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Gkneral-Anzeiget
AUllichts Grgllu für Stabt> and Mkreis Kaum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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SerastzvorS. Rebafteart G. Schrecker M H««t.
8?L 17. Fenisprklbanfchsoü Nr. 605.
^reitaa den 20. 5>annar
^trnfvrel’anftfifnß Nr/ffl)5. 1905
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„Amtliche Beilage" Nr. 2.
Hue ßanau Stadt und £and,
Hanau den t0. Januar.
• OrdenSanlepUUft. Den naLbenannteu Personen ist die Erlaubnis jur Anlegung der ihnen verliebenen nicht- preußischen Orden erteilt worden, und zwar: des Ritterkreuzes I Klasse mit der Krone deS Großberzoilich Hessischen Verdienstordens Philipps deS Großmütigen: Dem »'ofrot Seiner Königl. Hoheit des Landgrafen von Hessen Bensing zu Phi'ippSruhe; des Fürstlich Wald''ck'>chen VerdienstkreuzeS 4. Klosie dem Schriftführer deS Sparkasienverbandes für die Provinz Hess-n-Rssau und das Fürstentum Waldeck, Stadtrat B oed i cker zu Cassel.
• Die Hockz^tsaabe deS Nezirksverbandes Gaffel für den Kronprinzen bet deutschen Reiches und von Preußen wird nach einem Beschlusse des Landes - Ausschusses ein Erzeugnis der Eoldschmiedelunll fein, râmlich ein prachtvoller goldener Lumpen, gearbeitet nach dem Vorbild« eineS in der Casseler Gemäldegalerie befindlichen besonders charakteristischen alt-n Hnmpens. Mit dieser Gabe soll jedenfalls auch zum Ausdruck kommen, daß daS Kunstgewnbe in Kurhessen ss^anan) eine blondere Pfleostäste besitzt.
• Handelskammer Hanau. Die Kaiserliche Ober- Postdirektion Gaffel teilt mit, daß Hanau inzwischen weiter z«m Svrechverkehr mit St. Johann-Saarbrücken, Waldkirch (BreiSgon), Boxrel, Arnstein, Heringen (Werra), N-trq, Nansdach, Neukirchen (Kr. Hünkeld), Walldorf (Baven) San^bausin (Amt Heidelbera), Kabl, Dettingen (Main) unv Alzenau — sowie nur für die verkehrsschwachen Tagesstunden mit Göttingen, Leiden, Offenburg (Baden), Freiburg (Öreto* ^au) Lghr (Baden), Herbolzheim (Breisgau), zugelassen worden iß.
• Auswanderunst. Die Anwerbung beutlet Landsleute zur Auswanderung nach Kanada scheint jetzt in größerem Umfange geplant zu sein. Vorsicht ist für Auswanderung-- lustige am Platze, da Spekulanten ihre Hände im Spiel zu haben steinen.
* Stadtiheater. Auf die beute statifindende letzte Aufführung des wirkungsvollen Schwanke- „Der Kilometer* freff er* von Curt Kraatz fei notmols besonders hinge- W’efen. — Der Vorverkauf für die am Sonntag nachmittags bei halben Preisen zur Darstellung gelangende Gelangs- posse »Ein Blitzmädel", sow e für das Lustspiel »Dr. KlauS", welches Sonntag abend neu ein kubiert in Szene geht, findet am Samslaz nachmittag von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt.
* Das Winterfest des landwirtschaftlichen Kreisvereins in Wübelmsbad steht vor der Târ, morgen gbend plâi'se 6 Ubr nimmt es in den zu diesem Zwecke gast- lich hergerichteten Sälen des Kurhauses seinen Anfang. Es sind keine Mühen gescheut worden, un eren Landwirten und deren Familien einige frohe Stunden in ungezwungener Ge- ifUiqfeü zu bereiten, möge nunmehr auch kein Mitglied fern- Hleiben, damit der beabNckliqte Areck, sich einander näher zu kinuen, m»® vollauf erreicht wird.
