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^M^**M»i1IM*a»—> M*Mtf> I» < 7»«ât». *»aM»—a—■ «»».»«'IMMS^ M ' »» 'ââ. beiterlchutzgesetzgebung entzieht der Landwirtschaft dir Sirbeiter, dir die einsamen und öden Gekoste r lassen, und in staatlichen Betrieben unterzukommen suchen, kra t des Rechts auf Arbeit. Dazu existieren Gesetze gegen die „Squatters" oder großen Herdenbesitzer und Pächter öffentlicher Ländereien. -Und diese Gesetze gegen die Sq 'atters, welche eine Art Aristokratie bilden, die Progresstvsteuern auf das Einkommen und Vermögen sowie den Besitz und Anbau des Bodens sind neben Wen Dürren und der Arbeiterschutzsesetzgebung ein schweres Hindernis für die Entwickelung der austral schen Wollindustrie.
Daß Australien für Kapitalisten fei Eldorado bildet, haben lwir bereits gesagt. Durch allerlei Chikane und Belästigungen -wachen es mehrere Staaten ganz unmöglich, daß große Vermögen sich bilden können. Nirgends sind zudem Streitigkeiten Zwischen Unternehmern und Arbeitern häufiger als in Australien. Die Gesetzgebung hat nicht nur Bestimmungen über die Zahlungsbedingungen, Sperren und Ausstände, Schiedsgerichte, Festsetzung von Normallohnsätzen, Einsicht in die Geschäfts» chücher und Rechnungen der Unternehmer u. f. w. festgesetzt, sondern auch Strafbestimmungen gegen die Unternehmer ergehen /lassen, die einen dem Gewerbeverein nicht angehörigen Arbeiter unnehmen oder ihm den Vorzug geben sollten gegenüber den Verbändlern.
i Die „Großmütterliche Gesetzgebung" hat ferner in Neu- -Seeland eine Attcrsremenversorgung festgesetzt, die jeden Ein- swohner von 65 Jahren, der 25 Jahre in der Kolonie ansässig war und nicht mindestens 680 Mark sonstige Einnahmen hat, eine Rente von 360 Mark sichert. In Reu-Südwales gar setzt das Gesetz eine Rente von 520 Mark fest, wenn nicht 1040 Mark eigene Einnahmen vorhanden sind. Man i beabsichtigt, wenigstens später, wenn sich die augenblicklich trostlose Finanzlage gebessert haben sollte, das Neu-Seeland- system auf den ganzen Bund enthub einen und die neue Last «den wohlhabenden Bürgern aufzubürden. Nun sollte man meinen, daß solche für den Arbeiter günstige Umstände neue Einwanderer in das Land locken würde; das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil wandern viele aus Australien besonders nach Südafrika aus. Dazu kommt des weiteren, daß idie üble Finanzlage sich noch ungünstiger gestalten wird, weil die hauptsächlichsten Einnahmequellen in nächster Zukunft versiegen dürften, besonders die aus dem Verkauf und der Verpachtung öffentlicher Ländereien, die im Jahre 1899/1900 Neu-Wales etwa 40 Millionen, Queensland 10 Millionen, Viktoria 5 bis 6 Millionen und Süd-Australien etwa 2 Millionen Mark einbrachten.
Die Tyrannei deS Sozialismus z»igt sich schließlich in dem Verbot der Einwanderung farbiger Arbeiter. Augenblicklich schwebt ein Konflikt zwischen der englischen Reichsregierung und dem australischen Bunde, weil letzterer keinen Zuschußvertrag mit einer Dampfergesellschaft ein- .gehm will, die farbige Arbeiter an Bord beschäftigt. Dabei handelt es sich um Indier, also britische Untertanen. Australien ist nur im Süden gemäßigt warm; im Norden ist sein Klima tropisch, und es kann nur durch Farbige bebaut werden, d. h. durch Kanälen der britischen Südseeinseln oder durch Chinesen und Japaner. Queensland diese Arbeiter verweigern, heißt es zum Ruin verdammen. Trotzdem hat die Arbeiterpartei in diesem Staate ein Landesgesetz geschaffen, das nicht nur das Mutterland gegenüber Japan und China in eine schiefe Lage bringt, sondern auch Queensland selbst im Innersten lebensgefährlich getroffen hat.
