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Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postanfsching.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg. "

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanan.

Nr. 248

Erstes Blatt

General-Anztiger.

Amtliches Oes»» fit StM- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Anzeiger

Eiiirncknngsgebühr:

Füruit= und Landkreis Hanan 10 Pfg. die fünf» gespaltene Pctitzcilc oder deren Raum, für AuLwärUlch Pfg., im Neklamemhcil die Zelle 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in HKLKK'

Fernssirechanschluß Nr. 605

^reitaa kn ü3. Oktober

Fttnsptchanschlnß Nr. 605.

1903

Amtliches

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachnuge» des Oberdiirgermelsleramles.

Bekanntmachung.

Die auf dem südwestlichen Bürgersteig der Leipzigerstraße stehendeil 47 Stück Kastanienbäume sollen am Samstag den 24. d. Mts., nachmittags 3 H^r, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigert werden.

Kaufliebhaber werden zu diesem Termin hierdurch einge- laden.

Hanan den 22. Oktober 1903.

Stadtkämmerei. 18953

Bekanntmachung.

Städtisches Elektrizitätswerk.

Zwecks Vornahme von Messungen in der städtischen Zen­trale wird die Stromzuführnng nach der Stadt am

Sonntag den 25. Oktober er.

in der Zeit

von 2 bis 5 Nhr nachmittags unterbrochen.

Hanau den 23. Oktober 1903.

Die Direktion

der Stâdt. Gas-, Wasser- u. ElektrizitâtsWrke Hanau a. M.

von G âßler. 18972

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Hanau belegene, im Grundbuche von dort, Band 63, Blatt Nr. 3492 Abt. I Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen

1. des Kaufmanns Hermann Schneider,

2. des Kaufmanns Lonis Ziegenhain in Hanau, eingetragene Grundstück:

300 _ . r - k -, Kramergaffe 6,

a. Wohnhaus, Seitenbau rechts (A und B), Quer- bau (C) und Hofraum, = 1 ar 38 qm,

1350 Mark Nutzungswert,

am 18. Dezember 1903, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsstelle Markt­platz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.

Hanau den 15. Oktober 1903.

Königliches Amtsgericht Abt. 2. 18955

WMWWr Wtrtin Ham.

Nächste Versammlung Samstag den 24. d. Mts., nachmittags 2^ Uhr, im Gasthaus gum goldenen Löwe n, Vorstadt Nr. I, hierfelbst.

Tages-Ordnttng:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Diesjährige Ernteergebnisse.

3. Jahresbericht der Landwirtschaftskammer.

4. Vortrag des Herrn Dr. Helmkampf in Weilburg über die zweckmäßige Behandlung der Wiesen mrd die Wahl des Saatguts.

5. Bericht der Delegierten über die Versammlung, des Ver- eiusausschusses der Landwirtschaftskammer sowie über die Bezirkstierschau zu Homberg.

6. Aufnahme neuer Mitglieder.

7. Veranstaltung eines Winterfestes.

8. Sonstige Mitteilungen.

Der Borstand.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende, B-kaunt- machung des lastdrvirtschaftlichkN Kreisvereins in ihren Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 19. Oktober 1903.

Der Königliche Laudrat.

J. A.: Conrad, Kreissekretür.

Hue Stadt und Cand.

Hanatt, 23. Oktober.

* Die landgräfliche Hofhaltung ist von Schloß Panker nach Schloß Philippsrube zurückverlegt modern

* Landtagswahl. Gemäß § 26 der Verordnung vom 30. Mai 1849 über die Ausführung der Wahl der Abgeord­neten zur zweiten Kammer sowie des § ,23 des Wahlregle- ments vom 14. März 1903 sind zu Wahlkommissaren bei der bevorstehenden Abgeordnetenwahl von dem Regierungs- präsidenten ernannt worden:

1. f^r den I. Wahlbezirk (Kreis Rinteln) Kreisdeputierter, Bürgermeister Gaertner in Rinteln,

2. für den II. Wahlbezirk (Kreise Hofgeismar und Wolf­hagen) Königlicher Landrat, Kammerherr Rieß von Scheueruschloß in Hofgeismar,

3. für. kn III. Wahlbezirk (Stadtkreis Cassel) Oberbürger­meister Müller in Cassel,

4. für den IV. Wahlbezirk (Kreise Cassel (Land) und Witzen- Hausen) Königlicher Landrat, Geheimer Regierungsrat Freiherr von Dörnberg in Gaffel,

5. für den V. Wahlbezirk (Kreise Eschwege und Schmal­kalden) Königlicher Landrat, Kammerherr von K e u d e l l in Eschwege,

6. für den VI. Wahlbezirk (Kreise Rotenburg und Hersfeld) Königl. Landrat, Geheimer Regierungsrat Freihcrr von Schleinitz in Hersfeld,

