Erstes Blatt
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General-Anzeiger.
Amtliches Am fit Stadt- «ad Landkreis Sana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf* gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg^ für Auswärts 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Ha»«,
Nr» 220 MrnsprechMschluß Nr. 605*
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Amtliches.
Stadtkreis Öanau,
Am Mittwoch den 23. -. Mts., von 12-1 U^t mittags, wird der kommissarische Gewerbe-Inspektor ]0r. Schröder aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamtes im Altstâdter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 19. September 1903.
Königliche Polizei-Direktion.
P 7647 I. A.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.
Candhreis Danau.
BekmmtMchungen des König!. Landratsamtes.
In der Gemarkung Ostheim ist die Schweineseuche erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Hanau den 15. September 1903.
Der Königliche Landrat.
V 7338 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Polizeiverordnung.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die polizeiliche Verwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 wird hiermit für den Umfang der zum Landgräflichen Fideikommis-Besitz gehörigen Kastartien- alles des Gutsbezirks Philippsruhe-Fasanerie folgende Polizeiverordnung erlassen:
§ 1.
Ohne polizeiliche Erlaubnis des Gutsoorstehers dürfen irgendwelche Veränderungen an dem Straßenkörper und an den Straßengräben der Kastanienallee durch Auffüllungen, Erdabtragungen, durch Anlage von Wasser- und Gasleitungen u. s. w. nicht vorgenommen werden.
Ebenso ist es untersagt, Schmutzwafser oder sonstige Flüssigkeiten von den benachbarten Grundstücken nach der Kastanienallee und deren Gräben abzuleiten. Die Ableitung von Regenwasser in die Straßengräben bedarf der polizeilichen Genehmigung.
8 2.
Ferner ist verboten:
a) Baumaterialien, Steine, Schutt, Scherben, Dünger, Unkraut, Holz, Kohlen und sonstige Gegenstände auf dem Wegeterrain abzuladen, hinzuwerfen oder zu lagern;
6) Wagen, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte auf der Allee bei Dunkelheit und Nachtzeit aufzustellen und stehen zu lassen;
c) auf den Banketts zu reiten, zu fahren und Vieh zu treiben, sowie mit Ackerpflügen umzuwenden;
â) Vieh jeglicher Art auf den Nasenstreifen der Allee zu hüten;
e) Bäume zu beschädigen und unberechtigt Kastanien abzn- schlagen;
0 mit Fahrrädern auf den Banketts zu fahren.
' . 8 3.
. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden, in- loweit nicht durch andere Gesetzesvorschriften höhere Strafen leftgesetzt sind, mit Geldstrafen bis zu neun Mark, eventuell entsprechender Haft bestraft.
§ 4. in j?^ Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung
Philippsruhe den 8. September 1903.
Der Ortspolizeiverwalier.
Bensing. 16666
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Montag den 21. September
Ms Stadt und Cand.
Hansa, 21. Septbr.
♦ Sprechstunde des Gewerbe-Inspektors. Der kommissarische Gewerbe-Inspektor Dr. S ch r ö d e r zu Fulda wird am Mittwoch den 23. d. Mts., von 12—1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Mtstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
* Landwirtschaftlicher Kreisberein. Die am Samstag nachmittag im Gasthaus „zum Löwen" abgehaltene Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins hatte eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Der Vorsitzende begrüßte zunächst die anwesenden fremden Gäste, nämlich Herrn Huber - Castel und Herrn Direktor Wagner - Gelnhausen, und machte dann verschiedene geschäftliche Mitteilungen. Die Landwirtschaftskammer bat in einem Schreiben den schwachen Besuch der landwirtschaftlichen Winterschule in Gelnhausen aus dem Kreise Hanau beklagt. Auf dahingehendes Ersuchen des Vereinsvorsitzenden gab Herr Direktor Wagner einige Angaben über die durch den Besuch der Schule erwachsenden Kosten. Die landwirtschaftliche Winterschule in Gelnhausen ist eine zweitklassige. Das Schulgeld stellt sich, nachdem der Kreistag einen Beitrag bewilligt hat, für Bewohner des Kreises Hanau auf 18 Mk. pro Semester (früher 30 Mk.) An Kost- und Logisgeld sind in Gelnhausen etwa 35—40 Mk. pro Monat aufzuwenden. Da der Aufenthalt ungefähr 5 Monate währt, so stellen sich die Kosten des Besuchs der Schule pro Semester einschließlich Deckung des Bücherbedarfs, Schulgeld und Kost auf 250 Mk. oder auf 5 k. Mr beide Semester zusammen.
