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II. AustUst.

Mäm?dort an der Villa Neubecker, deren Bewohner gegen- wärtig verreist sind, vorbeiging, vernahm er ein starkes e- löse wie von zertrümmerten Glasscheiben in dem Hause. Er âlarmierte sofort die Nachbarschaft und die Polizei und in kurzer Zeit hatten einige Schutzleute das Haus um­stellt. Die Vermutung, daß ein Einbrecher in das Haus eingedrungen, erwies sich bald als richtig. Er war über den Zaun des Vorgartens geklettert und nach Zer­trümmerung der Glasscheiben der Eingangstüre in das Innere gelangt. Da er auf Aufruf nicht freiwillig herauskam, drangen die Schutzleute mit blankem Säbel auf ihn ein. Der Ein­brecher zog nun ein langes Messer und drohte jedem, der ihm nahekomme, mit Niederstechen. Trotzdem gelang es den Schutz­leuten bald, nachdem einer derselben ihm einige Hiebe über den Kopf versetzt hatte, ihn im Hofraum der Villa trotz seines heftigen Sträubens zu überwältigen. Der Verbrecher ist ein etwa 30jâhriger Italiener, der erst seit einigen Tagen hier zugereist war. Da er sowohl am Kopfe mehrere Verletzungen davongetragen und sich auch beim Einsteigen durch Glasscherben an den Händen und Armen einige tüchtige Schnittwunden zu­gezogen hatte, mußte er nach Anlegung eines Notverbandes ins Krankenhaus verbracht werden.

Atts Oberhessen, 9. August. In Inheiden bei Hungen geriet ein Kind dem Herdfeuer so nahe, daß seine Kleider Feuer fingen. An den furchtbaren Brandwunden ist das Kind nach einigen Stunden verstorben.

Drahtnachrichten.

Konferenz.

Wien, 10. August. In der im E i s e n b a h n m i n i st e- rium mit Vertretern der Privatbahnverwaltungen, sowie mit jenen des böhmisch-galizischen Landesausschusses abgehaltenen Konferenz teilte Ministerialrat Frhr. v. Busch mann mit, daß das Eisenbahnministerium für Zuckerrüben die An­wendung des Ausnahmetarifs 2 in Erwägung zog, sowie niedrigere Frachtsätze für Rübenschnitzel und andere verwandte Produkte. Der Vertreter der Südbahn erklärte, da die Süd­bahn Zucker sowohl im internen Verkehr, als auch im Export bereits wesentlich billiger verfrachte, als die deutschen Eisen­bahnen, könne er eine Herabsetzung der Frachtsätze nicht zu­gestehen. Auch die übrigen Vertreter der Privatbahnen verhielten sich ablehnend gegenüber bett Forderungen der Zuckerindustriellen, welche sie als unberechtigt bezeichneten, zumal es noch fraglich sei, ob die Brüsseler Konvention so nachteilig wirken werde, wie die Industriellen behaupten. Der Vertreter des böhmischen Landesausschusses erklärte sich gegen eine Tarifermäßigung, während der Vertretet des

Dienstag

galizischen Lanbesausschnsses den Tarifermäßigungen zustimmie. Angesichts der Haltung der Privatbahnverwâltnngen bemerkte Frhr. v. Buschmann, daß das Eisenbahnmitiistcriuin sich nun­mehr die weiteren Entschließungen Vorbehalten müsse.

Die Kiewer Streikunruhen.

Wien, 11. August. Eine Wiener Firma erhielt aus Kiew die Mitteilung, daß dort viele Fabrikanten durch den Streik ruiniert seien. In den Straßen finden fortwährend Kämpfe zwischen Soldaten und Arbeitern statt. Auch eine Judenhetze wird beiürcheet.

Erhöhung der Präsenzstärke.

Madrid, 11. August. Der Kriegsminister und der Premierminister beschlossen, die Präsenzstärke um 40000 Mann zu erhöhen zur Verstärkung der Besatzungen Nordafrikas und Kanariens. Die Anordnung wird lebhaft besprochen.

Der Aufstand im Vilajet Monastir.

Belgrad, 11. August. Die Zahl der Aufständischen -im Vilajet Monastir soll 12000 betragen.

Blutbad.

Wien, 11. August. Türkische Soldaten richteten im Dorfe Simikjeoo bei Monastir ein grausames Blutbad an.

Wegen nihilistischer Umtriebe verhaftet.

Krakau, 11. August. Die Studentin Mamroth wurde angeblich wegen nihilistischer Umtriebe an der russischen Grenze verhaftet und nach Warschau eskortiert.

Englisches Parlament.

