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Erstes Blatt

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Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Psg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Psg.

■ Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

AMiches ®rgu K Stadt- und FandKreis Hana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Anzeiger

Emrückungsgebuhr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Psg. die fünf» gespaltene P-titzeilc oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfz., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Derantwortl. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.

91!» 211 Fernsprechanschluß Nr. 605»

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Amtliches.

Stadtkreis Ranau, BekannLmaÄunqen des OberbürgerMeisLeramtes.

Bekantttmachrmg.

Nachdem dxr Fluchtlinienplan betreffend SttÄßSttdurch- brrtch zwischen „Kleine Fahrgaffe" und „Große Decharreigasfe" am 5. d. Mts. förmlich festgestellt worben ist, wird beriethe gemäß § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von heute an im Rathause Zimmer Nr. 16 während der Ge­schäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 8. Sepnmber 1903.

Der Magistrat.

J. A.: Schmidt. 15883

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kaufmanns Christian Schwahn in Hanau ist heute am 8. September 1903, nach­mittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet.

Der Kaufmann Heinrich Eichel in Hanau ist zum Kon­kursverwalter ernannt. Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 10» Oktober 1903» Erste Gläubigerversammlung am 2. Oktober 1903, vor­mittags 11 Uhr. Prüfungstermin am 23. Oktober 1903, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht, Abt. 5, hier, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5.

Hanau dm 8. September 1903.

Der Gerèchtsfchreiber

des Königlichen Amtsgerichts Abt. 5. 15812

Hiss Stadt und Cand»

Hanan, 10. Septbr.

BsamLenpersonal-Nachrichten.

Ernannt : der Königliche Oberförster Brause in Rauschen­berg zum Forstamtsanwalt, die Amtsanwälte Polizeikommissar Pat he in Hersfeld und Hauptmann a. D. Engler in Hanau auch zu Amtsanwälten bei den Amtsgerichten in Burg­haun bezw. Langenselbold, der diätarische Gerichtsschreiber­gehilfe Nadler beim Landgericht in Cassel zum Gerichts­schreiber bei dem Amtsgericht in Vischhausen.

* Eisenbahn - PersonalnachrichLen. Ern an n t: Stations-Assistent Tegethoff unter gleichzeitiger Versetzung von Paderborn nach Mainkur zum Königlichen Stations-Vor­steher 2. Klasse. — Versetzt: Stations-Vorsteher 2. Klasse Bialkowski von Mainkur nach Sachsenhausen Lokalbahnbof.

* Erledigte Stelle. Bewerber um die infolge Ver­setzung ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Altniorschen, Klasse Spangenberg, können ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an König!. Konsistorium in Cassel einreichen.

* Der hiesige Sprechverkehr ist auf- Schlitz aus-

gedehnt worden.

* Berbrartchsabgaben. Jin Laufe des Monats August 1903 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:

den Monat August 1902 21 SOll

112 Ochsen, mehr gegen

Stück

Donnerstag den 10. SepteMber Fernsprechanschluß Nr. oos

1903

131 Kühe, „ „

39 Rinder, weniger „

980 Schweine, mehr „

369 Kälber, „ „

80 Hämmel, weniger „

Stege,

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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt .

An eingeführten Fleischwaren rc. würben versteuert: 21 554 Kilogramm, weniger gegen den Monat August 1902: 425 Kilogramm.

Hiervon die Accis-Einnahme mit . .

Summa

Gesamt - Acers - Einnahme im Atonal August 1902 .

Mithin mehr gegen den Monat August 1902 . (

Accis - Einnahme vom 1. April 1903 bis 31.

August 1903 . .

Accis - Einnahme vom 1. April 190- brs 31.

August 1902 .

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des

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Mk.

552.84.

Mk.

25 299.16

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25 176.73

Vorjahres . . . • ♦ „ ‘ ^^"2.43.