Proviuzialblatt I. Ranges!
Täglich E^ im Umfange von 8—16 Seiten erscheinend unterrichtet der Ranauer Anzeiger
über
alles Wissenswerte ans Politik, Kunst und Leden, Handel und Verkehr.
Die Bahnverbindung ist bekanntlich für die meisten Orte des Kreises gleichfalls ais günstig zu bezeichnen. Der Vorsitzende empfahl warm den Besuch der Schule. — Ueber die Schutzimpfung gegen die Schweineseuâe referierte Herr Kreistierarzt Collmann, der vorerst für ein vorsichtiges Vorgehen in dieser Angelegenheit plaidierte. Anders verhalte es sich bezüglich des Rotlaufserums, das eine Schutzkraft für mindestens 1 Jahr besitze. — In der Zeit vom 2. bis 5. Oktober wird bekanntlich hier die Bezirks-Obstausstellung abgehalten, für deren Zwecke s. Z. der landwirtschaftliche Kreisverein 100 Mk., der Kreisausschuß 150 Mk. bewilligte. Der Herr Vorsitzende gab seiner Freude und Dankbarkeit Ausdruck, daß Hanau als Ort der Bezirksansstellung gewählt worden sei und plaidierte für eine reichhaltige Beschickung derselben. Herr Jnstitutsgâriner Huber-Cassel dankte seinerseits für die der Ausstellung gewährten Beihilfen und gab näheren Aufschluß über Einzelheiten der Ausstellungs- ordnung. Im „Hanauer Anzeiger" erscheint morgen ein Abdruck der "besonderen Ausstellungsbedingungen. — Es folgte ein Vortrag des Herrn Direktors Wagner-Gelnhausen über „Die Düngung der Kulturpflanzen mit besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Bodenarten." Wenn wir richtig düngen wollen, müssen wir in erster Linie auf den Boden selbst Rücksicht nehmen, weshalb der Herr Referent die in unserer Gegend vorhandenen verschiedenen Bodenarten einer näheren Besprechung unterzog und auf die Bestandteile des Bodens besonders zu sprechen kam. Als praktisches Ergebnis resümierte er, daß alle Bodenarten zu wenig Pbosphorsâure enthalten, also bei der Düngung stets Phosphorsäure mit zu verwenden ist, da alle Getreidearten zu ihrer Entwicklung viel Phosphorsäure nötig haben. Die meisten Bodenarten sind auch arm an Stickstoff, deshalb trifft auch hier das Vorhergesagte in gleicher Weise zu. Festzustellen ist ferner, ob in de»? Boden viel oder wenig Kalk vorhanden ist. Ist zu wenig Kalk konstatiert worden, so muß auch hier Kalkdüngung eintreten. Mit Salzsäure oder Essigessenz kann eine diesbezügliche Untersuchung vorgenommen werden. Der beste Boden ist der müdere, der aus sandigem Lehm zusammengesetzt ist. Deshalb muß der- Landwirt bestrebt sein, darnach zu trach ten, wie andere Boden
Fernsprechanschluß Nr. 605. 1903 arten dem lehmigen Boden ähnlicher gemacht werden können. Der lehrreiche Vortrag wurde mit großem Interesse ausgenommen, die in Anknüpfung an denselben gestellten Fragen beantwortete der Herr Referent in instruktiver Weise. — Herr Direktor Wagner hat bereits in einigen Orten des Kreises mit bestem Erfolge Vortragsabende abgehalten, die auch noch auf andere Ortschaften ausgedehnt werden sollen. — Der landwirtschaftliche Kreisverein ist um Abgabe eines Gutachtens betreffend Einsperren der Tauben während der Saat- und Erntezeit ersucht worden. Das Gutachten soll dahingehend lauten, daß die bezügliche Polizeiverordnung zu Recht bestehe. — Die weiteren Verhandlungen und Beratungen drehten sich um interne Vereinsangelegenheiien'