Die tendenziös sozialistische Gesetzgebung Australiens zeigt am besten, wohin ein Gemeinwesen steuert, in dem der eigen- snützige und einseitige Sozialismus staatliche Formen angenommen hat und in dem die Sozialisten nunmehr von „Gesetzes wegen" ihr schweres und erdrückendes Joch der Bevölkerung auferlegen. („D. Warte.")
Hue aller Melt.
Die Flitterwochen des Herzogs von Rox- burghe. Aus London, 25. November, schreibt man dem „Rh. K.": Der Herzog von Roxburghe und seine junge
, Antike und die Gothik das Szepter, beide von ihren Anhängern swit gleichem Fanatismus als die einzige Wahrheit und die letzte Vollendung verteidigt. In diese Einseitigkeit legte Semper Bresche, indem er die Welt der Renaissance der deutschen Bau- ikunst erschloß. In der Renaissance fand er die genialen ! Formen der Griechen mit der Raumkunst der Römer zu einer neuen Architektur vereinigt, die unseren Bedürfnissen näher stehe, als jede andere, und die gerade, weil sie selbst nur eine Ableitung fei, eine Schmiegsamkeit und Bildsamkeit besitze, die noch lange nicht erschöpft sei. Daß hierin etwas Richtiges lag, das bewies er durch die Tat, durch seine eigenen Werke, in denen er die Formen der Renaissance vielfach selbständig und fruchtbar weiter entwickelte, wie z. B. in dem Dresdener Hoftheater. Allein seine Tat besteht nicht nur darin, daß er nun neben die Antike und die Gothik als dritte die Re- i naiffance gesetzt hat, sondern er hat damit zugleich der ganzen i weiteren Entwickelung unserer Baukunst ein Tor geöffnet. Wie Barock, Rokoko und Empire sich aus der Renaissance entwickelt haben, so mußte auch die moderne Baukunst, entschloß sie sich . erst einmal, au» dem Dämmer gothischer Kirchen herauszu- treten, diese ganze Entwickelung mit durchlaufen, um zum sZiele einer wahrhaften Beherrschung der Vergangenheit zu kommen. So ist Semper als der größte Führer und Weg- 'weiser zu diesem Ziele zu bezeichnen, das man als die Quint- essenz der Entwickelung der Architektur im 19. Jahrhundert ! anzusehen hat. Und Semper selbst war auch in seinen Werken i keineswegs ein eingeschworener Parteigänger der Renaissance; seine Baugedanken gingen vielmehr weit höher. Er strebte auf daS Fiel hin, daß sich für die wichtigsten Gebäude unseres Lebens bestimmte Bautypen bilden sollten, an denen sie sogleich erkennbar würden. Auf den ersten Blick sollte man wissen: { bieg ist ein Berichtsgebäude, dies eine Kaserne, dies ein 'Theater! und zu diesem Ende sollte jedesmal an die Bauform ; der Vergangenheit an geknüpft werden, in der diese Bestimmung vorbildlich auSgedrückt sei. So sollte ein Gerichtshaus sich ian bext Dogenpalast, eine Kaserne an die mittelalterlichen
Samstag
Gemahlin sind bekanntlich auf dem demkchm Dampfer „Kaffer Wilhelm II." von Amerika nach Europa gekommen und haben sich zunächst nach Paris begeben, um in einigen Tagen von dort auf die Besitzungen des Herzogs in Schottland zu gehen. Die unglaublich rohen Szenen, die sich bei der Hochzeit in New^ork abspielten, waren dem jungen Herzog so unangenehm, daß er beschloß, möglichst von der Außenwelt abgeschlossen, die Rückfahrt zurückzulegen. Er nahm daher die prachtvoll eingerichteten Kajüten, die Kaffer Wilhelm seinerzeit selbst bewohnt hatte. Die ersten Tage ließen weder er noch seine Gemahlin sich auf Deck sehen, und als die Herzogin dann einmal wagte, einen Augenblick aus der Kajüte herauszukommen, wurde sie von den Amerikanern, die sich auf dem SLiff befanden, wieder derartig belästigt, daß sie sich schnell wieder flüchtete. Insbesondere versuchte eine Menge Passagiere, sie zu photographieren. Als ein Amerikaner sich ganz in ihrer Nähe mit seinem Apparat aufstellte, hielt sie ihren Muff vor das Gesicht, sobald sie ihn bemerkt hatte. Es war aber schon zu spät, und der Mann rief ihr höhnisch „Danke schön!" zu. Die Passagiere des Schiffes, die die Szenen bei der Hochzeit angesehen hatten, sagen, daß diese jeder Beschreibung spotteten, sie seien noch schlimmer gewesen, als die, die sich am Mafeking-Tage in London ereigneten, Rero Sforfer Damen hätten sogar mit Stolz die Kokarden auf ihren Hüten getragen, die die Kutscher des Herzogs und seiner Braut an dem Hochzeitage trugen.
