Erstes Blatt.
Hanauer U Anzeiger
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IM uab verlegt in der Buchdruckers dB oaâ «,
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn^ und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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9?t» 1 6. Fernsprechanschluß Nr. 605.
Dimnerstaq den 19. Mannar
Fervsprechanschlvß Nr. 605*
1905
Amtliches.
DaS durch Verfügung vom 95. Dezember 1904 erlassene Verbot des Wandels im Umberzieben mit Rèndvieb, Stw inen, Schafen, Ziegen und Geflügel tm Stadt- und Landkreis fraran wird bierbnr* auf die Zeit bis zum 3. Februar 1905 eins di liefilid) ausgedehnt.
Cassel len 18. Januar 1905.
Der Regierungspräsident.
Landkreis Danau. Bekminimachna en des Köniql. Landratsamtts.
Die Maul- nnd Klauenseuche unter dem Nindvich- beflande des Landwirts Georg Geibel in Kessel stadt ist erloschen.
Die innerhalb bei Beobachtung-gebiete- (verql. meine Be- karnimackung vom 22. Dezember 190-4 in Nr 301 des „Hanauer Anzeigers) angeorvnelen Schutzmaßregeln sind aufgehoben worden.
Hanau den 19. Januar 1905.
Der Königliche Landrat.
V 325 I. A.: Conrad, Krei-sekretär.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachung.
In her Bruck köbelerlandstraße sollen in d-m Straßenteik son „Vor derKinziabrückk" bis „Körnerstraße" 37 Kastanien- bânme meistbietend versteigert werden.
Kauflustige werden ermckt. sich am Msniag den 23. Januar d. I., nachmittags 3 Uhr, an der Ecke der Bruchlödelerlandstra^e und Körnerstraße elnzufinden.
Liavthauptkasse. 1315
Bekanntmachung.
Städtische Sparkasse.
Das auf den Namen Fran Professor Israel, Marie geb. Ewald h>er, am 18. September 1900 aus- gefertigte Einlagebuch Nr 9281, lautend über ein Guthaben von 3295 Mk. 05 Psg., ist angeblich verloren worden.
Der etwaige Besitzer des Buches wird gemäß § 26 der Satzungen aufgeforvert, seine Ansprüche binnen 3 Monaten bei uns geltend zu machen, w drigenfalls nach Ablauf der Frist rin neues Einlagebuch ausqeferiigi werden wird.
Hanau den 18. Januar 1905.
Der Vorstand. 1331
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Feuilleton.
Stadtthcatcr in Hanau.
= Hanan, 19. Januar.
Schill-rS tiefbegründetes Zitat: „Mit deS Geschickes Mächten -ist kein kw ger Bund zu flechten" sollte stch gestern wieder einmal in Bezug auf unser Thea>er-R pertoir in gerade nicht willkommenster Wen'e bewahrheiten, indem durch plötzliches Unwohl,ein des Fll. Poldi Sangora aus Frankfurt a. M. die erste Benestzvorstellung zu Gunsten des Frl. Jirsat abgesagt werden mußte und man dafür Ibsens „Gespenster^ ergänzend in den Spielplan einverleibte. Ibsens Ruf als Schriftsteller ist heute weit über die Grenzen stines Vaterlandes Norwegen hinausgegangen und wird krineèwegs zuviel gesagt sein, wenn man ibn oll den modernen Klassiker der gegenwäriioen Literatur bezeichnet. Als langjähriger Leiter verschiedener Theater ist in ihm die Erkenntnis für die Ge- arb iiung noch ungelöster Themata für die Bühne als ein enthüll, es Geheimnis gereift, die er, unterstützt durch sein tiefes M-ntchenstudium, denn auch in ausgiebigster Weise zu einem groß n Zyklus von Dramen verwertete, we'che ihn eben zu rin-m Untversal-Genie in des Wortes höchster Bedeutung stempeln. Aus der großen Reihe seiner literarischen Produkte iei hier nur „Brand", der norwegische „Faust", erwähnt. In seinem Familienvrama „Gespenster" geiß-lt xx in Hochvramatiich eif4ü ternber Art die sogenannte Vereroungsihegris der Generationen, begründet in der alten Weisbenslehre: „Die Sünden der Hier werden Heimgesucht an den Kindern", indem er uni in „Rcgina" und „Oswald" zwei Menschenkinder vor Augen führt, welche beide schwere 'Bâßer als geborene Schuldbelasteie ihrer Väter im Herangereissen Alter werden müssen. Ganz erstaunlich wußte der Auior den szenischen Aufbau, besonders dm des dritte« Aktes, derart feflelub und plastisch Mederzu-
Holz-Vcrsteigerunft.
