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General-Anzeiger.
Amtlicher Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantworte. RedaNcur : ®. Schrecker in HanM.
Nr. 2 95. Fânsprechanschluß Nr. «05. ^reitaa den 18. Dezember Fernsprechanschluß Nr. 605. 1903
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Amtliche».
Stadtkreis Danau.
Auf Grund des § 18 des Gesetzes vom 12. März 1881 betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen sind als Sachverständige zwecks Abschätzung des gemeinen Wertes der auf polizeiliche Anordnung getöteten oder nach die'er Anordnung an der Seuche gefallenen Tiere für den Stadtkreis Hanau für 1904 die Herren
Rentner Philipp Föll,
Metzgermeister Andreas Schindler und Bierbrauereibesitzer Friedrich Baader hier wiedergewählt worden.
Hanau den 16. Dezember 1903.
Die Schätzung der Einnahmen undAusgaben des Jahres 1902, welche bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für 1903 vorgenommen wurde, ergab bereits eine voraussichtliche Ueberzahlung von 14800 Mk. Sie wurde belegt mit folgenden (geschätzten) Zahlen Gaswerk Mindereinnahme . . Elektrizitätswerk desgl. . . .
Wasserwerk Mehreinnahme . . . 1500 Mk.
Steuern desgl. ...... 8700 „
10 000 Mk.
15 000 „
25 000 Mk.
10 200 „
Weniger 14 800 Mk.
Die Mehr- bezw. Mindereinnahm stellten sich jedoch folgendermaßen
P 10156
Königliche Polizei-Direktion, v. Beckerath.
Gaswerk
Elektrizitätswerk
Wasserwerk
Voranschlag geschätzt Ist-Einnahme
160 000 Ml. IVWOO Mk. 126 387 Mk. - 38 613 Mk.
- „ 15'00 „ - „ - 17 968 „
15 000 „ 16 500 „ 13 786 „ - 1214 „
Am 11. Schwein mit
d. Mts. wurde im hiesigen Schlachthofe
ein
Backsteinblattern geschlachtet, das vom
Kinzigheimerhof eingeliefert war.
Hanau den 16. Dezember 1903.
Königliche Polizei-Direktion.
P 10055 I. A.: Lehfeldt, Neg.-Ass.ssor.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
; Mekanntmachung.
Montag den 2t. Dezember, abends 5 Uhr, Wcntlichc Sitzung der Stadtvcrordnctcn- Bcrsammlung.
Weitererledigunq der Tagesordnung vom Donnerstag den 17. Dezember 1903.
wobei zu bemerken ist, daß vorstehende Summen die Ablieferungen an die Stadthauptkassr darstellen und daß die +’Spalte die 4^-Zahlen zum Voranschlag enthalten. Die Schätzung — Anfang Dezember 1902 — war, wie sich aus obigen Zahlen ergibt, durchweg eine unrichtige; statt einer U bkiuahlunq von 23 500 Mk. hat sich eine solche 52 795 Mk. bei den gewerbl'ch-n Betrieben ergeben.
züglich der Steuern stellt sich das Bild folgendermaßen, bei vorweg bemerkt wird, daß Fleisch, Drantwein und ein Weniger von 1294 Mk. ergeben hat:
von
Be-
W0-
Bier
Voranschlag GMâtzt Ist-Einnahme + Einkommenst. 368000M.380000 Mk.374967Mk.-l-6967Mk. 154286 „ +7286 „ 94741 „ +3541 „ 11769 „ -1230 „ 15524 „ —14476,,
Grundsteuer 147000 „
Gewerbest. 91200 „
Hundesteuer 13000 „
Umsatzsteuer 30000 „ «vw „ .. . _ „ „
Die Schätzung war alw zu hoch bei der Einkommensteuer
und Umsatzsteuer, zu niedrig bei der Gewerbesteuer; statt der
154000 91500
11700 21000
if
#/
Hanau den 18. Dezember 1903.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
Canthal.
