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KrstMSHâÄ IM M^ moruttüch 60 M. für E. MW.sr Abo-mem-o mir ton bsrefjrvdeo PoKrmgchtag, Lis eMMs Nuoona, tspK 10 Wz.

GÄMÄ UM Dalegt in der Buchdrucker« ssâ «. Walsch aryeS in Hamm.

General-Anzeiger

Amtliches ÄW» für StsA- »nd faiMrris faaaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 5.

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Fenisprechlmschluß Nr. 605.

kreisn« den 6. Mannar

Fervsprechaaschluß Nr. 605.

1905

MEt

Amtliches.

Candkreis Ranau. nmitwlichiin-'tn des KSniql. Landratsamtes.

Die diesjährigen Nnterrkchtskttrse zur Ausbtwuug von Obstbaumwärtern an der Lehranstalt für Obstbau- und Obstoerwertung in Oberzwehreit bei Cassel sind wie folgt feftqefp^t:

6-wöckentlicher ^auptkursus vom 6. März bis 15. April, 2-wöckentIicher Sommernackkursus vom 10. bis 22. Juli, 2-wöchemlicher Herbstnachkursus vom 16. bis 28. Oktober.

Etwaigen Teilnehmern aus dem Landkreise Hinau werden Beihilfen zu ihren Unterhaltungskosten aus Kreis- und Ge- memdemitteln in Aussicht gestellt.

Anmeldungen sind durch Vermittelung der Herren Bürger­meister bis zum 15. Februar bei mir anzubringen.

Die Satzungen der Anstalt können im Bureau des Kreis- Ausschusses eingesehen werden.

Hanau den 4. Januar 1905.

Der Königliche Landrat.

J 91t. A 77 v. Beckerath.

Verdingung

Neubau der Schule in Hochstadt.

Die zu dem vorgenannten Neubau mit Nebenanlagen er­forderlichen Lieferungen und Arbeiten sollen im ganzen öffent­lich verdungen werden.

Die Verdinaungsunterlagen können gegen postfreie Ein- sendung von 2,00 Mt. von dem Bureau der Königlichen Kreisba^mspeklion bezogen werden.

Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf

Montag den 16. Januar 1905, vormittags 11 Uhr, festgeietzten Eröffnungstermin, weider im Geschäftszimmer der Königlichen Kreisbauinspekti-n, Augustastraste 35, abge­halten wird, einzureichen.

Zeichnungen und Verdingungsunterlagen sind daselbst ein« zusehen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 5. Januar 1905.

Der Königlche Baurat. Becker. 406

B ekanntmachung.

Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen. Hafer und Roggenstroh aus der letzten Ernte

Feuilleton.

Die Märchen der Brüder Grimm. Mch einem AufsatzDe Sprookjes van Grimm" von L. Knappert in der ZeüjchrlftDe Tijdspiegel* 1896. aus dem Holländischen übersetzt von Heinrich Heusoh«.

(Schluß).

Es sind Scherze von dieser Art, die allezeit den VolkS- Humor gekennzeichnet haben. Der Bou-r, der mit seinen Talern längs eines Grabens geht und die Frö'ckeak, ak, ak!" rufen hört, bis er bös wird, das Geld ins Wasser wirst:Zählt doch selbst, Dummköpfe!" (Nr. 7.) Der Hase, der in einem Wettlauf durch den Igel betrogen wird. Der Igel denkt: Der Hase vertraut auf seine langen Beine, aber ich will ihn wohl kriegen. Zu Hause erzählt er die Sache seiner Frau. Wo ist Dein Verstand?" ruft sie.Du willst mit dem Hasen um die Wette laufen?"Halt Deinen Mund, Frau," sagt der Igel,mische Dich nicht in Männersachen; kleide dich an und komm mit." Als sie nun auf dem Weg sind, sagt der Igel:Auf diesem langen Acker werden wir laufen. Der Hale in einer Furche, ich in einer anderen. Nun hast du nichts anderes zu tun, als Dich an das Ende meiner Furche zu setzen und wenn der Hase angelaufen kommt, rufst Du: Ich bin schon da." Auf diele Weise wird der Hase be- trogen. Als er an das Ende der Furche kommt, ruft bte Frau des Igels ihm zu:?4 bin schon da!" Der Hase glaubte, daß es der Igel selber sei,denn dem Igel feine Frau sieht just so aus, wie ihr Mann." So lief der Ha,e dreiundsiebzigmal; dann gab er es auf und hatte die H-eUe verloren. (Nr. 187.)

