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Kandidaten der bürgerlichen Partei ihre Stimme geben könnten, geschehe das Gegenteil, so würde der Betreffende ans dem Ver­ein ausgestoßen. Mit einem Hoch auf unsern Kaiser schloß Herr Wiegand. Nach einigen kurzen, aber zu Herzen gehenden Mahnworten an die Versammelten seitens des Vorsitzenden, war die Versammlung beendet. Die alte Treue zu Kaiser und Reich, die seit der Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas in dem Freigerichte noch weiter fortlebt, wird auch am 25. Juni sich in der herrlichsten Weise zeigen!"

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 22. Juni.

Aus dem Grrichtslaa!.

Sitzung der Strafkammer II vom 22. Juni.

Berufungen.

Der Bäckermeister G. hier war des Vergehens gegen die Gewerbeordnung angeklagt worden, weil . er zwei 14jährige Mädchen länger als 6 Stunden pro Tag in seiner Nudelfabrik beschäftigte. Das Schöffengericht hatte auf Freisprechung er­kannt, weil nach seiner Ansicht ein Fabrikbetrieb im Sinne des Gesetzes nicht vorlag. Auf die Berufung des Amtsanwalls hat sich auch die Strafkammer mit der Frage zu beschäftigen, ob bei dem Angeklagten ein Fabrilbetrieb rorliegt oder nicht. Nach erfolgter Beweisaufnahme kommt auch das Berufungs­gericht zu ter Ansicht, daß der Umfang des Geschäfts kein derartiger sei, daß man von einer Fabrik reden könnte. Die Berufung wird daher verworfen. Der Fuhrunternehmer S. sollte sich gegen das Feld- und Forstpolizeigesetz vergangen haben, weil er einen Wagen Muttererde abfuhr, der einer Ziegelei gehörte. Der Angeklagte machte vor dem Schöffen­gericht geltend, daß eine Verwechslung vorlag, indem er Er­laubnis zur Abfuhr von Säuft erhalten hatte und nur durch einen Irrtum an eine andere Stelle geriet. Das freisprechende Urteil des Schöffengerichts wird von der Strafkammer be­stätigt.

Verleitung zum Meineid.

Der Weichensteller K. von Dörnigheim soll einen anderen Eisenbahner zum Meineid zu verleiten versucht haben. Es handelte sich um eine Beleidigungsklage, die gegen ihn gerichtet war und bezüglich welcher er den bett. Zeu­gen bearbeitet haben soll. Die Beweisaufnahme konnte keinen strikten Ueberführungsbeweis bringen, weshalb der An­geklagte freigesprochen wurde.

D i e b st ä h l e.

Der Taglöhner T. hier traf bei einem Ausgang den Tag­löhner A. und machte mit diesem eine Schnaps- und Bier­reise durch die verschiedensten Wirtschaften. Der gutmütige T. bezahlte überall die Zeche, wurde aber schlecht dafür be­lohnt. In einem ziemlich vorgeschrittenen Stadium ging er einmal hinaus und ließ das Portemonnaie mit ca. 20 Mark Inhalt auf dem Tisch liegen. Flugs hatte es der A. in der Tasche, verduftete damit und verjubelte das Geld mit einem Mädchen. Der schon mehrfach vorbestrafte A. ist geständig und erhält 5 Monate Gefängnis. Zur Sicherung des Straf­vollzugs wird er gleich verhaftet.

Am Abend des 10. Mai ging der Metzgerbursche K. zu Fechenheim in sein Zimmer und sah, als er zum Fenster hinausguckte, seinen Schlafgenoffen, den Fabrikarbeiter K., auf dem Dache hocken. Verwundert über den merkwürdigen Aufenthalt seines Zimmergenoffen, fragte der Metzgerbursche, was K. da draußen mache. Dieser machte eine ebenso ver­wunderliche Angabe, als wie sein Aufenthaltsort war. Am andern Morgen fehlte dem Metzger seine Uhr und nun wurde ihm die sonderbare Liebhaberei seines Zimmergenoffen klar. Als men das Dach absuchte, fand man die Uhr auf demselben versteckt. Der schon vorbestrafte K. verwahrt sich heute ganz ernstlich gegen die Beschuldigung des Diebstahls und erzählt allerlei Märchen, welche beim Gericht jedoch keinen Glauben finden. Die Strafe lautet auf 8 Monate Gefängnis.

Jlldiläumsgabe Hanauer Bürger zum Erweiterungsbau des Evangelischen Diakonissenh eims.

Voriger Betrag . 2939.80 Mk.

Juni 13. Für den Erweiterungsbau F. I. . 3.

r 20. Herr Alexander Jung überweist dem

Baufonds .... . . . . 2000.--

Zusammen . 4942.80 Mk.

Der Baufonds hat also eine ganz namhafte Vergrößerung erfahren, und die Freude ist bei den zunächst Beteiligten eine große gewesen; und ich weiß, daß sie auch bei vielen, vielen anderen eine ebenso große sein wird, bei allen nämlich, und sie sind sehr zahlreich, welche den Gang der Angelegenheit mit Liebe und Interesse verfolgen. Schon diese Freude ist ein schöner Lohn der Wohltätigkeit! Wenn es doch nur recht viele solcher Freudenbringer gäbe! Aber der schönste Lohn ist das immer gesichertere Gelingen eines Werkes, welches unserer Stadt zum Nutzen, zum Segen, zur Ehre gereichen wird.

Dem Unterzeichneten legt aber der bisherige schöne Erfolg, und ganz insbesondere die letzte Gabe die angenehme Ver­pflichtung auf, nun auch fernerhin dem angekangenen Werke treu zu bleiben und ihm nach Möglichkeit neue Freunde zu ge­winnen und zuzuführen. Nachdem die Beteiligung bisher eine so schöne gewesen ist, muß das Interesse nun ein ganz allgemeines werden. Es darf nicht eine Jubiläumsgabe Hanauer Bürger bleiben, sondern es muß eine Jubiläumsgabe der evangelischen Bürgerschaft als solcher sein, eine Erinnerung an den 600- jährigen Gründungstag der Stadt Hanau, welche unsern Nach­kommen beweisen soll, daß ihre Vorfahren im Jahre der Gnade 1903 das Herz auf dem rechten Flecke hatten. Schön ist es, daß in einem Augenblicke, wo die Gemüter aller Zeilungs- leser durch erschütternde Ereignisse der äußeren, und wichtige, ja aufregende Angelegenheiten der inneren Politik vollauf be­schäftigt sind, eine Gabe kommt, welche beredt hinweist auf die Hauptsache, auf das, was not tut. Was hinten weit in der Türkei die Völker aufregt, berührt uns nicht alle gleich nah;

Dienstag

nm so näher aber der Ausgang einer Wahl, welche sich zu einem Wftlkampf zwi'chen zwei Parteien unseres Volkes zuge- spitz! hat: denn es ist kein Zweifel, die Parole lautet für oder gegen die Sosialdemokratie. Der Ausgang ist noch ungewiß, aber so viel läßt sich schon vorauswgen: beide Parteien wer- den sich auf das äußerste anstrengen, und be siegende wird vermutlich mit nur geringer Mehrbeit aus der Urne hervor­geben. Ich kann diesen Kampf nicht bloß als Wähler und Anhänger meines Erwählten ansehen, ich muß ihn auch als Mensch und Pfarrer ansehen darüber ließe sich nun viel sagen, wozu hier doch nicht die Gelegenheit ist. Ei ie kleine Bemerkung kann ich jedoch nicht unterdrücken, diese nämlich: Wenn die Besitzenden, die Gebil­det n, die Führenden unter den Menschen, früher besser des Wortes eingedenk gewesen wären: Liebe deinen Nächsten als dich selbst, dann wäre es zu diesem bedauerlichen Kampfe nicht gekommen; eS ist nicht boß ein Kampf zweier politischer Parteien, die in Einzelheiten auseinander- geben, aber einig sind in der Liebe zum gemeinsamen Vater- lande, sondern es ist das Ringen auf Tod und Leben zweier Kräfte, die alles daran setzen, sich gegenseitig zu vernichten. Wer mit dem Beruße, den Menschen das Evangelium zu ver- lündigen, diesem Wahlkampfe zusteht, kann unmöglich Freude daran haben. Wir können an dieser Zutpitzung der Gegen­sätze, an Meier Spaltung unseres Volkes einstweilen nichts ändern, wie können aber au der Versöhnung der Gegensätze auf einem anderen Felde arbeiten, und das ist das der prak­tischen Liebestätigkeit. Darum, zum Sckluß, helfet das Diakonissenhans bauen, ihr Arbeiter sowohl wie ihr Arbeit­geber, cs dient euch beiden! Wenn es euch ernst ist um die einstmalige Verhöhnung, werdet ihr viel geben; hier ist der Weg zum Frieden! Es wird bis dahin noch ziemlich viel Wasser den Main und die Kinzig hinab- fließen; unterdessen tue jeder seine Pflicht, und die mir allernächst liegende ist die Vorlegung der letzten Quit­tung, nämlich:

Für den Erweiterungsbau des Evangelischen Diakonissenheims durch Herrn Pfr. Neßler

Von F. I. . . . . . Mk. 3

Herrn Alexander Jung . . 2000.

Zusammen Mk. 2003. empfangen zu haben, bescheinigt mit herzlichem Dank, Hanau, den 22. Juni 1903,

(gez.) Sopp, Superintendent."

Hierzu der vorige Betrag . . . Mk. 2939.80

Zusammen Mk. 4942.80

Mit herzlichem Danke für große wie für kleine Gaben ver­sichere meine unverminderte Bereitwilligkeit beiderlei in Emp­fang zu nehmen und an ihre richtige Asreffe zu befördern. Hanau, den 22. Juni 1903.

C. Neßler, Pfarrer.

* Unterhaltungsblatt. Die heute fällige Num- mer des Unterhaltungsblattes wird morgen mit- ausgegeben.

* Deutsches Turnfest. Gestern abend fand eine Be­sprechung der das deutsche Turnfest in Nürnberg besuchenden Mitglieder der Turngemeinde statt, bei welcher alle das Fest betreffenden Fragen eingehend besprochen und erledigt wurden. 25 Mitglieder werden daran teilnehmen und zur Hinfahrt den Samsiag den 18. Juli, morgens 8 Uhr 8 Min., vom Ost­bahnhof abgehenden Extrazug, der um 1 Uhr in Nürnberg eintrifft, benutzen. Alle Festbesucher erscheinen in einheitlicher Kleidung und nehmen sämtlich am Festzug teil Die aus 8 vorzüglichen Turnern gebildete Musterriege wird eine Uebungs­gruppe am Reck vorführen, während am Einzelwetlturnen 5 Turner teilnehmen. Vor der Abreise nach Nürnberg wird die Turngemeinde ihren Mitgliedern Gelegenheit geben, sowohl die Uebungen der Musterriege wie auch die Pflichtübungen für das Einzelwellturnen kennen zu lernen.

* Sommerfest. Ein Fest größeren Stils wird der GesangvereinSumser" am Sonntag den 2. August in dem so reich mit schönen, schattenspendenden Bäumen versehenen Garten des EtablissementK a i s e r h o f" veranstalten. Daß der VereinSumser" einer derjenigen unterer Gesangvereine ist,, welcher mit an der Spitze der Pflegstätten deutschen Mâlinergesangs marschiert, ist zu bekannt, um darüber noch Worte verlieren zu müssen, und ebenso bekannt sind die s hönen Stunden, welche dieSumser" uns schon gar zu oft durch ihren herzerhebenden Ge'ang bereitet haben. So werden denn außer den Gesangsvorträgen bei dem Sommerfest noch hinzu- treten Konzert, Tanz, Spiele aller Art und sonstige Ueber» raschungen. Der Anfang des Festes ist auf nachmittags 4 Uhr angesetzt und wir können heute schon versichern, daß es bei dem äußerst reichhaltigen Programm an bester Unterhaltung nicht fehlen wird. Der Restaurateur des Etablissements Kaiserhof", Herr Kilian, wird zum guten Gelingen des Festes ebenfalls sein Teil beitragen, indem er, wie man es von ihm nicht anders gewohnt ist, Küche und Keller in bester Verfassung halten wird.