Ein enifetzliches Drama wird aus Ostende berichtet. In einem durch Kmsbeltfieber veranlaßten Wahnanfalle tötete vorgestern abend in der benachbarten Gemeinde Eerueghen die Frau eines Lehrers ihre drei Kinder im Alter von 4 Jahren, 2 Zahren und 2 Monaten, die die Unglückliche nacheinander auf dem Hausboden erhängte und dann in ihre Betten legte. AlS der Mann heimkehrte, glaubte er die Kinder schlafend und legte sich ebenfalls zur Ruhe. Am frühen Morgen begab sich die Mutter zum Ortsgeistlichm und bat diesen, mit ihr zu kommen um drei Engel zu sehen. Inzwischen hatte auch ber. Vater den Tod der Kinder festgestellt. Seine Verzweiflung war unbeschreiblich. Im Laufe des Tages nahm die Geistesverwirrung der Mutter zu und man entdeckte die schreckliche Wahrheit. Die Unglückiche wurde in eine Anstalt gebracht.
Das große Loos verloren hat ein armer Schuhmacher in Naumburg an der Saale. Er kaufte ein Loos der Weimarer Lotterie, schrieb die Nummer 76 271 in sein Notizbuch und legte das Loos in die Kommode. Das Loos wurde mit 60 000 Mark gezogen, der Meister findet es aber nicht mehr. Zu seinem Gelde wird er jedoch wohl nach der Wartezeit kommen.
Verschollen. Drei Finkenwaerder Fischerfahrzeuge sind seit den Sturmtagen verschollen. Unter der Besatzung befinden sich fünf Familienväter.
Verlosungen.
srenenvurger 10 Fres.-Lose vom Jahre 1895.
Ziehung vsm 2. November 1903. Auszahlung am 1. Februar 1904. Haupipreise: Nr. 66936 zu 10 000 Fr. Nr. 28818 33952 75888 82020 je 500 Frcs. Nr. 56941 111609 117795 124051 je 200 Frcs. Nr. 35605 50204 54714 68868 79474 124237 je 150 Fr. Nr. 3139 19761 25272 37748 79167 82182 95806 96409 102381 123043 je 60 Frc». Nr. 9483 16103 19607 21131 22558 28620 38623 42850 50533 54463 54759 54973 60496 63805 187705 03379 107937 109280 109516 116729 je 30 Fr.
Vanton Freiburg 15 Frcs. - Lose vom Jahre 1866. Ziehung vom 15. November 1903. Auszahlung am 15. Februar 1904. Hauptpreise: Srrie 5918 Nr. 22 zu 30 000 Frcs. Serie 1015 Nr. 12 zu 4000 Fr. Serie 6900 Nr. 21 zu 1000 Frcs. Serie 761 Nr. 43, Serie 1025 Nr. 49, Serie 1286 Nr. 1, Serie 4334 Nr. 36, Serie 5539 Nr. 21 45 je 250 Frcs. Serie 541 Nr. 21, Serie 548 Nr. 44, Serie 874 Nr. 32, Serie 901 Nr. 24, Serie 1015 Nr. 5, Serie 3931 Nr. 16, Serie 4501 Nr. 43, Serie 4507 Nr. 49, Serie 4664 Nr. 25, Serie 5070 Nr. 26, Serie 5649 Nr. 48, Serie 6780 Nr. 49, Serie
Befestigungen, eine Synagoge an die Bauten des Orients anlehnen. Anlehnen — doch nicht mehr. Er verlangte die selbständige Verarbeitung der Vergangenheit, ihre Herausbildung zu Formen, die der Gegenwart entsprechen; und so hat er auch selbst keineswegs sich ängstlich an den Stil der Renaissance geklammert, sondern er ist weiter gegangen und hat sich in jedem Felle auf den Stil gestützt, der ihm für die gegebene Aufgabe die geeignetsten Vorbedingungen zu bieten schien. Das beste Beffpiel hierfür ist fein Entwurf für die Nikolaikirche in Hamburg, bei dem er mit großer Klarheit den Gedanken einer echt protestantischen und modernen Kirche vertrat und daher an die barocke Frauenkirche in Dresden, das schöne Werk Bähr's, anknüpfte.