Dies ist in ihrer Art hohe Kunst und wieoiel aufeinander­folgenden Ge chlechtern hat sie nicht an langen Winterabenden bie Zeit vertrieben! Aber gerade dieses Märchen vom Halen und Igel bringt die Bedenken in Erinnerung, die auch in der

zu den gangbaren Tagespreisen fort. Der Bedarf an Heu ist bis auf einige Fuhren oedeckt.

Es werden selbst die kleinsten Mengen, Roggen jedoch nur in Wagenladungen angenommen.

Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige An­meldung an jedem Wochentage von 8-12 Uhr vormittags und von 24 Uhr nachmittags erfolgen.

Hanan den 5. Januar 1905.

Königliches Proviantamt. V 94

Gefundene und derlorene Gegenstände rr.

Gefunden: Auf dem Wege vom Neuwirtshaus nach, der Pulverfabrik eine Ta^chmukr mit K tte ; an der Haltestelle Groß-Krotzenburg 1 Traurig, gezeichnet E. Klasffrt 8./2. 91. Die beiden Gegenstände können auf dem Bürgermeisteramt in Groß Krotzenburg abaeholt werden.

Hanau den 6. Januar 1905.

Hua Ranau Stadt und Cand.

Hanau den 6. Januar.

Veamtenpersoual-Nachrichtetl.

Ernannt: die Amtsrichter Dr. eurer in Arolsen, Wiskemann in Orb, T bwmaszik in Schmalkalden und Wagner in Fulda zu AmtSgerichtsräten, der Referendar Krenzien zum Gericktsassessor, der Nechtskandidat Levi zum Referendar, der Rektor zu Aveleru, past extr. August Fett, zum Pfarrer in Wittelsberg, Klasse Kirchhain, der Pfarrer Wittekindt zu Carlshasen zum Pfarrer an der Hofoemelnde zu Cassel.

Ueberwiesen: der GerickiLsassesssr Drake in Hannover dem Amtsgericht in Obernkirchen zur Beschäftigung.

Verlest: der Förster Bergmann zu Schletzenhausen in der Oberförster« Giesel vam 1. Februar d. J. ab auf die Försterstelle Bieber, Oberförster« Bieber.

Verlieben: dem Sanitätsrat Dr. med. Michel et zu Bad Nenndorf der T"elKöniglicher Brunnenarzt", den Rechtsanwälten und Domren Aulig in Rotenburg a/F. und Dr. Jsusenal in Cassel der Charakter als Justizrat, dem Kreistierarzt a. D. Brandau zu Homberg der Königliche Kronenorden 8. Klasse, dem Rentmeister Jost in Melmngen und den KreiSsekretâren Voß in Marburg und Wicher in Hofgeismar der Charakter als Necknungsrai, dem Gerichts- schreibet', Kanzleirat Maurer in Co:bach der Rote Adler- Orden 4. Klasse, den Förstern Christ zu Forsthaus Wüste­feld, Blau zu Ellingshausen, Körner zu Nentershausen, Rauhut zu Niederrodenbach, Eng el and zu Forsthaus 9offfif. Schindewslf zu Forsthaus Eichborst, Becker zu

letzten Zeit vor allem durch Pädagogen gegen das Märchen geltend gemacht wurden. Das Märchen, sagen sie, lehrt die Kinder nicht viel Gutes. Denn bei ihm ist nickt bte Frage, ob jemand tugendhaft, nur ob er schlau ist; nicht ob er Recht, nur ob er Kraft hat. Es wird nicht gefragt nach Pflicht, nur nach Lust, nicht nach -Gesetz, nur nach Begierde. Und also macht das Märchen das sittliche Urteil unlauter.Aus diesem Grunde", sagte das Märchen,lieben sie mich nicht mehr. Ueberall begegnen mir kalte Bltcke." (Hauff, Märchen als Almanach.)