* Volestumiiche Kunst Ausstellung. Das Material der Kunst-Wander-Ausstellung des Rhein-Mainlschm Verbandes für Voiksoorltsungm und verwandte Bestrebungen (Geschäfls- st-lle Frankfurt a. M., an der Schmivssiute 7» ist von Neu- Isenburg aus nach Oberursel gegangen, wo der dortige Anschuß für Volk-Vorlesungen vom Sonntag den 22. b S einschließlich 29. d. M. eine Ausstellung veranstalten wird. Der Grandbe fand der AusstelluniSobjekte wird durch Kunst- geaenstânde aus dem örtlichen Besttzstan^e Oberurseler Ein- Mvbner, sowie durch Produkte des Öulid en Kunststeißes er- ivmert werden. Die Ausstellung steht in Verbindung mit einer R-ihe von Vorträgen, die Herr Dr. Grein-r ans Darm« fiabt bauen wird. Der Eintrittspreis für Oberurfelex und auswärnge B-'ncher beträgt 10 Pfg-
• lyamittenabenv. Der Gesangverein »Melomanw ' hält am Sonntag den 29. Januar im Saalbau »zum dentichen Haus sein'n diesjährigen Famil,enabend, verbunden m't Abend- unterbaituna und Ball ab. Der Verein, welcher von seinen früheren Festlichkeiten her noch in bester Erinnerung steht unö es versteht, Feste zu feiern, wird auch diesmal ein reich^lttgeS Programm aufweisen, um seinen Besuchern in jeder Weise qe« recht zu werden. Für den musikaliichen Teil wurde eine oor= zâ^ iche Kap lle gewonnen, der humoristische Teil ist in besten sännen und die Glanznummen des Abends, ein hüb'ches Theaterstück, steht unter Leitung einer bekannten Persönlichkeit Som hresigen Stadttheater. So wird außer mehreren hübschen
Chören abwechselnd vieles und schönes geboten wcrden und dem streb amen Verein ist ein volles HauS zu wünschen. 8He zirkuliert. Auch sind Karten in dem Cigorrengeschäft von C. Herkert, Banqeristr. 5, sowie bei allen Mitgliedern zu haben. C^e Jn'e at.)
* Der Verein „Kanaria A/z, Hana« käst vom 20. biS inkt. 22. Januar feine 8. Jrhres-Berbands-Aus- siellung verbunden mit Prämiierung in den Lokalitäten bet Restaurants „zur Stadt Bremen" dabier ab. Die Prämiirung endet voeauSstchll'ch am SamStgg den 21. Januar mittag. Die Ausstellung ist am 1. Tage geöffnet von 4 U^r nachmittags biS 9 Uhr abends, an den übrigen Tagen von 9 Uhr morgens bis 9 Mr ab ndS. Freunde und Gönner b-§ V'rcinS sind freundlichst eingeladen. Eintritt 30 Pfg. 4 P-rlgn.
• • Striterdefrattdatlsn ? In der gestrige« Siadtsersrds netrn«Sitzung wurde von sozialdemokratischer Seite behauptet, ein kiesiges größeres Geschält beziehe seit Jahren are^e lernen Fleisch- und Wurstwaren von auswärts unter falscher Deklaration zum Zweck der Steuerbinterz'khuna. Da der Redner die Lieferung deS einschlägigen Materials, Zeugenbenennung re. versprochen hat, wird man über die Sache ja bald näheres hören.
P. Han^enSrebach, 19. Januar. (Abeudunier- 6altuna.) Dre Turngetell'chast wird nächsten Sonn'aq dm 22., abends 8 Uhr, im Saale deS GastbauseS „zur Sonne" eine Abendunter''alt'mq v-ranstaltm, unter anderem werden auch einre humoristischs Tirolrrüücke zur A ffübrung kommen. Durch frühere Veranstaltungen bal d'e „Turngesellschast" bewiesen, daß sie es versteht, daS Publikum recht zu fesseln und zu unterbaifett, und so zweifeln w-r nickt, daß die ^ânp-r ^nhns nächsten Sonntag auf ein volles Haus rechnen können. Eine Lifte zirkuliert.
Nerpflegttnüskiationen.