22450
Hus Stadt und Cand,
Hanau, 18. Dezbr.
Historische Gedenktage.
18. Dezsutder 1647 richtete der das Marburger Schloß verleidende hesfen-cassel'sche Obrist Stauf einige schwere Stückssüsse auf das ihm verkundschaftete, am sog. Grien befindliche Quartier de- belagernden kaiserlichen F-ld- Herrn, Peter Melander, Grafen von Holzapfel, während derselbe eben bei Tastl saß. Durch diese Schüsse wurde Holzapfel, sowie der Markgraf von Baden im Gesicht verwundet und der Schildwache des Tafelzimmers der Kopf abzeschlagen, Melander auch zur Aufhebung der Belagerung vermocht. Dieser Schuß hat fast zwei Jahrhunderte zu den bekanntesten hessischen Denkwürdigkeiten des dreißigjährigen Krieges gehört; so lange da» Griener Tor in Marburg stand, wuroe die durch jenen Schuß herausgeschlagene Ecke jedem Kinde gezeigt, und eine von den Kugeln, welche in Melanders Zimmer gefahren war, war noch vorhanden, so lange das Haus stand. Die Stadt Marburg aber kostete diese Belagerung 12 000 Taler Brandschatzung und 2500 Taler für die Glocken (welche sich damals die Feinde bei jeder Eroberung einer Stadt anzueignen pflegten).
Äeff-ntliche Sigune »er Mdtmrorlmktrn- Versammlung
vom 17. Dezember 1903.
geschätzten Mehreinnahme von 8700 Mk. haben die Steuern nur eine solche von 2088 Mk. gebracht. Unangenehm bemerkbar gemacht bat sich das Schwanken der Umsatzsteuer, die 1902 nur 15 500 Mk. betragen hat gegen 47 300 Mk. im Jahre 1899. Diese Tatsache verlangt für die Folge eine nur mäßige Einstellung dieser Steuer in den Voranschlag. Die Ueberzahlung, die nach vorstehenden Bemerkungen 52 795 + 1294 — 2088 --- 52 001 Mk. beträgt, ermäßigte sich durch Mehreinnahmen bezw. Wenigerausgaben in anderen Titeln auf 36 269 Mk.
Was das laufende Geschäftsjahr betrifft, so ist darüber folgendes zu sagen:
Das Gaswerk wird etwa 5000 Mk. Mehr Überschuß an die Stadthauptkasse abliefern, als im Voranschlag vorgesehen ist, während das Wasserwerk die vorgesehene Ablieferung wird leisten können.
Das Elektrizitätswerk wird voraussichtlich mit einem kleinen Ueberschuß abschließen. Dasselbe wird, wie zunächst alle Ueberschüsse der kommenden Jahre dem Reservefonds des Werks zugeführt werden.
Die Steuern werden wie folgt geschätzt.
Steuerart Voranschlag Geschätzter Ertrag ^
Einkommensteuer 462 500
165 000
470 000 Mk.
164 000
116 000
6 000
11 800
Umsatzsteuer 21000 „ 2 t 000
(NB. Ende November : 20 000
Grundsteuer Gewerbesteuer Betriebssteuer Hundesteuer
111 000
5900
12 000
21000
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7500
1000
5000
100
200
0
Mk.
if er er rr er
Anwesend die Herren Eanthal, Vorsteher; Aukamm, Baader, Bier, Brüning, Eberhard, Glaser, Hoch, Dr. Heraeus, Jost, Kehl jr., Kreuter, Küstner, Lucht, Müller, Ott, Reis, Roth, Schwabe, Spatz, Steinheuer, Schroeter, Vtübing, ^.reusch, Boltz und Dr. Wagner. _ ,
, Vom Magistrat: die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus, Erster Beigeordneter Bode, die Stadtrâte Boehm, Nicolay, Rumpf, Dr. LucanuS, Baurat Schmidt, ferner Direktor v. Gaeßler und Magistrats-Assessor Wagner.
