Einzelbild herunterladen
 

imithnUt

vterteliLhrlich 1,80 Ml., «ouarlich 60 Pfg., fik E- W-M-e Sdonuau« mit bau betrefjeadev PostausichtaA, Du «wjttae Stummes tost« 10 Wg.

Oâuckt nah verlegt in der Buchdruckers bei saâ ab

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Mt- nuL Fan-Kreis Kana».

WurLksugSgeSTHr

Für usd fimmfmi Hanau 10 Mg. dv fM» ^?sUWtPetit;e'- oder der« Äaui». für BuSeta! 15 $g«,

M NrÄLMMldeü bu ßdle 2b $16*

für lubBött» 8b

Wmjeahauje» ta Harum.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Lerantwartl. Redakteur: & Schrecker ia H«a»

^T* 19, Fernsprechanschluß Nr. 605

Montan den 23. Mannar

Fernsprechtmschluß Nr. 605

1905

MAS

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau,

ES wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, ba^ die Ge- rverbeaussichtsbeamten des hiesigen Regierungsbezirks bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt haben und zwar:

1. der Regierungs- und Gewerberat zu Cassel (Negierungs­gebäude, 1. Stock, Zimmer 23) an jedem Samstag »oh 11 ISVs Uhr;

2. brr Gewerbeinspektor zu Fulda (Bureau Heinrich­straße 13) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, von 89'/» Uhr vormittags, und an jedem 2. und 4. Montag im Monat, vormittags von 810 Uhr.

Hanau den 19. Januar 1905.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

P 492 J. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung.

Betreff: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche.

Im Hinblick auf die bestehende erhebliche Seuckengesabr bat die K. Regierung von Unterfr arten und Aschaffenburg gemäß höchster Ministeria'-Enttchließung vom 10. Dezember v. Js. Nr. 27058 in Ergänzung der (hrfSIte^ung vom 31. August 189 8, Kreisamtëb'att Nr. 60, S. 207, auf Grund des $ 20 Abs. 2 und 30 d?s Reichsgesetzes über die Abwehr und Unter» drSckung der Viehseuchen vom 23. Juni 1880 und 1. Mai 1894, § 1 der Bundesralsinstruklion hierzu vom 27. Juni 1895 (Reichsgesetzblatt S. 257 und ff., ferner auf Grund des $ 55 b Gewerbeordnung für daS deutsche Reich, Reichs­gesetzblatt 1900 S. 895) im Interesse der wirksamen Be­kämpfung der Maul- und Klauenseuche den Handel mit Wiederkäuern und Schweinen im Umherziehen in jeder in der Gewerbeordnung zugelassenen Form für den Umfang des R'- gierunqsb-zirk Untersranken und A'chaff nbnrg bis zum 1. Juli 1905 ein'chließlich mit Entschließung vom 1. d. MtS. Nr. 32108 völlig verboten.

Es ist demnach z. B. auch der Hausierhandel ohne Mit- sühren der Tiere untersagt, auch das Ankäufen von solchen und das Aussuchen von Bestellungen auf solche im Hausier- bktrieb, die Einrichtung von Wanderlagern rc. re.

Alzenau, 13. Januar 1905.

Königl. Bezirksamt. Mayer.

«ES6«UMi:i

Feuilleton.

Ztadttheatn in Hanau.

= Hana«, 23. Januar.