FC. Frankfurt a. M.» 19. Jan. Die Delegierten- Versammlung der V e r p f l e g n n g s st a 1 i o n e n im Groß- berzogtum Hesien und der Provinz Hessen-Nassau fand b-me üormit'at 11 Ubr im neuen Magistratssaal im Rö-ner statt. Der Verwiltung' bericht, den Landrat v. Gröning« ®elnbaufen erstattete, nahm Bemg auf die V'rbandlungm im Abzeordnetenkause betriff des Bodelschw'ngb'Poppmheim'icken Ant-aos über die Verpflegungsstationen, dem sich der Minister gegenüber ablehnend verhält. ES wurden im n^aonaenen labre 139 519 Mark verausgabt, gegenüber 170 075 im Vo jähre, an 196 3^7 Personen, gegenüber 23t 662 im Vorjahre. Eingegangen sind die V^rpflegunasstationen in Witzen Hausen und Wallmerod. Als nächste Aufgaben des Verbandes bezeichnete Redner die St-llungna''me zu den Bodetfchw'ngbsichen Reformen und die A iSgestaltung des Stat'onswe'ens. Es baben in C'siel bereit» über letzteren Punkt unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten V r^andlungen stattgefundm. In der Diskussion schlug Landeshauptmann v. Riedesel dm Pfarrer Franke als Bezirksdelegierten für Gaffel vor und schilderte den Geistlichen als sehr vertraut mit dem Stationi wesen, der sich auch um die innere Mission große Verdienste erworben habe. Außer P'arrer Franke wurde auf Vorschlag des Provinzia'direktorS v. Gadern-Mainz als V°r« bandsdelegierten noch Kreisrat Stenq-Oppenbeim «ewäbit. Ministerialrat Braun Darmstadt äu^irte sich dann über das Tbema „neue ©tannen* und empfahl fine Geschästsordnung. Ueber die Rukbebung der Verbindunosstanon Wallmerod entstand eine Diskussion. Landrat Wusiow frug, ob die Av°i Hebung der Staiign nötig gewesen. RegierungSrat ©eibat» M°Sbaden betonte die Noiwendigkeit der Aufhebung l"»s finaaz'rllm Grünen. Nach Beendiaung der Aus'yraâe über den 93?rwa'tuna66eri$t referierte Landrat v. Gröning Lb^die „Bod^tchwinsb'tchen R-^srm-n". Er äußerte sich zuerst über die Bodeli^Mnq'ickkn Grundprinzipien, die dabin gehen, daß Better unb Landstreicher an das Gericht g-bören, während n«r Mittel!sie und Stationswanderer Srationsb'lfe b-"w. die Hitfe der Orisarmenver bände in Anspruch nehmen könnten. Sie hätten dagegen die Pfl ckt für die Unterstützung auch Arbeit zu leisten. Der auf den Stationen angenommene Statiors- Wanderer müsse arbeiten. De Dauer der Arbeit foCe 4 St'lndkn betragen. Die Art der Beschäftigung bistrmmt der Stationsverwalter. Ausgenommen werden soll nur ein mit einem Wand«rschein Versehener, der geren 25 Pfg. o>er zwei Stunden Arbeitsleistung erworben werden kann. AuS Ur Prcx-8 ergab sich, daß alle diese Verpflichtungen verlangt werden, aber nicht alle durchgeiührt werden können. DaS bezog sich besonders auf den Wanderickein, der mangels an Arbeitègelegenbeit nicht überall durch Arbeit erlangt werden lönne. Die Arheitsgekgenheit müsse also auf den Statisnm
weiter auSgebiut werben nötigenfalls durch einen ArbeitSnach weis. Die Tendenz der Bodellchwing'schen Reformen, meinte Referent, sei eine erzieöliche. Der Ciationswanderer solle zu Ordnung und Ebraekübl erzogen werden mit Hilfe des StaateS, von dem energisches Einschreiten gegen Betiler und Landstreicher öer’arct werbe. Dem Verbände erwachse die Pflicht auf die Neueinrichtung von Stationen in Arbeit?untren und Aufhebung überflüssiger Stationen. In der Diskussion nahm zuerst Landrat v. Herzberg -Wiesbaden daS Wort. Er bat zwei VerpflegungSsimionen aufbeben lassen, da sich aus der Praxis ergab, daß Arbeit für die Stationswanderer nicht vorhanden gewesen. Auch könne nicht jeder Steine klopfen, AIS die StationSwanderer Werg zuv^en sollten, haben sie daS Werg in den Ofen gesackt. Auf Wunsch v. Gröning's berichtete bann ©tabtrat Flesch Frankfurt a. M., der im Auf« trage des Magistrats der Versammlung beiwohnte, über Frankfurter Verhältnisse. Die Wanderer erhielten hier einen Schein für eine Herberge, wo sie ein einfaches Nachtquartier