Zunächst erstattet Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus folgenden
Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemein^eangelegenyeiten.
Der Etat des Jahres 1904 und der Verwaltungsbencht für 1900, 1901 und 1902 liegt im Druck dm Herren vor, wee halb wir uns auf folgende kurze Bemerkungen beschränken können.
4- 11 400 Mk
Danach steht zu hoffen, daß das laufende Geschäftsjahr mit einem Ueberschuß von etwa 15 000 Mk. abschließen wird. Inwiefern die übrigen Einnahmen und Ausgaben ein Mehr bezw. Weniger erbringen, läßt sich mit einiger Sicherheit nicht Voraussagen, zu bemerken ist aber, daß die Einnahmen durchweg in voller Höhe eingestellt sind, während die Ausgaben aufs äußerste beschränkt wurden.
Werfen wir noch einen Blick auf den Voranschlag für das Jahr 1904, so finden wir in demselben eine erhebliche Steigerung der Ausgaben, denen eine nur schwache Steigerung der Einnahmen gegenübersteht. Die Steuern, welche auf 100 pCt. zu- rückgeführt, eingestellt werden können
'Einkommensteuer mit . . . . . . . 3 70 000 Mk.
Grundsteuer . Gewerbesteuer Beiriebssteuer Hundesteuer .
Umsatzsteuer . - * .......
mögen hier außer Betracht bleibe»!, da steuern m't 150 pCt. herangezogen werden der Zuschlag zur Einkommensteuer sich nach
113 000
77 000
4 000
11 000
21 000
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die Real- müffen und dem Bedürf-
Die heutige Stummer umfatzt außer dem Nnterhaltungsblatt 14 Seiten
nis richtet. Wirkliche Mehreinnahmen, das heißt, solche denen nicht sofort wieder Mehrausgaben gegenüberstehen, sind nur bei den gewerblichen Betrieben mit 11500 Mk. vorhanden. Die Mehrausgaben entstehen, abgesehen von kleineren Beträgen, mit rund 8000 Mk. in der Allgemeinen Verwaltung und 4600 Mk. in der Arm-nverwaltung. Schwerwiegender sind sie in Titel I, woselbst die Ueberzahlung des Jahres 1902 (36 269 M.k) abzüglich derjenigen des Jahres 1991 (14 818 Mk.) mit 21 451 Mk. in die Erscheinung tritt. Sodann figuriert die Bauverwaltung mit rund 15 000 Mk. Mehrausgabe, da gemäß Beschluß der Baukommission die im vorigen Jahr beim laufenden Voranschlag an den Straßenunterhaltungskosten gestrichenen 17 500 Mk. wieder eingestellt sind. Den Löwenanteil an den Mehrausgaben nehmen die Säulen mit 42 930 Mark in Anspruch. Endlich ist im Titel XI die Rücklage von 10 000 Mk. auS der Fleischsteuer eingestellt. Werden die Einnahmen und Ausgaben nach dem Voranschläge genehmigt, so ist eine Steigerung der Einkommensteuer um 17 pCt., von 125 auf 142 pCt., erforderlich.
Auf Vorschlag des Herrn Vorstehers C a n t h a l wird in eine Debatte über den vom Herrn Oberbürgermeister erstatteten Bericht zunächst nicht eingetreten. Man will vorerst die Drucklegung desselben abwarten und gelegentlich der Etatsberatungen darauf zurückkommen.
Waffergasanstalt.
