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Oâautt «ab vslegr ta der BuchdruSerrt M m& «. WmjachaujeL in Harum,

General-Auzeiger

Amttiches Orga» für Stob und Mkreis Hasaa

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage»

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BâWsM. Näsktmer S. Schreckes e H«â

Nr. 7. gmtforeMw Nr. 605. Montan bett 9. Januar

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Fer«s»rech«ii!^kuß Nr. 605.

1905

Amtliches.

Candkreie Danau.

ScIüiuilma^nHoro des SünfqL SlmdratsMtes.

Nachsiekende Bestimmungen, betreffend die Nacksuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste, werden hier­durch wiederholt besannt gemacht.

Die Berechtigung zum einiöhrii-freiwill'ge» Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Leben? jähre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Vertu>1 des Anrechtes spätestens bis zum 1. Avril des ersten Milnärpflicktjahres zu erbringen.

Wer die Berechtigung nachsuchen will, bat sich bei der Prüfungskommission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige ge- stellnngspsilchng ist, spätestens bis zum 1, Februar des ersten Mililârpflichtjabres schr ftlich zu melden.

Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Früh­jahr, die andere im Herbst.

Das Gesuch um Iulaffung zur Prüfung muß für die Frübjahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens bis mm 1. August angebracht werden.

Hanau den 2. Januar 1905.

Der Königliche Landrat.

I. A.: Conrad, KreiSlekretär.

Oberrealschule zu Hanau.

Anmeldunaen zur Vorschule und zur Oberrealschule für das Schuljahr 1905/06 nimmt der Unterzeichnete unter Vorlaw des Gkburts- und Impf cheineS sonne etwaiger Schulzeugnisse von Montag den 16. bis Donnerstag den 26. Januar, täglich von 10-12 Uhr vormittags im Schulgebäude. Gnmmstrvße 25, entgegen.

Hanan dru 9. Januar 1905.

Der Direktor der Oberrealschule.

Er. F. Schmidt. 584

Schulnachrichten. Städtische höhere Mädchenschule.

Anmeldungen für das Schuljahr 1905/06 werden von Montag den 16. bis Donnerstag den 26. Januar/ vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Eteinheimerstraße 37, entgegengenommen, und ei sind hierbei die Geburts- und Impfscheine vorzulegen. An Stelle der G burtsurkunde genügt auch die Vorlage des Familien Stammbuches. '

Feuilleton.

Stadtthcatcr in Hanau.

Hana«, 8. Januar.

Der Name Paul Oskar Höcker, dessen Sckaulplel ^Wappenhänse" gestern zum ersten Male an unserer Bühne zur Darstellung gelangte, hat in den letzten Jahren in der Schriflstellerwelt eine Beachtung genossen, die ihm zu einer Repwation wohlklingendster Art verhalf, indem er durch Ver- öffenilickung kulturhistorischer Romane und Erzwungen in modernen Zeitschriften, wie beispielsweise in derWoch-", sich als äußerst beliebter und g°rn gelesener M'Mrbeiter betätigte. Als Sohn des berühmten Schauspielers R"kolf Höcker widmete er sich anfangs dem Studium der Kompost 'on, bis er später den ibm nicht zussqenden Beruf eines Kapellmeisters ausgab, um sich seinem von Natur aus stark begünsi-zten Talent für die Schriflst llerei voll und ganz zu erg ben. Der g-strigen Novität liegt wohl ein gesundes Motiv zu ^runbe, das sich vielleirt mit dem Sprichwort:Böse Gesellschaft verdirbt gt'w Sitten" decken dürfte, während der behandelte Stoff eher als Sujet eines Ro man es geeignet erscheint, da derselbe sät ein vierakliges Schau'piel unzulänglich ausreicht und die eigentliche Handlung in jedem Akt durch Gemaltszentu künstlich hin zezo^en wrd, wodurch der Schein der Wrklichkeit sbr verwischt wird. In Bezug auf die Charakteristik einztlner Personen, wie z. B. des Dr. Wappenhans und desDchudl", bieten sich einige Mängel, die teils in der Ausarbeitung, teils in der Wahr- sldemuchkeit ihrer Taten greifet aufkommen lassen. Möge der 'slg^ide Inhalt hierüber orientieren: Dr. med. Fritz Wappen- Hans führte mit seiner ihm in jeder Weise ergebenen Gemahlin Lene eine glückliche Ehe, die sich aber in den. letzten Jahren etwas trübte durch ein getretene pekuniäre Mißstände, verursacht ^urch die flatterhafte Lebensweise unb Genußsucht des Dr.

