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Erstes Blatt

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Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

-«druckt und verlegt in der Buchbruckerei dcZ verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ fit Mt- md Fauâreis Kama

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrücknngsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort. Redakteur: G. Schrecker in H-nv»,

Nr. 217

Fernsprechanschluß Nr. 605»

Donnerstaa den 17. September

Fernsprechanschluß Nr. 605» 1903

3MM

Amtliches.

Bekanntmachung.

Der Eisenbahnweg über Sibirien wird am 1. Oktober für den internationalen Postverkehr eröffnet und zur Beförderung von Briefsendungen aller Art aus Deutschland nach folgenden Ländern Ostasiens benutzt werden:

1. nach China mit Ausschluß des südlichen Teils,

2. nach dem Deutschen Schutzgebiet von Kiautschou,

3. nach Japan mit Ausnahme der Insel Formosa,

4. nach Korea.

Es bietet sich auf diesem Wege eine wöchentlich viermalige Verbindung nach Peking, Tientsin, Tongku und Tschifu und eine wöchentlich mindestens einmalige Verbindung nach Shanghai und nach Japan. Der erste Versand über Sibirien wird am 30. September von Berlin abgehen. Die Absendung erfolgt täglich. Die Dauer der Beförderung beträgt je nach den An­schlüssen von Berlin bis Peking und Tientsin 20 bis 22 Tage, bis Shanghai und bis Nagasaki 22 bis 28 Tage.

Berlin W 66 den 16. September 1903.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

I. V.: Witt ko.

Am 5. Oktober d. Js. beginnt an der Lehrschmiede

3U Fulda ein neuer Kursus, derselbe dauert bis Ende Dezember d. Js. und endet mit einer Prüfung, durch deren Bestehen die Berechtigung zur selbständigen Ausübung des Husbeschlaggewerbes im Gebiete des Deutschen Meiches er­worben wird. Der theoretische Unterricht (wöchentlich vier Stunden) und der praktische Unterricht sind unentgeltlich. Außerdem erhält jeder Zögling wöchentlich eine Mark zur Be­streitung der Ausgaben für ein Lehrbuch, Zeichenutensilien u. s. w. Für Wohnung und Beköstigung haben die Schüler selbst zu sorgen. Anmeldungen sind bis zum 25. d. M. an den Vorstand der Lehrschmiede zu Fulda, Herrn Kreistier­arzt Dr. F r o e h n e r in Fulda zu richten, der auch zur Er­teilung von Auskünften bereit ist.

Cassel den 10. September 1903.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Lehrschmiede, gez. Gerland,

V 7330 Königlicher Oekonomierat.

Stadtkreis Danau.

Bei einem Schweine des Strommeisiers Krolikowski, Mainkanal 18 hier,, wurde Hautroila«? festgestellt.

Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt.

Hanau den 16. September 1903.

Königliche Polizei-Direktion.

P 7523 I. A.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung.

ML'âag den 18. September 1903, mittags

Vh Uhr, werden die Aepfel am Totcnhof verkauft.

Langenselbold den 15. September 1903.

Der Bürgermeister.

Ko ch. 16352

Gchmdein und verlorene Gegenstände rc. Gefunden: Auf dem: Marktplatz am Samstag den ^eptbr. 1 Schirm, 1 Kinderhose.

Hanau den 17. September 1903.

Moir^ Sreissertii Himu.

Versammlung Samstag den 19» d. Mts., nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen v To eit hier.

1 Tages-Ordnnng:

Geschäftliche Mitteilungen.

7' Schutzimpfung gegen die Schweineseuche.

^^^ die Krankenversicherung der Arbeiter.

Hr. das Einsperren der Tauben während der Saat- m Erntezeit.

D* ^leiligung an der am 2. bis 5. k. Mts. Hier stait- Mdenden Bezirksobstausstellung.

Ertrag des Herrn Direktors Wagner aus Gelnhausen ""^-.'eDie Düngung der Kulturpflanzen mit besonderer ^^uauchtigung der verschiedenen Bodenarten."

' i~el.r Abhaltung von Wanderversammlungen. Aufnahme neuer Mitglieder.

9. Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 11. September 1903.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Hue Stadt und £and*

Hanau, 17. Septbr.

Beamtenpexsonal-srachrichten.

Ernannt: der Metropolitan Wiegand zu Trendelburg, Kr. Hofgeismar, zum Kreisschulinspekior über den Kreisschul- inspektionsbezirk Trendelburg, der Pfarrer Eckhardt zu Lip- poldsberg zum Pfarrer in Allendorf a/Ldsbg., Klasse Treysa, der Hilfsförster H aend ler zu Burghaun, in der Oberförsterei Burghaun, zum Förster vom 1. Oktober d. J. ab unter Ueber- tragung der Försterstelle Günsterode, Oberförstern Melsungen.