Wäre es in der Tat so, das Märchen würde von unserem häuslichen ^erb verbannt werden müssen. Mehr denn Ein- bildungskrast und Gefühl gelten Ehrlichkeit und Recht und alle Schätze der Poesie sinken im Wert vor dem strengen Pflicht- betriff. Aber es ist nicht *. Nicht bei jedem kommt die Moral hintennach und glücklicherweise:.Hieraus lernt Ihr, daß Ihr so und so tun müßt." Auch wird in einigen eine verdächtige , Moral gepredigt: das tapfere Schneiderlein, das sieben durch einen Streich getötet hat, kommt durch Betrug in der Welt vorwärts. Doch in der Mehrheit herrscht gerade der kindliche Glaube an eine sittliche W-liordnung, nach welchem das Gute glücklich macht, das Post aber zum Verderben führt; herrscht auch ein lebendiges Gefühl für Treue und Recht und Pflicht. In 'Der eiierne Heinrich" will bte Prinzessin ihrem dem Frosch gegeb'nen Versprechen nicht nackkommen. Aber der König, ihr Vater, sagt:Was du verbrochen hast, mußt du halten; der dir half, als du in Not warst, den sollst du nun nickt verlassen " (Nr. 1.) Der getreue Johannes wird von Kopf bis zu Füßen"in Stein verwandelt, weil er seinen jungen Herrn und dessen Gemahlin vor Unheil warnt. (Nr. 6.) J'è nickt die Schwesterliebe rührend gezeichnet inDie zwölf Brüder" (Nr. 9) undDie sechs Schwäne" (Nr. 49)? Diese beiden Märchen sind so fein. im Ton, von so ecktem Gefühl, ba& ich wünschen möchte, sie hier abichreiben zu dürfen.Das Kind im Grabe" (Nr. 109>, das nicht schlafen kann, weil

Wikb mannshausen, Braunß zu Kirchditmold, Rapsilber zu Forsthaus Dannenberg, Cüburg zu Cappel, Lampe zu Forsthaus Teichwielenwald, Schmidt zu Forsthaus Haide, Münscher zu Forstbaus Steinboß, Scheurer zu Josbach der Charakter Hegemeister.

* Schitlpeesonallen. Bestätigt: die Wahl bet Lebrer Fuckel zu Barmen, Klug zu Bücken, Kr. Hopa, und Schmidt zu Magdeburg zu Mittelfchullebrern in Hanau. Versetzt: die Lebrer Rüffer zu Schiffelbach, Kr. Kirch­ham. an die ev. Schule zu Dörni-bpim, Blumenstein zu Rückingen an die ev. Schule zu Mühlhausen, Kr. Homberg, Wörner zu Bischs^heim an die evang. Schule zu Enkheim, Norwig zu Hattraback, Kr. Herè^eld, an die ev. Schule zu Rückingen, Reichmann zu Roßback, Kr. Gelnhausen, an die kaih. Schule zu Großkrotzenbvrg, Euler zu Oberzell, Kr. Schlüchtern, an die evana. Schuie zu Bischofsheim. E n t« lassen: der Lehrer Bührmann zu Hanau zwecks Ueber­nahme ein-r Schulstelle an der kaufmännischen Fortbildungs­schule zu Hanau, der L^rer Schuck zu Niederrodenbach zwecks UebertrutS in den Sckuldienst des Reg.-Bez. Wiesbadm.

Ein Verfrühter? Als eiwas gar zu voreilige Frühlingsbote wurdeuns ein vollkommenausgeschlöpfterSchmetter- Img und zwar einTrauermantel", eine ziemlich seltene Gat­tung, überbracht. Da wir gerade erst in der Mitte bei Win^ Urs stehen, so bleibt es zweifelhaft, ob der seltene Wintergasr etwa seine Flugzeit (von Mai bis September) im vorigen Jahr gründlich verichiaftn hat und j'tzt erst susgeschlüpst ist ober ob er als gar zu voreiliger Frühlingsbote etliche Monate zu früh aufgestandkn ist. Auf jeden Fall hat er nicht geabnt, daß ihn zur Zeit seines AuLsch.üpsens hier 15 Grad Kälte er­warteten.

