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Dienstag

16. Juni.

Beweis für ihre Brauchbarkeit! Auch die oben genannte schöne, große und sehr sauber gedruckte Karte verdient vollste Aner­kennung, sie wird sicher weite Verbreitung finden, zumal ihr Preis ein so niedriger ist. Man erhält sie in jeder Buch- bandlung oder auch direkt von Mittelbach's Verlag in Leipzig.

* Strantz-Konzert. Ueber Johann Strauß, welcher hier am nächsten Freitag mit seinem Wiener Orchester konzertiert, äußert sich u. a. dieMünchener Zeitung" wie folgt: Ein Beifallssturm begrüßte den Dirigenten aus der Kaiserstadt an der Donau, als er das Podium betrat, und ein nicht endender Beifallssturm dröhnte durch den weiten Kellersaal, als die letzten Töne der Fledermaus-Ouverture von Johann Strauß dem Aelteren verklungen waren. Und die Beifallsstürme er­neuten sich nach jeder Nummer und Johann Strauß jr. und seine Kapelle mußten sich immer wieder zu neuen Dreingaben entschließen. So flirtete dasLoin du Bal" zart und zier­lich und brauste der Radetzky-Marsch durch den von Hörern vollen Saalraum.Unter den Linden", ein neuer Walzer des Dirigenten, zum ersten Mal gespielt, echte, prickelnde Wiener Walzerweisen, wie sie den Strauß' im Blute liegen, fand den lebhaftesten Beifall. Johann Strauß jr. ist als Dirigent ganz das EbenbildEdis", wie er sich von den Tönen fortgeriffeu im Rhythmus wiegt, die Violine in die Seite gestemmt, wechselnd bald mit dem rechten, bald mit dem linken Fuß, den Takt markierend. Wiener Musikblut durch und durch. Die Kapelle, gegen 40 Mann, ist vorzüglich zusammen- gespielt.

* * Schwurgericht. Wie schon erwähnt, beginnnen bte nächsten Schwurgerichtsverhandlungen Dienstag den 30, Juni d. Js. unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrat Klein­mann. Bei der Auslosung der Geschworenen traf das Los auf folgende Herren: Andr. Otto Grün, Kaufmann in Hanau, Johann Fuhrmann, Stadtbaumeister in Fulda, Jean Nicolay, Direktor in Hanau, Otto Fu es, Fabrikant in Hanau, Konrad Dorn, Auszüger in Oberzell, Emanuel Grob, Kaufmann in Bieber, Wilhelm Bückmann, Rent­ner in Hanau, Alexander Boes, Gastwirt in ^arrod, Georg R o m e i s e r, Wagenbauer in Steinau, Franz Sauer, Möbelhändler in Fulda, Philipp H o n i ck e l, Weißbindermstr. in Soden, Heinrich Röder, Kaufmann in Gelnhausen, Jo­hannes Breitenbach, Bauer in Züntersbach, Josef Bott, Maschinenhândlcr in Gersfeld, Gustav Meinberg, Do­mänenpächter in Blankenau, Philipp Stock, Kaufmann in Gelnhausen, Konrad Preis, Gutsinspektor in Vollmerz, Joh. Wilh. Westphal, Landwirt in Windecken, Friedrich Wilhelm Wiebel, Kaufmann in Gelnhausen, Edmund Reinhard, Ziegeleibesitzer in Reulbach, Johannes Den- Hard, Weißgerber in Steinau, Heinrich Grau, Fabrikant in Orb, Heinrich Z i n k h a n, Orkonom in Drasenberg, Gre- gor Herzt g, Mühlenbes. in Fulda, Adam Schultheis, Rentner in Fulda, Heinrich L o h f i n k II., Landwirt in Bruchköbel, Heinrich Reutzel, Bauer in Helfersdorf, Josef Wehner, Kaufmann in Poppenhausen, Julius Kiefer, Kettenfabrikant in Hanau.

* Der Einbruch im Landkraukenhause, über den wir gestern berichteten, vollzog sich in der Weise, daß der Dieb vom Fenster aus in das Bureau gelangte, in dessen Ecke eine eiserne Kiste stand, die den gemeldeten Betrag von 419 M. enthielt. Der Dieb erbrach die Pulte und sand in einem der­selben den zu der eisernen Kiste gehörenden Schlüflel, sodaß er nunmehr sein Werk vollenden konnte.

* Viehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.

* Mainwasserwärme vom 15. Juni: Morgens 16, mittags 16, abends 161/» Grad.

Aus dem Gerichts?aal.

Sitzung der Strafkammer I vom 15. Juni.

Ein in Frankfurt angestellter Apotheker lernte auf dem Juxplatz der Frankfurter Messe den 15jährigen Tapeziererlehr­ling Sch. und den 16jâhrigen Tagelöhner D., beide von Offen­bach kennen, und besuchte mit ihnen die Frankfurter Wirt­schaften. Sie hatten in der Nacht vom 1. auf den 2. Oster­feiertag die ganze Nacht durchgezecht, wobei der Apotheker die Kosten trug. Am Morgen waren seine Taschen leer und er mußte, um nur die Zeche bezahlen zu können, seine Uhr ver­setzen. Da die Uhr durch Sch. bei einem Pfandverleiher ver­setzt war, mußte der Apotheker den Sch. am 3. Feiertag wie­der aufsuchen, worauf dieser mit D. schon gewartet hatte. Sie gingen mit dem 31 jährigen Apotheker, der offenbar zu einer gewissen Sorte unglücklich veranlagter Naturen gehört, nach Fechenheim, woselbst sie in einer Wirtschaft einkehrten. Hier versuchten die Burschen den Apotheker, wie schon in der 1. Osternacht, zuerst wieder beim Kartenspiel zu rupfen, worauf er aber nicht einging. Es war ihm überhaupt inzwischen vor seiner Gesellschaft einigermaßen bange geworden und er wollte allein nach Frankfurt fahren, die jugendlichen Gauner waren aber nicht gewillt, die ergiebige Geldquelle, die sie gefunden hatten, so ohne weiteres loszulasien. Sie hielten ihn fest und veranlaßten ihn, mit am Main entlang zu gehen, woselbst der D. ein Stückchen retour blieb, während Sch. mit dem Apo­theker allein weiter ging. Sch. erzählte nun seinem Begleiter über D. allerlei Geschichten, daß er sich schon viel Geld ver­dient habe. Der Apotheker, der augenscheinlich dazu verleitet werden sollte, den Sch. anzufaffen, ließ sich auf nichts ein und wollte weiter gehen, plötzlich kam aber der D. mit einem offenem Messer gesprungen und schrie den Apotheker an, waS er da gemacht habe. Sie setzten nun ihrem Opfer gemeinsam hart zu, rissen ihn hin und her und erklärten, ihn nicht mehr loslaffen zu wollen, er müsse mit zur Polizei. Der geängstigte Mensch wollte sich durch Geld von den beiden loskaufen, die gebotenen 2 Mk. für Jeden waren ihnen aber nicht genug. Sie rissen dem Apotheker, während sie ihn festhielten und der D. dabei noch das Messer in Bereitschaft hatte, mit Gewalt das Portemonnai aus der Hand und gaben es nicht mehr heraus. Der Bestohlene bat jammernd, sie möchten ihm doch das Portemonnaie wieder geben, er brauche das Geld, die beiden Burschen erklärten jedoch hohnlachend, es sei ihre