Besonders plastisch und vollkommen hat Semper seine Bau- gedanken auf dem Gebiete des Theaterbaus ansgeprägt, auf dem er bahnbrechend gewirkt hat. Seinen Jveen treu, suchte er hier nach Anschluß an die Wunderwerke der Römer, brachte daher nach dem Vorbilde der römischen Theater die den Zuschauerraum abschließende Halbkreisform im Aeußeren unoer» hüllt zum Ausdrucke und erhob sie zum beherrschenden Motive. Dieser Baugedanke hat sich als so fruchtbar erwiesen, daß er zu einer Grundlage des ganzen modernen Theaterbäus geworden und in einer großen Reihe neuerer Theatergebände variiert worden ist. Allein Sempers strenger und energischer Geist schritt weiter. In dem Entwürfe für das großartig geplante Theater für Rio de Jan iro gelangle er gn dem ferneren Schlüsse, daß auch ein so wichtiger Bestandteil des modernen Theaterbaues, wie das die Bühne selbst und ihre Rebenräume umschließende Haus, im Aufbau zur Ausprägung gelangen müsse; und hiermit litferie er ein ferneres Motiv, daß die Theaterbaukunst mannigfach auSgenu^t hat. Endlich aber war er es, der in der Zusammenarbeit mit Richard Wagner den einfach-großartigen Plan jenes besonders in der Gestaltung deS Zufchauerraums an die Theater der Antike und noch mehr an die der Renaissance anknüpfenden Richard- Wagner - Theaters entwarf. Es kam damals nicht, wie ge
28. November
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7074 Nr. 41, Serie 7334 Nr. 9 50, Serie 7811 Nr. 17 je 125 Frcs. (Ohne Gew.)
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Udenhain. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung von Udenhain belegenen, im Grundbuche von Udenhain zur Zeit der Eintragung des $er» steigerungsvermerkes auf den Namen des Jobannes Georg (Jakobs Sohn) zu Udenhain eingetragenen Grundstücke am 20. Januar 1904, nachmittags 2 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Wächtersbach — in der Feit sichen Gast« wirtschaft zu Udenhain — versteigert werden.
GebrauchS-Muster.
Nr. 209 165. Flügelkeststeller, bestehend aus einer Metall- platie mit in einen Halbkreis gestellten Löchern und einem durch Vertikalbewegung je nach Stellung in das eine oder das andere der Löcher eingreifenden Stifte oder Dorne. Ch. E. König in Sâlüchtern, vom 24. Juli 1903 ab. — K. 19 288. Kl. 68b.
Nr. 209 046. An den Kanten ringsum eingelegter Griff für Messer und Gabeln mit flacher Angel, in dessen Säge- schnitte die Angel eingeschoben und durch ein übergesckobenes Endstück mittels Haken festgehalten wird. Gebr. Böhme in Schmalkalden, vom 8. August 1903 ab. — B. 22 719. Kl. 69.
Nr. 288 986. Schlagpresse mit durch Zahnstangengetriebr senkrecht beweglichem Pressentrog, zur Herstellung von Zement« und Gipsdielen, Bausteinen, Dachziegeln u. f. w. Eduard Genz in Frankfurt a. M., Klüberstraße 9, vom 22. August 1903 ab. — G. 41 392. KI. 80a.
Nr. 210 063. Gurt mit daran hängenden Maßstreifen zum Anmessen und Einrichten von Röcken. Engelbert Hriß, Gutleutstraße 6, u. Franz Steinhauer, Krögerstraße 1 in Frankfurt a. M., vom 2. Juni 1903 «h — H. 21264, Kl. 3d.