Schulpflichtig werden zu Ostern d. I». alle Kinder, welche bis zum 30. September b. Js. das 6. Lebensjahr zurück­legen, sofern sie in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schulbesuche reif erscheinen.

Hanan den 9. Januar 1905.

Der Direktor.

Bungenstab. 685

Gefundene und verlorene Kegenstünde rc.

Gefunden: In der Johmniskirche liegen geblieben 2 Gesangbücher (kleines Formst), verschiedene weiße Taschen­tücher, 1 weißer und 1 schwarzer Kindermuff, verschiedene einzelne Handschuhe; abzuholen in der Wohnung des Kirchen­dieners.

Hanau den 9. Januar1905.

Hue Danau Stadt und Cand.

Hana« den . Januar.

* Amtseinführung. In der festlich geschmückten« hsnneskircke fand im gestrigen VormittagSaoite'diensie die feier» Uche Einführung des ersten Pfarrers Herrn Carl ^u65 in sein Amt durch den Generalluperintendenten Herrn Pfeiffer- Cassel statt. Die Io^anneskirchengemeinde hatte daS geräumige Gotteshaus bis auf den letzten Platz yl füllt, um auch äußer­lich die Freude zu bekunden, den noch von früher her in guter Erinnerung stehenden neuen Seelsorger begrüßen zu dürfen. He-r Generalsuverintendent Pfeiffer entbot in markuen Worten seinen Gruß der Johannesgemeinde, die ihm blon­der S ans Herz gewachsen sei, mit der sich für ihn besonders hebre Erinnernng-n verknüpften. Nach erfolgter Einführung hielt Herr Pfarrer Fuchs seine Antriitspredigt, die ihn als gewaltip-n Kanzelredner erkennen ließ. Der Kirchengesang« verein trug unter Leitung seines Diri Zenten Herrn Breiden­bach einige prächtige Chöre in wohlgelungener Weste vor.

Landwehr bezirk Hana«. Zum Kommandeur des Landwehrbezirks Hanau wurde Major r. D. von Köppen, bisher Bataillons - Kommandeur im Pommer'schen Füsilier- Regiment Nr. 34, ernannt.

* Nene Reichsbanknebensielle. Am 1. Februar wird in Steele eine von der Reichebankstelle in Essen a. d. Ruhr abhängige Reicksbanknebenstelle eröffnet werden.

Für den Erweiterungsbau des Evang. Diaksnisseuheims bat N. N. als Dankopfer für gnädige Führung dv^ch 50 Jahre Herrn Pfarrer Neßler einen Hundertmarkichein zugesandt. Dem dankbaren Jubilare herz­lichen Denk.

* Ausschuß für Volksvorlesungen. Für den morgen abend in her Aula der ^eickenokademie f'atlfindendkn '