§ Herrenabend des Hanauer Sängerquartetts. Am Samstag abend beging das Hanauer Sängerquartett sein erstes Stiftungsfest in Gestalt eines Herrenabends. Daß dasselbe unter der sachkundigen Leitung des Herrn I. Brodt sich in der hiesigen Sängerivelt bereits einen geachteten Namen gemacht, bewies die große Zahl der Besucher, die sich zu dieser Veranstaltung in der „Centralhalle" cingefunden hatten. Viele kannten die Leistungen des Quartetts aus eigener Anschauung und zweifelten deshalb nicht an der Güte des zu Erwartenden, aber auch diejenigen, die zum erstenmale, Gelegenheit hatten, den Dckrbietuugen desselben zu lauschen, haben sicherlich den besten Eindruck von dem Gehörten mit nach Hause genommen und werden dauernde Freunde des Quartetts geworden sein. Das Programm, ebenso abwechselnd wie gediegen, erfuhr in fast allen Teilen die vorzüglichste Wiedergabe. Von den Choren, die aus Quintetten und Quartetten bestanden, gefielen die letzteren entschieden am besten. Dieses reine, schöne Stimmenmaterial, diese feine, verständnisinnige gegenseitige Anpassung, diese Harmonie der Klangwirkung berührte äußerst angenehm und das Quartett als solches war allen Anforderungen gewachsen. Man hatte das Gefühl, als sei ein Mißklang hier völlig ausgeschlossen, alles klang so natürlich, so ungezwungen, ungekünstelt, so als könnte es gar nicht anders sein. Und daß diese Empfindung eine allgemeine war, zeigte der tosende Beifall, durch den man sich des Qefteren Wiederholungen erzwang. Besonderen Reiz gewannen die Darbietungen noch durch den vorherrschenden leichten gefälligen Volkston, da gerade für diesen das Hanauer Sänger-Quartett den köstlichsten Ausdruck findet. Von einheimischen Komponisten waren außer dem Dirigenten des Quartetts Herrn I. Brodt noch Herr Lehrer Pauli- Fechenheim und Herr Orth mit recht hübschen Kompositionen vertreten. Als Solisten traten auf Herr Kretzler (Bariton), Herr Herbst (Baß) und Herr Hildmann aus Frankfurt am Main. Herr Herbst entwickelte sein schon öfters an dieser Stelle gerühmtes Vortragstalent auch diesmal aufs beste, während Herr Hildmann seine prächtigen Vorträge durch Selbstbegleitung auf dem Klavier wenn auch nicht effektvoller, so doch origineller machte. Für den nicht enden wollenden Beifall quittierte er durch wiederholte Zugaben. Auch der kouzertliche Teil, von der Centncrschen Kapelle ausgeführt, erbrachte einige künstlerisch-schöne Darbietungen. Natürlich war auch die Humoristik vertreten und cs gebührt die Palme hierin wohl Herrn Hubert, einem Humoristen comme il faut. Mit einer entzückenden Stimme verbindet er eine feine Mimik und einen eigenen gesunden Humor, wie er in verschiedenen Original-Lokal-Couplets zum Ausdruck kam. Schier endloser Beifall lohnte ihn. Hierbei sei noch ein einaktiges Singspiel „Im wunderschönen Monat Mai" erwähnt, das durch die Herren Germershausen, Haas, Stroh- schnitter und Mo rau er aufs d nkbar beste durchgeführt wurde und den prächtigsten Eindruck machte. Zum Schluffe erfreute das Frankfurter Quartett unter Leitung des vorerwähnten Herrn Hildmann die Anwesenden noch durch einige herrliche Vorträge, dadurch das Ganze zu einem effektvollen Abschluß bringend. Man darf das Sänger-Quartett zu dem Verlaufe seines ersten Herrenabends nur beglückwünschen und
Reich illustriert erscheint der banauer Anzeiger a n ch i m n e ii e n Q u a r t a l.
Stil hiiizstrchiliit Älmmten "ÄJ? r'X^ mchelllich mestellt.