Angestellt: als Postassistent der Postanwârter Becker in Ziegenhain (Bez. Cassel), ferner in ihrer bisherigen Stellung die Postgehilfin Hochapfel in Cassel und die Telegraphen­gehilfinnen Beine, Briede und Gemmer in Cassel.

Versetzt: der Gerichtsassessor Poth in den Oberlandes- gerichtsbezirk Köln, die Gerichtsschreibcr, Sekretäre Neid hart in Weyhers und Ulm in Bischhausen an das Amtsgericht in Fulda, der Stationsvorsteher 2. Klasse Schnabel zu Mals­feld nach Dirfchau, der Güterexpedient Gockowiack zu Bremen nach Malsfeld unter Ernennung zum Stationsvorsteher 2. Klasse, die Postinspektoren Lenz von Hanau nach Elberfeld, Riemenschneider von Harburg (Elbe) nach Hanau, die Postverwaller Schmidt von Altmorschen nach Witzenhaulen als Ober-Postassistent, Schneider von Frankershausen (Kr.

Nen hinzntretende Abonnenten

erhalten den ßanauer Anzeiger umfangreichste und verbreitetste Tages­zeitung in Stadt- und Landkreis Hanau von heute ab bis zum 1. Oktober ttnent- geltlich zugestellt.

Eschwege) nach Altmorschen, der Postasflstent Geilfuß von Witzenhausen nach Frankershausen (Kr. Eschwege) als Post­verwalter.

Ueberwiesen: der Regierungsaffessor Dr. Trapp der Königlichen Regierung zu Cassel.

Entlassen: der Referendar v. Skopnik aus dem Justiz­dienst behufs Uebertritts zur allgemeinen Staatsverwaltung.

* Staatliche Handwerker- und Kunstgewerbe- schuleu, keramische und sonstige besondere Fachschulen bestehen in Bunzlau, Cassel, Hanau, Höhr (Hessen-Nassau) und Königsberg i. Pr. Sie wurden im Sommerhalbjahr von ins­gesamt 897 Schülern besucht, von denen die größere Zahl, nämlich 544, auf die Tagesschulen, und 356 auf die Abend- und Sountagsschulen entfielen. Vollschüler wurden 256, nicht Vollttnterricht nehmende Schüler 285 gezählt, Den weit­aus größten Zuspruch hat die Zeichen­akademie in Hanau mit 343 und die Kunstgewerbe- nnd gewerbliche Zeichenschule in Cassel mit 302 Schülern. Es folgen die Provinzial-, Kunst- und Gewerkschnle in Königs­berg mit 110, die keramischen Fachschulen in Bunzlau und Höhr mit 72 bezw. 70 Schülern. Die Gesamtzahl der Schüler auf den staatlich unterstützten Fachschulen betrug im letzten Sommerhalbjahr 11006, wovon der größere Teil, 9768, die Abend- und Sonntagsschule, und nur 1238 die Tagesschule besuchten. Von der letzteren Zabl waren 858 Vollschüler, 380 nahmen nicht am Vollunterricht teil. Von den hier inbetracht kommenden Schulen bestehen je 2 in Ber­lin und Aachen, je eine in Altona, Barmen, Charlottenburg, Köln, Düffeldorf, Elberfeld, Erfurt, Essen, Frankfurt a. M., Halle a. S., Hannover, Magdeburg und Warmbrunn. Die größten Besuchsziffern weisen auf die Handwerker- und Kunst - gewerbeschule in Hannover mit 2476 Schülern, die Hand­werkerschule I in Berlin mit 1798 und die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg mit 1084 Schülern. Ferner wurden besucht die Handwerkerschule in Halle a. S. in ihren beiden Abteilungen, Handwerkerschule (855) und Maschinen­

bau-Abteilung (12), von 867, die gewerbliche Zeichen- und Kunstgewerbeschule in Aachen von 839, die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Charlottenburg von 590, die Handwerker­und Kunstgewerbeschule in Elberfeld von 576 Schülern. Unter 500 Schülern hatten die Handwerker- und Kunstgewerbe­schulen in Altona (464), Barmen (455), Erfurt (446) und Köln (435); die Gewerbeschule in Essen mit ihren 3 Ab­teilungen für Maschinenbau, Bauhandwerk (246) und ^Deko­rationsmalerei 274 Schüler, die Kunstgewerbeschule in Frank­furt a. M. 272, in Düsseldorf 158 Schüler, die gewerbliche Tagesschule in Aachen 188, die Hslzschnitzschule in Warm­brunn 52, endlich die Abteilung für Elektrotechnik in Berlin 32 Schüler. Die Gesamtzahl der die staatlichen und staatlich unterstützten Handwerker-, Kunstgewerbeschulen u. s. w._ be­suchenden Schüler betrug sonach in den Tagesschulen 1779, in den Abend- und Sonntagsschulen 10125, zusammen 11903 Schüler.