und Frühstück erhielten. Ein Arbeit-zwang herrsche nicht. Wer mocums zwei ©»unben arbeiten wolle, erkalte bann nochmals e n besseres Frühstück. SuHbrat Ponfick-Frankfurt sprach über die Verhälinisie in der hiesigen VerpflegungS'iation, seren Kosten vom Verein zur Verhinderung des WanderbettelnS getragen würden. Den Wanderschein hielt er für nötig, da dadurch die W"nderordnung aufrecht erbeben werbe. KreiSrat Steea-Opvendeim bilt große Arbeitsleistungen in den Stationen nicht für durchführbar. Sveit-r bâlt er eS für einen Fehler, die L^ute auf den kleinen Starionen festzuhalten. Sie wollten doch alle in die große Stabt. KreiSrat Fey-Friedberg betonte die Notwendigkeit der Trennung der Statronswanderrr von Arbeitsscheu n. Letztere gekörten inS Pol'z'ialy'. Provinzial- bireftor Breid-rt-G eß n betonte die Schwierigkeiten ser Deformen und Landrat o. Schwertzell-Ziegenhain berichtete über die Starion ZiegenKain U"d hofft, daß die Kreise pro futuro mebr M'Uel zur Verfügung stellen. Provinzialdirekror von Gagern'Mainz meinte, eS fei daS Endziel aller Bestrebungen, den Wanderbettel von der Straße zu verbannen. Er ist der Ansicht, daß sich betreff der Etat onen nichtS schablonisieren lasse, da die VerbSltnisse überall oerschi'den seien. Unter allen Umständen bürfe ein „Kunde" nicht länger als einen Tag aus einer Station liegen. Kreisrat Fey Friedberg schlug vor, die Räume zur Unterbringung her Obdachlosen zu erweitern. K-eiSrat v. Habn- Heppenheim ist der Ansicht, daß die Ein- sührunq der Bodelschwrnab'schen Reformen große Schwierig^ feiten bereiten würden. Landrat v. Gröning brachte hierauf eine Eingabe des PastorS v. Bodelschwinab an den Ober« Präsiden>en v. W ndbeim zur Verlesung, worin gebeten wird, d'e bekannten Bodelschwing'ichen Reformen auch in Hessen- Nassau einz'isühren. v. Gröning stellte den Antrag, eine Kommission einzusetzen, welche sich mit den Bodelschwmg'schm Vor'chiâo-n brassen soll. Mnistcrialrat Braun-Darmstadt unterstützte diesen Vorschlag. ES äußerten sich noch Landes- ba"pj."ann v. Riedeiel-Casiel, der eingehende Prüfung der Bodelschwing'schen Vor'chlâae wünscht, und v. Gagern, der einen baldigen Bericht von der einzusetzenden.Kommission fordert. Der Antrag wurde angenommen.
FC. Wrankfurt a. M., 19. Januar. Die Mitglieder Versammlung des „V-reins für das Großherzogtum Hessen und die Provinz Hessen-Nassau zur Beschäftigung Arbeitsloser" fand hmie nachmittag im MagistratSlasl im „Römer" statt. Den Vorsitz führte Prooinzialdirekcor Dr. Breiderl -Gießen, der auch den 3abre8b?ritt erstattete. Aus demse ben geht hervor, daß der Verein 38 343.68 Mark vereinnahmte und die gleiche Summe verausgabte. DaS Kapitalvermögen belräit 4382.50 Mt. Ueber bie Arbeiter-Kolonie N u Ulrichstein wurde im Voran'ch'ag die Einnahme mit 55 00195 Mk. festgelegt, die gleiche Summe iür Ausgaben. Ausgenommen wurden vom Juli 1903 bis Juni 1904 im Ganzen 424 Mann, g^g°n 472 im Vorjahre. Entlassen wurden 379 gegen 415 im Vorjahre. EnNassungsgrunb war in 271 Fällen „der eigene Wunsch", in 16 Fällen war der, Entlafsungsqrund „nicht tadelsieies Betragen", in 29 Fällen Ueberiritt in eine durch die Kolonie vermittelte Stelle. Im Ganzen waren 40t Dmische in der Kolonie, 2 auS Frank- reich, 12 auS Oesterreich, 7 aus der Schweiz, 1 Russe und 1 Italiener. Was das Gewerbe betrifft, so fanden Unter* kü-ste u. a. 185 Arbeiter, 13 Kaufleute, 27 Schlosser, 11 Bäcker rc., eS waren alle Gewerbe vertreten. Nach der Ne» ligion waren es 293 Evangelische und 130 Kathol.ken, ledig waren 360, verheiratet 20, verwitwet 32. Die Ko'onie verc' pfl tzte an 28 351 Tagen, eeat beitet wurde an 23 414 Tagen. Abgewiesen mußten 78 Personen werden, wegen Ueberfüllung 7/ weil nicht auS dem Nez rk 24, wegen Krankheit 12, weil in der schwarzen Liste 13, wegen Arbeitsunfähigkeit 4, zmSck- getreten 18. Ueber einen geplanten Anbau entspann fl$ eine