London, 10. August. Das Oberhaus nahm die zweite Lesung der Zuckerkonventionsbill mit 108 gegen 16 Stimmen an und erledigte die Vorlage in allen Stadien. Ferner nahm das Oberhaus in dritter Lesung die Marinebautenvorlage an. Das Unterhaus nahm in erster Lesung die Appropriations­bill an.

W-chselfälschungen.

Berlin, 11. August. DasBerliner Tageblatt" meldet aus Mülheim a. d. Ruhr: Der Mühlenbesitzer Westhoff wurde wegen Wechselfälschungen in Höhe von 30000 Mark verhaftet.

Arbeiterkündigungen.

Dresden, 11. Aug. In Crimmitschau und Umgegend wurde in 80 Textilfabriken sämtlichen 7500 Arbeitern ge­kündigt.

Den Schwager erschossen.

Trier, 11. Aug. ~ In Völklingen erschoß ein Korb- waarenfabrikant seinen Schwager nach einem Wortwechsel mit dem Jagdgewehr.

Englisches Unterhalts.

London, 10. Aug. Im Verlaufe der Sitzung erklärte der Kolom'alminister, er könne nicht sagen, bis zu welchem Grase die Steigerung der britischen Ausfuhr nach den Kalo­rien den Kriegen in Südafrika und anderwärts zuzuschreiben sei, aber bet Wert der Ausfuhr nach Südafrika sei von 12 Mill. Pfd. im Jahre 1898 auf 24'/, Mill. in 1902, der Wert der Ausfuhr nach Westafrika in der gleichen Zeit von 1999 445 auf 2 737 486 Pfd. Sterl, gestiegen.

Unglück bei der Stadtbahn.

Paris, 10. August. Ein leerer Wagen eines Stadt­bahnzuges fing heute abend im Stadtviertel Menil Montant Feuer, durch welches die elektrische Beleuchtung verlöschte. Der folgende Zug, angefüllt mit Reisenden, mußte wegen des Rauches und des Feuers anhalten. Die Reisenden flüchteten, aber der Rauch war so dicht, daß man befürchtet, mehrere Personen seien erstickt. Die Feuerwehrleute, die herbeieilten, erklärten, sie hätten noch keinen Leichnam gefunden. Dichter Rauch entströmt dem Bahnhof, um den sich eine beträchtliche Menge ansammelte. Fünf Personen, die dem Ersticken nahe waren, wurden gerettet, eine derselben behauptet, auf Leichen gegangen zu sein.

Paris, 11. Aug. Bei dem gestrigen Stadtbahnunglück ist, wie sich herausstellt, eine größere Anzahl Personen umgekommen. Bis 4 Uhr früh waren elf Leichen aus dem Tunnel heraufgeschafft. Nach Angabe der Feuerwehrleute stehen im Tunnel drei ausgebrannte leere Waggons vierter Klasse mit Toten angefüllt.

* * *

Breslau, 11. August. In der Sitzung des Provin­zialhilfskomitees wurde in Gegenwart derKaiserin beschlossen, die Sammeltätigkeit fortzusetzen und von den ge­sammelten Geldern sofort 150,000 Mark den ausführenden Organen zu überweisen. Die Kaiserin überwies persönlich dem Provinzialhtlfskomitee weitere 10,000 Mark, außerdem dem Landrat Wichelhaus für die Notleidenden des Landkreises Breslau 5000 und dem städtischen Hilfskomitee 2000 Mark.

Wien, 11. August. Fürst Nikolaus von Montenegro ist mit Familie aus München hier eingetroffen.

London, 11. August. Das Amtsblatt veröffentlicht die Aufhebung des Verbots der Waffenausfuhr nach China.

Santiago de Chile, 10. August. Die Regierung veröffentlicht eine Erklärung, daß die Gerüchte von einer neuen Ausgabe von Papiergeld falsch sind ' und daß das Schatzamt vollständig in der Lage ist, allen Verpflichtungen nachzu­kommen. Die Kriegsschiffe, welche in England im Bau sind, sind noch nicht verkauft, da die von Spanien und Japan ge­machten Anerbieten als ungenügend angesehen wurden.

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Todes-Anzeige.

Heute früh verschied sanft unser innigstgeliebter

Herr Max Cahn

im 50. Lebensjahre.

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HANAU, 10. August 1903.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

Lina Cahn, A Lipmann.

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Die Beerdigung findet Mittwoch, 12. August, vor­mittags 11 Uhr, vom Portale des israel. Friedhofes

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aus statt.

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Tiefbetrübt teilen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten mit, dass unsere liebe Tochter

heute uns genommen wurde.

Hanau, 10. August 1903.

Wilh. Bang u. Frau,

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Die Beerdigung findet Donnerstag vormittag um

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