* Evangel. Bereittshaus. Heute abend Lff-Uhr hält Herr Hauser aus Neuwied, Reiseprediger der Brüder­gemeinde, im eoangel. Vereinshause einen erbaulichen Vortrag. Jedermann ist freundlichst eingeladcn.

* Stadttheater. Die Direktion, die in der Zusammen- i stellung des Schauspiel-Personals stets mit größter Vorsicht zu Werke geht, bat auch diesmal alles aufgeboten, um das hiesige Ensemble auf der bisherigen künstlerischen Tüchtigkeit zu er­halten. Für die meistens an große Bühnen übergegangenen ausgeschiedenen Mitglieder sind neue, durchaus bewährte Kräfte gewonnen worden, über deren schauspielerisches Können sich die Direktion zumeist in ihrem früheren Wirkungskreis persön­lich überzeugt hat. Wo dies nicht möglich war, hat man ge­naue Erkundigungen eingezogen und über die neuen Darsteller nur das Beste erfahren. So waren z. B. der neue Bonvivant und 1. Liebhaber Herr Merker vom Stadttheater in Reval, sowie die 1. Liebhaberin Frl. Burchard von Trier ausge­sprochene Lieblinge ihres letztwinterlichen Publikums, nicht minder waren der Charakterdarsteller Herr Knauth vom Hoftheater in Sigmaringen und die Naive Frl. Urban von Trier anerkannte Kräfte. Auch die übrigen Fächer sind bestens besetzt, sodaß zu hoffen ist, es werde das neue Personal, wie stets, auch diesmal mit Ehren bestehen. Herr Kempf Bamberger besorgt die Erneuerung der bisherigen Abonnements und nimmt auch Neuanmeldungen in seiner Wohnung Leimen­straße entgegen.

* Eitt Unfall im Frankfurter Hippodrom. Die gestrige Vorstellung im Hippodrom hätte um ein Haar ein schlimmes Ende genommen. Den Schluß des neuen Pro­gramms sollte die gemeinsame Schleifenfahrt(Doop- ing the Loop) eines Herrn und einer Dame bilden. Nach langen Vorbereitungen und nachdem der Fahrer vorsichtig das Gerüst geprüft hatte, gab man das Signal. Das Tandem schoß auf der schiefen Ebene herab. Nur einen Moment waren die beiden sichtbar. Der Künstler hielt vornüberge­beugt die Lenkstange, die Begleiterin saß frei auf dem Rücksitz. Kaum hatte das Rad die Tiefe der Schleife passiert, da folgte ein Krachen, ein polterndes Aufschlagen und am Boden des - Ringes lag unter dem Fahrer und dem Tandem die Be­gleiterin vergraben. Aus einer Höhe von wenig mehr als zwei Meter waren sie abgestürzt. Der Künstler vermochte sich sofort wieder zu erheben, während die Dame bewußtlos hinter die Bühne getragen wurde. Des Publikums hatte sich ein jähes Entsetzen bemächtigt. Die erschreckten Gemüter be­ruhigten sich jedoch bald, als nach wenigen Minuten das Paar wieder auf der Bühne erschien. Außer einigen unbe­deutenden Kopfwunden hat es, wie es scheint, keine Ver­letzungen erlitten. Das Paar wollte übrigens in Frankfurt zum ersten Mal die tollkühne Schleifenfahrt auf dem Tandem unternehmen. Wie man uns versichert, waren die Proben geglückt und alle Vorbereitungen getroffen, um einen Unfall zu verhüten. Es bedarf daher der Aufklärung, wie es mög­lich war, daß die etwa zwei Zentimeter dicke Bahn, an deren Innenwand die Auffahrt erfolgen mußte, im unteren Teile durch den Anprall vollständig zersplittert werden konnte.

* Betrugsversuch. Gestern wurde in dem Bericht über den Umtausch einer zur Versetzung bei der Leihbank be- [L^vJen Kette als der Täter ein Ciseleur Morgenweck ge­nannt. Es betrifft dies jedoch den Silberschmied Mor­genweck, während der in Frankfurt a. M. arbeitende Ciseleur M. mit dem Silberschmied M. weder im Verwandtschafts- noch Freundschaftsverhältnis steht. ,

* Leichenländttttg. Vor etwa 2 Monaten wurde bet Bürgel die Leiche eines etwa 5 8jâhrigen Knabeu aus dem Main gelandet. Die bis jetzt noch nicht agnoszierte Leiche hat etwa 1 Jahr lang in Wasser gelegen, der linke Fuß fehlte bei der Landung.

*5 * Marktpreise. Im Monat August 1903 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen