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Erstes Blatt

Einrücknugsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf«

Bezugspreis :

Biericljâhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für au!- X> artige Abonnmtcn mit dem betreffenden Postausschlag. Lie einjelne Nummer kostet 10 Pfg.

Geruckt und verlegt in der Buchdruckern des verein, ev.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

gespaltene Pelnzeile ober deren Raum, für AijZwHtt? J? Psg. im ReNamenthrit die Zeile 25 P'g.,

für Auswärts 35 Pkg.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. ' ........'"'' ,n ^^^

Nr. 22^

Fernsprechanschluß Nr. 605»

Donnerstag den 1. Oktober

Fernsprechanschluß Nr. 605

1903

Amtliches.

Stadtkreis Danau»

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Das dem Althanauer Hospital gehörige Grundstück, Karte E E Nr. 42, zwischen dem Grünen Weg und der Jahnstraße gelegen, 16 ar 39 qm groß, soll am Montag den 26. Oktober d. Js., vormittags 11 Uhr, im Magistrats­sitzungssaal, Rathaus Zimmer 1, öffentlich versteigert werden. Wir laden Kaufliebhaber zu dieser Versteigerung hierdurch ein.

Hanau den 25. September 1903.

Der Hospitalrat.

J. V.: Bode. 17406

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in den Ge­markungen Rückingen und Langendiebach belegenen, im Grund­buche von Rückingen, Artikel 62 und im Grundbuche von Lângendiebach Artikel 820 zur Zeit der Eintragung des Ver- sieigerungsvermerkes auf den Namen des Ack-rmanns Wilhelm Zottig in Rückingen eingetragenen Grundstücke:

a) Artikel 62 von Rückingen:

J 68, beim Kreuzweiher, Acker, 10 ar 26 qm,

H 103, beim Kreuzweiher, Acker, 2 56

H 57, beim Kreuzweiher, Acker, 2 öp

H 58, beim Kreuzweiher. Acker, 5 09

K 91, die Oberhöre, Acker, 5 82

L 48, der Stengelrasen, Acker, 2 28

b) Artikel 820 von Langendiebach: Krtbl. 15 Nr. 35, bei der alten Straße, Acker, 9 ar 06 qm,

Kribl. 16 Nr. 105, im Dieffcld, Acker, 7 08

Krtbl. 16 Nr. 94, im Dirffeld, Acker, 10 #

am 23 November 1903, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 3. Juni 1903 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergebt die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versieigerungsvermerkes aus dem Grund­buch? nicht ersichtlich waren, spätestens im Versieigerungs- termn'e vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an« zumr'den und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, mibri genta sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht beräcksichtigt und bei der Verteilung des Bcr- ^ UW.JW ^J

Feuilleton.

-tamhcatcr in Hanau.

Hanau, 1. Oktober.

Herr Thilo v. Trotha hat sich den Naiven der deutschen Bühnen, die seineHofgunst" zum Siege geführt, insofern erkenntlich gezeigt, als er ihnen eine weitere Bombenrolle, wie Fan so zu sagen pflegt, auf den Leib geschrieben hat und daS Ganze dannMadame de Pompadour" getauft. Dieses drei- -ktige Lustspiel ging gestern mit leidlichem Erfolg als zweite Aufführung der Spielzeit erstmals über unsere Bühne, Haupt- ' schlich in der Absicht, der neuen Naive Gelegenheit zu geben, s einer vorteilhaften Rolle sich hier einzuführen. Die Hand­lung versetzt unS nach Cassel an den Hof deS prunkliebenden und verschwenderischen Jèröme, des jüngsten Bruders Napo- lkvns, der ihn zum König von Westfalen gemacht hatte. In- sultten deS genußfrohen und leichtsinnigen Hoflebens erblüht sn Erika, der Tochter deS Grafen Merfeld, so eine Art von Wunderblume, deren reiner Duft von dem verderblichen Hauch -es ausschweifenden Hoflebens unberührt bleibt und deren kind- cher Frohsinn sie heil an all den sittlichen Abgründen dieses Hofes und den Fallstricken, die der Ahnungslosen gestellt wer- den, vorbeiführt. Wir wollen den Fäden der Handlung hier wäter nachspüren, müssen aber daS bemerken, daß der Verfasser, Herr Thilo v. Trotha, auch eine ge» vorige Portion von Naivetät bei dem Publikum voraus- >etzen muß, wenn es an die Situationen und Charaktere seines Lustspiele» einigermaßen glauben soll. Andererseits aocr versteht es der Autor, so anmutig und gewinnend zu -rsponierm, den Dialog mit so liebenswürdigem Humor zu durch, etz-n, daß man an dem Lustspiele immerhin Freude haben .SNN. xm den drei Akten des Stückes findet sich manches hnvfche £t:«I; mit dem Lust ftiel vom Sonntag hat es das

steigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden..

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Verstei­gerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt.

Langenselbold den 17. September 1903.

___________Königliches Amtsgericht. 17422

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 25 Bogen Schlachtscheine, 1 Knabrn-Biber- hemdchen, 1 weißer seidener Sonnenschirm, 1 silberner Gürtel. Verloren: 1 silberne Brosche mit blauem Steinchen (Jugendstil), 1 brauner Herrenrock.

Hanau den 1. Oktober 1903.

Hus Stadt und Eand.

Hanau, 1. Oktober.

Beawienpersonal-Nachrichten.

Trnaunt: die Rechtskandidaten Kaiser, ». Pfister und Umbach zu Referendaren, der Hilfsförster Knorz zu Ober­zell in der Oberförsterei Oberzell zum Förster unter Ueber» tragung der Försterstelle Schemmern, Oberförsterei Stölzingen, vom 1. Oktober d. J. ab.

Versetzt: der Gerichtsschreiber, Sekretär Eckhardt in Gladenbach an das Amtsgericht in Bergen bei Hanau.

* Bauernregeln für Oktober. Haft der Baum seine Blätter lange, ist mir um späten Winter bange. Ist im Herbst das Wetter hell, bringt eS Wind und Winter schnell. Scharrn die Mäuse tief sich ein, so wirds ein harter Winter 'ein. Auf Sankt Gall (16. Oktober) bleibt die Kuh im Stall. Wenn Sankt Gallus den Butten trägt, ists ein schlecht Zeichen für den Wein. An Ursula (21. Oktober) muß das Kraut herein, sonst schneien Judas und Simeon (28. Oktober) drein. Denn Simeon und Judas vorbei, dann rückt der Winter herbei. Sankt Simon der Jüd' bringt bett Dinter unter d' Lüt! Halten die Krähen Korwivium, sieh nach Feuerholz dich um. Ist recht rauh der Hase, so frierst du bald an der Nase. Träzts Häschen lang sein Sommerkleid, ''o ist der Winter auch noch weit. Wenn im Moor viel Irrlicht fielen, bleibt der Dinter lange schon. Im Oktober Frost und Schnee, bringt im Winter vieles Deh. Wenn der Zugvogel zeitig geht, harter Winter vor der Türe steht. S' ist auch ein schlimmes Winierzeichen, willè Laub nicht von den Bäumen weichen. Oktober-Himmel viel Sterne, hat man warmen Ofen

Gemeinsame, daß ebenfalls patriotisches Empfinden mit zum Faktor deS Verfolges gemacht ist Gespült wurde im großen und ganzen mit gutem Gelingen, daS Zufammensviel klappte und die Einzelleißungen waren fast alle zufriedenstellend. Frl. Urban entwickelte als Enka eine prächtige Munterkeit in Spiel und Sprache. Eine recht gewinnende anmutige Er- scheinung, führt sie für ihr Fach die zum Erfolg nötigen Eigen­schaften ins Treffen, so vor allem Jugend, gepaart mit Schelmerei, Humor und Liebenswürdigkeit. Das ahnungslos, lachmd und tänzelnd in ihrer Unerfahrenheit sich den Nachstellungen lüsterner Lebemänner preisgebende junge Weib war man fast versucht ihrer Darstellung zu glauben. Die Durchführung ihrer Auf­gabe gab den Beweis, daß dieses ,Fach in der Spielzeit gut nertreten sein wird. Frl. Burchard als Gabriele hatte für die erfahrene Weiblichkeit dieser Weltdame das ihrer Wirkung sichere überzeugende Spiel. Mit ihren bestechenden äußeren Mitteln scheint auch die Kunst vorhanden zu fein, gut zu charakterisieren. Die übrigen neuen Kräfte hatten keine sonder­lich hervortretenden Aufgaben. Wir müssen uns deshalb Vor­behalten, unS mit ihnen eingehender zu beschäftigen, wenn sie'mit Aufgaben betraut werden, die ihre Gestaltungskunst - ganz er­kennen lassen, dieS gilt vor allem von dem Charakterdarsteller Herrn Knauth, der gestern mit seinem Grafen Reckenstein eine anerkennenswerte Leistung bot, Herr Merker, der gestern den Hans Jürgen spielte, erhält ja in den nächsten Vor­stellungen Gelegenheit, seine Verwendbarkeit im hiesigen Emsemble zu zeigen. Zufrieden stellten Herr Fink als Graf Bochholz, Herr Nauendorf, der den leichtlebigen König Jerome in charakteristischer Weise zu gestalten suchte, Herr Römer als Retzow, Frl. Jirsak als Frau v. Retzow. Don unseren alten Mttgliedern waren mit gutem Erfolg tätig Herr Becker als ritterlicher Leutnant Botho v. Korf, Herr König alS Graf Merfeld, Herr Gehrmann als alter Jansen und Frl. Wehn, die in der^ drallen Ricke eine köstliche Charge bot. Der Regie des Herrn Fink sei anerkennend gedacht.

gerne. Regnets im Oktober viel, treibt im Dezember der Wind sein Spiel. Oktober viel Nebel in der Höh, im De­zember großer Schnee.