Adolf L'Arronge kann sich in dieser Sai on als ganz be­sonderer Günstling unserer Theaterdirektion schätzen, indem nebenTiein Lopold" undHaemanns Töchter" gestern noch ein drittes HauptwerkDr. Klaus" zur Aufführung gelangte, wodurch ein ZykluS allgemein beliebter Volksstücke in einer für den Autor hochzuschätzenden Weise eine würdige Beachtung fand. In der Figur des Dr. Klaus zeichnet uns der Dichter einen wel'erfnhrenen umsichtigen Menschcn, dessen höchstes Zi<l in dem Ernste seines Berufes gipfelt und der es sich am Schluffe zum TUump e anrechnen kann, aus s inem N'ff'n, einem von Natur aus etwaS lockeren Zeisig, einen remlschaffenen strebsamen Vater seiner Familie erzogen zu haben. Neben dieser Grundidee wußte der bübnerkundige febrilst« Her noch ganz entzückende Lirbesszenen zwischen einem gewissen Ref/rendar Gerstel und der Tochter des Dr. Klaus anzutügen, welche durch ein urwüchsiges Faktotum zu einer Skala drastischer Vorgänge heranreifen. Es stebt uns noch in bester Erinnerung, Herrn Zeitz als Dr. Klaus schon | einmal vor Jahren an unterer Bühne gesehen zu haben, unb gestern verkörperte der Künstler diele Partie wieder mit der erforderlichen Überlegenheit und Romine, die seiner Kunst eigen ist. Vornehm im äußeren Auftreten und vorzüglich in der Dar^-llung wußte Frl. Urban den dem Handschuh- und Paniosteldeipoiismus ihres VaterS unterworfenen Back­fischEmma" reizend wiederzugeben, ebenso wie Frl. Hel- l i o t dieJulie" in triffenber Art auf die Bühne stellte. Fern von fcbtr Uebertreibung und durchdrungen von einer wahrhaft sättigen Komik entlehnte sich Herr Nauendorf seiner urgelungmen Rolle desLubowsly". Die von ihm ab-

Hue Danau Stadt und £and.

^anau den 23. Januar.

* KrönUngs- sind OrdenKfeft. Es haben er­halten: Den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub: D. Werner, lutherischer General­superintendent zu Cassel; den Roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife: Tülff, Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments Hessen- Homburg Nr. 166; den Roten Adlerorden vierter Klasse: Koch, Rittmeister im Thüringischen Ulonen- Regiment Nr. 6 ; v. M i r b t, Konsistorialrat und ordent­licher Professor an der Universität in Marburg; Dr. Piutti, Verwaltungsgerichtsdirektor zu Cassel; Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Landrat zu Kirchhain; Schotte, Metropolitan, Erster Pfarrer und Kreisschulinspektor zu Homberg, Bez. Cassel; Schulze, Steuerrat und Ober­steuerinspektor zu Hanau; Söllig, Regierungs- und Forstrat zu Cassel; Strothmann, Rechnungsrat und Präsidialsekretär bei der Generalkommission in Cassel; Vocke, Bürgermeister und Kreisdepulierter zu Eschwege; den Königlichen Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern: von Festenberg- P ackisch, Generalmajor und Kommandeur der 2L Kavallerie- brigade; daß Allgemeine Ehrenzeichen: Wil­helm, Meister bei der P u l v e r f a b r i k b e i H a n a u.

* Zur Fortführung der Mainkanalisatiou. Die Handelskammer Hanau äußert sich in ihrem Jahresbericht über den S'and der Mainkanali'ation wie folgt:In den Hoffnungen, welche auf das n-ue bayerische Verkehrkmit ister un für die raschere Förderung be3 Mainkanals gefeit wurden, sich! man sich bisher enttäuscht. Woran es liegt, daß sehr be'vouer- licherweise die V rhanülungeu zwischen Preußen und vagrn auf einem toten Punkte angelangt sind, läßt sich zwar nicht völlig über sitzen; aber offmbar spielen hierbei Bedenken be­sonderer und der Kanals'age als solcher eigentlich nicht zuge­höriger Art eine bedeutende Rolle. Die bayer s^e Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften in Bayern fd irrn zwar off-nsichil'ch von der No Wendigkeit einer Weiterführung der Mainkanalisierung bis Aschaffmbnrg durchdrungen, und auch Preußen zeigt sich zu deren @rmö iii^nng geneigt, indem es die Strecke bis Hanau auf seine Kosten ousbauen will und sich damit abzefm'den zu baben schein«, daß eS auf die erheb­lichen Etsknbahm.nnahmkn der Lmie GustavSburg-Aschaffenburg wird verzichten müssen. Aber leider hat es den Anschein, als ob die ganze wasserwirtschaftliche Angeleaenheit heute mehr und mehr zu einer Frage der Eisenbabnpoliltk und Tarifhsbeii ge­worden und ihr damit der neutrale Boden für die Verband- lunaen entzogen ist. Das Verlangen der preußischen Reaie-