Wappenhans, der, wie er sich ausdrückt,lustige Menschen brausst. d''e ihn nickt zu einem Trauer'.loß sinken (offen". Die Gewissenlosigkeit in seinem Beruf zeitigt eine derartige Gleich- gühigfeit, daß er zu der schw'-r^en Operation eines K ndes seinen A ststkntm Bnzello bevollmächtigt, der noch nicht W Siaats xasien bestanden und nun durch seine ungenügende C lführnnq der Cchu>dbelaste«e einer Katastrophe bei btm Kinde wird, indem letzteres durch die Fahrlässigkeit der S.^nbhntgS« weste am L'bm nicht mehr zu erhalten war. Merkwü^virer Wnse.hU hier der Dichter den Cmrakter des Buz-llo gerade so gezeichnet, wie den dts Dr. Wwpwhans, eine Fügung, die etrooS ouffall''nd erscheint. Nun «od dem Dr. Wappen mus auch einmal das Glück Hold sein, indem ihm die Schwester seiner Frau Annchen Koltschote die freudige Nachricht eröffnet, daß er durch Protektion ihres Mannes für den Leiter der chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses in Königsberg m't 12000 Mark Gehalt vorgesehen sei, was in ihm den spärlich glimmenden L'bensgeist für seine @nften§ wieder auf­lodern läßt. Aber dies hält ihn trotzdem nicht ab, mit seinen lieben gleichwertigen Zechkumpanen, ehemaligen Smdenten und derzeitigen verkommenen Genies, bei einer Malerin Hansi Bloem in einem Nachbarort große Biergelage und heitere Stutiden zu arrangieren, die fast den halben zweiten Akt in Anspruch nehmen und in auffallender Weise an Otto Ernst'sJugend von heute" erinnern. Plötzlich wird nun dieser S immung Einhalt geboten durch das Er­scheinen Lenes, die nolena volens Zeugin des Zerstreuungs- Asyls ihres Mannes unter herzabstoßenden Gefühlen werden mußte, da sie ihm die wichtige Mitteilung zu übermitteln hat, daß er in den nächsten Tagen bchufs Nachweis seiner Fähigkeiten, in Anbetracht der ihn erwartenden Stellung, einen Vortrag auf dem Aerzte-Kongreß zu halten habe. Er entschließt sich sofort mit seiner Gattin abzu reisen, läßt diese einstweilen voraus zur Bahn gehen und versäumt durch seine obligatorischen Abschiedsreden schließlich den Zug, ein Um= fignd, der für ibn wieher ein Grund wird, im Kreise feiner

Vorirag über Pompeji sind noch Eintrittskarten zum ermäßigten Preise in den bekannten Verkaufsstellen zu haben.

Stadttheater. Wocheistpstlplan. Mittwoch: Neu einfinbiert:Im bunten Rock", Lustspiel in 3 Akten von Schönthan und Frhrn. v. Scklickt; Freitag: F r e i i st der Bursch", Studentenschauspiel von Paul Grabern; Sonntag: Neueinstudiert:Der Pfarrer von Kirch­feld", Volksstück von Ludw. Anzengruber. Eines der besten und wirkungsvollsten Lustspiele der letzten Jahre, das auch hier mit so starkem Beifall ausgenommen? reizende Werk: ^Im bunten Rock" von Schönthan u. Frhrn. v. Schlicht wird am Mittwoch neu einstudiert wieder zur Aufführung ge­langen.

D«rnerische§. Der geschäft-führende Ausschuß des 9. Kreises der deutschen Turnersckakt beschloß in seiner sestriaen Sitzung den diesjährigen Kreisturntag Sonntag den 2. April in Saarbrücken abzuhalten. Die erste Kreièwelturner- stunde findet am 7. Mai in Bockenheim, die zweite am 17. September in Ganalqe?heim statt.

Die Hanauer Buchdrucker begingen am Sams­tag im Saale derStadt Bremm" ihre Weihnachtsfeier. Ein gut ausgewähltes und in flottem Tempo tadellos durch- ge^ü^rtes sehr unterkaltendeS Prowamm ließ bald die ant» mir leite Stimmung erstehen, die durch die anschließenden Dall- lustbarkeiten roch verbessert wurde und der ganzen Veran- fiahung den Stempel schöner Behaglichkeit au'drâckie. Sicher­lich werden sich alle die zahlreichen Teilnehmer dieses amüsanten Abends jederzeit gerne erinnern.

