähliges Erscheinen dringend erwünscht ist.
• Klassenlottexke. Die ^tnu-’ruttgaWe sowie die Freilose a”t 2. ft lasse der 212. Königlich preußischen Klaffen» lotterte sind nach den $§ 5, 6 urb 13 d-s Lotterieplans unter Vorlegung der bezüolichen Lose «uS der 1. Klaffe bis zum 3. Februar d. I., abends 8 Uhr, bei Verlust des Anrechts ein- zulöl-n. Die Ziehung der 2. Klaffe dieser Lotterie wird am 7. Februar d. J. ihren Anfang ne 'men.
§ U-ber den Hausickwamm, den von Mietern wie Hausbesitzern gleich sehr gefürchte«»n tückischen Schmarotzer, sprach gestern abend Herr Prof. Dr. Sonne aus Darmstadt im H-rlaale der Wetter au is che n Gesellschaft in einem längeren, sehr instruktiven Vortrag. Vorerst gab er zum besseren Verständnis des We^ns di-ketz Pilzes einen Ueber bl'ck über bessert Naiurg-schickte. Entstanden ist der Schwamm wohl schon auf den gefallenen, sich selbst überloffen-n und ver- mod-rnden Stämmen des Urwaldes, seine Gefährlichkeit erlangt er aber erst, seit dos Holz, auf dem er sem Fortkommen finde» zum Ba'ien v»rwe»det und durch den Mangel an Luft und Licht seine En'w'ck'ung erleichtert wird, denn während im Frei-n das Ho'z schneller trocknet und ihm dadurch die notwendigen Lebensbedingungen entzogen werden, kann er sich im Holze des Haukes, das ja pe«r;gnllch durch andere Materialien gegen Licht und L'tkt abgeschlossen wird, vorzüglich entwickeln und v-r^reiten. Seine Nahrung b ibet das Prowplasma, der Zellinbalt, also das eigentliche Leben^element des Holzes, er saugt diesem also, wenn man so sagen darf, gew'ffermaßen das Lebensmark aus und läßt es nach der Austrocknung zusammen schrun vf-n und bersten. Charakteristisch ist hierbei die rechtwinklige Zerklüftung, die den vorhandenen Schwamm untrüglich als den pefâ6rli5«n Hanssck'wamm kennzeichnet. Dem Auge sichtbar nM der PUz durch die Mycrlfâden, die in verschiedenartigen Bildungen das Holz über- und durchziehen. An diesen entwickeln sich die Fruchtkörpecch-u, die sehr leicht platzen und ihren Jnhslr, eine Unmenge Samen»poren, von sich geben, die dann natürlich durch die Lutlbewegung, durch die Schuhsohlen usw. auf andere Holz- und HauSteile übertragen werden und neue Schwammbildungen erzeugen, sofern eben deren sieb-nsbedmqlt^gen, vor all-m Feuchtigkeit, verbanden sind. Diese Samenkörperchen gehen augerdem sehr sSn-ll in Fäulnis über und strömen bann der Gesundheit nacht-ilige Gase aus. Als hauvlsâchlichste Ursache bei leider ziemlich häufigen Auftretens diries unliebsamen GssteS ist hie moderne forcierte Bauart zu betrachten, die eine genügende Austrocknung aller Teile des Hauses vor dem Verputzen und gänzlichem Schließ-n desselben unmöglich macht und den bereits im Holze vorhandenen ober durch Infizierung hinein- gelangten Pil,keimen ben besten Nährboden schafft. Also möglichste Trsck'nbeit aller Baumaterialien und Bevorzugung bei im Winter gelallten Holzes, da dieses weniger sastreich ist als das im Sommer gefällte, gründliche Entwässerung bei Bau» grundes, nötigenfalls Isolierschichten, um ein Anfsteigen der Feuchtigkeit von unten zu v-rhüte«, schnelltrocknenden Cement- mörtel, Ausfüll-N der Zwischendecken mit trockenem Sand und Kws, Holzuertâkelunq mit trockenem Füllmaterial anstatt Tape» zieren, gründliche Ventilation und Durchlüftung aller Räume Uör und nach dem Bewohnen und Vermeidung aller un* nötigen Wasserpantsch-reien in Küchen und bei anderen Leitima^kranen. Wichtig ist eS auch, daß alles vom Schwamm befallene und beseitigte Holz sofort verbrannt wirb, da das Wachstum des P-lzeS sonst rußig weiter schreitet und vermittelst der oben erwähnten Frucht-Körperchen gerade durch solche umher geworfene Holzteile her S»wrmm verschlepp! unb w-iter verbreitet wird. Chemische Mittel, um den einmal Platz gegriffenen Schwamm ab'olut zu beseitigen, gibt ei nicht. Alle solchen Mittel, wie da? Bestreichen bei Holzes mit hydraulischem Kalk, um durch dielen die Feuchtigkeit aussauqen zu lass°n und dem Schwamm die LebenSbedlnguyeen zu rauben, heiße Kochsalzlösungen, P.nroleum u. s. w., können die Entwickelung des Hausschwammes nur vorübergehend beeinträch- t'gnr, th« aber nicht radikal vernichten, da sie nicht in das Innere des Holzes einzudringen vermögen, wo dieser doch seinen cigentl chen Sitz hat. Auch das in neuerer Zeit im Handel angepriekene Schwammolin, eine Gersstofflösung, kann nach seiner Zusammensetzung unmöglich die ihm zugeschriebene Wirkung haben. AlS bestes u. wirkungsvollstes empfahl Red«er ein von Fachleuten im Auftrage der hessischen Regierung heraestelltes> von ihm vielfach erprobtes, im Handel aber noch nicht erschienenes Mittel, Antinonin genannt, das nach Entfernung der 'ranken Hslztelle öä wiederholtem Bestreichen des noch gefunden Restes bissen vor weiterer Ansteckung schütze. Doch ms ab 4lut zuoerlcisfig fei auch dieses nicht zu bezeichnen, es diene, wie auch die anderen angeführten und sonstigen bekannten Mittel, nur dem Zwecke, gesundes Holz bis zu