Nr. 207 667. Portetresorschloß, dessen Oberteil selbst wieder als selbständiges Schloß ausgebildet ist. D. Heymann in Offenbach a. M., vom 24. August 1903 ab. — H. 21 833. Kl. 33b.
Patent-Ertheilungen.
Nr. 148 054. Verfahren zur elektrolytischen Darstellung von Aminen der Kettreihe. — Farbwerke vorm. Meister Lucius L Brüning in Höchst a. M., vom 3. Februar 1903 ab. Kl. 12q.
Nr. 148046. Verfahren zur direkten Darstellung veil Cyanalkalien aus Alkalimetall, Ammoniak und Kohle; Zuf. z Pat. 126 241. — Deutsche Sold- und Silber» Scheide-Anstalt vorm. Rößler in Frankfurt a. W>> vom 13. Februar 1901 ab. Kl. 12t.
Nr. 147 961. Rohrschlange für FlüssigkeliMyktzer mit abwechselnd aufeinanderfolgenden Verengungen und ßrweiterj#*«** gen. — Max Sensenschmidi in Frankfurt a.M., Adalbertstraße 19, vom 19. Januar 1902 ab. Kl. 36b.
Schiff-berichte.
Mltgetellt von Agenr Ad. Treusch-Hanau.)
Hamburg, 25. Novbr. Der Dampfer „Valdivia* von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Colon und der Dampfer „Dacia" vorgestern in Montevideo eingetroffen.
Der Stein der Weisen ist noch nicht gefunden, aber darüber sind sich nicht nur die Gelehrten, sondern auch die Aerzte, Hausfrauen und Küchenmeister einig, daß es kein besseres, gesünderes und dabei trotz allem billigeres Fett zum Kochen, Braten und Backen gibt als das von der Firma H. Schlinck u. Cie, Mannheim, hergestellte reine Pflanzenfett „Palmin".
plant, in München zur Ausführung; aber das Prinz-Regenten« Theater, das sich jetzt stattlich am Isar-Ufer erhebt, ist nichts als die Testamentsvollstreckung der genialen Pläne Sempers, der damit zuerst einem deutschen TypuS des Theaters die Bahn gebrochen hat.
So knüpft, wie man sieht, die Gegenwart unmittelbar an den Meister an; und das ist ebenso in anderen Beziehungen der Fall. Er, der zuerst unter dem lebhaften Widerspruch« der Geiehrtenwelt die Behauptung von der Polychromie der griechischen Bauten ausgestellt hat, ist allen modernen deutschen Baukänstlern ein Erzieher zu größerer Farbenfreude und reicherer Farbenkunst gewesen; und nickt allein die Architekten, sondern die ganze künstlerische deutsche Welt verdankt ihm die schöpf«^ rische Fortbildung ihrer Ideen über den Stil, die er in seinem f.aififèen Werke niederlegte. In Sempers „Stil" ist der künstlerische Stil mit aller Klarheit nicht mehr als ein ästhetff scheS Gebilde, sondern als historische Form erkannt. Er steht Stile, nicht nur Stil, und er zielt darauf ab, jeden Stil aus sich heraus in seiner Wesenheit zu erkennen und seine Gesetz« zu bestimmen, wie sie sich aus dem Zusammenwirken von Zweck,. Stoff und Schmuckbedürfnis ergeben. Er zeigte, daß diese Gesetze des Stiles bereits in den einiachsten Erzeugnisse« des Kunstiriebes vorgebildet sind; er wies die Großkunst aus die Kleinkunst, den Maler und Baumeister auf den Weber unb den Schmied. Semper« reiche Gedanken über die grundlegenden Stilfragen sind noch heute unerfchâpft und so ist der Meister für uns nOtb heut lebendig. Nach allen Seiten «tr* ken »eine Impulse und der Avel und die Kraft seiner Bauwerke wird noch manches Geschlecht begeistern und entzücke«.
Albttmblâtter.
Nicht an die Güter hänge dein Herz, Die das Leben vergänglich zieren!
Wer besitzt, der lerne verlieren, Wer im Glück ist, ber lerne den Schmerz.
Schiller.