* Benefiz. Zunl Benefiz für Frl. Gertrud Aden srng wird morgen abenb das Lustspiel „Dw schöne Müllerin ge­geben. Wir bemerken dabei, daß dieses das letzte Benefiz in

dieser Saison ist.

* Der Ritt um den Kaiserpreis im 18. Armee­korps fand in der Nacht vom 8. zum 9. d. M. statt. Vom hiesigen Ulanen - Regiment Nr. 6 beteiligten sich daran 12 Offiziere. Ueber das Ergebnis werden wir morgen Näheres bringen.

* Basar des Vaterländischen Franenvereins. Der Vergnügungs-Ausschuß hat seines Amtes gewaltet und das Programm der Festtage entworfen, sodaß die Beteiligten bereits in die Proben und Einstudierungen ein getreten sind. Nunmehr wendet sich der Verkaufs- und Wirtschafts-Ausschuß an uns mit der Bitte, an unsere Einwohnerschaft höflichst die Aufforderung ergehen zu lassen, mit der Zusendung von Ge­schenken aller Art für die Verkaufsstände und das Büffet be­ginnen zu wollen. Nach unseren Informationen werden die Verkaufsbuden und die Tombola's so eingerichtet, daß jede Gabe ihren Platz findet, deshalb sind alle Arten von Ge­schenken willkommen und den Gebern ist keinerlei Beschränkung in der Art und Auswahl der Gaben auferlegt. Diest außer­ordentlich praktische Einrichtung wird unseren Mitbürgern das Schenken wesentlich erleichtern. Spenden, welche dem Ver­derben ausgesetzt sind bis zum Verbrauch am 9.—11. Oktober, werden vorerst nur angemeldet, damit sich rechtzeitig viel Ueber­sicht erzielen läßt. Vereinte Kräfte werden auch in diesem Falle zu dem Ziele führen, daß die Besucher des Basars schön und reichhaltig ausgestattete Buden mit praktischen Dingen aller Art vorfinden werden, in denen sie zum wohltätigen Zweck Andenken zu dem ortsüblichen Ladenpreis erstehen können. Natürlich sind auch Handarbeiten jeder Art willkommen. Es werden unseren Fabrikanten, Kaufleuten, Handwerkern u. s. w. Zirkulare direkt zuyehen mit der Bitte um Zuwendungen ; möchten sie einen recht erfreulichen Erfolg Haren zum Endzweck der ganzen Veranstaltung, dem Wohle unserer Kranken und Armen! Sämtliche Zuwendungen und Anmeldungen derselben werden erbeten au die Vorstands-Damen Frau E. Wenig und Frâul. Leisler. Auch sind die Damen zu jeder das Fest betreffenden Auskunft stets gerne bereit.

* Sommertheater. Trotz der Ungunst der Witterung hatten sich gestern abend Beincher zu der Vorstellung „Am Tage des Gerichts" eingefunden. Die Handlung des Volks- stücks ist eine spannende, sich von Akt zu Akt steigernde, die den auftretenden Personen reiche Gelegenheit zur Entfaltung ihres Könnens bietet. Auch das Ensemble des Sommer- theaters war bestens bemüht, allen Anforderungen des Dichters gerecht zu werden.

* Konzert einer Zigeunerkapelle. Vor ca. drei Jahren konzertierte die Zigeunerkapelle „Rakoczi" im Saal­bau „zum Deutschen Haus" und mußte der Saal damals wegen Ueberfüllung geschlossen werden. Wie wir von Herrn Albach erfahren, ist es demselben gelungen, die Kapelle für ein Konzert, welches am 18. September cr. stattfindet, zü gewinnen. Die Leistungen dieser Kapelle sind wohl noch in guter Er­innerung der damaligen Konzerlbesucher und wird auch der diesmalige Besuch des Konzertes hoffentlich ein guter werden. Auf das Konzert selbst kommen wir im Laufe der nächsten Woche nochmals zurück.