X Jahresfest der Hanauer Diakonissenstation. Am gestrigen Nachmittage beging die hiesige eoang. Diakonissen- stalion die Jahresfeier ihres 24 jährigen Bestehens, zu welcher sich, freunvlichst bewillkommnet schon an der sinnig geschmückten Eingangspforte, eine zahlreiche Festversammlung in den trauten Räumen eingefunden hatte. »Nach dem gemeinschaftlichen Ge­sang des Chors:Lobe den'Herrn, den mächtigen König der Ehren!" hielt Herr Pfarrer Fuchs aus Gaffel die Fest- predigt und zwar auf Grund des Textes: 1 Corr. 15, 58 Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich und nehmt immer zu an dem Werke des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." Wie draußen in der Natur es eine Zeit der Aussaat und Ernte ist, so gibt es auch eine geistliche Aussaat und Ernte, von der die heilige Schrift redet, wenn sie erzählt von dem Sä­mann, der durch die Lande zieht, um den Samen des göttlichen Wortes auszustreuen in den Herzen der Menschen. Wohl ist die Zeit der Ernte noch nicht gekommen, aber doch sollen wir schon hier einen Vorgeschmack der geistlichen Emir haben, und einen solchen gibt daS heutige Jahresfest, zunächst ein Dankes­fest, das uns ermahnt, Umschau, Rückschau und AuSschau über das weite Erntefeld zu halten. Drei Wünsche aber seien an­läßlich desselben dargebracht, der Wunsch 1. der Glaubens- sestigkeit, 2. der ArbeitSrührigkeit und 3. der Hoffnungs­freudigkeit. Unsere Zeit braucht mehr bean je Männer, chrflürche Charaktere, die ein christliches Gepräge, das Bild Jesu tragen. Aber wir werben fest allein, wenn wir gebaut find ans bett Grund, ba Jesus der Eckstein ist, und daS Evangelium, daS von ihm zeuget, ist die Quelle, aus der unsere Kraft fließt. DaS Derk des Herrn schreitet fort ruf dem ganzen Erdenrund, durch die ganze Christmheit geht ein Zug zur Arbeit besonders in der Frauenwelt. DaS junge Mädchen, denen einzige Defchaftigung St auf putzen und Ro- manlefen ist, wird in unseren Tagen zur Lächerlichkeit, und die schönsten Frauen sind die tätigen. Immer mehr schwinden die Zeiten, da man die treue Arbeit der Diakonifftu, erfüllt von der Liebe Jesu, für gering achtete. Wohl ist dir treue Ar­beit am häuslichen Herde als Gattin, Mutter oder Psiegerin betagter Eltern nicht minder christlich, und eS hieße dnn Gerste der Reformrttion zuwider sein, wollte man nicht jede treue Pflichterfüllung als Gottesdienst anirhen, aber gar viele häus­liche Arbeit hat einen engen Horizont und wird zur Scheide­wand zwischen den Menschen und der Rot draußen. Darum gelte es aus dem Gehege herauöpitretrn und Arbett zu suchen, ob man nicht Zeit, Kraft, die Gabe und wenn auch nur Geld habe, für die Rot an» er er, und darum die Mahnung: Nehmet

Gcschjchts-Kalclldcr.

1. Oktober.

1386. Gründung der Universität Heidelberg.

1795. Einverleibung Belgiens in die französische Republik.

1813. Der Kosakengeneral Tschamitscheff erklärt in einer Proklamation im Namen des Kaisers Alexander das Königreich Westfalen für ausgelöst.

1867. In den neuen preußischen Landesteilen, Hannover, Reffen, Nassau, Frankfurt und Homberg tritt die preußische Verfassung in Kraft.

1869. Oesterreich führt als erster Staat die Korrespondenz­karte ein.

AlbitmblLtter.

Als Hoffnung, als Gmuß, und als Erinn'rung naht Das Glück sich dir und legt ben Kranz auf deinen Pfad, Doch wahrhaft Glück ist nur ein seliges Entzücken, Was als Erinnerung noch die Seele kann beglückn.

Rittershaus.

Wer etwas Treffliches leisten will,

- Hâtt' gern was Großes geboren, Der sammle still und unerschlafft Im kleinsten Punkte die höchste Kraft. Schiller.

Man kann ein klarer Denker ohne Gefühl, aber kein starker, kühner Denker ohne losselbe 'ein. Klinger.

3« der Natur ist keine Freude <3 erhaben rührend als die Freude einer Mutter über das Glück ihres Kindes.

Jean Paul.