7. für den VII. Wahlbezirk (Kreise Melsungen und Fritzlar) Königl. Landrat Noeldechen in Fritzlar,

8. für den VIII. Wahlbezirk (Kreise Homberg und Ziegen­hain) Königl. Landrat, Kammerherr^ 'm Schwertzell in Ziegenhain,

9. für den IX. Wahlbezirk (Kreise Kirchhain und Franken­berg) Königl. Landrat, Frhr. Schenck zu Schweins­berg in Kirchhain,

10. für den X. Wahlbezirk (Kreis Marburg) Oherbürger- meister Schüler in Marburg,

11. für den XI. Wahlbezirk (Kreise Hünfeld und Gersfeld) Königl. Landrat von Trotha in Hünfeld,

12. für den XIL Wahlbezirk (Kreis Fulda) Königlicher Rc- gierungsrat Schuman n in Fulda,

13. für den XIII. Wahlbezirk (Kreise Schlüchtern und Geln­hausen) Königlicher Landrat, Geheimer Regierungsrrt Roth in Schlüchtern,

14. für den XIV, Wahlbezirk (Stadt- und Landkreis Hanau) Königl. Landrat von Beckerath in Hanau.

* Das städtische Elektrizität-werk gibt bekannt, daß zwecks Vornahme von Messungen in der städtischen Zen­trale die Stromzuführnng nach der Stadt am Sonntag den 25. d. M. in der Zeit von 25 Uhr nachmittags unter­brochen wird.

* Stadttheater. Wir weisen nochmals auf die heute stattfindende Ausführung deS reizenden LustspielsDie beiden Leonoren" hin. Am Sonntag geht die NovitätDer Hoch­tourist^, welche in unserer NachbarstaR Frankfurt mit so großem Erfolge gegeben wurde, erstmalig in Szene.

* Abonttemetttskonzert. Gestern abend fand im Saale derCentralhalle" das 1. AbonnementSkonzert der Konzertsängerin Frl. Mary Reuendorffer auS New-Dork. und Herrn Carl Friedberg, Klavierviriuose, statt. Die Künstler traten mit einem ausgewählten Programm vor das zahlreich erschienene Publikum und ernteten lebhaften, von Nummer zu Nummer sich fleigernben Beifall. Ihr erster hiesiger Konzertabend war für die Künstler ein außerordentlich erfolgreicher, ihr Auftreten ständig von rauschendem Beifall be­gleitet. Frl. Mary Neuendorffer besitzt. ein äußerst sympathi­sche- und ausgeglichenes Organ, daS besonders in den höheren Lagen von starker Wirksamkeit ist, ihr Liedervortrag von brillanter Schönheit. Herr Carl Friedberg behandelt das Klavier mit meisterhafter Technik und feinstem musikalischen Empfinden. Der Künstler wurde bei seinem zweiten Auftreten bereits mit Beifall empfangen und wurde nach beendetem Vortrag wieder­holt gerufen. 'Zufriedenstellend löste auch Frl. Pichler auS Frankfurt a. M. di: Begleitung der Lieder auf dem Klavier. Den Besuchern war ein feiner Kunstgenuß geboten worden, der allseits in höchstem Maße befriedigte.

" Stiftung-fest. Morgen abend feiert in den Sälen der Centralhalle der ClubAmicktia" sein 6. Stiftungsfest durch Abrndunterhaltung mit darauffolgendem Ball. Das Pro­gramm verzeichnet eine, Reihe sehr hübscher Nummern, seit Wochen haben die Mitwirkenden eifrig gemimt und gesungen/ sodaß auch dieser Abend sich den srüheèen von derAmicitia" würdig anzuschließen verspricht. Jeder Anforderung und jedem Geschmack wird Rechnung getragen sein uhb die Besucher dürfen daher einen genußreichen Abend erwarten.

* Auch ei« Mißstand. In letzter Zeit treiben sich, von auswärts kommend, in unserer Umgegend auffallenderweise viele liederliche Personen umher, sodaß jetzt fast allabendlich in dieser Hinsicht Festnehmungen erfolgen mußten.

* Preiöfchießen in denVier Jahreszeiten"» Das am Dienstag den 20. d. Mts. begonnene Preisschießen, welches sich stets eines guten Zuspruches zu erfreuen hatte, findet heute abend 10 Uhr seinen Schluß, dann erfolgt Preis- verteilung. Da hier am Platze eine derartige Veranstaltung noch nicht abgrhalten wurde, so empfiehlt eS sich, noch bevor der Schluß ftattjinbet noch einen guten Schuß abzugeben und dadurch mit an den nicht zu unterschätzenden Preisen zu kon­kurrieren.