Mittwoch den 25. Zannar 1905, von morstens VeO Uhr ab, kommen ans (Distrikt 16) Große Horst der Oberförsters Hanau im Kalserhof (Lamboystraße-Hanau) zur Versteigerung;
Elchen r 1 rm Felgen^ olz, 170 rm Scheitholz, 69 rm Knüppelholz, 143 rm Stockholz, 31 Hundert Dellen ReiS 3. Kl.;
Eschen r 16 rm Nutztest 2. Kl. (1 und 2 m lang), 131 rm ed&eit^o^, 103 rm Knüpvel^olz, 144 rm S'vck o^t, 41 Hundert Wellen Reis 3. Kl.; Erlen «Nd Linden; 18 rm Erlen-Nutzicheit 2. Kl. (1 und 2 m lang), 135 rm Scheitholz, 184 rm Knüppelholz, 182 rm Stockholz, 62 Hundert Wellen Reis 3. Kl.
DaS Nutzholz wird iu-rst verkauft. 1339
Kal. Oberförsters Hanan zn Korstbans Neuhof.
Hus Danau Stadt und Land.
Hanan den 19. Januar,
Veamtenversonal-Nachrichten.
kkkuamti: der Privaldoz-nt und Professor in der Bbiko« koptischen Fakultät der Uninerfltit Marburg Dr. Wenck zum ordentlichen Honorar^Profeffor, der Regierungsfekretär C b u n in Caffel zum Rechnnn israt, die Referendare Weidemann und Feußner zu Gerichtsasstsioren, der Landmlssrr Tetzner I in Caffel zum Oberlan'm ffer.
Uebertraaen: dem Förster Brendel zu Kirchlotheim in der Oberiärsterei Alteniotbeim vom 1. März d. I. ab die Försterstelle Ferrenbreitunoen, Ober^örsterei Schmalkalden.
Versetzt: die Landmesser Dunker, seither in Mlsungen, und Kamienski, seither in Cassel, in den G.sschâftsbezirk der Gkneralkommisston zu Düsseldorf, der Landm ff er Schnaale von Elckw-ge nach Wiesbaden, der Zeichner Bock aus dem geodätisb-technischen Vüreau der Generaikommiiston zu Cassel an die Sp'zialkommi'sion II daselbst; von der Verletzung des Lan^mkssers Herberger in Rinteln in den GesLäftsbezirk der Genera'?ammis'"on zu Düsseldorf ist Ab'iand genommen.
Versieben: dem Landrat, Geheimen Reqi-rungsrat Riesch zu Frankenberg der Kronenürden dritter Klasse, dem Kreisbau- mipebor fsippenftiel zu Marburg der Rote Adlerorden vierter Klasse.
* Ernannt» Klauer, Haupimann und Kompaniechef im 13. Inf-Regt., mit der gesetzlichen Peuston zur Di^postlion gestellt und zum Bezèrkèofsizier beim Landw.-Lezirk Hanau ernannt.
schreiben, daß er durch die Wuckt der Wirkung srines Merster- «erkrs in gerade nicht sehr mäßig zu nennender Form an die Nerven der Zuhörer appelliert, — aber jedenfalls seinen Zweck rühmend erreicht bat.
Durch die ganz vorzügliche R'sie bei Herrn Fink kam das Drama o'ne den geringsten Einwand ^ur Darstellung. Herr Schneider, den wir bereits als ein äußerst verwendbares Mitglied unserer Bühne kennen gelernt haben, eröffnete uni gestern durch die Gestaltunz des „Oswald" eine neue Aera seiner künstlerischen Befâbinmg, indem er vnS den Beweis ergab, daß er auch in derart dramatischen Partien ganz hervorrazerdss zu leisten im Stande ist. Der Künstler verstand den von Geburt aus „wurmstickischen, geistig ge- brochrnen" Menschen psychologisch sowie schaulp'elrrisch staunenswert zu gestalten, und bcrecht'gt Herr Schneider zu den günstigsten Hoffnungen für seine stapspi lerische Karritzre. „Pastor Manders", ein Mensch, der durch ferne Lebenser- fa rung in allen an ihn berantretenben Schickialsbestimmungen eine gewisse Abklärung bewahrt, fand in Herrn Fink einen Vertreter, der in Erle igung seiner Partie in jeber Weise gut Muß zu halten wußte und aufs treffendste wirkte. Die schwer- gkpiüfle Frau „Helene Alving", die sorgsame Mutter und lerltste Mitbüßerin der Strafgerichte ihres Hauses, wnrde von Frl. Jiriak w'edergeaeben. und können wir über die Interpretin das Urteil der größten Zufriedenheit fällen, indem ibre Darstellungskunst von gutem , Verständnis und Besonnenheit Zeugte. Herrn Römer war die Rolle des Tischler „Äengstrai d" anomraut, der im Dialog des zweiten Alles etchas zu s'hr in die Deklamation seist l, wodurch der Verstohlene vom Dichter aus äußerst treffend geöffnete Schuft nicht so richtig zur Geltung kam. Im letzten A't hatte der Künstler einice sehr günstige Momente in Verkörperung seiner Partie, aber auch hier mußte er sich v0L, eigenartig klin enden hohen SlimmfäUen bewahren, die dieser durchaus ernsten Figur komische Züze verliehen. Viel Fleiß und guten Willen verriet durch Eriedlguus der ^egine^ ^ Reibens e l l, doch
* Erledtpte Pfarrltell-. Jns-lge Ablebens ihres ke'theriaen Zn^aberS ist die Pkarrstelle zu Amönau zur Erledigung aekommen. Meldnnqsqesuche sind a« Königliches Konststorium in Cassel einzureichen.
