Erstes Blatt
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf1 gespaltene Netitzeile oder deren Raum, für AuZMärts 15 Pf^, im ReklamentheU die Zeile 25 Pfg.,
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Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfa., für auS- kvärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses m Hanau.
General-Anzeiger.
Amtliches Organ für Mt- und Fandürns Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SerantiwtL Redakteur: G. Schrecker in H«««,
Nr« 257 Fernsprechanschluß Nr. 605
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Dienstag den 3. November
Ferusprechanschluß Nr. 605,
1903
Amtliches.
Ueber die Ergebnisse der diesjährigen Wahlen zum Hause der Abgeordneten werden, wie bei den früheren Wahlen, auch diesmal unter Mitwirkung der Wahlkommissare und Wahlvorsteher Ermittelungen angestellt werden.
Ich bringe dies mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis, daß diese Erhebungen lediglich zu statistischen Zwecken dienen. (A. I. 7262.)
Cassel am 3. Oktober 1903.
V 8528
Der Regierungs-Präsident.
J. V.: Rudolph.
Stadtkreis Danau,
Am 23. v. Mts. ist bei Rumpenheim die Leiche eines ca. 20 Jahre alten Mannes geländet worden, welche schon längere Zeit im Wasser gelegen hat. Besondere Kennzeichen hat die Leiche nicht; sie war 1,72 Meter groß, gesetzter Statur und war bekleidet mit dunkelem Kammgarnanzug, Zugstiefeln und rotgrauen Strümpfen. In der Tasche befand sich ein Taschentuch mit 0. gezeichnet, sowie ein Zeitungsblatt des „Hanauer Anzeigers" vom 6. Oktober 1903 und ein Führer durch den Zoologischen Garten in Frankfurt.
Da es nicht ausgeschlossen ist, daß der Geländete aus dem Stadt- oder Landkreise Hanau stammt, wird gebeten, etwaige Anhaltspunkte, die zur Ermittelung seiner Person dienen können, der unterzeichneten Behörde mitzuteilen.
Hanau den 2. November 1903.
Königliche Polizei-Direktion.
P 8893 I. A.: " Lehfeldt, Reg.-Assessor.
Candkreis Öanau.
Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.
Nach Mitteilung des Königl. Landrais in Gelnhausen ist in den Gemarkungen Niedergründau und Kirch- bracht die SÄWeèneVotlaufseuche festgestellt worden.
Hanau den 2. November 1903.
Der Königliche Landrat.
3V Nr. 8604 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Nach Mitteilung des Großherzsgl. Kreisamts in Büdingen ist die Schweinepest auf Hof Breitenhaide (Gemarkung Lißberg) erloschen und die angeordnete Gehöstsperre aufgehoben worden.
Hanau den 31. Oktober 1903.
Der Königliche Landrat.
J V Nr. 8589 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Feuilleton
Stadtthcatcr in Hanan.
— Hanait, 2. November.
Im ersten Monat der Winierspielzeit hat der Spielplan unserer Bühne fast durchweg ein heiteres Gesicht gezeigt. Mit wenig Ausnahmen gehörten Novitäten und Wiederaufnahmen dem heiteren Genre an; auch die gestrige Aufführung trug nur dem Bedürfnis nach leichter Unterhaltung und Amüsement Rechnung. Die Verfasser des zur Darstellung gekommenen vieraktigen Lustspiels „Der StiftSarzt", M. und L. Günther, lassen die Lebensweisheit, daß Lachen sehr gesund sei, in ihrem Stücke durch den Mund des Geh. Medizinalrates Dr. Aberdingk dem Publikum verkünden und scheinen in der Bühne einzig nur die leichte Unterhaltungsstätte zu sehen, an der man nach des Tages Last und Mühe einige heitere und angenehme Stunden verbringen kann. Und dieser Auffassung gemäß ist denn auch ihr Stück gewesen, das in seiner Naivetät und Harmlosigkeit dem Publikum anscheinend wieder gut gefallen" hat. Durch lebhaften Beifall gab man der Freude an den vielen guten Menschen Ausdruck, die immer im rechten Augenblick kommen und gehen, und als der Vorhang zum letzten Male sich gar vor vier verlobten Paaren senkte, da konnte man mit stiller Befriedigung nach Hause gehen. Wir brauchen in diese Freude nicht nachträglich einen Mitzton hineinzutragen, indem wir das Stück einer näheren Besprechung unterziehen, denn das ist schon früher zur Genüge geschehen, nur den Darstellern seien einige Worte der Anerkennung nicht vorenthauen, die durch ihre Kunst die veraltete Technik einigermaßen verdeckten und den Figuren des Lustspiels etwas frisch pulsierendes Leben geben konnten. Das gilt vor allem üraulein urban als Meta und Herrn Becker als Dr. CunoHartmg. Fräulein Urban war in der Wiedergabe deS liebebedurstigen
Uebersicht
über die im Jahre 1902 den Gemeinden des Kreises Hanau aus dem Verkauf des Gemeindeobstes zugeflossenen Einnahmen.