Spezialität, auf diese Weise Geld zu verdienen. Sie waren inzwischen bis zur Brücke gekommen, woselbst Leute hinzu­kamen, die das Treiben der jugendlichen Gauner bemerkten. Der Apotheker bat die Leute um Hilfe zur Wiedererlangung seines Geldes, die beiden gaben es aber auch jetzt noch nicht heraus. Als schließlich noch mehr Leute hinzukamen, die mit dem bittenden und flehenden Menschen Mitleid hatten, fanden es die Burschen geraten, das Geld nicht zu behalten, sondern sie führten die Komödie mit der Polizei auch durch und brachten das Geld dahin. Der Apotheker, der nicht wußte, wo sie hin waren, ging erst mit den Zeugen und schrieb sich ihre Namen auf, dann machte er von dem Vorgang Anzeige auf der Polizei. Die beiden Burschen wurden, «18 ihr Treiben, das auf Auspressung ihrer Opfer hinauslief, fest- gestellt war, verhaftet. Sie suchten offenbar solchen Verkehr und hatten darin bereits Erfahrung gesammelt.^ Der Apo­theker beschwor in der Verhandlung, die zum Schluß unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt wurde, daß er die Burschen nicht berührt und ihnen keine Veranlassung zu ihrem Vorgehen gegeben habe. Der Sch. wurde wegen Raubes zu 6 Monaten, D. zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.

Raub?

Am 9. Oktober v. I., abends zwischen 5 und 6 Uhr, wurde ein in einem Juweliergeschäft beschäftigter Lehrling mit einem Kästchen, das Goldsachen enthielt, zu einem Kunden geschickt. Nach einiger Zeit kam der Junge zurück und er­zählte seinem Prinzipal, in der Bangertstraße hätten zwei Personen gestanden, von denen der eine ihm das Kästchen von hinten aus dem Arm gerissen habe, worauf die zwei zusammen fortgelaufen seien. Unterwegs habe der eine dem andern das Kästchen abgenommen und die Zwei seien weiter nach dem Altstâdter Schloß zu gelaufen. Dortselbst habe er (der Lehr­ling) ihnen das Kästchen wieder abgenommen, sie hätten ihn aber dafür geschlagen. Der Vorgang wurde auf der Polizei gemeldet und untersucht. Die zwei Personen sollen der Tag­löhner H. und der geistig nicht normale Taglöhner St. ge­wesen sein. Auf der Polizei gab der St. bei seiner Ver­nehmung an, daß er das Kästchen dem Lehrling auf An­stiften des H. entrissen habe und daß letzterer es ihm unterwegs abgenommen habe. Der H. bestritt alles und gab an, er sei überhaupt um 5 Uhr schon zu Hause und bei dem ganzen Vorfall gar nicht beteiligt gewesen. St. ist wegen Geistesschwäche außer Verfolgung gesetzt, H. hat sich wegen Raubes zu verantworten. Der Lehrling will den H. nicht erkannt haben, wohl aber den St. Letzterer machte seinerzeit, als er von Herrn Geh. Sanitätsrat Sunckel auf seinen Geisteszustand untersucht wurde, über den Diebstahl die gleichen Angaben wie auf der Polizei, während heute über den ganzen Vorfall kein Wort mehr aus ihm herauszubringen ist. Er will sich auf nichts mehr besinnen. Der H. bestreitet nach wie vor, etwas mit dem Diebstahl zu tun zu haben. Seine Verwandten sagen, daß er um 5 Uhr zu Hause war. Die Verhandlung wurde schließlich auf Dienstag mittag 12 Uhr vertagt. Es sollen noch Zeugen geladen werden, insbesondere auch die Polizeibeamken, welche bei der Vernehmung des St. zugegen waren.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 16. Juni.

9 Uhr 35 Min.

Ein Maximum von 765 mm lagert nördlich von Schottland, der Luftdruck ist meist niedrig und gleichmäßig verteilt, Minima unter 755 mm lagern über dem Kanalgebiet Und Polen. In Deutschland ist die Wetter ruhig, außer im Nordosten kühl, meist regnerisch, vereinzelt herrschten Gewitter.

Prognose für den 17. Juni: Wärmeres Wetter, stellen­weise Regen und Gewitter wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 15./6. 16./6.

Sehr trocken

Schön

Veränderlich

Regen (Wind)^O-^

Viel Regen 740-111

Havarier Vereins- n. UrrgnngnnKsnachrichten

für Dienstag den 16, Juni.