gehaltene Sprechstunde des 4. Aktes mit demtoten Bauern" der durch Herrn Uster einen geeigneten Darsteller fand, ver­setzte das Publikum in großes En«rück--n, wenn man dieso- eenan^te Probekur" mitRöntgenstrahlen" und Explikationen überzerrüttete Nerven -Kostüme" undH a l l u n k i Na­tionen" inso'-nannte" Berücksichtigung z eht. Aus der Figur deSGriesinger" bildete Herr Fink einen lieben, jo­vialen Vater, dem an Charakterisierung nicht das mindeste mangelte. Der zahme, liebewe-bende^eigenkünstier" Gerstel lag M Herrn Schneider in besten Händen, dem sich Herr Merker alS derLebensfreude bedürftige Max von Boden" gewandt anschloß. Wie immer in derartigen Aufgaben war Frau Wehn als dieklaisckbaftnde Marmnne" tadellos am Platze. Fräul. I i r s a c (Marie), Fränl. Keppler (Auguste), Frä^l. Iaido (dieblessierte Anna"), Herr Oscarsen (derehrliche Behrmann"), Herr Müller (Jacob) unter­stützten das Ensemble mit sichtlichem Interesse. Die bemâbrte Regie deS Herrn Zeitz kam dem Lustspiel wieder bestens zu statten, und war der stürmische Beifall des vollständig ausverkauften Hauses der schlagendste Beweis für die günstige Aufnahme.

Telegraphischec Wenervertchl der deutschen Seewarte»

Telegramm auS .Hamburg vom 22. Januar 9 Uhr 45 Minuten.

Ein Maximum über 781 mm lagert nordöstlich, ein Mi­nimum unter 758 mm nordwenl ck Schottlands. In Deutsch­land ist das Weiter ruhig und trocken.

Prognose für den 24. Januar: Im Nordwcsien IrübeS, sonst vielfach heiteres Wetter ohne erhebliche Niederschläge wahrscheinlich.

rung, daß Aschaffenburg nicht etwa über den Wert seiner natürlichen Lage hinaus durch Tarismaßreaeln zum Nachteil der unterhalb gelegenen Mainstâdte begünstigt werde, bildet, wie wir annehmen zu müssen glauben, heute das Havp'hinder- ris für das Fortschreiten ber Verhandlungen. ES ist dringend zu wünschen, daß eine Verständigung hierüber zwischen den beteiligten Regierungen zustande kv" mt und wir meinen, sie müßte sich auf dem Wege finden lassen, daß, unbeschadet der grundsätzlichen Aufrechterhaltung der bayerischen Tarifhoheit, doch für bestimmte Fälle dauernde Abmachungen von Staat zu Staat getroffen werden können, welche der wirtschaftlichen Förderung der in Betracht kommenden Gebietsteile zu bienen geeignet und bestimmt sind."