* */’ Mark. In nächs'er Woche werden wir daS Vergnügen baben, die neueste Mânzsorle im Verkebr zu sehen. Wie St"ats^ekretär Freiherr v. Stengel gestern im Reichstage erklärte, konnte die Umvrüaung der Fünfzigpsennigstücke nicht mehr binauSgeschoben werden, und el wurde daher Anfang des Jahres mit der Prägung neuer Fünfzigpfennigstücke begonnen. Die n'ue Münze trägt auf der einen Seite die Bezeichunnq */« Mark; He wird, nie der königliche Münz- direklor Conrad mittelst, stch durch einen scharf gezickten Rand merklich von den alten Stücken unterscheiden, wodurch auch eine Verwechselung mit den Aehnpfenniqstücken lehr erschwert, wenn nicht ausgeschlossen ist Die Melallmischung ist ebenfalls eine andere.
* Ein sehr bem^ktnswertrK Urteil über bett Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erbaltung des Dent'cklums im Auslande entbot der letzte Jahresbericht der Hamburger Handelskammer. In demselben heißt el: „Die Erhaltung nnd Förderung bei Deutschtum- im Auslande liegt nicht nur im nationalen Interesse, sondern ist zu leid) von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Der Nutz-n, den die deutschen Auslands- fchulen in nat analer und kultureller Beziehung bewirken, kommt daher dem deutschen Handel mit zuaute. In dieser ErlenntniS haben wir bei den hamburgischen Behörden beantragt, die Bestrebungen der hiestgen Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande durch Gewährung eines 3«» schusses zu fördern." Diese Worte werden nicht verfehlen/ in den weitesten Kreisen von neuem die Aufmerkiamkeit aus den Echulverein hinzulenken. Ganz besonders wird diese Am erkennung des nationalen Wertes des Vereins hier in Hanau inierepieren, da die biestge Ortsgruppe stets auf den Zusammenhang des Handels unb damit der Industrie, soweit sie für das Ausland tätig ist, mit der Sprache hingewielen hat. In diesem Sinne ist auch auf der letzten Haup Versammlung in Cass'l, im Mai vorigen Jahres, der Vertreter der hiesigen Orisqrupp besonders bafür eingetreten, daß den deutschen Schulen in außereuropäischen Ländern in immer steigendem Maße Unterstützungen zugewandt werden. Es wäre zu wün» - schen, daß das Interesse, welches die Hamburger Handelskammer am Auslandschllloerein nimmt, vorbildlich wirkte, auch hier in Hanau. D nn, wenngleich der Verein sich hier einer gewissen Blüte erfreut, unterliegt es doch keinem Zweifel, daß noch eine große Anzahl unserer Mitbürger und deren Frauen, we'che sebr wo^l in bT Loge 9nb, ein Scherflein jährlich bei
wirkte die Rede des letzten Aktes nicht überzeugend. Hier tritt das instinktive Naturel der „Regine" in Bezug auf ihre Abkunft zu Tage, und ist es das erste Mal daß ihre Worte als Ueberzeugungen auS tiefsten Herzen gelten, weshalb diese Wirkung dem Zuhörer nicht verloren gehen bürste.
Der Besuch des Theaters war bedauerlicher Weise ein sehr mäßiger und ist es der Direktion nicht zu verübeln, wenn sie Abstand von Aufführungen derartigen Genres nimmt und stch zu Lustspielen und Schwänken älterer und neuerer Art entschlitßt.
Frinilsurtcr Thcatcr.
OpertthStts. Fre taa. 20. Januar 1905: Geschloffen.
Schauspielhaus. Freitag, 20. Januar 1905, abends 7 Ubr: In neu r Inszenierung und Einstudierung: „Faust". Der Tragödie 2. Teil in 6 Akten von Goethe. (Zwu'ier Atzend, 4., 5. und 6. Akt.) Abonnement D 11. Vorstellung. Gew. Preise.
rclegraphlscher Wenerdtricht Der deutschen Seewane.
DetKgxamm arr§ Hamburg vom 19. Janr-ar 9 Uhr 30 Minuten.
Ein Maximum über 78t mm lagert über Nordrußland, ein Minima unter 761 mm westlich Schottland-, das Baromtter ist im Norden und Mitteleuropa stark gestiegen, in Deutich and ist das Weiler ruhig, im Norden meist Heuer, im Süden trübe, auch ist Schnee gefallen.
Prognose für den 20. Januar: Ruß" ' leid heitere» teil! nebliges Flostwetler wahrscheinlich.