Evang. Männer- und Jünglingsverein: JünglingSvereiu: Bibel- b^vrechung; Jungfrauenverein: Fltckabend (Ev. VereinShauS). Kath. Kallno .Eintracht" (Vereins!.: Braultnb'l"^: VereinSabend. Turngesellschaft: Abends von 810 Uhr: Turnstunde.

GesangvereinGermania": Singstunde imLöwengärtchen". GesangvereinSumset* : Singstunde in derFtadr Bremen". GesangvereinMelomania": Singstunde in derKarthaune". Kegel-Klub der Spefsart-Touristen: Gasthauszur guten Quelle". Verein der Bayern: Veremsabend im Gasthauszur Sonne". Zitherverein Hanau: Probe in der RestaurationAllemania". Süddeutscher Klub: Klubabend in der RestaurationAllemania". Dentjchnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Hanau: VereinSabend imKarlsberg".

AthletenklubGermania" : Riegenstemmen und Musterriegenarbeiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplah),

Stemm- und Ring-KlubEiche": 9iu Uhr: Dauerstemmen und Srciustoßen; 1011: Musterriegenarbeiten (Wiener Spitze"), für Mittwoch den 17. Juni.

Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Scheibenständen.

Versteigerung«- etr. Kalender

für Mittwoch den 17. Juni.

Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im Hole Erbsengass: Nr. 1 und nachmittags von 5 Uhr im Al Hanauer Hospital im Auftrage der Armenverwaltung und deS Althmiamr HosvitalS verschiedenes Haus­gerät durch den beeid. Taxator Herrn J-r. Kämpfer geav Barzahlung versteigert werden NachmittägS 2 Uhr soll die der Gemeind K-sset- stadt gehörende frühere Domänenscheuer, M ttelaasse 20, zum Abbruch an Ott und Stelle versteigert werden. Nachmittags 3 Uhr soll die ditkjâhriie Heu- und Grummcternte son den Rückinger Gemei bewiesen im Gasthauszum Löwen" daselbst meistbietend verpachtet werd n (L Nr. 136Han. Am.").

Huo stab und fern.

FC. Crouberg i. T., 15. Juni. Hier erschoß sich der 25 Jahre alte Marineoffizier Ludwig Otto Gerhardt aus Neu- Isenburg,

(?) Darmstadt, 15. Juni. Unter ungeheurem Andrang des Publikums wurde heute, wie denFrkf. N." berichtet wird, gegen den 42 Jahre alten Oberpostasststenten Ludwig Kehrer von hier, verheiratet, unbestraft, wegen Verbrechen im Amt und Urkundenfälschung verhandelt. Kehrer stammt au§ hiesiger angesehener Familie (der Vater war sehr lange Tele- graphenbeamter) und ist seit 1887 bei dem Postamt angestell', seit 1893 Oberposiasüstent. Seit zirka 8 Jahren ist er aus- schfießlich am Briefausgabelchalter des Hauptpostamtes hier be- schäfiigt gewesen und wechselte den Schalterdienst mit dem in­zwischen durch Selbstmord verstorbenen Oberpostasststenten Schneider ab. K. hatte u. a. auch die für die hiesigen Be­hörden ankommenden unfrankierten Sendungen, deren Porto - kosten gestundet und monatlich verrechnet wurden, in das Stun­dungskontobuch und das Gegenkontobuch der betreffende» Be­hörden einzutragen. Die gestundeten Beträge wurden ihm in seiner Schaltertageskasse als baar eingegangen verrechnet. Er gesteht nun zu, etwa seit dem Jahre 1897 aus seiner Scha'ter- kaffe vielfach kleinere Beträge entnommen, für sich verwendet und diese Beträge in das Tagebuch und Gezenbuch der Staats­anwalt chaft und des Erbschaftssteueramtes usw. als gestundet eingetragen zu haben, sodaß seine Kasse stets stimmte. Nach Einführung der Postverträge mit den Behörden durchAverse" war b e8 nicht mehr möglich, und der Betrug wurde von K. alsbald nach einer Revision, bei welcher die Differenz der monatlichen Rechnungen au'fiel, eingestanden; er gibt zu, in den Jahren 1897 bis 1899 monatlich höchstens 10 Mark und von da ab höchstens 100 bis 110 Mk. sich angeeignet zu haben; im ganzen gibt er 4000 bis 5000 Mk. zu. Der Betrag ist heute absolut nicht sestzustellen, da die Behörden keine Kontrolle geübt Hatten. K. ist nicht nnvermögend, auch seine Frau hat ihm Vermögen eingebracht, bewohnte eigenes Haus und bezog 2800 Mk. Gehalt pro Jahr. Er lebte aber flott und ausschweifend. Et wird von Rechtsanwalt Metz III * verteidigt; Oberstaatsanwalt v. Hessect vertritt die Anklage. Das Gericht erkannte nach knrzer Beweisaufnahme deu An­geklagten L. Kehrer wegen Vergehen im Amt nach §§ 350 und 351 des Strafgesetzbuchs, verbunden mit Urkundenfänchun und des Betrugs für schuldig und billigte ihm dem Antrag des Staatsanwaltes und der Verteidigung entsprechend, mildernde Umstände zu. K. wird hierauf in eine Gefängnisstrafe von 2V2 Jahren verurteilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre aberkannt; 7 Wochen Untersuchungshaft werden ihm angerechnet. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre Gefängnis beantragt.!