* Eine aufregende Szene spielte sich gestern Abend zwischen 5 und 6 Uhr auf der Kesselstädter Chaussee in der Nähe der Hellerbrücke ab. Zwei Frauen rissen sich um ein ca. 6 Jahre altes Mädchen. Die eine war die Pflegemutter und die andere die reckte Mutter des Kindes. Angeblich soll das Kind, als es erst 8 Wochen alt war, der Pflegemutter übergeben worden sein, an welcher das Kind anscheinend mit großer Liebe hängt. Nun kam die Mutter des Kindes und wollte dasselbe wieder an sich nehmen. Jedoch wollte das Kind nicht wieder zu derselben, was sich ja auch leicht denken läßt. Die Mutter wollte es nun mit Gewalt an sich reißen, worüber sich mit der Pflegemutter der Streit entspann. Das Kind jammerte und weinte in herzzerreißender Weise und klammerte sich, am ganzen Leibe zitternd, an seine Pflegemutter. Auch verweigerte letztere nachher die Herausgabe des KindeS weil die Mutter noch das Kostgeld schuldig sein soll. Passanten geleiteten schützend die Pflegemutter mit dem Kinde nach Kessel­stadt zurück und machten so diesem herzzerreißenden Anstritt vorläufig ein Ende.

* Tödlich verletzt wurde gestern mittag der Schneider­meister F. aus Lieblos in das hiesige katholische Schwestern­haus gebracht. Derselbe wurde gestern früh mit einer Schuß­wunde in ier Schtäfegegeud auf der Leipzigerstraße bei Bahn­hof Gelnhausen ausgefuudcn, ein Revolver lag neben ihm. Er war .tägs vorher nach Frankfurt gefahren, um einen Schneidergesellen zu engagieren. Auf dem Rückwege vom Bahn­höfe Geluhdufcn hat er sich jedenfalls die Schußwunde beige­bracht, an der er in verflossener Nacht verschied.

* Tobsüchtig wurde gestern abend ein auf der Durch­reise befindlicher Schuhmacher Evers, sodaß er von dem Gast- Hanse zur Stadt Frankfurt mittels des Krankentransport- wagens nach dem Landkrankenhause überführt werden mußte.

* Amazonenkampf. In der französischen Allee ge­rieten gestern abend zwei Arbeiterinnen, H. und S., aneinan­der. Die Liebenswürdigkeiten, mit denen dabei gedient wurde, waren jedenfalls recht derber Natur, denn plötzlich erhob die H. eine in der Hand tragende Flasche und hieb dieselbe der S. über den Kopf, sodaß letztere blutüberströmt den Kampf­platz räumen mußte und im gleichen Zustande an Polizeistelle Anzeige erstattete.

Das üüjithrigc LehrttjubWim des Herrn Wilhelm Zehner.

Ueber ben wohlgelungenen und würdigen Verlauf des gest­rigen Ftstakies in der Aula der Oberrealschule haben wir be­reits in der vorigen Ausgabe berichtet. Von Interesse dürfte cs noch sein, den Dank des Jubilars im Wortlaut zu ver- nehmcn. Derselbe führte aus:

Hochgeehrte Festgenssscu! Werte Kollegen! Liebe Schüler! Der heutige Tag ist für mich ein Tag der herzlichsten Freude und des innigsten Dankes, der Freude, daß mir durch Gottes Gnade befetteten ist, nach Vollendung einer 50jährigen Lehr­tätigkeit diesen Tag feiern zu sinnen, ber Freude über die Liebe und Dankbarkeit meiner vielen ehemaligen Schülerinnen und jüngeren Schüler dieser Anstalt, Freude über die Glück­wünsche und Ehrungen, die mir von allen Seiten heute bar» gebracht wurden. Es ist aber der heutige Tag für mich vor­nehmlich ein Tag des Dankes. Zumeist danke ich Gott, der mir von meiner Kindheit an bis auf diesen- Augenblick so viel Gutes getan. Er hat an mir seine Verheißung erfüllt: Ich will Dich tragen bis ins Alter und bis. Du grau geworden, ich will es tun, ich will tragen, heben und erretten. Er hat mir stets Kraft und Mut gegeben, daß ich mein verantwortungs­volles Schulamt als Arbeiter in seinem Weinberg mit Freude ausüben konnte. Gute Tage .hat er mir geschenkt, böse Tage warcir mir auch beschicken. Für beide danke ich ihm, letztere half er mir tragen. Wenn ich zurückschaue auf die lange Zeit meiner Wirksaurkeit in hiesiger Stadt, so mus ich mit ^akob bekennen: Ich bin viel zu geringe aller Barmherzigkeit und 4reue, die er an mir getan hat. Darum lobe und preise ich den Germ und spreche mit dem $|ahm|ten: Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, mag er Dir Gutes getan hat. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Nächst Gott lege ich meinen untertänigsten Dank zu kn Füßen unseres geliebten Landeshcrrn, Sr. Maj.