* Sta-ttheat-E. Die beste Lustspiel-Novität der Spiel­zeit:Liebesmanöver" von Kraatz und Frhrn v. Schlicht wird heute zum letzten Male gegeben und weisen wir auf das mit so großem Erfolge aufgeführte Stück ganz besonders bin. Am Sonntag nachmittag geht Halbes LiebesdramaJu­gend" bei halben Teilen in Szene und wollen wir aus dieses Meisterwerk nochmals aufmerksam machen. Die Sckauipiel-NovitätW a p p e n b â u s e" von Paul Oskar Höcker, welche Sonniag abend erstmalig zur Aufführung ge­langt, gehört zu den interessantesten Erscheinungen der mo­dernen L'leratur. Em feiner psychologischer Aufbau in den Hauptrollen, die treffende Milèeuzeichnung des Heimes einer Malerin, sowie einige charakteristi'cke Künstlertypen sind beni Verfasser hervorragend gelungen. Das Schauspiel ist äußerst packend in fesselndem Dialog geschrieben und wird im Verein mit einer bemerkenswerten Technik auch einer starken Bühnen­wirkung vewiß fein. Der Vorverkauf für die beiden Sonn-

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sein Toienhemdchen nicht trocken werden ro-8 von all den Tränen, die seine Mutter darauf weint, ist eines der schönsten Erzeugnisse germanischer Volkspoe'le. Und was geht über die reizende Naivetät vonDer Schneider im Himmel." (Nr. 35? Er sitzt auf dem goldenen Stuhl, von wo er alle Dinge au" Erden übersehen kann. Er erspäht eine alte Frau, die am Bache Kleider wâicht und heimlich zwei Tücher zurückbehält, Darauf wirb er so böse, daß er einen goldenen Fußschemel ergreift und ihn hinunter, der alten Diebin auf den Kopf wirft. Aber da kommt unser Herrgott und sagt^Wenn ich auch so rasch erzürnt wäre, dann hätte ich schon längst in dem ganzen Himmel keine Stühle, Bänke und Sessel mehr übrig, lonoern hätte alles hinunter auf die Süi-d.r geworfen." Häusliche Tugend, Fleiß, Arbeitsamkeit stehen in hohen Ehren und inSchneeweißchen und Rosenrot" (Nr. 161) kommt ein prächtiges Bild vor von einer geselligen winterlichen Häus­lichkeit. Mehrmals besängt den Abwesenden ein heftiges Ver­langen nach dem alten Hause und der Stätte seiner Geburt. BeiFrau Holle" <Nr. 24) hatte das Mädchen es herrlich und gut, aber doch wurde es traurig und wußte selbst nicht warum, endlich merkte es, daß es Heimweh war. Und daß tiefe Seelenkunde in unseren Märchen ist, bezeugtSchneewitt­chen" (Nr. 53), wo die Mißgunst der bösen Königin gezeichnet wird.Dann schossen Neid und Hockmut in ihrem Herzeq noch höher auf, daß sie Tag und Nackt keine Ruhe mehr hatte." Uub Schneewittchen selbst in blanker Unschuld, kann bloß nicht glauben an die Bosheit der Königin. Auch die Tiere sind für gute Regungen empfänglich. Der Hahn begräbt das tote Hühnchen, wirft einen Hügel auf über seinem Grabe, setzt sich darauf nieder und trauert so lange, bis er auch stirbt. (Nr. 80).

Lasse sich niemand bange sein: Märchen find ausgezeichnet für den Geist der Kinder. Es sei denn, daß man die Ein­bildungskraft für schädlich erachtet, wie Gradgrind i« DickensSchlechte Zeiten."In dieser Welt haben wir nichts anders als Tatsachen nötig, mein Herr, nichts anders als Tatmchen." Aber ich denke, daß Thomas Grad-