W. Darmstadt, 16. Juni. Der Großherzog begab sich nach Weimar zum Besuche des Großherzogs von Sachsen- Weimar und kehrt morgen abend wieder zurück.

D Dietesheim a. M., 15. Juni. In Angelegen­heiten des bekannten Projektes der Erbauung einer elektrischen Bahn erklärte sich die hiesige Gemeindevertretung in einer mit dem Gemeinderate von Mühlheim gemeinsam abgehaltenen Sitzung bereit, zu den Geländekosten der Gemarkung Mühl­heim einen Beitrag von 2500 Mk zu leisten unter der Be­dingung, daß die Bahn bis nach Dietesheim gebaut wird. Die Gemeinde Mühlheim acceptierte dieses Anerbieten und beauf­tragte eine Kommission, die Angelegenheit im Einvernehmen mit der Staatsbehörde definitiv zu regeln.

^ Seligenstadt, 15. Juni. In der Person des Herrn Gerichtsafseflors Carnier aus Reinheim hat fich neuerdings in unserem Amtsgerichtsstädtchen der erste Rechtsanwalt niedergelassen. Herr Rechtsanwalt Carnier ist ein geborener Seligenstädter.

X Aschaffenburg, 15. Juni. Aus Veranlassung einer Kindestaufe zu Burgsinn wollte der 27jährige dortige Maurer Thomas Juterwies mit einer alten Pistole mehrere Schüsse abgeben. Doch schon beim ersten Schuß zerplatzte die alters­schwache Waffe und zerschmetterte dem unbesonnenen Schützen die linke Hand in grauenvoller Weise. Der Schwerverletzte mußte sofort dem Hospitale zugeführt «erden.

Schiffsberichte.

Der Hamburger Doppelschrauben-SchnelldampferAuguste Viktoria" ist am 14. Juni wohlbehalten in New-Jork ein- getroffen.

Hamburg, 13. Juni. Der DampferEtruria" von der Hamburg - Amerika - Linie ist vorgestern in Montevideo ein­getroffen.

Bremen, 12. Juni. Der Dampfer des Norddeutschen LloydKönig Albert" ist gestern in New-Jork eingetroffen.

Der DampferNew Jork" von der American-Line in Liverpool ist am 14. Juni wohlbehalten in New-Jork ein­getroffen.

Patent-Ertheilungen.

Nr. 143 324. Treibschnurverbindung. Paul W. Wslf in Frankfurt a. M., Günthersburgallee 57 a, vom 25. De­zember 1902 ab. Kl. 47b.

Nr. 143 455. Verfahren zur Herstellung eines gelben bis braungelben Schwefelfarbstoffs. Farbwerke vorm. Meister Lucius L Brüning in Höchst a. M., vom 3. August 1902 ab. Kl. 22d.