Lfde.
Nr.
Gemeinde
Betrag des Erlöses
Mk. 1 Pf.
1
Windecken ....
110 74
2
Bergen ....
337 —
' 3
Bischofsheim ....
159 —
4
Bruchköbel ....
14 65
5
Butterstadt ....
— —
6
Dörnigheim ....
343 40
7
Eichen ....
105 61
8
Erbstadt ....
389 09
9
Fechenheim ....
—— —
10
Gronau ....
168 93
11
Großauheim ....
'— ——
12
Großkrotzenburg . ♦
—— ——
13
Hochstadt .
52 —
14
Hüttengesäß ....
59 40
15
Keffelstadt ....
— —
16
Kilianstädten ....
69 73
17
Langendiebach ....
48 50
18
Langenselbold ....
357 70
19
Marköbel ....
— —
i 20
Mittelbuchen ....
29 13
21
Niederdorfelden . .
——
22
Niederissigheim . .
72 80
23
Niederrodenbach . .
112 95
24
Neuwiedermuß . .
—
25
Oberdorfelden . . .
— 50
26
Oberissigheim . . .
28 90
27
Oberrodenbach
16 74
28
Ostheim ....
48 10
29
Ravolzhausen ....
631 02
30
Roßdorf ....
76 —
31
Rückingen ....
— —
32
Rüdigheim ....
65 10
33
Wachenbuchen .
—— ——
Summa 1
3296 1 99
Wird veröffentlicht.
Hanau den 30. Oktober 1903.
Der Königliche Landrat. v. Beckerath.
Töchterchen des Rittergutsbesitzers Rehfeld wieder von entzückender Munterkeit und Laune; ganz reizend brachte sie die kleine Wetterfahne zur Darstellung, in deren kindlichem Gemüte sonnige Heiterkeit mit aufrichtiger Bekümmernis um den Liebsten abwechselten. Frisch, natürlich und liebenswürdig waren die Eigenschaften, mit denen Herr Becker den Dr. Harting aus- stattete, der wie der Wolf im Schafskleide in das altadlige Damenstift eingedrungen, dann aber, dank der Grobheit des Medizinalrates von Aberdingk festen Fuß fassen konnte. Die Aebtissin des Stiftes Adelheid von Bruhn fand eine würdige, repräsentable Vertreterin in Frl. Jirsak, die in Sprache und Spiel die überlegene Ruhe und das Vornehme der Rolle gut zum Ausdruck brachte. Den Rittergutsbesitzer gab Herr Fink zufriedenstellend und Herr «ehrmann gab dem Medizinalrat Aberdingk das erforderliche Maß von Gradheit und Grobheit. Die Stiftsdamen fanden ebenfalls durchweg gute Darstellerinnen. Frau Wehn und Frl. Jai da als Bertha von Seugbaum und Clothilde Schneck gaben ihren Rollen außer dem Humor auch die nötige spitze Zunge; von gewinnender Liebenswürdigkeit waren die Damen Ranucci als Erna, Frl. Heidenfels als Anna von Kolbow und Frl. Budinsky als Mathilde von Wöhl. Den reizenden Damenkranz der Darstellerinnen vervollständigten noch die Damen Frl. Verden, welche die Marie Löwe recht hübsch verkörperte, sowie Frl. Wehn als Ulrike, die Hausmeisterin des Stiftes, und dann auch noch Frl. Burchard, welche die Hildegard von Herrenburg mit guter Charakteristik wiedergab. Weiter machten sich noch um die Aufführung verdient Herr Nauendorf als Verwalter Helmholz und Herr Neruda als Fritz. Herr Fink als Spielleiter hatte für ein flottes Ensemble erfolgreich Sorge getragen.
