Wei Blatt
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An;eiger
General-Anzeiger
EinrückungSges^r:
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts ^h Pfg.,
HHimckt und verlegt in der Buchdruckern des verein. kv< Waisenhauses in Hanau.
Amtliches GrgM für Mt- md Fandkreis Sm«.
im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Erscheint tiglich mit «nsmhme ier Sinn- und Feiertage, mit belletristisch« Beilage. «--«>»-»>. R-d-lt-m: «. Schreier m H«»«,
Nr. 269
Fernsprechanschluß Nr. 605
Dienstaa den 17. November
Fernsprechanschluß Nr. 605*
1903
Amtliches.
Stadtkreis Danau,
Bekanntmachung.
Auf Antrag von mehr als zwei Dritteln der beteiligen Gewerbetreibenden wird hiermit in Gemäßheit des § 139 f der Reichsgewerbeordnung angeordnet, daß in der Stadt Hanau die offenen Verkaufsstellen für den Schub Warenhandel an den Woüentagen mit Ausnahme der Samstage sowie der nach § 139 6 Abs. 2 Ziffer 2 der R.-G.-O. von der Orts- polizeibehörde festgesetzten 32 Ausnabmetage, von 8 Uhr abends ab geschlossen sein müssen.
Im Anschluß hieran wird auf die Bestimmung im § 146a der R.-G.-O. hinaewiesen, wonach mit Geldstrafe bis zu 600 Mark, im Unverwögensfalle mit Entsprechender Haft bestraft wird, wer vorstehender Anordnung zuwiderhandelt.
Cassel den 11. November 1903.
Der Regierungs-Präsident.
A. II. 14062 I. V.: Mejer.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht und tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft.
Hanau den 14. November 1903.
Königliche Polizei-Direktion.
P 9270 I. A.: LehfeIdt, Reg.-Assessor.
Stadtkreis f)anau, BeLaMmaMuclen des OderbnrgerNeisLeraMtes.
Bekanntmachung.
Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, bei Bedarf von 9M eitè st ästen, sowohl für dauernde, wie für vorübergehende Beschäftigung, sich der Vermittelung des städtischen Arbeitsamtes — Langstraße 41, Erdgeschoß rechts — zu bedienen.
Hanau den 3. November 1903.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 963
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Damenschirm im Laden Langstraße 59 stehen geblieben, 1 goldener Ring mit 3 Steinen, 1 neues Biberbemd und verschiedene Papiere für Gustav Wehnert von Liebschütz.
Verloren: 1 Wandergewerbeschein für Jakob Wieland aus Köln.
Hanau den 17. November 1903.
W
Feuilleton
Cm guter Zug aus der alte» lösen Zeit.
Den 18. November 1745 starb August Gottfried von Wallenstein, geheimer Regierungsrat zu Marburg, der Letzte seines ausgezeichneten und merkwürdigen Geschlechtes, der Begründer des adlichen Stiftes Wallenstein, früher zu Homberg, seit 1832 zu Fulda.
Zuwcilcn scheint es als Gottesgabe in den Familien zu liegen, in einer Reihe von Gliedern, ja von Geschlechtern, ein Solz gegen die allgemeine Verderbnis zu erzeugen. Zu diesen Familien scheinen die „Waldensteine" gehört zu haben, welche durchgängig und bis auf die Letzten herab kräftigen, edlen und hohen Sinnes gewesen sind. Einen guten Zug aus der alten böstgl .Zeit berichtet von einem Wallenstein ein Chronist des 15. Jahrhunderts, den wir hier zum Worte kommen lassen.
„Anno Domini 1402 auf St. Matthäi des Apostels Tag ("I- Sept.) da kam der römische König Ruprecht von der Pkalz, nachdenl er auch im Hananischen Raubburgen (Rückingen) zerstört hatte, gen Hersfeld und blieb allda bis auf Michaelis. Zu dem kamen dahin die Landesherr», Fürsten, Grafen, Frei- herrn, Dinter und Edelleute, mit Namen Landgraf ^ermann zu Hessen, Herzog Heinrich zu Braunschweig, die Grafen zu Henneberg, Ziegenbain, Waldeck, der Buraoraf zu Nürnberg, Slmon von Waldenstein, Ritter, und sein Sohn, und Simon sein Enkel, und dreizehn von Buchenau, die von ^wlitz, die von Romrod, die von Rotenberg und sonst viel andere Ritterschaft des Landes. Simon von Waldenstein ritt bamalü zu Hersfeld ein mit 18 grauen Hengsten, und war mit allen seinen Dienern in Weiß gekleidet, und war zuui selbeumal derer zu Hersfeld Haup'mann, und war hoch ge- yalten von dem römischen Könige lliuprecht, also daß er mit anderen Fürsten und Herren mit dem König zu Tische saß zu efien. Da er nun soviel Gewalt und Macht hatte und so
Aus Stadt und Cand»
Hanau, 17. Novbr.
