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General-Anzeiger.

Amtliches Organ fit Stadt- md Fsndlrms

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Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau,

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Nr. 277.

Fernsprechanschluß Nr. 605.

Areitag den 27. Novemder

Fernsprechavschluß Nr. 605

1903

Hus Stadt und Cand.

Hanart, 27. Novbr.

Historische Gedenktage.

37. November 1783 stiftete Landgraf Friedrich H. das Sck> ll'breneminar 311 Cassel, das damals mit dem Lyceum Fridericianum verbunden war, 1835 aber nach Homberg verlegt wurde.

* OrbensanlegNttg. Dem Major v. Strubberg, persönlichen Adjutanten Seiner Königlichen Hobeit des Land­grafen von Hessen, wurde die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ehrenoifisterkreuzes des Großherzaglich Olden­burgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig erteilt.

* Kreistags - Ergänzungswahlen. Im amtlichen Teile der heutigen Nummer wird das Ergebnis der vorgestern stattgefundenen Ergänzungswahlen zum Kreistage bekannt ge­geben. Als bemerkenswert ist bervsrzuheben, daß der nor 6 Jahren gewählte sozialdemokratische Kreistagsabgeordnete Milch- HSndter Lißmann in Langendiebach nicht wiedergewählt wurde, dagegen der Wahlbezirk Bergen einen sozialdemokratischen Ab-eordnelen, den PortefeuiSer Theis-Bergen, in den Kreistag entsandte. Letztere Wahl ist allerdings mehr dem Zufall zu;u- ' schreiben. Der Bezirk Bergen weilte von den ihm zustehenden 6 Wahlmânnern 2 Bürgerliche und 2 Sozialdemokraten. Bei 2 Wahlmännern hatte das Los zu entscheiden, das zugunsten der Sozialdemokraten entschied. Bei dem Wahlgang wählten dann allerdings alle sechs Wahlmänner den Porte» feuiller Theis als Kre'staasabaeordneten.

* Eine falsche Polizeiverordnitng. In der vor acht Tagen erschienenen vorletzien Nr. des von der Regierung herausgegebenen Amtsblattes war eine Polizciverordnung betr. die mikroskopische Untersuchung des Schweinefleisches auf Tri­chinen und Finnen veröffentlicht worden, auf die wir (und andere Blätter) auszugsweise hinwiesen. In der gestrigen Nr. des Amtsblattes macht nun der Vertreter des Regierungsprä­sidenten bekannt, daß die von ihm unterzeichnete Polizeiver- ordnung tailächlich nicht von ihm erlassen sei, daß es sich um einen zurückgelegten, nicht vollzogenen Entwurf handele, dessen Veröffentlichung irrtümlich durch ein Kanzleiversehen erfolgt sei. Die erwähnte Polizeioerordnung sei mithin rechtsungültig und ihre Bekanntgabe als nicht geschehen zu betrachten. Einer neuen Polizeiverordnung auf diesem Gebiete bedürfe es über­haupt nicht.

* Am 31. Dezember 1903 verjähren sämtliche Forderungen der Kauft ute, Fabrikanten und Handwerker für Waren oder Arbeiten, die für einen Geschäfts- oder Gewerbe­betrieb in der Zeit vor dem 1. Januar 1900, also noch unter Giltigkeit des früheren bürgerlichen Rechtes, geliefert morsen sind. Wer 1899 und noch früher an einen Deiaillisten Waren, an einen Handwerker Rohstoffe usw. geliefert hat, verlert seine Forderung, wenn er bis Ende des Jahres die Ver­jährung nickt durch Klage, Zahlungsbefehl, Erwirkung eines Anerkenntnisses, auch durch Abschlagszahlungen, unterbrochen oder dem Schuldner weitere Gestundung erteilt hat. Außer­dem verjähren am 31. Dezember d. I. die Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Fuhrleute, Gastwirte, Lotteriekollekteure, Makler, Privatbeamten, gewerblichen Arbeiier, Aerzte, Rechtsanwälte, Hebammen, öffentlichen oder privaien Unterrichlsanstalten, öffentlichen oder Privatlehrer für nicht zum Gewerbebetriebe gelieferte Werke und Arbeiten, Speise und Getränke, Gehalt, Lobn und sonstige Vergütungen aus dem Jabre 1901 (zweijährige Verjährung nach § 196 Abs. 1 beâ Bürgerlichen Gesetzbuchs.) Auch wegen dieser Forderungen muß also in der oben angegebenen Weise die Verjährung unterbrochen werden.