Der Berichterstatter über diesen Gegenstand, Herr K ü st n e r, führt aus, daß das Gaswerk in seiner heutigen Gestaltung an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt sei,^ sodaß in absehbarer Zeit eine. Erweiterung desselben statifinden müsse. Wenn nun auch die Erweiterung eines so rentablen Werkes kein Unglück sei, im Gegenteil erfreulich scheine, so werde doch der Etat für einige Jahre infolge der Investierung eines größeren Kapitals, welches sich voll und ganz immer erst nach einem längeren Zeitraum rentieren werde, ungünstig beeinflußt. Dem Werke werde es daher zu großem Vorteil gereichen, wenn eine wesentliche Erweiterung nicht notwendig ist trotz Hebung der Rentabilität. Diese Erwägung habe die Gaswerksdirekton bereits längere Zeit beschäftigt und babe diese besonders ein seit einer Reihe von Jahren in verschiedenen Gemeinwesen bereits in Uebung befindliches Verfahren studiert, wobei sie zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß durch eine verhältnismäßig kleine Beimischung (von 25 °/o) des dabei gewonnenen sog. Wassergases zum Kohlengase neben starker Karburierung ein dem jetzt fabrizierten Gase vollständig gleichwertiges GaS erzielt werden könne. Der Ausdruck „Wasser- gas" sei eigentlich nicht ganz richtig, denn daS Produkt werde aus dem bei der Fabrikation des Steinkohlengases verbleibenden Koks, welcher nach gehöriger Anfeuchtung nochmals erhitzt werde, erzeugt. Dieses Gas werde auS dem Generator sofort den Retorten zugeführt und hier mit dem Steinkoâlengas vermischt, mit welchem eS gleichzeitig den Reinigungsprozeß durchmache. Es sei beabsichtigt gewesen, eine auf die Fabrikation von Wassergas hinzielende Vorlage erst in einem der nächsten Jahre einzubringen. Die Verwirklichung dieser Absicht erfahre in der heutigen Vorlage Beschleunigung infolge eines Gesuchs des Waffergassyndikaies zu Frankfurt a. M. Dieses sei gezwungen, seine in Frankfurt errichtete Versuchsstelle aufzugeben und deshalb darum eiRgefommen, ihr beim hiesigen Gaswerk Gelegenheit zur Fortsetzung seiner wissenschaftlichen Versuche, welche auf Verwendung des Waffergases noch zu weiteren Zwecken Hinzielen, unter Erprobung auch vielleicht noch neuer Gasarten. Diese Gelegenheit wolle das hiesige Gaswerk benutzen, um sich das herzustellende Wessergas zu Nutze zu machen und dem technischen Beamten- und Arbeiterpersonal gleichzeitig Gelegenheit zur Ausbildung in der Fabrikation dieser Gasart zu geben. Es muffe hierbei streng von einander geschieden werden die Absicht des Syndikat», weitere Versuche zu erstrebn, und die Absicht des Gaswerks, der Fabrikation des Wassergases sich zu eigenem Vorteil zu bedienen. Für das zu errichtende und dem Syndikat zu überlassende Kebâube würde letzeres 7 pCt. vom Herstellungswerte (22 000 Mk.) als Miete bezahlen, mithin Mk. 1540 pro Jahr. Ebenso würde auch für die Benutzung eines Gasbehälters Miete zu zahlen sein. Sobald die Stadt den Wüss-rgasapp«at ms Eigentum übernehme, wozu sie vertragsmäßig innerha ersten 3 Jahre schon berechtigt sei, müßte der de»sy ,
dann noch zu belaffende Raum für feine ^enuchsappa ^
gemessen und die Miete entsprechend niedriger f^^ •
lüSMt würbe alsbam. ®*“AÄS Gencralorengaf-S zu dem Preise von M., ^12) her iäbrlick auf 5 M. zu beimff enden Abnutzungsquoten übernehmen BiS zur Uebernahme dieser Apparate in das LL w-L ble M (W Su-M-Y S Pf. ft-dm Kubikmeter Waff-rgas an daS Syndikat zu bezahlen haben;
bedeute dies V» Pf- Aufschlag pro Kubikmeter auf den Selbsiherstellnngspreis und bedeute gleichzeitig das Aequivalent