* Sommertheater. Im Sommertheater auf Beck's Felsenkeller wird morgen abend das Birch-Pfeiffer'sche Schau­spiel's Lorle vom Schwarzwald" oderDorf und Stadl" gegeben. Nachmittags findet eine Vorstellung für die Volks- und Mittelschulen statt, und zwar wird ein Saftiges Märchen, Das blaue Licht" von Sophie Hennig, gegeben. Die rührige Direktion hat in Herrn Oskar D ö ck e r s vom Stadtihealer in Offenburg wiederum eine neue und gute Kraft gewonnen, welche am morgigen Tage als Schauspieler und Regisseur hier erstmals auftritt.

* Rudersport. Die Hanauer Rudergefellschaft 1879 errang bei dem gestrigen Rennen in Frankfurt eine voll­wertigen sportlichen Erfolg. Der Senior-Vierer mit F. R. Hummel, Wenzel, Ad. Hummel, Kegelmann und Neresheimer (Steuer) gewann nach heißem Kämpfe den Preis von Sachsenhausen. Unter dem Bravoruf einer

23. Juni. vieltausendköpfigen Menschenmenge ging die Mannschaft, die bis zum Schluffe eine vorzügliche Haltung und ruhige Sicher­heit bewahrt halte, durch das Ziel. Der wackeren Mannschaft, die eigentlich noch gar nicht vollständig durchtrainiert ist und sich trotz der Niederlage vom Sonntag nicht abschrecken ließ, gebührt das höchste Lob. Ihr ein kräftigesHipp Hipp Hurra". Der Achter konnte nicht rechtzeitig am Start er­scheinen und infolaedeffen am Rennen nicht teilnehmen.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab «findet zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.

* Ausgestellt. Im Schaufenster der Hosbuchhandlung von R. Altmannsperger ist der von der hiesigen Rubergesell- schast bei dem Frankfurter Rennen errungenePreis von Sachsenbausen" von Henle ab ausgestellt.

* Marianische Jünglingskongregation. Mitt­woch den 24. Juni fällt die Konferenz wegen der in der Centralhalle staitsindendcn Wâhlerversammlnng aus. Die Mitglieder werden gleichzeitig auf das am 5. Juli stattfindende Stiftungsfest in Diebura aufmerksam gemacht.

* Das Dr. Hoch'sche Konservatorium zu Frank­furt a. M. macht heute nachmittag einen Ausflug nach Wil­helmsbad zur Nachfeier des 25jährigen Jubiläumsfestes.

* Wieder zurückgekehrt ist gestern abend von seiner Reise über den Ozean ein hiesiger Geschäftsmann, der in der Altstadt ein Geschäft betrieb.

* Das wiedergesundene Sparkassenbuch. Am Lamboyfeste wurde bekanntlich durch einen Einbruch aus einer Wohnung der Schnnrstraße eine Geldkassette mit zwei Spar­kassenbüchern gestohlen. Die Kassette und ein Sparkassenbuch wurde bekanntlich in einem Heuhaufen der Ochsenwiese bereits vor einigen Tagen wiedergefunden und jetzt hat sich auch das zweite Sparkassenbuch wieder eingestellt, das allerdings eine weite Wanderung milgemacht hat. AIs in einer Herberge zu Bendorf frühmorgens die Betten gemacht wurden, fand man in einem derselben das gestohlene Kaffenbuch vor.

* Jubiläum als Armenpfleger. Eine sinnige Feier vollzog sich gestern im Stadtverordneten-Sitzungssaale. An diesem Tage waren 25 Jahre vergangen, seitdem der Armenpfleger Herr Karl Hirt es in seinem Amte tätig ist. Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus benutzte diese Ge­legenheit, dem Jubi'ar unter Ucberreichnng eines Blumen­arrangements herzlich zu beglückwünschen und in einer An­sprache auf die Wichtigkeit des Armenpfleaeramtes hinzuweisen. Der Feier wohnten die übrigen Armenpfleger und die Mit­glieder der Armenkommission bei.

* Lebensgefährlich verletzt. Der Ulan Immel von der 2. Eskadron hiesigen Ulanen-Regiments ist glück­licherweise nicht tob, sondern nur durch 5 Messerstiche schwer verletzt. Die Täter gehören Zuhälterskreisen an. Der im zweiten Jabre dienende Ulan war Sonntag in Wiesbaden bei seinen Eltern zu Besuch gewesen und kehrte abends zu seinem Truppenteil, der sich auf dem großen Sande bei Mainz befindet, zurück. Dort entstand, durch ein Frauenzimmer ver- anlaßtj ein Streit und die Kerle fielen über den Soldaten her. 5 Verhaftungen find vorgenommen worden.

Raub- und Lustmord am Büchelberg.

Aus Aschaffenburg. 22. Juni, wird in Ergänzung unserer Nachrichten noch berichtet:Das fluchwürdigste Ver­brechen, ein bestialischer Mord, hat unsere Stadt in allgemeine Aufregung versetzt. An einem unserer vielbesuchtesten Aus­flugsorte, bezw. Stadtspaziergänge, dem Büchelberge, wurde am vergangenen Samstag Nachmittag das schauerliche Ver­brechen ausgeführt. Die seit letzten Donnerstag zu Besuch bei ihrem Bruder, dem k. Obergârtner Haas hier weilende 23jäh- rige ledige Tochter des k. Landgerichtssekretârs Haas in Bam­berg machte auf Veranlassung ihres Bruder, welcher sie infolge dringender Beschäftigung nicht begleiten konnte, am Samstag Nachmittag 1/s4 Uhr einen Spaziergang auf den Büchelberg. An der Ludwigssäule begegnete dem Fräulein ein Feldschütz, welchen sie nach dem Wege zum Büchelberg frug. Dieser Feldschütz sah, daß ihr in einiger Entfernung eine Mannes­person folgte, was ihm aber infolge der besseren Kleidung des Mannes nicht besonders ausfiel. Um 6 Uhr wollte Fräulein Haas von ihrem Spaziergange wieder zurück sein, um mit ihrem Bruder sodann einen Spaziergang in den Park Schön­busch zu machen. Es ward 6, 7, 8 und 9 Uhr, ohne daß die Schwester des Obergärtners zurückkehrte. Dies veranlaßte letzteren, da er glaubte, seine Schwester habe sich verirrt, Nach­forschungen anzustellen, die jedoch refultatlos verliefen. Die sodann verständigte Polizei durchstreifte noch in der Nacht den Büchelberg, konnte aber auch nichts ermitteln. Gestern vor­mittag nun wurde zur Durchstreifung der Abteilung die ganze Polizeimannschaft aufgeboten, welche auch gegen/*12 Uhr auf bem Wege gegen das Haibacher Kreuz in einem Gebüsche die entsetzlich zugerichtete Leiche des Fräulein Josephine Haas auf­fand. Am Wege bemerkte man eine große Blutlache, die an® zeigt, daß hier die Tat ausgeführt wurde und der Mörder sodann sein Opfer in das Gebüsch schleifte. Die Leiche hat 18 Stichwunden, vier im Leibe, einen im Rücken, einen im Hals, der die Schlagader durchschnitt und die übrigen in der Brust. Die Stiche im Rücken und am Halse waren unbedingt rötlich. Weiter läßt die Lage der Leiche ersehen, daß der ver­tierte Verbrecher ein Sitllichkeitsverbrechen an seinem Opfer verüben wollte. Zwischen dem entmenschten Täter und seinem Opfer muß ein verzweifelter Kampf stattgefunden haben. Der Täter entnahm der Leiche die goldene Uhr und das Porte­monnaie. Gestern nackmittag um 5 Uhr fiel den Besuchern der Fasaneriewirtschaft eine Mannesperson auf, die sich auffällig benahm. Es wurde hiervon die Polizei verständigt, welche zur Verhaftung des Betreffenden schritt. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß Kragen, Kraoatte und Manichetten des Verhafteten Blutspritzer aufweiseu. Auch besten Sacktuch ist mit Blut getränkt, aber ausgewaschen. Der Verhaftete will durch Nasenbluten sich so zugerichtet haben, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist. Auch das hippesartige Mester, welches >ehr scharf geschliffen ist, ist nicht rein. Die Uhr wurde bei