* Sportliches. Bei dem diesjährigen, von Herrn W. G r i m m dahier veranstalteten Straßenrennen am Sonntag den 6. September hatten einige Mitglieder des hiesigen Rad­fahrer-Vereins 1898 schöne Siege zu verzeichnen. Es er­hielten u. a.:

im Gästefahren: Herr Friedr. Wiegand den 1. u. Ehrenpr.

„ Heinr. Schmidt den 3. Preis

im Haupifahren: „ Heinr. Schmidt den 3. u. Ehrenpreis im Erstfahren: „ Lampert Schwenzer den 1. u. Ehrenpr.

„ Jos. Kirst den 3. Preis.

Ein wahrhaft schönes Resultat, wir rufen dem allzeit streb­samen Verein ein kräftiges „All Heil" zu.

* Herrenabend der „Germania". Am 3. Ok­tober d. Js. feiert der Gesangverein „Germania" sein 23. Stiftungsfest in den Sälen der „Centralhalle". Wie alljähr­lich, so weiß genannter Verein auch in diesem Jahre seinen Gästen wieder etwas Neues zu bieten. Der Dirigent, Herr- Lehrer Wagner, ist bei der Aufstellung des Programms von der bisherigen Gepflogenheit abgewichen und hat nur Chöre, Duette, Lieder und Musikstücke solchen Inhalts gewählt, die zuiammengestellt ein einheitliches Ganzes und zwar eine „Frühlingsfeier" bilden. Der leitende Gedanke ist kurz angegeben folgender: 1. „Frühlingserinnernngen und Sehnsucht nach dem neuen Lenz", 2. „Die begründete Hoff­nung auf die unbedingte Wiederkehr des Frühlings", 3. „Frühlingsnahen", 4. Frühlingsankunft", 5. „Sein Wirken in der Natur", 6. „Sein Wirken im Menschen". Da die einzelnen Nummern des Progamms trotz der Einheit ihres Inhalts eine reiche Abwechselung in ihrer musikalischen Aus­gestaltung aufweistn, so dürfen wir schon jetzt versichern, bm den Besuchern dieser Veranstaltung ein wirklicher Genuß be-.-

steht. Dem humoristischen Teile ist ein bescheidenes Plätzchen eingeräumt worden und den Schluß der Feier bildet. ein kleines Singspiel, in welchem ein Berliner durch seinen übersprudelnden Humor die Zuhörer aufs angenehmste unterhalten wird. In­dem wir allen Musik- und Gesangsfreunden diesen Herren­abend aufs wärmste empfehlen, teilen wir noch mit, daß Karten bei den Mitgliedern zu haben sind und auch eine Liste im Umlauf ist.

* Wichtige Zttgättderungerr. Im neuen Wint^er- fahrplan sind auf der Strecke Frankfurt-Bebra als neue Züge vorgesehen: Personenzug 229, Frankfurt a. M. ab 2 Uhr 25 Min., Offenbach an 2 Uhr 44 Min., wird bis Hanau (An- tunst 3 Uhr 07 Min.) durchgeführt. — Personrnzug 230, bisher Offenbach ab 3 Uhr 30 Min., Frankfurt an 3 Uhr 50 Min., verkehrt 20 Mindien später und wird schon ab Hanau (Abfahrt 3 Uhr 28 Min.) gefahren. — Hanau-Fried­berg : Der bisher nur im Sommer beförderte gemischte Zug 838, Friedberg ab 10 Uhr 10 Min., Hanau an 11 Uhr 21 Min. abends, wird auch im Winter gefahren.

* Von einer Ohnmacht befallen wurde gestern nach­mittag in der Philippsruher Allee eine Frau, die dann in das Vincenzkrankenhaus gebracht wurde.