. * Handwerkskammer. Den Handwerkern des Kammer- beztrks wird zur Kenntnis gebracht, daß mit dem Allge­meinen Deutschen Versicherungsverein in Stuttgart neben dem bereits bestehenden Vertrag bezüglich der Haftpflichtversicherung nunmehr auch ein Ver­trag auf dm Todes- und Erlebensfall sowie gegen Un f a lisch äd en abgeschlossen worden ist. Wir bringen die erstere Art der Versicherung besonders in Erinnerung, da der Abschluß einer solchen V rsicherung bei der heutigen Lage der Gesetzgebung geradezu für j-den Handwerker, ob er einen großen oder kleinen Betrieb besitzt, eine Notwendigkeit wird. Da bei allen Abschlüssen mit Handwerkern unseres Bezirks der genannte Verein den Versicherungsnehmern Vergünstigungen gewährt, so empfehlen wir die Versicherung beim Stuttgarter Verein. Dabei machen wir darauf ansmerktam, daß eS zwcck- mâß g ist, bei jedem Abschluß eines Vertrages anzugeben, daß der zu Versichernde im Ber-rk der ^»dwerkskammer zu Cassel

seinen Wohnsitz hat und daher die Prämienermäßigung rc. zu beanspruchen habe.

* Stadttheater. Heute gelangt, wie schon berichtet, die Novität:Die Lokalbahn" zur erstmaligen Aufführung. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Damen Jirsak alsBürgermeisterin", Ranucci alsSuschen" und der Herren Knauth (Bürgermeister), R ö mer (Major), Merker (geringer), Gehrmann (Schweigel), Krug (Stelzer) und ? a u e n b 0 r f (Hartl). Unter sorgfältiger Regie des Herrn Fink dürfte eine hochinteressante Vorstellung zu erwarten sein. Am Sonntag gehtDer Veilchenfresser", eines der beliebtesten und besten Lustspiele, des jüngst verstorbenen G. v. Moser in Szme.

-H Ovatorienverein. Der Oratorienverein veranstaltet Samstag den 5. Dezember, nachmittags 4 Uhr, einen Ausflug nach Klein-Steinheim, Restaurant Kuschke. Das Programm besteht in musikalischen Darbietungen ernsten und heiterm Charakters; außerdem werden eine Verlosung und sonstige Ueb-rraschungen die Zeit ansenehm verkürzen. Die geehrten Abonnenten und passiven Mitglieder des Vereins werden hier­mit zu dieser gemütlichen Zusammenkunft mit der ganz er­gebensten Bitte um zahlreiche Beteiligung eingeloben. Etwaige Anmeldungen, namentlich ob und in welcher Stärke Teilnahme am gemeinschaftlichen Kaffee erwünscht ist, werben höflichst er­beten an Herrn Lehrer Schnell. Der Ausflug findet unter allen Umständen statt.

C. K. Katholischer Mänrrerverein. Der erste dies­jährige Famiiienabend vorgenannten Vereins findet Sonntag den 29. November im Verein-lokal,Restaurant Mohr", statt. Da sich diele Familienabende in den Vorjahren stets einer außerordentlichen Beliebtheit erfreuten, so wird agch die erste diesjährige Veranstaltung wieder denselben zahlreichen Besuch ausweiskn, zumal noch Herr Dechant Schlitt an diesem Abend einen Vortrag gütigst zugesagt hat über ein hoch- interessantes Thema Bei dieser Gelegenheit sei darauf hin­gewiesen, daß der Anfang auf 7*/, Ubr abends festgesetzt ist und werden alle Teilnehmer hiermit höflichst ersucht, rechtzeitig zu erscheinen, damit unliebsame Störungen während W Vor­trages vermieden werden. Bemerkt sei noch, daß Gäste Damen und Herren durch Mitglieder des Vereins ein- geführt werden können, soweit es die Räumlichkeit gestattet.

* Koschntlieder-Konzerj. Jakob Damhofers Koichat- lieder-Nanovat-Quintett gibt nächsten Sonntag im Saalbau zum deutschen HauS" ein einmaliges Koschatlieder - Konzert. Das Qu ntetl ist hier durch sein früheres Auftreten wohl be­kannt und noch in gutem Andenken, trotzdem dürfte es in­teressieren, auch ein Urteil über das Auftreten in anderen Städten zu lesen. So schreibt dasNeue Tagblatt" zu Stuttoart über ein dort am 2. ds. abgehalteneS Konzert:Im Konzecsaal derLiederballe" fand gestern nachmittag ein Kon­zert der Damhofer Gesellschaft statt, einer Kärntner Truppe, der Thomas Kolchat seine Lieder ganz besonders anvertraut bat. Sie hat dies Vertrauen auch gestern vollauf gerecht­fertigt. Alle Kompositionen Koschats, die vorgetragen wurden, brachten die Eigenart deS Komponisten trefflich zur Geltung. Die QuartetteEine Bauernhochzeit in Kärnten" undAm Wöriber See" fanden schon reichen Beilall, noch mehr war dies aber der Fall bei einem prächtigen Altfolo der Frau Tom« Hofer. Den Höbepuvkt des Konzerts bildete da» ä capella- QuintrttVerlassen", das die hübsch kostümierten fünf Damen sehr stimmungsvoll vortrugen. Bei den übrigen Programm- nummern hatte man Gelegenheit, die Kunst des Jodelns zu bewundern, und ein jüngeres Mitglied der Gesellschaft ver­stand es, schweizerische Schnadahüpfel überaus schelmisch zu singen. Die beiden jungen Söhne DamhoferS erwiesen sich als recht gute Zitherspieler, die auch die Begleittmg der Quar­tette mit der nötigen Zurückhaltung ausführten. Der Beifall der Zuhörer veranlaßte die Sängerinnen zu mancher freund­lich aufo-nommenm Dreingabe."

Winter. Der Winter ist nun auch definitiv bei uns eingezogen. Nach den gestrigen heftigen Schneegestöbern sank heute Nacht das Thermometer erheblich unter den Gefrierpunkt. Der rauhe Gelelle hat stch gegen das Vorjahr b-oeutend ver­spätet. Bekanntlich herrschte zu Anfang November des vorigen Jahres schon eine bedeutende Kälte, während diesmal erst die letzten Tage des November Schnee und Ei8 bringen.

* Das alte Frankfurt in den Bildern von Prof. Paul Andorff. Im Schneider'schen Kunstsglon zu Frankfurt befindet sich gegenwärtig eine Serie von Bildern von unserm vor kurzem nach der benachbarten Großstadt über» gesiedelten Meister Prof. Paul Andorff ausgestellt, die in den Kreisen der Kunstfreunde berechtigtes Aufsehen erregen. ES sind Szenerien aus der alten Kaiserstadt und auch ein Motiv aus Hana u, vom Neustädter Markt mit dem Grimm­denkmal, ein Kabinettstück der Kleinmalerei. Professor Bern­hard Mannfeld hat in der FrankfurterKleinen Presse"

im Plauderton die ausgestellten Bilder belprochen. Wir ent­nehmen dieser Schilderung nur die Besprechung deralten Schien". Ein liebenswürdiges intime- Motiv in einer ganz bravourlosen, rührend befieibenen Art, und doch in hoch- künstlerischer und immer vor der Notur selbst hingeschriebenen Weile. Sauber, apart und brav, dürfte mancher sagen, er­scheint jede seiner Schildereien, tiefgründia und vollerfaßt aber in Wirklickkeit ist j des seiner feinen Werke, und wie klein nur ist der Raum, in dem er es versteht, soviel zu sagen. Das größte seiner Bilder aber ist ohne Zweifel die alte S â i r n, d. h. sie ist eben auch sehr klein, die Leinewand, auf der das große Bild gemalt ist es ist Leben, ganz wirkliches Leben, was hier geboten ist es bat kürzlich ge­regnet und auf dem feuchten Boden spiegelt sich kaum merk- lick, aber dennoch erkenntlich, was sich da begibt, ein feines s Glitzern, geistvoll vorgeführt. Vielleicht ist der ga'ante I Schlächtermeister, der mit dem Mädchen spricht, in der Mitte des Bildes das Wichtigste, vielleicht sind es die Schieferdächer, die, so vielfach vorhanden, hier zum allerintimsten Ausdruck gekommen sind, oder sind es vielleicht die zwei liebenswür­digen Mâdchenerscheinnngen, die, ich verrate es nur ungern, die Töchter des Meisters sind, die dort im Schatten der Schirne stehen. Und wie entzückend ist es, was im Dunkel hinter diestn sich begibt. Zwischen den zwei Pfeilern, die da- ganze mächtize HauS zu tragen haben, blickt man noch in eine der alten Gassen und wie tief geht die Straße ins Bild hinein, die vom Vordergründe im Dunklen verschwindet. Freilich hat diese Romantik auch ihrt Schattenseite und ich rate keinem, in der Frühe durch diese Straßen zu «andern, wenn sonst noch alles sch'äfl; tausenderlei Düste der schlimmsten Art quellen aus allen Türen, auS den Spalten der ver­schlossenen Schrägen, der Keller und Luken. ImAsiommoir" ist irgend einmal so etwas geschildert, und mit hellem Ent­setzen denke ich an meine Morgenwanderungen in der alten herrlichen Stadt, als mir alles noch neu «ar tm lieben alten Frankfurt. Bilder sind artig, und den Duft zu malen zum Glück vermags der Künstler nicht; nur ahnen zu lassen, ver­steht er es gar wohl. Der intime Schilderer des alten Frank­furt, der mit ganz frischen Augen für die altertümlichen Herr­lichkeiten der geschichtlich so bedeutenden Stadt begabt, ist einer meiner Rivalen schlimmster Art, die ich bekämpfen müßte; denn ich selbst weiß das architektonische Frankfurt zu wür­digen und es in meiner Art zum künstlerischen Ausdruck zu bringen, aber vor so viel Intimem strecke ich gern meine Waffen. Ich kenne sie auch alle die Meister, die Altfrankfurt Gemeisterten, aber keiner versteht es besser als Paul Andorff, der frisch und unbefangen hierherkommt und tut, was er nicht lassen kann. Mit rührender Andacht bildet er nach, was er in überströmender Fülle hier geboten findet, und dazu getan hat er wahrlich nicht? aus seiner Erfahrung reichem Schatze. Was sich von selbst hier gibt es genügt. Gerade die j Intimität der alten Schirn verdient es wohl, daß das Museum f dem kleinen Bilde seinen bescheidenen Raum gönnt. D« ; die Ausstellung nur noch kurze Zeit dauert, versäume keiner ' der hiesigen Kunstfreunde, die auch noch durch die anderen i Kunstwerke interessante Ausstellung zu be'uchen.

+ Vom Main. Die anhaltenden Regen- . gisse und sonstigen Niederschläge verursachten ein rapides An- ' wachsen de4 MaineS, der bereits zum reißenden Strom an­schwoll und an einzelnen Stellen gestern vormittag sein Ufer überschritt. Die Gebirgsflüßchen wälzen dem Maine enorme Wassermengen zu. Wegen des herrschenden Sturmwindes mußten die zu Tal bestimmten Frachtschiffe ihre Fahrten unter­brechen und auf freier Wass-wnraßr Anker werfen, um nicht an den Stromufern zu z-rtchellen. Das Steigen des Fluß- wassers dürfte um deswillen andauern, weil gestern nachmittag sich ein bedeutender Schneefall einstellte, untermischt mit kräftigem Regenschauer, der das ganze Himmelsgewölbe verfinsterte und in kurzer Zeit über die weite Landschaft das Leichentuch aus­breitete. Säumige Landwirte, welche mit den Herbflarbeiten noch rückständig sind und solche Nachhinkende finden sich leider nur allzu häufig schneiden ob deS unerwartet herein» gebrochenen Winterwelters verdutzte Gesichter. Die noch nicht ein geheimsten Weißrüben rc. schemen ihnen schwerim MaM zu liegen."

= Fechenheim, 26. Novbr. (P"s-n-l:-tt.) Die ans Milgliedern der hiesigen ®e^em^^°^rt^^iu^^

Kommission zur Wahl eines Direktors des «Mtag«*' «A Wasserwerk« dahier hat sich nach angehender Prüfung der . zahlreich einaeaangenen Bewerbungen um diese in unserer Gemeinde neu^ errichtete Stelle für Herrn Wolfgarten aus Aachen «-letzt Direktor der elek.r.'chen Straßenbahn in SJ. H-rr Direktor Wolfzarten, der das

vtektririiLiswerk zu Danzig erbaut und Jahre lang Leiter det- seib-n gewesen ist, wirb seine hiesige Stelle, die mit einem