Geschichts-Kalender.
17. November.
1812. Die Franzosen erleiden bei Krasnoi durch die Russen eine Niederlage.
1813. Aufstand gegen die Franzosen im Haag. — Danzig ergibt sich den Französin.
1870. Sieg der Deutschen über die Loire-Armee bei Dreux. 1681. Kaiserliche Botschaft, in der der deutsche Reichstag zur Eröffnung der Sozialgesetzgebung aufgefordert wird.
* Redaktionell. W Des Butz- und Bettags halber erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Donnerstag den 19. d. Mts. zu gewohnter Stunde.
* Stadtverordneten - Wahlen. Dir Lehren der letzten Wahlen beherzigend, ladet das Komitee der bürgerlichen Parteien alle bürgerlichen Wähler für nächsten Freitag, den 20. ds. Mts., abends 9 Mr, in den Saalbau zum Deutschen Hause ein behufs Aufstellung der Kandidaten der bürgerlichen Parteien für die dritte Klasse der Stadtverordneten-Versammlung.
* Preisverteilung. Zu dem Wettbewerb betreffend Erlangung von Skizzen zum Bau ländlicher Anwesen für Kleinbauern und Industriearbeiter mit kleinem landwirtschaftlichen Betriebe in der Provinz Hessen-Nassau sind im ganzen 107 Entwürfe eingegangen. Nach dem einstimmigen Urteil des Preisgerichts, an welchem teilnahmen: 1) Herr Gutsbesitzer Bartmann - Lüdicke zu Frankfurt a. M., 2) Herr Kreisbau- inspektor Engel zu Montabaur, 3) Herr Professor Dr. B. Luthmer zu Frankfurt a. M.. 4) Herr Lanbesrat Dr. Schroeder zu Caffel, 5) Herr Dr. Phil. Stein zu Frankfurt a. M. und 6) Herr Banrat Wohlfarth zu Hanau a. M. wurden die ausgesetzten 3 Preise wie folgt verteilt: Der erste Preis in Höhe von 500 Mark den Arbeiten mit dem Kennzeichnn: „Echt deutsch", Verfasser: Herr Architekt Heinrich Stumpf in Darmstadt. — Der zweite Preis in Höhe von 300 Mark den Arbeiten mit dem Kennzeichen „A & B", Verfasser: Herr Professor Strehle in Cassel. — Der dritte Preis in Höhe von 200 Mark den Arbeiten mit dem Kennzeichen: „Rübezahl", Verfasser: Herr Architekt Felix Krüger in Berlin. — Zum Ankauf empfohlen wurden die Arbeiten mit dem Kennzeichen: „Am Main", „Bat's nich's, schad's nick's", „Praxis", „Diddi" und „Feierabend", „Billig", „Im An-ust und Jm Sevtember" (für größere Anwesen), „Altheisiich", „Okiober 1903" (Westerwalder Typ), „Pflug und Sense" (Wester-
wol gehalten ward, war Einer da mit einem der Fürsten, welcher ihm vielleicht feind war unb sprach im Mutwillen: „Wie pranget der von Waldenstein so hoch! ich habe ihm wol vier Pferde genommen und flog nicht ein Vogel darnach." Das nm d Simon von Waldenstein angesagt; der antwortete: „Hätte er geschwiegen, so wäre er mir unbekannt gewesen. Haben nicht Vögel darnach geflogen, so sollen nun große Raben darnach fliegen," und nahm denselbigen sobald vom Tisch, und führte ihn hinaus und ließ ihn an einen Baum hängen, das war sein verdienter Lobn seines eigenen schwatzhaften Mauls halben. (Denn Waldenstein sah dies an als das vor Zeugen abgelegte Geständnis eines der schwersten T iebsverbrechen: des Pferdediebstahls, auf dem unbedingt der Tod stand).
Man sagt auch von Simon von Waldenstein dem Jungen, des vorgenannten Simons des Ritters Enkel, daß er ls Jahre alt gewesen, da hat er 24 um ihrer Untulend willen hängen lassen, feldflâchtige , treulos und henkmäßige Bösewichter, die wider Ehr und Ehrbarkeit täten, sonderlich Frauen und Jungfrauen schändeten, was ihm von denen zukam, ließ er alle an weiße Schleier hängen, zum Zeichen der Untugend; keine Schande oder Untugend mochte er leiden. Da war auch Zucht und Ehre unter dem Adel, und manch reisiger Knecht ward da gezogen und in redlichen Taten geübt, denn jedermann fürchtete die schnelle Strafe. Oft ward gehört unter der Ritterschaft, wann sie einen Schandlavpen vermerkten: „wir müssen die grindigen Schafeausrotten," dann gieng auch gewiß das Hängen danach. Solcher Ehre pflegte der Adel, da stund es wol und war auch noch gute Strafe als man spricht: „Wo Strafe ist, da ist Zucht, und wo Friede ist, da
ist Gott!"