Oberbayrisches Bauerntheater. Da» Ober­bayrische Bauerntheater hatte gestern zu beiden Vorstellungen ein ausverkaufles HauS erzielt, ein wohlverdienter Erfolg seiner prächiigen Leistungen. AlS Abendvorstellung wurdk Bruder Martin" gegeben, ein Stück voll urwüchsigen Humor-, daS die Hörer nicht auS dem Lachen herauskommen ließ. Wir kaben bereits am Samstag die lobende Besprechung eines Offenbacher Blattes über Lie Aufführung des Stückes daselbst wiedergegeben, wir können dieselbe voll und ganz unterschreiben. Bruder Martin", der Prachtkerl von einem Bettelmönck, hat für jeden sein unfehlbar wirkendes Mittel, sowohl für körper­liche, wie für seelische Leiden, ganz besonders für die letzteren. Bei seinem Erscheinen trifft er viel Hader und Zank unter seinen Bekannten, er verläßt sie als ausgelöhnte glückliche L'Ute. Selbstverständlich werden die einzelnen Versöhnungs* aste mit einem luP gen Schuhplattler oder einem hübschen Gesang geschloffen, ohne diese ja kein rechtes Alpenstück. Auch hier klapvte alles vorzüglich, deS Beifalls war kein Ende.

Silberne Hochzeit feiert morgen das Ehepaar A. Gimpel (Friedberger Hof.")

aufrichtigen" Anhänger bis zum anderen Morgen durchzu sumpfen. Am folgenden Tage beschließt er nun fest und sicher seiner Gattin gegenüber, die Angelegenheit des Vor­trages jetzt ernst zu nehmen unb will sich präparieren, als unerwartet Hansi Bloem ihn persönlich in Kenntnis setzt, daß der Vorfall über die Behandlung des Kindes durch feinen Assistenten in einem für ihn (Dr. Wappcnhans) kompro­mittierenden Artikel in der Zeitung durch einen Berichterstatter veröffentlicht würde. Er eilte also sofort mit Hansi weg um nach Möglichkeit dieses Geschehnis zu verhindern, und diese seine Abwesenheit macht sich nun Leopold Tschudi, einer aus der fidelen Gesellschaft, zu Nutze, um Lene für sich zu gewinnen, da er sie durch die Schilderung ihres Mannes lieb gewonnen hätte. Diese Tatsache scheint uns nun auch etwas gewagt. Nachdem Lene einsieht, mit wem sie es hier zu tun hat, wer die Umgebung ihres Mannes ausmacht, und nachdem sie Fritz mit Hansi Bloem wieder in lustige Gesellschaft enteilt /glaubt, da bricht ihr denn doch das Herz und sie beschließt, sich in's Waffer zu stürzen. Sie ver läßt das Haus, begibt sich zuerst zu ihrer Schwester, erfährt von dem Erfolg des inzwischen stattgehabten Vortrages ihres Mannes unb wird durch die Sehnsucht doch nochmals zu $ut zurückgetrieben, woselbst Aenuchen die Hiobspost überbringt, daß er beim doch nicht der Erwählte für die bewußte Position sein könne, da sein Vergehen bereits bekannt sei. Er steht nun ein, daß ehrliches, rechtschaffenes Streben der einzige Weg zum hehren Ziele des Erfolges ist, verzichtet in Zu­kunft auf feineFreunde", sucht von neuem sich nun für seine Familie einen Ruf zu erringen, und kommt zur Er^ kenntnis, daß das LebenCharaktere" fordert. Unter der sorgsamen Regie des Herrn Zeitz ging das Stück tadel­los m Szene und fand einen achtbaren Beifall. In ganz hervorragender Weise charakterisierte RrL HelUot dir Helene", dre den Schmerz und die Freude in so fünft Genscher Weise abgetönt zu verbinden verstand, daß wir bieu Rolle mit zu den vollendetsten der Künstlerin zählen können