HUmoristischrs.
Gilt Diplomat A.: „Wie kann's denn Dtr nur etu- fallen, unsern Freund Borginger anzupumpen, der notorisch
Stadtkreis Danau»
Bekarmtmachunsien des Oberbüraermeisieramtes.
Bekanntmachung.
Nach Beschluß des Laudesausschusses vom 1. Oktober 1903 soll für das Jahr 1904 die Erhebung einer einfachen Viehseuchen-Abgabe für Pferde, Fohlen, Esel rc. — 20 Pfg. für jedes Stück und einer doppelten Abgabe für Rindvieh 10 Pfg. für jedes Stück stattfinden.
' Zur Feststellung der Abgaben sowie zu statistischen Zwecken ist eine Zählung des Viehstandes erforderlich und wird solche am 3. November d. Js. bewirkt werden.
Das Verzeichnis über den Viehbestand ist zur Einsicht der Beteiligten vom 6. bis einschlietzlich 19. November d. Js. auf dem städtischen Arbeitsamte, Langstraße Nr. 41, ausgelegt; Anträge auf Berichtigung sind bis zum 19. November d. Js. bei der unterzeichneten Behörde, etwaige Reklamationen gegen deren Entscheidungen aber bis einschließlich 29. November d. Js. bei dem Königlichen Regierungs
Präsidenten zu Cassel anzubringen. Hanau den 2. November 1903.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus
19733
A Nr. 536 Firma M. Bott & Go, Kesselstadt. Der Kaufmann Heinrich Wolff in Hanau ist ausgeschieden und damit die Handelsgesellschaft aufgelöst. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von dem seitherigen weiteren Gesellschafter Ziseleur Friedrich Bott in Kesselstadt als Einzelkaufmann fortgeführt.
Hanau den 26. Oktober 1903.
Königliches Amtsgericht 5. 19688
Grundstücks-Verpachtung.
Die domänenfiskalischen Einzelgrundstücke der Gemarkung von Bergen, Kartenblatt A rc. in Fläche von zusammen 22,2022 ha sollen vom 1. Januar 1904 ab anderweit auf 12 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werde«.
Zweiter Termin hierzu wird auf Donnerstag den 5. November d. Js., vormittags von 10 Uhr ab, in dem Rathaussaal zu Bergen anberaumt.
Hanau den 31. Oktober 1903.
Reinhardt,
Domänen-Rentmeister. 19602 »»■■■■■■■■■■■■■^■■■■■■■■■gMMBMEaMBwrimsHM^ ft .Lraagaesssai
nie was hat, während Du doch selbst noch leidlich bei Kasse bist?" — B.: „Ja, weißt, im Vertrauen — ich hab' Angst g'habt, der Kerl pumpt mich an!"
Doppelsinnig. Besuch (Radfahrer, der eine langweilige Geschichte erzählt): „Die Geschichte scheint Sie nicht sonderlich zu interessieren! — Soll ich weiter zählen?" — Hausherr: „Fahren Sie fort!"
Abgeholfen.^ Mieter: „Denken Sie sich nur, Herr Wirt, in meiner Wohnung fällt der Kalk von der Decke." — Wirt: „So, nun werden Sie doch endlich zufrieden sein; Sie haben sich ja so oft beklagt, die Decke wäre zu niedrig!"
Bei Gelegenheit. Fremder (flehend): „O, helfen Sie mir, Herr Dokior, ich habe eben im „Goldenen Löwen" eine Nadel verschluckt, die in der Suppe lag!" — Advokat: „Hm, hm, Arzt bin ich zwar nicht, der wohnt nebenan; aber deshalb sollen Sie doch nicht vergeblich gekommen sein..... gegen den Wirt setzen wir gleich eine Klage auf »egen Körperverletzung I"
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 3. November.
9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum über 774 mm lagen über Wesirußland, über 771 mm vorm Kanal, eine Depression unter mm südlich vor den Lofoten. In Deutschland ist das Wetter mud, teils nebliges, sonst trockenes Wetter wahrscheinlich, im Osten Nachtfröste.