Ja es war keine gute alte Zeit im 15. Jahrhundert, cs war viel Raub und Gewalttat vorhanden, aber es gab auch kräftige Naturen genug, die dem Uebel widerstrebten, und aus der Ritterschaft selbst entstand die Besserung der Zustände durch Unterdrückung der schlechten Standesgenossen.
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Die heutige Kummer umfaßt außer dem UnLerhalinngsbLai! 12 Sekten.
walder Typ). — Sämtliche Arbeiten sind in der Zeit vom 16.-—21. November 1903 in Frankfurt a. M. im neuen Rathaus, darauf je 8 Tage in Wiesbaden (Rathausfestsaal) und in Caffel öffentlich ausgestellt.
• Stadttheater. Heute gelangt „Wallensteins Tod" zum letzten Male zur Aufführung und weisen wir nochmals darauf hin. — Am Freitag geht das reizende Vers- luftspiel „Die goldene Eva" von Schönthan u. Koppel- Ellfeld neu einstudiert in Szene. Außer Frl. Burchard, welche die Titelrolle spielt, hat Herr Merker Gelegenheit, zum ersten Male in einer größeren Lusispielrolle aufzutreten.
* Bortrag über „Alt-Babylon". Ueber den am 25. d. M. auch hier stattfinder-dm Vsrirag über Alt-Babylon schreiben die „Neuen wesrpreußiswcn Mitteilungen" vom 30. Oktober aus Marienwerder folgendes: „Der Gewerbe-Verein, dem wir sck>on manchen belehrenden Vortrag verdanken, v-r- m'it'lte uns gestern durch den Dozenten an der Humboldt- Akademie, Herrn Franz Fürstenberg, einen ungemein fesselnden Vortrag über Technik und Naturwissenschaften im alten Babylon. An der Hand zahlreicher Lichtbilder versetzte uns der Herr Vortragende im Geiste zurück in die Zeit bis 3000 Jahre vor Christi G-burt und wies, gestützt auf die Ergebnisse vie'jährioer Forschungen und Ausgrabungen der deuffchen Orientgesellschaft, nach, daß sckon zu jener Zeit den Babyloniern Drainage-Anlagen zur Verbesserung und Erhöhung der Fruchtbarkeit des Landes durchaus nicht unbekannt waren. Ebewo belaßen sie schon Fahrzeuge mannigfacher Art, deren sie zur Ausübung ihres lebhaften Handels bedurften. Er manches von ihrer Kunstfertigkeit schienen die Babylonier schon von ihren Vorfahren, den Sumeriern, übernommen zu haben, was wiederum auf eine ein Jahrtausend ältere Entwickelungs- periodr hindeuten würde. Auch die Verarbeitung von Ton, Kupfer, Bronze, Silber und Gold war ihnen sehr wohl Besannt ; ebenso waren sie Meister in der Malerei und Bildbauerei. Bezüglich der Keilschrift, deren sie sich zu ihren Urkunden bedienten, ist eS der neueren Wissenschaft gelungen, ein bestimmtes System zur Entzifferung derselben heraus zu finden, was von unschätzbarem Werte ist. Zum Schluß schilderte der Herr Vortragende die Babylonier als Mathematiker und Astronomen, von denen wir die Zeitrechnung und die Maßeinteilung übernommen haben. Lebhafter Beisall dankte ihm für seine lehrreichen Ausführungen."
* Weitspiel. Morgen Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, spielt der Hanamr Fußballklub Viktoria 94 auf dem hiesigen Exerzierp'atz im Wettspiel gegen den Frankfurter Fußballklub 02, I. Mannschaften.
* Aus offener Stratze beraubt. Ein Fuhrmann G. von Hofstetten bei Schöllkrippen brachte in der Nacht vom
13. zum 14. d. M. eine Anzahl Personen aus Hofstetten nach
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Kunst und Leben.
* Der nette meteorologische Wochenbericht nimmt u. a. Bezug darauf, daß Zentral-Europa seit dem 10. November unter dickem Nebel gelegen habe, der auch am 18 und 14. noch anhielt, und schreibt dann, das seien Vorboten des Winters gewesen, der nunmehr beim nächsten Neumonde am 19. November mit reichlichem Schneefall sowohl in Süd- wie auch in Norddemschland einsetzen dürfte bis zur südlichsten Abweichung des Mondes vom Nequator. die am 22. November eintreten wird. Zum mindesten steht aber zu erwarten, daß der alte Mahnruf für den 25. November „St. Katharin bringt Feuer in den Kamin", sich für ganz Deutschland bestätigen wird.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 16./11.
Sehr trocken Beständig
Schön
Veränderlich
17./11.
-770
760,
Regen (Wind)^O-M
Viel Regen
Sturm
740.
730,
ÜL.780
720,
710,