* *

o Kesselstadt, 9. Sept. (Turnhalle). In Er­gänzung des s. Zt. gebrachten Artikels betr. des geplanten Turnhallen-Neubaues können wir nunmehr mitteilen, daß nächstes Frühjahr mit diesem Bau begonnen wird. Der Turn­verein ist soeben mit der Einziehung der von der Bürgerschaft für diesen Zweck geeigneten Beiträge beschäftigt und hat, wie man allgemein hört, bereits ein recht schönes Resultat erzielt. Blühen und Gedeihen dieser edlen Sache wäre wirklich sehr zu wünschen, zumal ja die Schuljugend ihrer bisherigen Turn­halle durch Feuer beraubt wurde.

Aus dem Gerichtssaal.

Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom

8. September.

Die Kinder des Schneiders W. Hier werden schon seit längerer Zeit auf Kosten der Stadt unterhalten. Der Vater wurde mehrfach aurgeforbert, etwas zu dem Unterhalt der Kinder beizutragen, jedoch ohne Erfolg. Das Gericht erkennt auf eine Haftstrafe von 3 Tagen. — Der Bäckermeister H. ist des Vergehens gegen die Gewerbeordnung angeklagt, weil sein Geselle Sonntags noch nach 8V± Uhr (also nach Beginn der gesetzmäßigen Ruhezeit) mit dem Anmachen von, Sauerteig beschäftigt war. Der Angeklagte beruft sich auf die ver- schikdemn Ausnahmebestimmungen, nach betun eine kurze Be- schâfchgung gestattet ist, wenn dies zur Verhütung des Miß­lingens von Arbeiiserzeugnissen oder des Verderbens von Rohmaterialien notwendig erscheint. Das Gericht kommt nach Vernehmung eines Sachverständigen zu der Ansicht, daß ein derartiger Fall hier vorliegt und erkennt auf Freisprechung. — Am Abend des 27. Juni gab es in der Römer- und Stein - heimersiraße einen rieswen Auflauf. Die Tragikomödie, die sich dort abspielte, hatte ihre Veranlassung darin, daß der Bäcker­geselle D. von der Mutter seiner bisherigen Braut gesehen wurde, wie er mit einer andern eingehakt durch die Gaffen spazierte. Die Schwiegermutter in spe geriet dadurch in nicht geringe Wut und ging mit erhobenen Händen auf den Ungetreuen los, welch letzterer ihr zuvorkam und sie zu- rückstieß, sodaß sie zu Boden fiel. Die Geschichte wurde durch das Hinzukommen des Bruders des D., der sich auch noch aktiv beteiligte und der vorerwähnten verlassenen Braut des D. noch verwickelter und die Folge war ein riesiger Menschen­auslauf. Die Polizei übermittelte den vier Beteiligten Straf­mandate in Höhe von je 6 Mk., wogegen sie Einspruch er-- hoben, da sie alle vier „unschuldig" sind. Der Einspruch des D. ist ohne Erfolg, die Strafender Schwiegermutter in spe wird auf 3 Mk. herabgesetzt, weil sie genügend Ursache hatte, in Wut zu geraten, die anderen beiden werden freigesprochen, da sie keine Veranlassung zu dem Auflauf gegeben haben. — Der Schlosserlehrling T. von Klein-Aubeim fuhr in der Mittagsstunde des 5. August in übermäßig schnellem Tempo durch die Schäferstraße, trotzdem gerade die Schule aus war und die Kinder in dichten Gruppen die Gasse füllten. Er rannte denn auch ein Mädchen um, das auf das Gesicht fiel und eine blutende Nase davontrug. Der unvorsichtige Radler erhält wegen Uebertretung der Radfahrordnung 5 Mk. Geldstrafe. — Der Schuljunge K. auf dem Neuwirtshaus warf einem Huhn des Gastwirts F. ein Bein entzwei, weil das Huhn im Garten des K. war. Der Junge erhält < wegen Sachbe­schädigung einen Verweis, der Gastwirt wird von der Be- 'chnldigung, das Huhn unberechtigt auf das Land des K. ge- ssen zu haben, freigesproâen, da die Mutter des K. selbst • Tür zu dem Garten offen gelassen hatte. — Das Dienst-