* Zum MalnffasemProjekt. Bekanntlich hatte die preußische StaitSreaiervng den Hafenbau seitens der Stadt zur Voroussttzung einer Kostenbewilligung für die Kanalisierung der Mainstrecke Offenbach-Hanau gemacht, worauf dann ein Beschluß der städtischen Körperschaften folgte, welcher den Bau eines SicherbeitsbafenS bei Hanau aus Mitteln der Stadt im Prinzip genehmigte, allerdings unter der Vom"è- setzltng, daß her Stadt mancherlei Erleichterungen gewännt werden würden. Die Stadtverwaltung hatte u. a. die Be­dingung gestellt, daß (pari.ätisch mit der Stellung Offenbachs und Frankfurts) biejenhen Güter, welche in Hanau von der El'enbahn auf dem Wiff'N'weq ober umgekehrt umgeschlagen würden, dauernd von Kanalabgaben befreit bleiben. Hierzu erklärten d'e Herren Ressortminister erst sich äußern zu können, wenn der Nachweis erbracht wäre, daß nur bei Erfüllung dieser B°diniung die Anlage des HafenS für Hanau wirlichaftlich zu rechtfertigen sei. Die Handelskammer Hanau hat daraufhin eine eingehende Ausarbeitung zu bieter Frage angefertigt und dem Magistrat zur Verfügung gestellt, in der die von den Herren Ministern noch g'wünschte Begründung gegeben ist. AuL wehend von der Besonderheit der Verhält­nisse, die durch Hanaus Lage zwischen Frankfurt und Aickafi-n- bürg und durch die e«gen-"'tige Richtung seiner industriellen Entwicklung bedingt ist, hat die Handelskammer gezeigt, daß eS sich für den künftigen Haken webt darum handeln kann, dem großen Durchgangsverkehr Frankfurts und A chaffen­duras Konkurrenz zu machen und daß auch nicht die örtlichen Bedürf» sse Hanaus allein (wie dies bei Offenbach der Fall) die Ha^ngnlage rechtfertigen können, sondern daß biete ein­mal die Ansiedelung neuer Industriezweige in Hanau er­leichtern, sodann dem Güterverkehr von und nach Hanaus eigenem, gewerblich sehr entwickelten urb noch weit höher ent- wicklunasfâhigen Hinterlande Jtlenen soll, um so die selbständige wirtschaftliche Zukunft des nach dem projektierten Hafen gravi­tierenden Gebiet?s sicher zu stellen. Aus dieser Aufgabe ergibt sich schon, daß wir weniger auf die dem Umschlagsverkehr von Holland und Bel ien nach Bayern und Och-rreich-Ungarn dienenden Ausnahmrtarife r> flaueren, als hauptlâchlich die Vorzüge der Rhein- und Main-Umschlagstarife, soweit für ihre Gewährung auch in f*arau ein B dürinis nachweisbar ist, wünschen, sowie die Freiheit der umgeschlagenen Güter von Kanalabgaben, und zwar nicht etwa bloß aus Rücksichten der Parität gegenüber Frank'urt (womit Offenbach in erster Linie rechnen mußte), sondern insbe'ondere, um dem selbständigen Hanauer Umfd agsverkebr die Rentabilität zu sichern. Als Güter werden für ihn namentlich die folgenden in De'racht kommen: die in der Rhön, im Spessart und Vogelsberg ge> wonnenen Steine, Eisenerze, Grubenhölzer, Zedernrohholz, Roh­tabak und Steinkohlen. Für alle diese Güler hat die Handels­kammer auf Grund der Produkiions- und Absatzbedingungen sowie namentlich der geqenwüuigen und eventuellen künftigeN Transportverhältnisse im einzelnen nachznwerfrn ver'ucht, daß nur bei Gewährung billigster Tarifsätze und Fr-ilassung von Kanalgebühren sich ein die Hafenanlage wiruchafruch recht» fertigender Verkehr in .Canau entfalten kann und es konnten die gewünschten Maßregeln auch alS ein national» wirtsck-afilich bedeutsames Mittel bezeichnet werden, um den Gewerblfl- in unseren von Naiur armen Gebirgs- ae enden zu fördern und die beteiligten Jndmttien in ihrem Wettbewerb nit ausländischer Konkurrenz zu stärken. In dreier Ausarbeitung mußte die Hsndes«kamm-r bezüglich der Steinkohlen bereits auf die Schw,er,gkUten Hinweisen, welche durch Begründung des K o b len ko n t o r S für den Kodlen- markt herbeigeführt worben sind. Daß durch diese Syndikats- bildung, welche Prodnk.ion, Tran-po 1. und Großhandel in sieb vereinigt, eine Gefahr entstanden ist, welche die wirt éaft liebe Bedang des Hafens für die Stadt Hanau ahichwâche« .ann, Benennt die Handelskammer Hanau nicht. Wie die Er- m'ttkiungen ber Handelskammer zu Offenbach ergaben, beherrscht ^aS K o h r e n o n t o r den Frachtenmarkt vollständig; und wenn dies der Fall ist, so ist das Syndikat eben auqenfchein- nch in der Lage, die Differenz zwischen der Wasser- und der Bghnfrgcht nahezu auszugleichen und die Dorieiie der